Die letzte Mission des letzten Absolventen

Finale des historischen Wettbewerbs in Osterode

25 Juni 2026, 05:00 Kultur

„Osterode damals und heute“ ist der Titel des historischen Wettbewerbs, dessen Finale am 2. Juni im Allgemeinbildenden Lyzeum „Jan Bażyński“ in Osterode stattfand. Zum zweiten Mal stiftete Armin Mruck die Preise – ein emeritierter Professor für Geschichte an der Universität in Maryland (USA).

Leider erlebte der zweimalige Stifter der Preise in Höhe von jeweils 1.000 Dollar die Ergebnisse des diesjährigen Wettbewerbs nicht mehr; er verstarb am 1. Oktober des vergangenen Jahres.

Am Wettbewerb nahmen 28 Schüler des Bażyński-Lyzeums teil. Er verlangte viel Arbeit, denn in der ersten Etappe mussten die Schüler eine Auswahl von Bildern eines ausgewählten Fragments von Osterode vor dem Zweiten Weltkrieg und heute vorbereiten sowie beschreiben, was sich dort früher befand, was heute zu sehen ist und welche Veränderungen im Laufe der Jahre eingetreten sind. Dafür hatten sie zwei Wochen Zeit.

In der zweiten Etappe maßen sich die Schüler in einem Wissenstest über Osterode früher und heute. Sie mussten dabei auch ihr Wissen über die Geschichte und Gegenwart ihrer Stadt unter Beweis stellen.

Die Sieger sind:

I. Platz – Aleksandra Nowocińska
II. Platz – Eryk Bartuś
III. Platz (ex aequo) – Wiktoria Balcerowska und Dominik Chiliński

Alle Finalisten sind Schüler der dritten Klasse mit sprachlich-wirtschaftlichem Profil.

Schirmherr des Wettbewerbs war die Kreisgemeinschaft Osterode in Deutschland in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft der deutschen Minderheit „Tannen“ in Osterode. Organisatorin war die Germanistin Agnieszka Dota-Kubińska.

Armin Mruck – ein Leben zwischen Osterode und den USA

Warum stiftete ein Geschichtsprofessor einer Universität in den USA Preise für einen Wettbewerb an einem Osteroder Lyzeum?

Armin Mruck wurde 1925 in Osterode geboren, wo er 1943 das Gymnasium abschloss. Nach dem Krieg studierte er an der Universität in Göttingen. Seine wissenschaftliche Karriere begann er an der Universität in Oldenburg. In den USA lebte und arbeitete er ab 1951. Er spezialisierte sich auf die Erforschung der deutschen Widerstandsbewegung in der Zeit des Nationalsozialismus.

Der Vermittler der Kontakte zwischen Prof. Mruck und dem Lyzeum war Henryk Hoch, Vorsitzender der Osteroder Gesellschaft der deutschen Minderheit, erster von links. Auf dem Foto ist er zusammen mit den Finalisten des Wettbewerbs zu sehen.
Foto: Allgemeinbildendes Lyzeum „Jan Bażyński“ in Osterode

Für seine Verdienste um den Studentenaustausch und den Aufbau der Verständigung zwischen der amerikanischen und der deutschen Nation wurde er vom deutschen Bundespräsidenten mit dem Verdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. Darüber hinaus war Prof. Mruck der letzte lebende Absolvent des Kaiser-Wilhelm-Gymnasiums, das sich bis 1945 im Gebäude des heutigen Bażyński-Lyzeums befand. Seine Heimatstadt und seine Schule hat er niemals vergessen. Der Aufbau der Verständigung zwischen den Nationen war die Lebensmission von Professor Mruck.

Zuletzt war er 2017 in Osterode zu Gast.

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