Vom 8. bis 14. August fand in Zwickau ein trinationaler Jugendaustausch statt, organisiert vom BJDM. Sieben Tage lang nahmen die Teilnehmer aus drei Ländern gemeinsam an Workshops teil, erkundeten die Umgebung und lernten sich gegenseitig kennen. Das Programm stand unter dem Motto „Erinnerung gestaltet Zukunft“ und verband historische Themen mit aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen.
Einer der Workshops war „Hidden Stories“, bei dem die Teilnehmer mit Fotografien, Erinnerungsstücken und Gegenständen aus persönlichen Geschichten arbeiteten. Die Veranstaltung zeigte, dass Geschichte nicht nur aus großen Ereignissen und Daten besteht, sondern auch aus den Schicksalen einzelner Menschen und Familien. Sie bot auch die Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch und zur Betrachtung der Vergangenheit aus verschiedenen polnischen, deutschen und französischen Perspektiven.

Jugendliche aus drei Ländern kamen beim Jugendaustausch in Zwickau zusammen.
Foto: privat
Eine Lektion in Sonnenstein
Einer der wichtigsten Programmpunkte war der Besuch der Gedenkstätte Sonnenstein in Pirna. Die Teilnehmer erfuhren die Geschichte der Opfer der nationalsozialistischen Verbrechen und diskutierten im Workshop „Life Unworthy of Living? – The Unspeakable Crimes of the NS-Regime“ („Ein lebensunwertes Leben? – Die unsäglichen Verbrechen des NS-Regimes“) über Menschenwürde, Ausgrenzung und die Konsequenzen gesellschaftlicher Gleichgültigkeit. Die Begegnung mit der Geschichte dieses Ortes war auch ein Ausgangspunkt für Gespräche darüber, wie man auf heutige Formen der Diskriminierung reagieren kann.
Die Veranstaltung zeigte, dass Geschichte nicht nur aus großen Ereignissen und Daten besteht, sondern auch aus den Schicksalen einzelner Menschen und Familien.
Gemeinsam außerhalb der Workshops
Es gab auch Themen, die sich mit der Gegenwart befassten. Die Teilnehmer besuchten lokale Jugendinitiativen und den Maker Space, wo sie über gesellschaftliches Engagement und Handlungsmöglichkeiten in ihren Gemeinden sprachen. Ein wichtiger Bestandteil des Austauschs war auch die interkulturelle Begegnung. Beim interkulturellen Abend präsentierten die Teilnehmer ihre Länder, und die gemeinsame Zeit wurde auch bei einem Ausflug nach Dresden, einem Besuch im Planetarium und auf der Rodelbahn verbracht. Gerade bei diesen weniger formellen Treffen hatten sie die Gelegenheit, sich besser kennenzulernen und Sprachbarrieren zu überwinden.

In Sonnenstein setzte sich die Gruppe mit den NS-Verbrechen und ihrer Erinnerung auseinander.
Foto: privat
Sieben Tage gemeinsam
Die letzten Tage waren der Zusammenfassung des Austauschs und der Arbeit an einem gemeinsamen künstlerischen Projekt gewidmet. Die sieben gemeinsam verbrachten Tage boten nicht nur die Gelegenheit, neues Wissen zu erwerben, sondern vor allem Gleichaltrige aus anderen Ländern kennenzulernen und Erfahrungen auszutauschen. Das gemeinsame Programm ermöglichte es, die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten und zeigte zugleich, dass junge Menschen aus verschiedenen Ländern viele gemeinsame Themen und Erfahrungen finden können.
Der Austausch in Zwickau war also eine Kombination aus Bildung, interkulturellem Austausch und gemeinsamer Freizeitgestaltung. Die Auseinandersetzung mit der Geschichte wurde zum Ausgangspunkt für das Kennenlernen anderer Perspektiven, aber auch für die Reflexion darüber, wie junge Menschen sich in ihren Gemeinschaften engagieren und eine offene Gesellschaft aufbauen können.