Gleiwitz: Gedenken an die Opfer des NKWD-Lagers in Laband

24 Februar 2026 Kultur , Kultur/Bildung

Das NKWD-Lager Laband wurde Anfang Februar 1945 auf dem Gelände der Siedlung Duże Osiedle eingerichtet. Die Internierten wurden täglich von dort zur Arbeit geschickt, und bereits Anfang März begannen die ersten Transporte von Häftlingen in die Tiefen der UdSSR. Mehrere Tausend Menschen durchliefen dieses Lager. Nur wenige kehrten nach Hause zurück.

Alle Opfer des Lagers werden jedes Jahr von der DFK-Ortsgruppe Laband sowie vom DFK-Kreisverband Gleiwitz geehrt. Die diesjährigen Gedenkfeierlichkeiten fanden am 21. Februar statt. Sie begannen traditionell am Denkmal auf dem Platz vor der St.-Georgs-Kirche in Laband, und um 18.00 Uhr wurde eine Heilige Messe für die Opfer und ihre Familien gefeiert.

Am 21. Februar 2026 wurde in Laband der Opfer des NKWD-Lager Laband gedacht. Die Predigt hielt Pfarrer Robert Chudoba.
Foto: Redaktion Mittendrin

Ein tragisches Kapitel der Nachkriegsgeschichte

Während der Feierlichkeiten wurde betont, dass die Erinnerung an die Deportierten nicht nur für ihre Nachkommen, sondern für die gesamte Gemeinschaft der Region von Bedeutung ist.
„Wir kommen zusammen, um der Internierten und Deportierten aus dem Lager in Laband sowie ihrer Familien zu gedenken. Wir wollen an diese Geschichte erinnern und für jene beten, die nicht zurückgekehrt sind“, sagte Martin Lippa, Vorsitzender des Sozial-Kulturellen Gesellschaft der Deutschen in der Woiwodschaft Schlesien.

Die Teilnehmer der Gedenkfeierlichkeiten betonten, dass das Lager in Laband eines von vielen Orten war, durch die Bewohner Oberschlesiens gingen – unabhängig davon, ob sie sich als Deutsche, Polen oder Schlesier fühlten. In Viehwaggons nach Osten deportiert, kehrten viele krank und entkräftet zurück oder kamen überhaupt nicht mehr heim.

Nach der Kranzniederlegung und dem Entzünden von Kerzen begaben sich die Teilnehmer in die Kirche zum Gottesdienst. Die Predigt hielt Pfarrer Dr. Robert Chudoba, der sich seit vielen Jahren für die Aufarbeitung und das Gedenken an die Oberschlesische Tragödie engagiert. In seiner Homilie bezog er sich sowohl auf die Geschichte der Region als auch auf das Schicksal seiner eigenen Familie. Er sprach darüber, wie totalitäre Systeme den Menschen Identität und Würde raubten, und über die Notwendigkeit der „Metanoia“, also einer Änderung der Denkweise.
„Es gibt keinen anderen Weg als das Erinnern, verbunden mit Vergebung. Wer im Herzen Hass pflegt, bei dem hat diese Veränderung des Denkens noch nicht stattgefunden“, betonte der Geistliche.

Rafał Bartek am Denkmal für die Opfer des NKWD-Lagers in Laband. Links der Ehrenkonsul der BRD in Gleiwitz, Marcin Tyslik.
Foto: Redaktion Mittendrin

Gedenkfeierlichkeiten als Geschichtsunterricht

In den Ansprachen wurde darauf hingewiesen, dass man über die Tragödie der Internierten viele Jahre lang nicht öffentlich sprechen durfte und dass das Wissen über die Nachkriegslager bis heute gering ist.
„Diese Geschichte ist noch immer nicht Teil der schulischen Bildung. Wir kennen sie aus unseren Familien und aus lokalen Gemeinschaften, aber unsere Aufgabe ist es, sie weiterzugeben, damit sie für kommende Generationen zur Mahnung wird“ , unterstrich Rafał Bartek, Vorsitzender des Verbandes der deutschen sozial-kulturellen Gesellschaften in Polen.

Die Teilnehmer der Gedenkfeierlichkeiten betonten, dass das Lager in Laband eines von vielen Orten war, durch die Bewohner Oberschlesiens gingen – unabhängig davon, ob sie sich als Deutsche, Polen oder Schlesier fühlten. In Viehwaggons nach Osten deportiert, kehrten viele krank und entkräftet zurück oder kamen überhaupt nicht mehr heim. Über Jahrzehnte hinweg existierte die Erinnerung an ihr Schicksal vor allem in familiären Überlieferungen.

Am 21. Februar 2026 wurde in Laband der Opfer des NKWD-Lager Laband gedacht.
Foto: Redaktion Mittendrin

Die diesjährigen Feierlichkeiten zeigten einmal mehr, dass der Ort des ehemaligen NKWD-Lagers ein wichtiger Punkt auf der Landkarte des regionalen Gedenkens bleibt. Für viele Teilnehmer war es zugleich eine persönliche Geschichtsstunde, verbunden mit dem Schicksal ihrer Groß- und Urgroßeltern.

„Wir müssen erinnern und mahnen, denn nur so kann diese Geschichte zur Warnung werden“, hieß es während der Feierlichkeiten.

Anna Durecka
Mitarbeit: Redaktion Mittendrin

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