„Ora et labora“ auf der Zielgeraden

In Friedersdorf lebt die landwirtschaftliche Tradition weiter

28 Oktober 2026, 11:30 Kultur

In Friedersdorf fand die Abschlussveranstaltung des Projekts „Ora et labora“ statt, das aus Mitteln der Selbstverwaltung der Woiwodschaft Oppeln gefördert wurde. Dank der Initiative des Vereins „Odnowa Wsi Biedrzychowice“ wurde ein historisches Kreuz restauriert, eine Statue des heiligen Urban angeschafft, eine wertvolle Publikation über lokale Kreuze und Kapellen neu aufgelegt und an alte landwirtschaftliche Bräuche erinnert.

Vor dem Vergessen bewahren

Das Treffen in der Pfarrscheune bildete den Höhepunkt der Bemühungen um die Pflege der Traditionen, die seit Generationen die Identität der Bewohner der Region prägen. Das Hauptziel der Veranstaltung war es, an die Feldprozessionen zu Wegkreuzen und Kapellen zu erinnern, an denen die Vorfahren teilnahmen, um für eine erfolgreiche Ernte und den Segen für die Arbeit auf dem Feld zu beten. Wie die Organisatoren betonen, sind es gerade solche Initiativen, die es ermöglichen, die lokale Geschichte vor dem Vergessen zu bewahren und den kulturellen Reichtum Oberschlesiens an die jüngere Generation weiterzugeben.

Verantwortlich für die Umsetzung des Vorhabens war der Verein „Odnowa Wsi Biedrzychowice“. Das Projekt wurde im Rahmen des offenen Förderaufrufs „Opolskie Kuźnie Pamięci“ aus Mitteln der Selbstverwaltung der Woiwodschaft Oppeln gefördert. Dank der eingeworbenen Mittel konnte die lokale Gemeinschaft sowohl verlegerische als auch konservatorische Maßnahmen umsetzen.

Bei dem Treffen in der Pfarrscheune kamen Unterstützer und Interessierte zusammen.
Foto: Opolska Odnowa Wsi/Facebook

Broschüre, Figur und Kreuz

Einer der Hauptpunkte des Projekts war der Nachdruck der begehrten Broschüre von Pfarrer Franciszek Lerch mit dem Titel „Krzyże i kapliczki na terenie parafii Biedrzychowice“ (Kreuze und Bildstöcke auf dem Gebiet der Pfarrei Friedersdorf). Diese Publikation dokumentiert auf anschauliche Weise das sakrale Erbe der Pfarrei.

„Diese Broschüre wurde vor Jahren herausgegeben, aber die Auflage war nicht sehr hoch. Im Rahmen dieses Projekts ist es uns nun gelungen, den Nachdruck dieser Broschüre zu finanzieren, da sie für künftige Generationen von großem Wert ist“, sagt Róża Zgorzelska, Vorsitzende des Vereins „Odnowa Wsi Biedrzychowice“.

Broschüre „Kreuze und Bildstöcke auf dem Gebiet der Pfarrei Friedersdorf“. Foto: Michał Florek

„Sie erzählt von unserem kulturellen und religiösen Erbe, damit künftige Generationen diese traditionellen Werte bewahren“, betont Zgorzelska.

„Solche Initiativen bewahren die lokale Geschichte vor dem Vergessen und geben das kulturelle Erbe Oberschlesiens an die jüngere Generation weiter.“ – Róża Zgorzelska, Vorsitzende des Vereins „Odnowa Wsi Biedrzychowice“

Im Rahmen des Projekts wurde auch eine Statue des heiligen Urban – des Schutzpatrons der Landwirte und Winzer – angeschafft. Die neue Skulptur ersetzt eine ältere Figur, die während des Zweiten Weltkriegs zerstört wurde oder verloren ging. Zudem erhielt ein historisches Kreuz mit einem Korpus aus Blech, das aus einer inzwischen nicht mehr existierenden Dorfkapelle stammt, ein zweites Leben.

„Die Christusfigur am Kreuz musste nicht restauriert werden, aber die Konstruktion selbst wurde restauriert, da sie sich in einem schlechten Zustand befand. Die Restaurierung wurde von der Restaurierungswerkstatt des Museums des Oppelner Schlesiens durchgeführt“, betont Róża Zgorzelska.

Das Heimatmuseum beherbergt die restaurierten Gegenstände.
Foto: Opolska Odnowa Wsi/Facebook

Das ist noch nicht das Ende der Aktivitäten

Die restaurierten Exponate haben ihren festen Platz im zweiten Stock des Getreidespeichers im örtlichen Heimatmuseum gefunden. Die Skulptur des heiligen Urban wird zudem bei den traditionellen Feierlichkeiten der sogenannten „Kreuztage“ in der Kirche von Friedersdorf zum Einsatz kommen.

Der Abschluss des Projekts bedeutet jedoch nicht, dass die kulturellen Aktivitäten in Friedersdorf nun an Tempo verlieren. In der Pfarrscheune laufen derzeit die Vorbereitungen für die aufwendig gestalteten Feierlichkeiten zum Martinstag unter Beteiligung einer historischen Reenactment-Gruppe, die für Mitte November geplant sind, sowie für Workshops in der Voradventszeit.

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