Vaterland

18 April 2026, 05:00 Politik 18

Unser Format „Vaterland“ fasst alle wichtigen Neuigkeiten aus der Bundesrepublik Deutschland für Sie zusammen. Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur in der Bundesrepublik auf einen Blick. 

Lufthansa mit doppelten Problemen

Nicht nur Autofahrer leiden zurzeit an den durch den Krieg im Iran bedingten hohen Treibstoffkosten. Auch der Lufthansa macht die Situation zu schaffen. Dies ist aber nicht das einzige Problem des Anbieters. Weil im Nahen Osten gekämpft wird und eine wichtige Durchfahrt dicht ist, kletterten die Preise für Flugbenzin massiv nach oben. Zeitweise kostet ein Fass sogar 239 Dollar. Fachleute warnen schon davor, dass der Sprit an den Flughäfen in Europa bald komplett ausgehen könnte. In Venedig und Bologna durften Ferienflieger deshalb an den Ostertagen nicht mal mehr richtig volltanken. Für den schlimmsten Fall hat die Fluggesellschaft schon Pläne in der Schublade: Um Sprit zu sparen, könnten bis zu 40 ältere Maschinen einfach am Boden bleiben. Aber die Airline hat noch ganz anderen Ärger am Hals, denn die Piloten haben unlängst auch zum Streik aufgerufen. Die Gewerkschaft will so mehr Lohn und eine bessere Rente durchsetzen, was die Konzernleitung jedoch als völlig unerfüllbar zurückweist. Urlauber müssen sich deshalb im Moment auf massive Probleme und viele gestrichene Flüge einstellen. Nur Reisen in bestimmte Länder im Nahen Osten sind vom Ausstand befreit.

Quelle: bild.de.

Der Lufthansa macht der Krieg ordentlich zu schaffen.
Foto: TJDarmstadt / Wikimedia Commons.

Punktrekord beim Jurastudenten

Ein deutscher Rekord wurde geknackt und es handelt sich nicht um einen Sportler, sondern um einen Studenten. Ron C. aus Straßburg hat bei seiner Juraklausur 17 Punkte bekommen, was vor ihm noch keiner erreicht hat. Der 23-Jährige aus Bernau studiert an der Uni Potsdam und sorgte dort für eine Überraschung. Ein Prüfer gab ihm sogar die Bestnote von 18 Punkten, was als fast unmöglich gilt. Da der andere Prüfer 15 Punkte vergab, wurde es am Ende der Rekordwert von 17 Punkten. Im Jura-Studium sagt man oft aus Spaß, dass 18 Punkte niemand schafft und 17 Punkte nur Gott verdient. Normalerweise sind Noten über 11 Punkte schon extrem selten. Zum Bestehen reichen bereits 4 Punkte aus. Das Thema der Prüfung war ziemlich schwer, es ging um Immobilienrecht. Viele andere Studenten hätten da wohl aufgegeben, aber Ron fand die schwere Aufgabe toll. Der Rekord-Student war schon in der Schule spitze und machte sein Abi mit 1,0. Für die schwere Prüfung lernte er anderthalb Jahre lang fast jeden Tag von morgens bis abends. Jetzt macht er erst einmal Urlaub an der Ostsee, um sich zu erholen. Große Firmen wollten ihn direkt mit viel Geld anlocken, aber er möchte lieber an der Uni bleiben, seinen Doktor machen und später Professor werden.

Quelle: bz-berlin.de.

Keine Unterstützung für Kirchen?

Obwohl in Deutschland die Kirchensteuer gilt, wird die Institution des Glaubens dennoch auf vielfältige Weise bezuschusst. Die AfD will damit jetzt Schluss machen. Die Partei fordert in einem aktuellen Gesetzentwurf im Bundestag, die historischen Zahlungen an die Kirchen endlich zu beenden. Diese sogenannten Staatsleistungen haben eine lange Geschichte und gehen auf Enteignungen aus dem Jahr 1803 zurück. Seitdem erhalten die Kirchen Geld vom Staat als Abfindung für das Unrecht. Das summiert sich deutschlandweit jedes Jahr auf rund 600 Millionen Euro. Eigentlich steht schon seit über 100 Jahren in der deutschen Verfassung, dass diese Zahlungen abgelöst werden müssen. Bisher hat das aber keine Regierung umgesetzt – auch die Ampel scheiterte zuletzt am Veto der Bundesländer. Die AfD schlägt nun vor, eine gemeinsame Stelle für Bund und Länder einzurichten, um die genauen Summen für die Ablösung zu berechnen. Besonders deutlich wird die Kritik der Partei im neuen Wahlprogramm aus Sachsen-Anhalt. Dort wirft man den großen Kirchen vor, sich zu sehr in die Politik einzumischen und einseitig linke Meinungen zu vertreten. Deshalb will die AfD das Geld streichen oder zumindest an strenge Bedingungen knüpfen.

Quelle: welt.de.

Foto: Ki-generiert

Opel reduziert Stellen

Die Krise in der Autobranche betrifft nicht nur die etablierten Firmen, sondern auch eine ehemalige Kultmarke. Die Rede ist von Opel, bei dem die Mitarbeiterzahl sogar unter 1000 sinken könnte. Am Stammsitz in Rüsselsheim plant der Mutterkonzern Stellantis einen weiteren großen Stellenabbau. Vor allem im Entwicklungsbereich sollen viele Jobs wegfallen – mehr als jeder dritte Ingenieur könnte betroffen sein. Die Entwicklung zeigt, wie stark der Sparkurs bereits ist. Vor einigen Jahren arbeiteten noch rund 7000 Entwickler für Opel, heute sind es etwa 1650. In Zukunft könnten es nur noch rund 1000 sein. Viele Fachleute haben das Unternehmen schon verlassen, ganze Teams wurden aufgelöst. Ganz entscheidend ist der Plan aber noch nicht. Stellantis muss sich zuerst mit dem Betriebsrat einigen. Das bisherige Programm zum Stellenabbau reicht wohl nicht aus, deshalb sind zusätzliche Abfindungen im Gespräch. Trotz allem betont das Unternehmen, dass Rüsselsheim wichtig bleibt. Es wird weiter in den Standort investiert, etwa in den neuen „Green Campus“. Die verbliebenen Ingenieure sollen künftig nicht nur für Opel, sondern auch für Vauxhall arbeiten und sich mit Themen wie Assistenzsystemen, KI oder Batterien beschäftigen.

Quelle: main-spitze.de.

Adam-Opel-Haus in Rüsselsheim am Main.
Foto: Andrzej Otrębski / Wikimedia Commons.

Gute Chancen für Verbrenner

Die Zukunft der deutschen Benzinfahrzeuge hängt von der Europäischen Union ab. Nun gibt es aber Berichte, nach denen in Deutschland auch nach 2035 neue Benzinautos zugelassen werden können. Über diesen Plan aus Brüssel wurde in Deutschland monatelang heftig gestritten. Jetzt haben CDU/CSU und SPD jedoch einen gemeinsamen Weg gefunden. Bundeskanzler Friedrich Merz betonte, dass Deutschland nun geschlossen und mit einer klaren Linie in die Gespräche auf europäischer Ebene geht. Das Ziel ist es, für alle verschiedenen Technologien offen zu bleiben. Die Kommission der EU hatte vorgeschlagen, das absolute Verbot für neue Verbrenner ab 2035 zu lockern. Nach diesen Plänen müssten die CO₂-Emissionen im Vergleich zu 2021 nur noch um 90 Prozent sinken. Bayerns Regierungschef Markus Söder unterstützte das Vorhaben. Er warnte davor, den Markt kampflos an China abzugeben. SPD-Chef Lars Klingbeil betonte, dass man sich bei einer so wichtigen Frage nicht enthalten dürfe, da dies der Wirtschaft schade. Union und SPD fordern zudem, dass Autos mit Öko-Sprit sofort als emissionsfrei gelten und auch Hybridfahrzeuge weiterhin erlaubt bleiben. Im Juni entscheidet der EU-Rat endgültig über das Gesetz.

Quelle: faz.de.

Kommt die Atomkraft zurück?

Die Debatte rund um die Atomkraft kehrt wie ein Bumerang zurück. Doch wie real ist eine wirkliche Rückkehr in Deutschland? Die Politik diskutiert darüber immer mehr. Obwohl das Land im Jahr 2023 die letzten Meiler abgeschaltet hat, sorgt der Kurs der Europäischen Union jetzt für neuen Gesprächsstoff. Die EU möchte nämlich Geld in kleine, moderne Reaktoren stecken. Länder wie Frankreich oder Polen setzen voll auf diese Technologie, um die Wirtschaft anzukurbeln und sauberen Strom zu erzeugen. In Deutschland sieht die Realität aber anders aus. Experten sagen, dass ein echtes Comeback der Kernkraft weltweit gar nicht stattfindet. Ohne Länder wie China und Russland würde die Nutzung sogar schrumpfen. Längst haben Wind und Sonne beim Boom die Nase vorn. Auch deutsche Energiekonzerne zeigen kein Interesse daran, wieder Milliarden in Atomkraftwerke zu investieren. Dazu kommen die alten Probleme: Der Bau dauert ewig, die Kosten sind extrem hoch und der gefährliche Müll strahlt noch ewig weiter. Die Bundesregierung bleibt deshalb beim Nein und setzt lieber weiter auf die Energiewende mit Ökostrom.

Quelle: deutschlandfunk.de.

Łukasz Biły

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