Wer einen tollen Ort für einen Aufenthalt in Niederschlesien sucht, ist hier richtig. Die Rede ist vom Schloss Klitschdorf, einem Ort mit Herz und Geschichte.
Die gesamte Anlage wurde in ein Hotel umgewandelt. Es gibt dort einen Spa-Bereich, ein Hallenbad, einen großen Konferenzkomplex und vor allem über 200 Hotelzimmer, von denen ein Teil noch immer im historischen Stil erhalten ist. Originale Elemente wurden restauriert.
Heute verzaubert der Ort mit seinem Stil und seiner historischen Seele.
Wer einen Aufenthalt mit der Familie plant, wird sich darüber freuen, dass Hunde im Hotel ebenfalls erlaubt sind. Zusätzlich bietet das Schloss ein regionales Restaurant und ein stimmungsvolles Café. Zahlreiche Ausstellungen und Veranstaltungen finden von Zeit zu Zeit im Schloss statt.
Das Schloss selbst kann im Rahmen einer Führung mit einem Gästeführer besichtigt werden. Es besteht auch die Möglichkeit, die gesamte Anlage individuell mit einem Audioguide zu erkunden.
Pferde, Natur und ein ungewöhnlicher Friedhof
Für Pferdeliebhaber hat der Ort ebenfalls etwas zu bieten. Nicht weit vom Schloss entfernt befindet sich das Gut, wo man jeden Tag Pferde beobachten und die Tiere im kleinen Mini-Zoo streicheln kann. Vor allem für Jugendliche, die das Reiten erlernen möchten, bietet das Gestüt spezielle Sommerferienprogramme an, die Spaß und Sport miteinander verbinden.

Das Gestüt in der Nähe des Schlosses bietet Pferdeliebhabern vielfältige Möglichkeiten.
Foto: W. Ernst
Dass Pferde einen besonderen Platz im Herzen dieses Ortes haben, zeigt sich an etwas ganz Ungewöhnlichem: Auf dem Gelände des Schlosses, genauer gesagt im Park, befindet sich ein alter Pferdefriedhof. Er wurde von den damaligen Besitzern des Schlosses angelegt und gilt als eine besondere Rarität. Auf dem Friedhof wurden damals Pferde und Hunde begraben. Noch in den 1950er-Jahren waren dort einige Gräber zu sehen, heute sind nur noch zwei erhalten geblieben.
Der Friedhof befindet sich im Schlosspark, der im englischen Stil gestaltet wurde. Früher hatte der Park eine Fläche von rund 80 Hektar, heute sind es nur noch sieben. Er wird von Besuchern oft bewundert und besucht.

Auf dem historischen Pferdefriedhof im Schlosspark sind heute noch zwei Gräber erhalten.
Foto: W. Ernst
Von der Grenzfestung zur prachtvollen Residenz
Die Besitzer des Schlosses wechselten häufig. Die Anfänge des Ortes reichen bis ins Jahr 1297 zurück, als auf Initiative des Herzogs Bolko I. von Schweidnitz die Burg Klitschdorf als Grenzfestung zum Schutz des Herzogtums vor Böhmen erbaut wurde.
Danach kam die Burg in die Hände der Familie von Kittlitz, dann der Familie von Zedlitz. Als Nächstes folgte die Familie von Rechenberg, die die Festung in eine Renaissance-Residenz verwandelte. Im Laufe der Zeit kam das Schloss in den Besitz der Familie von Schellendorf. Dann übernahm es Baron Hans Wolfgang Wenzel von Frankenberg, und ab 1767 gehörte es der Familie von Solms-Baruth.

Schloss Klitschdorf, Lithographie von Alexander Duncker, 1869
Foto: Wikipedia
Am längsten blieb das Schloss im Besitz der Familie Solms-Baruth. Sie besaß das Anwesen bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs. Die Familie ließ das Schloss umbauen und verwandelte es in eine Residenz im Stil der Neorenaissance und der Neogotik. Während ihrer Zeit wurde ein Turm hinzugefügt, der heute „Jenny-Turm“ genannt wird und besichtigt werden kann.
Der Ort ist auch mit der Familie von Hochberg verbunden. Der Graf und spätere Fürst Friedrich zu Solms-Baruth heiratete Luisa von Hochberg, die einzige Tochter des Fürsten von Pless. Das Schloss empfing häufig hochrangige Gäste. Kaiser Wilhelm II. hielt sich von Zeit zu Zeit dort auf. Er nahm häufig an Jagden in den umliegenden Wäldern teil.
Ein geheimes Kapitel der Schlossgeschichte
Das interessanteste Kapitel der Familiengeschichte der Solms-Baruth, die eng mit Schloss Klitschdorf verbunden ist, ereignete sich jedoch 1944. Der letzte Besitzer, Fürst Friedrich zu Solms-Baruth, war kein Befürworter des Hitler-Regimes. Er gehörte zum Kreis der Widerstandskämpfer und war mit dem Kreisauer Kreis verbunden. In diesem Umfeld wurden Pläne zum Sturz des NS-Regimes diskutiert. Der Prinz soll auf Schloss Klitschdorf geheime Treffen organisiert haben, um entsprechende Vorhaben zu besprechen.
Der Umsturzversuch scheiterte, und Friedrich zu Solms-Baruth wurde von der Gestapo festgenommen und verhört. Das Gut wurde daraufhin beschlagnahmt. 1945 floh der Prinz mit seiner Familie nach Namibia. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam das Anwesen in polnische Hände.
Vom Verfall zur Wiedergeburt
Noch 1945 wurde das Schloss von der Roten Armee geplündert. Danach nutzten die Forstverwaltung und die polnische Volksarmee das Anwesen. Sie kümmerten sich jedoch nicht ausreichend um das Objekt, sodass es sich in einem sehr schlechten Zustand befand.
In den 1970er-Jahren versuchte die Technische Hochschule Breslau, das Schloss zu retten, jedoch ohne Erfolg. Erst 1999 wurde das Gelände von der Firma Integer gekauft, und das Schloss erwachte wieder zum Leben. Die Renovierung begann, und heute verzaubert der Ort mit seinem Stil und seiner historischen Seele.

Schloss Klitschdorf verbindet historische Architektur mit einer weitläufigen Parkanlage.
Foto: W. Ernst
Ein lohnenswertes Ziel in Niederschlesien
Das Schloss liegt nahe bei Bunzlau und ist ein toller Zwischenstopp für eine kleine Auszeit, wenn man beispielsweise eine längere Reise nach Deutschland plant. Eingebettet in die Natur und mit einem vielfältigen Angebot ist es definitiv empfehlenswert.