Die Blaskapellen der deutschen Minderheit spielten in Lichinia

Diese Tradition lebt weiter

15 Juni 2026, 12:20 Kultur

 

 

Vierzehn Orchester spielten am Sonntag in einem Zelt, das auf dem Platz neben der Kirche aufgestellt war und den Namen von Hubert Kurzała trägt. Kein Ensemble verlässt diese Begegnung ohne Preis.

Vor dem Publikum traten auf: Oder Blass Band Zywodschütz, Jugendblasorchester Pawlowitzke, Kapelle Daniec, Hammer Brass Klein Althammer, Blaskapelle Sami Swoi aus Rudna, Blaskapelle Groß Kottulin, Blaskapelle des Gemeindeverbands Krappitz, Blaskapelle der Freiwilligen Feuerwehr Wengern, Jugendblasorchester Kaprys, Blaskapelle Lowkowitz, Gemeindeblasorchester Radlau, Jugendblasorchester Basan, Blaskapelle Brzezinke, Blaskapelle Mechnitz-Kamionka.

Eine Idee von Hubert Kurzała

„Mein erster Blasmusikvergleich war im Jahr 1994“, erinnert sich Edyta Gola, Direktorin des Kultur- und Freizeitortes in Leschnitz. „Seit 1998 habe ich die Organisation übernommen. Diese Tradition verdanken wir – ebenso wie den Wettbewerb der Kinder- und Jugendensembles der deutschen Minderheit (der vor einer Woche stattfand) – dem verstorbenen Hubert Kurzała, dem ehemaligen Bürgermeister von Leschnitz und allgemein der deutschen Minderheit. Dieser Wettbewerb findet ununterbrochen statt. In diesem Jahr feiern wir die 34. Ausgabe. Veranstalter ist der Schlesische Selbstverwaltungsverein. Ich möchte betonen, dass kein Ensemble heute Lichinia ohne Preis verlassen wird. Es freut uns, dass die Leidenschaft für Musik in der Minderheit und in der gesamten Region lebendig ist.“

„Es freut uns, dass die Leidenschaft für Musik in der Minderheit und in der gesamten Region gut lebt“, sagt Edyta Gola, Direktorin des Kultur- und Freizeitortes in Leschnitz.

Andrzej Namysło ist Betreuer und Gründungsmitglied der Oder Blass Band aus Zywodschütz. „Die Gruppe entstand spontan an der Wende der Jahre 2010–2011“, erinnert er sich. „In diesem Jahr feiern wir also unser 15-jähriges Jubiläum. Von Anfang an waren wir eine Gruppe unter dem Dach der deutschen Minderheit. Seit sechs Jahren gehören wir auch zum Kulturhaus in Krappitz. Unser Repertoire ist größtenteils gesellig. Wir treten gerne bei Erntedankfesten auf, aber bei Wettbewerben präsentieren wir auch anspruchsvollere Stücke. Wir haben bereits im Ausland gespielt, unter anderem in Frankfurt, Mainz und Regensburg. Dort haben wir die deutsche Minderheit vertreten – ebenso wie bei Blasmusiktreffen nationaler Minderheiten in Polen, in Koszalin und bei Bialowieża. Wir haben dort ihre Musikkultur kennengelernt. Eine sehr schöne Sache.“

Sie verbinden verschiedene Repertoires

Roman Szablicki trat bei der Veranstaltung in zwei Orchestern auf: Hammer Brass und Sami Swoi. „Hammer Brass entstand als kirchliches Orchester“, erinnert er sich. „Seit anderthalb Jahren treffen wir uns jeden Montag und proben auch Unterhaltungsmusik. Wir verbinden das im Alltag. Am Sonntag spielten wir auf dem Kirchweihfest unserer Pfarrei und am Nachmittag beim Wettbewerb Stücke aus der deutschen Musikkultur: einen Marsch und zwei Polkas. Es freut mich, dass es in den Musikschulen heute mehr junge Musiker gibt als früher. Nicht alle wollen in Orchestern spielen. Dabei ist das Spielen im Orchester eine Möglichkeit, interessante Menschen kennenzulernen, die verschiedene Berufe haben, aber alle die Musik lieben und spielen können.“

Foto: Kog O!Polska

Patrycja Czerner-Wiesiolek spielt Querflöte im Jugendblasorchester Pawlowitzke. „Ich habe mit der Flöte angefangen, später spielte ich Saxophon. Jetzt bin ich wieder zu meinem ersten Instrument zurückgekehrt. Ich spiele seit der Gründung des Orchesters vor 12 Jahren“, erzählt sie. „Damals ging ich noch ins Gymnasium. Heute habe ich eine eigene Familie und arbeite in einem Unternehmen, aber Zeit für die Proben finde ich immer noch. Wir treffen uns einmal pro Woche für zwei Stunden in lockerer Atmosphäre. Das reicht.“

Sie gestalten selbstständig und gemeinsam

Manfred Kudla ist Kapellmeister des Orchesters aus Mechnitz-Kamionka, Adrian Osiecki ist dessen Leiter. Die meisten Mitglieder dieses Ensembles sind sehr junge Menschen.

Foto: Kog O!Polska

„Die Tradition der Pfarrkapelle in Mechnitz reicht bis in die 1950er Jahre zurück“, sagt der Kapellmeister. „Mit dem heutigen Ensemble sind wir 1995 in den Wettbewerbsmodus eingestiegen. Wir nehmen an vielen Wettbewerben teil. Die meisten unserer jungen Musiker sind Absolventen der Musikschule in Cosel. Sie haben die Möglichkeit, verschiedene Instrumente zu lernen, und nutzen diese auch.“

„Der Leiter des Orchesters hat eine organisatorische Funktion“, sagt Herr Adrian lachend. „Er muss sich um das Budget kümmern, Projekte überwachen und auch per SMS an die Probe erinnern. Ich selbst spiele Euphonium und freue mich darüber, dass wir gemeinsam etwas eigenständig schaffen.“

Während der Beratungen der Jury konzertierte die Gastgebergruppe – das Jugendblasorchester Leschnitz.

Die Jury bestand aus: Waldemar Olszewski (Vorsitzender), Tadeusz Widera und Michal Kowalski.

Ergebnisse des Wettbewerbs

Erwachsenenorchester:

ex aequo Blaskapelle Lowkowitz und Blaskapelle des Gemeindeverbands Krappitz
Mechnitz-Kamionka und Brzezinke
Sami Swoi und Feuerwehrkapelle Wengern

Jugendblasorchester:

Groß Kotullin
Basan und Kaprys
Radlau

Kleine Ensembles:

Oder Blass Band
Daniec und Pawlowitzke
Hammer Brass

Solistenpreis:

Karol Ludwig – Blaskapelle Mechnitz-Kamionka

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