Kuraufenthalte galten früher als Teil des guten Tons und wurden vor allem von wohlhabenden Menschen gepflegt. Die Mitglieder der Gesellschaft der Deutschen Minderheit in Rastenburg gehören zwar nicht gerade zu den Reichen, haben sich aber kürzlich ein wenig Luxus gegönnt.
Am Wochenende vom 2. bis 4. Oktober unternahm eine Gruppe von acht Personen einen Ausflug nach Ciechocinek, einem der bekanntesten polnischen Kurorte. Dort befinden sich Gradierwerke mit einer Gesamtlänge von ca. 1750 m. Es handelt sich um die größte Holzkonstruktion dieser Art in Europa. Warum gerade dorthin?

Rastenburger unter einem der längsten Gradierwerke Europas.
Foto: Lech Kryszałowicz
– Wir wollten sehen, wie ein echter Kurort aussieht und was die Menschen dort tun, und Ciechocinek liegt am nächsten – erklärt Zofia Lachowska, die Vorsitzende der Gesellschaft.
Und was haben die Rastenburger dort gemacht?
Wir spazierten durch einen wunderschönen Park, in dem es viele Springbrunnen und Pfauen gibt. Unter den Gradierwerken sitzend, atmeten wir die mit Jod, Natrium, Chlor und Brom angereicherte Luft ein, die heilende und beruhigende Eigenschaften hat. Wir ließen uns massieren, also taten wir das, was alle Kurgäste machen. Das Wetter spielte mit. Es war sehr angenehm, und wir wollten gar nicht mehr abreisen – versichert die Vorsitzende.

Der Kurpark ist voller reizvoller Orte.
Foto: Lech Kryszałowicz
Alle fanden den Kurort wunderschön, wiesen jedoch gleichzeitig darauf hin, dass sich unter den Kurgästen fast ausschließlich ältere Menschen befanden.
Die Reise der Einwohner von Rastenburg nach Ciechocinek wurde teilweise vom Verband der deutschen sozial-kulturellen Gesellschaften in Polen finanziell unterstützt.