Ein Abend voller Tradition, junger Talente und musikalischer Begegnungen: Beim dritten Kreiskonzert der deutschen Minderheit 2026 verwandelte sich Poppelau (Popielów) in einen Treffpunkt für mehrere Generationen. Von Volksliedern über Tanz bis hin zu modernen Klängen zeigte die Veranstaltung, wie lebendig und vielfältig die Kultur der deutschen Minderheit in der Region ist.
Musik verbindet Generationen
Musik kennt keine Grenzen – weder zwischen Sprachen noch zwischen Generationen. Genau diese Botschaft stand im Mittelpunkt des dritten Kreiskonzerts der deutschen Minderheit 2026, das am Sonntag, dem 26. Juli, in Poppelau stattfand. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher erlebten einen Abend, an dem Tradition, regionale Identität und moderne musikalische Ausdrucksformen miteinander verbunden wurden.
„Wir sehen, dass die Menschen diese Konzerte annehmen und dass ihnen die Vielfalt des Programms gefällt. Genau das ist unser Ziel: zu zeigen, wie unterschiedlich die Künstlerinnen und Künstler der deutschen Minderheit sind.“, Anna Koschny, Koordinatorin der Kreiskonzerte der deutschen Minderheit.
Eröffnet wurde das Konzert von Rafał Bartek, dem Vorsitzenden der Sozial-Kulturellen Gesellschaft der Deutschen im Oppelner Schlesien (SKGD), der die Gäste herzlich begrüßte und die Bedeutung solcher Begegnungen für die deutsche Minderheit hervorhob.
Auch die Gastgeberin des Abends, Bürgermeisterin Sybila Stelmach, betonte die Freude darüber, dass Poppelau Teil dieser Konzertreihe sein durfte.

Das Kreiskonzert der deutschen Minderheit in Popelau brachte zahlreiche Gäste zusammen, für die die Musik zum Anlass für Begegnungen und gemeinsames Feiern wurde. Foto: Dominika Bassek
– Wir freuen uns sehr, dass dieses Konzert auch in unserer Gemeinde stattfindet. Es ist eine besondere Gelegenheit, gemeinsam Kultur zu erleben, Menschen zusammenzubringen und zu zeigen, wie aktiv und lebendig die deutsche Minderheit in unserer Region ist – sagte Sybila Stelmach bei der Eröffnung.
Das Programm des Abends zeigte eindrucksvoll die ganze Bandbreite der kulturellen Arbeit innerhalb der deutschen Minderheit. Von jungen Künstlerinnen und Künstlern bis hin zu Gruppen mit jahrzehntelanger Geschichte wurde deutlich: Tradition bleibt nicht stehen – sie entwickelt sich weiter.
Von Volksmusik bis zu modernen Klängen
Den musikalischen Auftakt machte die Kapela Daniec, die mit ihrer Mischung aus Volksmusik, Unterhaltung und regionalen Klängen sofort für gute Stimmung sorgte. Schon nach den ersten Liedern war spürbar, dass das Publikum nicht nur zuhören, sondern den Abend aktiv mitgestalten wollte.

Das Programm umfasste sowohl traditionelle Lieder und Tänze als auch moderne Musik und machte die kulturelle Vielfalt der deutschen Minderheit eindrucksvoll sichtbar. Foto: Dominika Bassek
Ein besonderer Moment war der Auftritt der jungen Tanzgruppe Tarninki. Die erst seit wenigen Monaten bestehende Gruppe bewies, dass die Weitergabe von Kultur auch in den Händen der jüngsten Generation gut aufgehoben ist. Mit traditionellen Tänzen wie Sternpolka, Krebspolka, Ennstaler Polka und dem Zillertaler Hochzeitsmarsch begeisterten die Kinder und Jugendlichen das Publikum.
Danach folgte ein musikalischer Auftritt von Joanna Wicher, die mit ihrer Stimme und bekannten Schlagern für emotionale Momente sorgte.
Ein weiterer Höhepunkt des Abends waren die Opolskie Dziołchy – Oppelner Mädels. Die Gruppe aus Antonia, die bereits seit 1969 besteht, gehört zu den festen Größen der regionalen Kulturlandschaft. Ihr Repertoire verbindet schlesische, polnische und deutsche Lieder und erzählt damit Geschichten einer Region, deren Identität seit Generationen von Vielfalt geprägt ist.

Auf der Bühne präsentierten sich Künstler verschiedener Generationen und zeigten die Vielfalt der Kultur der deutschen Minderheit. Foto: Dominika Bassek
Den großen Abschluss des offiziellen Konzertteils gestaltete Andrea Rischka. Die Sängerin, Saxophonistin und Pädagogin, die auch über die Grenzen der Region hinaus bekannt ist, nahm das Publikum mit auf eine musikalische Reise. Mit ihrer besonderen Nähe zu den Zuhörerinnen und Zuhörern verwandelte sie den Auftritt in ein gemeinsames Erlebnis.

Das Publikum beteiligte sich begeistert am gemeinsamen Singen und belohnte jeden Auftritt mit großem Applaus, wodurch eine besondere Konzertatmosphäre entstand. Foto: Dominika Bassek
Ein Fest der Begegnung
Das Publikum dankte allen Künstlerinnen und Künstlern mit langanhaltendem Applaus. Viele Besucher sangen mit, klatschten im Rhythmus der Musik und nutzten auch die angebotenen kleinen Wettbewerbe, bei denen attraktive Preise vergeben wurden. Die Atmosphäre zeigte deutlich: Der Konzertabend war nicht nur eine Veranstaltung auf der Bühne, sondern ein gemeinsames Fest der Begegnung.
Anna Koschny, Koordinatorin der Kreiskonzerte der deutschen Minderheit, zog nach der Veranstaltung eine positive Bilanz.

Das Programm umfasste sowohl traditionelle Lieder und Tänze als auch moderne Musik und machte die kulturelle Vielfalt der deutschen Minderheit eindrucksvoll sichtbar. Foto: Dominika Bassek
– Wir sehen, dass die Menschen diese Konzerte annehmen und dass ihnen die Vielfalt des Programms gefällt. Genau das ist unser Ziel: zu zeigen, wie unterschiedlich die Künstlerinnen und Künstler der deutschen Minderheit sind – von traditionellen Volksgruppen über Chöre bis hin zu jungen Musikerinnen und Musikern, die moderne Wege gehen. Die deutsche Minderheit ist musikalisch sehr vielfältig und genau diese Vielfalt möchten wir sichtbar machen – erklärte Anna Koschny.
Die musikalische Reise geht weiter
Die Idee der Konzerte bringt unterschiedliche Generationen und musikalische Welten zusammen. Finanziert wurde die Veranstaltung aus Mitteln des polnischen Innenministeriums (MSWiA) sowie des deutschen Bundesministeriums des Innern über den Verband der deutschen sozial-kulturellen Gesellschaften in Polen (VdG).

Der Star des Abends, Andrea Rischka, begeisterte das Publikum mit ihrem Konzert und überzeugte durch ihre musikalische Vielseitigkeit sowie ihre besondere Nähe zu den Zuhörern. Foto: Dominika Bassek
Organisiert wurde der Abend von der SKGD in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Poppelau, dem Sołectwo Popielów, dem LKS Popielów sowie dem DFK Poppelau.
Das Kreiskonzert in Poppelau war bereits das dritte Treffen dieser Reihe im Jahr 2026. Nach den Veranstaltungen folgt das letzte Konzert des Jahres im Oktober in Gogolin. Die Organisatoren kündigen bereits an: Details werden noch bekannt gegeben – die musikalische Reise der deutschen Minderheit geht weiter.