In einer ihrer jüngsten Online-Ausgaben schlägt die Tageszeitung „Bild“ Alarm: Polen plant eine 18 Hektar große Öl-Förderinsel vor der Küste von Usedom. Die deutsche Zeitung berichtet über Befürchtungen im Zusammenhang mit den Plänen, auf polnischer Seite, rund sechs Kilometer vor der Küste, eine gigantische Anlage zur Erdölförderung zu errichten.
Die Journalisten von „Bild“ sind nach eigenen Angaben an Dokumente der kanadischen Ölfirma CEP gelangt, die künftig vor der polnischen Küste 8.200 Tonnen Erdöl pro Tag fördern will. Dem Unternehmen zufolge enthält die unter dem Meeresboden verborgene Lagerstätte etwa 21 Millionen Tonnen Erdöl. Die Förderung könnte über Jahre hinweg bis zu fünf Prozent des jährlichen Erdölbedarfs Polens decken. Mehr noch – dort wurde auch Erdgas entdeckt.
Die Bürgermeisterin von Heringsdorf, Laura Isabelle Marisken, äußerte sich gegenüber der „Bild“-Zeitung sehr kritisch zu den polnischen Förderplänen.
Große Besorgnis
Doch laut „Bild“ sorgt das Megaprojekt „Wolin East“, das den Bau einer riesigen Anlage in der Ostsee vorsieht, in Deutschland für Besorgnis, da die Investition auch Auswirkungen auf die deutsche Seite haben könnte. Daher wurden die Behörden des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern sowie die Gemeinde Heringsdorf auf Usedom um Stellungnahme gebeten. Laut „Bild“ stehen die Behörden des Landes dem Projekt kritisch gegenüber, und auf der Insel wird Alarm geschlagen. Die Bürgermeisterin von Heringsdorf, Laura Isabelle Marisken, äußerte sich gegenüber der „Bild“-Zeitung sehr kritisch zu den polnischen Förderplänen.

Naturpark Insel Usedom.
Foto: Radosław Drożdżewski/Wikipedia
Gefahr für das Ökosystem
Laura Isabelle Marisken betonte, dass sie sich große Sorgen um das Ökosystem und den Lebensraum Ostsee mache. Sie warnte auch, dass es im Falle eines Unfalls zu katastrophalen Folgen für die gesamte Ostsee kommen könnte. Natürlich sorgt sie sich auch um Usedom als einen der beliebtesten Urlaubsorte an der deutschen Küste. „Bild“ erinnert daran, dass jedes Jahr mehr als eine Million Touristen nach Usedom kommen. Auch Umweltschützer schlagen Alarm. Die Deutsche Umwelthilfe forderte die Bundesregierung auf, Polen von dem Bohrprojekt abzubringen.