Basteln, Hindernisparcours, Turmbau und das alles auf Deutsch. Das Haus der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit (HDPZ) lud zweisprachige Familien in den Miniaturpark Olschowa ein. Das Treffen fand im Rahmen des Projekts „Bilingua – einfach mit Deutsch!“ statt.
Kreativ und in Bewegung
„In der ersten Stunde ging es vor allem um kreative Aktivitäten. Die Kinder konnten malen und basteln. In der zweiten Stunde gab es Animation und Bewegung, sodass die Kinder sich richtig austoben konnten“, erzählt Natalia Buhl, Deutsch-Expertin im Bilingua-Team. Aus Sperrholz hatte sie T-Shirts und Wappen vorbereitet, die zum Thema des Europäischen Tages der Sprachen bemalt wurden, dazu herbstliche Kürbisse und Pilze aus Sperrholz, die es in herbstlichen Farben zu bekleben galt.

Kreativ mit Sprache: In den Bastel-Workshops gestalteten die Kinder Kürbisse, Pilze, T-Shirts und Wappen. Foto: Haus der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit/Facebook
Deutsch statt Polnisch
Beim XXXL-Spiel suchten die Kinder Bildpaare mit deutschen Beschriftungen. „Dabei sollten sie versuchen, die deutschen Wörter zu benutzen, anstatt die Begriffe auf Polnisch zu nennen“, so Buhl. Im Parcours sprangen sie über Farbfelder und nannten die Farben auf Deutsch, danach ging es durch einen Tunnel. Beim Turmbau mit den Eltern hielt jeder ein Seil in der Hand.
Die Kinder waren zwischen einem und acht Jahre alt. „Die älteren Kinder haben schon sehr schön Deutsch gesprochen, teilweise sogar nahezu perfekt“, sagt Buhl. Sie hört einen Trend: „Man hört aber, dass bereits immer häufiger Deutsch gesprochen wird.“
Austausch für die Eltern
Fast 25 Familien mit fast 40 Kindern kamen. Die Eltern nahmen an einem Workshop mit Aleksandra Jarczewska vom Kanal @Rojbry Szprechają teil. Sie erzieht ihre Kinder zweisprachig und tauschte mit den Gästen des Treffens Erfahrungen zur zweisprachigen Erziehung aus. Projektmanagerin Sabina Szweda-Godoń sagt, worum es bei dem Treffen geht: „Die Eltern sollen sich überzeugen, dass sie nicht alleine sind und dass es manchmal schwer sein kann, zweisprachig zu erziehen, aber es sich wirklich lohnt.“ Das Umfeld ist nicht immer so unterstützend, wie man es sich wünscht: „Da spielt die größte Rolle, dabeizubleiben und konsequent zu sein.“

Vom Bilderspiel bis zum Lernmaterial: Es gibt vielfältige Materialien, die den Alltag mit Deutsch begleiten können.
Foto: Haus der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit/Facebook
Stimme einer Mutter
Karolina aus Ratibor spricht mit ihrem fast zweijährigen Sohn und ihrer drei Monate alten Tochter ausschließlich Deutsch. „Ich möchte den Kindern das Geschenk der deutschen Sprache weitergeben, das ich als kleines Mädchen von meiner Oma und meinen Eltern bekommen habe.“ Im Alltag fühle sie sich damit oft allein: „In Ratibor macht das, glaube ich, niemand so. Manche denken, es reicht, wenn die Kinder Deutsch in der Schule haben. Meiner Meinung nach ist das schon zu spät.“ Beim Familientreffen traf sie Gleichgesinnte: „Es war sehr schön zu sehen, dass ich nicht alleine bin mit meiner Geschichte, mit meinem Weg.“ Warum sie von einem Geschenk spricht? „Wenn man dem Kind eine Sprache geben kann, die am Anfang gratis ist, dann macht man ihm das größte Geschenk.“
Im nächsten Jahr wird es eine neue Auflage des Familientreffens geben, versprechen die Organisatoren vom Haus der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit.