Sportlegenden: Nicht nur Miroslav Klose und Lukas Podolski, auch Laband und Herrmann waren Meister

19 Februar 2026 Sport

Die gesamte Fußballwelt kennt Miroslav Klose und Lukas Podolski. Die beiden Stürmer aus Oberschlesien erreichten in der deutschen Nationalmannschaft höchste Erfolge, darunter den WM-Titel 2014 in Brasilien. Doch ein genauerer Blick auf die Geschichte oberschlesischer Fußballtalente, die mit der deutschen Nationalmannschaft um Welt- und Europameisterschaftsmedaillen kämpften, zeigt, dass es noch viele weitere gab.

Leider sind viele von ihnen in Vergessenheit geraten, darunter Stürmer Richard Herrmann und Verteidiger Fritz Laband, die vor Jahrzehnten für die deutsche Nationalmannschaft genauso wichtig waren wie Klose und Podolski bis vor Kurzem. Daher lohnt es sich, kurz an ihre Geschichte zu erinnern. Beide spielten gemeinsam in der deutschen Nationalmannschaft, allerdings nicht lange. Richard Herrmann kam auf acht Einsätze und erzielte ein Tor, während Fritz Laband nur in vier Spielen zum Einsatz kam. Doch glücklicherweise reisten beide zur legendären Weltmeisterschaft 1954 in die Schweiz, wo Richard Herrmann sein einziges Tor für Deutschland schoss. Fritz Laband wiederum absolvierte drei der vier Länderspiele für die Nationalmannschaft bei diesem Turnier. Dies reichte beiden, um ihren WM-Triumph zu feiern. Wie sich herausstellte, mussten wir 60 Jahre auf einen solchen Erfolg für die oberschlesischen Spieler warten – bis zur bereits erwähnten Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien.

Richard Herrmann und Fritz Laband feierten ihren WM-Sieg bei der Weltmeisterschaft 1954. Wie sich herausstellte, mussten wir 60 Jahre warten, bis oberschlesische Fußballer einen ähnlichen Erfolg erringen konnten – bis zur WM 2014 in Brasilien.

Richard Herrmann wurde in Kattowitz geboren und wuchs dort auf; Kattowitz war damals bereits polnisch. Seine Familie verwendete die polonisierte Form des Nachnamens Herman. Er begann seine Fußballkarriere in Kattowitz-Domb. Während des Zweiten Weltkriegs spielte er für den 1. FC Kattowitz, der von den Deutschen reaktiviert worden war. Als Wehrmachtssoldat geriet er in Kriegsgefangenschaft. Später bestritt er 320 Spiele für den FSV Frankfurt und erzielte dabei 100 Tore. Er starb mit nur knapp 40 Jahren an den Folgen von Alkoholismus.

Fritz Laband wiederum wurde in Hindenburg (heute Zabrze) geboren, wo er für mehrere lokale Vereine spielte: Reichsbahn-SV Hindenburg, Hindenburg 09 und SC Preußen Zaborze. Nach 1945 musste er nach Deutschland ziehen, wo er schnell von Talentsuchern des Hamburger SV entdeckt wurde. Er absolvierte auch einige Einsätze für Werder Bremen. Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten musste er später als Elektriker und Fahrer arbeiten. Er starb im Alter von 56 Jahren an Kehlkopfkrebs – er war starker Raucher.

Bei der Weltmeisterschaft 1962 in Chile erreichte die Tschechoslowakei das Finale, unterlag aber dem Titelverteidiger Brasilien. Die Silbermedaille wurde dann Tomáš Pospíchal aus Bohumín (Oderberg) in Teschener Schlesien um den Hals gelegt. Der Stürmer bestritt insgesamt 28 Länderspiele und erzielte dabei acht Tore. Er spielte für Baník Ostrava, Sparta Prag und sogar für den französischen Verein FC Rouen. Später wurde er Fußballtrainer.

Krzysztof Świerc

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