Die Wohltätigkeitsgesellschaft der Deutschen in Schlesien unterstützt mit 43 Zweigstellen bedürftige Menschen in ganz Polen, vor allem Senioren. Paul Ryborz gehört der Gesellschaft seit dem Jahr 2000 an und ist in der Zweigstelle Nr. 12 in Czissek aktiv. In diesem Jahr wurde er, wie viele weitere Mitglieder, für sein langjähriges ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet. Kurz darauf wurde er nach dem Tod des bisherigen Vorsitzenden Henryk Steinhoff zum neuen Vorsitzenden des Vorstandes gewählt. Mit ihm sprach Manuela Leibig über seine Wahl und seine Pläne.
Sie wurden als neuer Vorsitzender bei einer Vorstandssitzung vorgeschlagen. War das eine Überraschung?
Nach dem plötzlichen Tod des bisherigen Vorsitzenden Henryk Steinhoff mussten wir überlegen, wie es weitergeht. Wir haben im Vorstand schon über mehrere Möglichkeiten gesprochen. Zuerst wurde Frau Edyta Gola vorgeschlagen, meiner Meinung nach eine sehr gute Kandidatin. Sie wollte aber nicht, und so wurde ich vorgeschlagen.
„Man soll auch auf andere Menschen schauen und ihnen helfen. Ich war nie ein Egoist und hoffe, dass es so bleibt.“
– Paul Ryborz
Ist das eine Lösung auf Dauer?
Vorläufig, bis zur nächsten Jahreswahlversammlung 2026. Dann können wir überlegen, wer es künftig übernimmt. Vielleicht finden sich noch bessere oder aktivere Personen, die sich engagieren möchten. Der Vorstand hat derzeit acht Mitglieder, vorher waren es neun. Eine Ergänzung wäre wünschenswert, aber wir haben dafür noch Zeit.

Laufende Besprechungen: Mitglieder des Vorstandes der Wohltätigkeitsgesellschaft bei der Sitzung im Oktober.
Foto: Mika Ballhausen
Was gehört zu den Aufgaben des Vorsitzenden?
Zum Glück haben wir mit Frau Agata Baron eine sehr starke Büroleiterin, die das meiste organisiert. Der Vorsitzende vertritt den Vorstand nach außen: bei Gesprächen mit anderen Organisationen der deutschen Minderheit, bei Jahresversammlungen wie der des Verbandes der deutschen sozial-kulturellen Gesellschaften in Polen und gegenüber der Selbstverwaltung. Dazu kommen Formalitäten.
Wie wichtig ist Zusammenarbeit?
Sehr wichtig. Wir brauchen eine starke Vertretung und eine gute Zusammenarbeit, nicht nur mit den Organisationen der deutschen Minderheit, sondern auch mit den lokalen Selbstverwaltungen. Wir haben auch eine gute Zusammenarbeit mit der „Bank Żywności“.
Wie sieht ein Jahr in der Wohltätigkeitsgesellschaft aus?
Am Anfang steht die Planung für das kommende Jahr. Dazu gehören die Annahme des Finanzplans und der Bericht darüber, was wir unter anderem vom Bundesministerium des Innern erhalten haben. Wir besprechen auch, ob es weitere Möglichkeiten gibt. Am Ende steht der Tätigkeitsbericht, den der Vorstand bei der Jahresversammlung vorlegt.

Laufende Besprechungen im Vorstand: Paul Ryborz (Vierter von links) leitete im Oktober eine der ersten Sitzungen als Vorsitzender der Wohltätigkeitsgesellschaft.
Foto: Manuela Leibig
Sie sind seit dem Jahr 2000 dabei. Wie sind Sie zur Gesellschaft gekommen?
Ich bin seit 2000 Mitglied und war ziemlich schnell im Vorstand der Zweigstelle. Wir haben uns bei uns in Czissek stark engagiert. Die Zweigstelle Nr. 12 war schon kurz nach der Gründung der Gesellschaft aktiv. So habe ich die Arbeit gut kennengelernt.
Was treibt Sie an?
Man soll auch auf andere Menschen schauen und ihnen helfen. Ich war nie ein Egoist und hoffe, dass es so bleibt. Alles, was wir tun, ist ehrenamtliche Arbeit, ohne Übertreibung. Das Ehrenamt spielt für mich eine große Rolle, nicht nur in der Wohltätigkeitsgesellschaft.