Die Naturwerkstatt der SKGD in Ziegenhals hat begonnen

Ferien mit Sprache und Abenteuer

13 Juli 2026, 13:00 Bildung

Siebzig Kinder aus den Strukturen der Sozial-Kulturellen Gesellschaft der Deutschen im Oppelner Schlesien (SKGD) haben ihre Sommerferien in Ziegenhals begonnen. Die zweisprachige Naturwerkstatt „Sprache fühlen, Natur erleben – Deutsche Sprache durch die Natur erforschen“ verbindet aktive Erholung mit dem Erlernen der deutschen Sprache, dem Kennenlernen der Geschichte und Kultur der Region sowie der Integration mit Gleichaltrigen. Der erste Turnus dauert bis zum 15. Juli, der zweite findet vom 15. bis 25. Juli statt.

Die Naturwerkstatt richtet sich an Kinder im Alter von zehn bis dreizehn Jahren. Ihr Ziel ist es, einen Raum zu schaffen, in dem die Teilnehmer die deutsche Sprache ganz selbstverständlich im Alltag anwenden können, während sie Zeit an der frischen Luft verbringen und gleichzeitig ihr kulturelles Erbe kennenlernen.

„Wir sind gerade in Ziegenhals, wo die Naturwerkstatt für Kinder beginnt. Daran nehmen 70 Kinder aus den Strukturen der SKGD im Oppelner Schlesien teil. Heute besuchen uns außerdem Vertreter von Minderheitenorganisationen, die den Kindern die Tätigkeit der Organisationen, ihre Projekte sowie Möglichkeiten der aktiven Beteiligung an verschiedenen Initiativen vorstellen“, sagt Tomasz Gryga, stellvertretender Leiter des Büros der SKGD in Oppeln.

Wie er betont, ist das Programm sehr abwechslungsreich.

„Vor uns liegt ein vielfältiges Programm. Es gibt ein Treffen zur Identität mit Referenten der SKGD sowie zahlreiche Ausflüge. Die Kinder besuchen unter anderem das Goldbergwerk in Reichenstein, besteigen die Bischofskoppe und lernen die Natur der Region kennen. Geplant ist außerdem ein Ausflug nach Neustadt O.S., wo sie einen Imker besuchen und erfahren, wie Honig entsteht“, fügt er hinzu.

Lernen durch Spielen

Ein wichtiger Bestandteil der Naturwerkstatt sind Sprach- und Bildungsworkshops, die von Vertretern der deutschen Minderheit durchgeführt werden. Während der Aktivitäten sitzen die Kinder nicht im Klassenraum – sie lernen durch Geländespiele, Quizze und Teamaufgaben.

Foto: Stefani Koprek-Golomb

„Wir haben viele verschiedene Spiele in Form von Stationen vorbereitet. Einige davon dienten dazu, die deutsche Sprache zu üben, andere beschäftigten sich mit der Kultur und Geschichte der deutschen Minderheit sowie mit der Geschichte und den Traditionen Schlesiens. Die Kinder lernten deutsche, polnische und schlesische Begriffe kennen und erfuhren interessante Geschichten aus der Region. Es gab viel Bewegung, Zusammenarbeit und Spaß. Ich glaube, gerade diese Vielfalt hat den Teilnehmern besonders gut gefallen“, sagt Johannes Schmidt vom Haus der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit, der eines der Workshops leitete.

Eine Rückkehr, auf die man sich freut

Unter den Teilnehmern befinden sich sowohl Kinder, die zum ersten Mal nach Ziegenhals gekommen sind, als auch solche, die sich noch gut an die Naturwerkstatt im vergangenen Jahr erinnern.

Foto: Stefani Koprek-Golomb

Die zwölfjährige Nadine Piechota erzählt, dass für sie die Entscheidung zurückzukommen selbstverständlich war.

„Ich war schon letztes Jahr hier und es hat mir sehr gut gefallen, deshalb wollte ich wiederkommen. Jeden Tag passiert etwas Neues – wir gehen in die Berge, spielen Spiele, tanzen, spielen Volleyball und verbringen viel Zeit miteinander. Am besten gefällt mir, dass man neue Freunde kennenlernen und mehr Kontakt zur Natur haben kann. Ich würde allen Kindern diese Naturwerkstatt empfehlen, weil es sich wirklich lohnt, hierherzukommen“, erzählt sie.

„Vor uns liegt ein vielfältiges Programm – Ausflüge, Workshops, Treffen und viele Möglichkeiten, die Sprache, Geschichte und Natur unserer Region kennenzulernen.“
– Tomasz Gryga, stellvertretender Leiter des Büros der SKGD in Oppeln

Für die zehnjährige Kamila Długosz aus Oderwanz ist es die erste Teilnahme an dieser Initiative. Schon nach wenigen Tagen weiß sie, dass sie gerne wiederkommen möchte.

„Mir gefällt es hier sehr gut. Die Betreuerinnen und Betreuer sind toll, es gibt viele interessante Spiele und Workshops. Wir haben Karten gespielt, draußen gespielt und konnten bei den Aktivitäten auch Deutsch lernen. Das Essen ist sehr gut, die Atmosphäre ist super und man kann hier wirklich viel Spaß haben. Ich würde gerne noch einmal hierherkommen“, sagt die Teilnehmerin.

Zweisprachigkeit in der Praxis

Das Motto der diesjährigen Naturwerkstatt – „Sprache fühlen, Natur erleben“ – beschreibt den Charakter der Initiative sehr gut. Die deutsche Sprache ist hier kein gewöhnliches Schulfach, sondern ein natürliches Kommunikationsmittel bei Spielen, Ausflügen, Workshops und alltäglichen Gesprächen.

Das Programm umfasst kreative Natur- und Umweltworkshops, Sprachspiele, Geländespiele sowie aktive Erholung in den Oppagebirgen. Dadurch entwickeln die Teilnehmer ihre Sprachkenntnisse praktisch weiter, lernen gleichzeitig Zusammenarbeit und Selbstständigkeit und entdecken die Geschichte sowie Kultur der Region.

Foto: Stefani Koprek-Golomb

Die von der SKGD organisierte Naturwerkstatt erfreut sich seit Jahren großer Beliebtheit. Für viele Kinder ist sie die erste Gelegenheit, außerhalb der Schule frei Deutsch zu sprechen und neue Freundschaften mit Gleichaltrigen aus verschiedenen Orten der Woiwodschaft Oppeln zu schließen.

Die Naturwerkstatt „Sprache fühlen, Natur erleben – Deutsche Sprache durch die Natur erforschen“ wird aus Mitteln des Bundesministeriums des Innern und für Heimat über den Verband der deutschen sozial-kulturellen Gesellschaften in Polen (VdG) finanziert.

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