Beim vierten und letzten Kreiskonzert der Deutschen Minderheit in diesem Jahr wurde das Kulturzentrum in Gogolin zum Treffpunkt für Musikfreunde aus der Region. Mit bekannten deutschen Liedern, Volkstänzen und einem Finale zum Mitsingen und Tanzen zeigte der Abend, wie lebendig das deutsche Kulturerbe in Oberschlesien ist.
Wenn das Publikum nicht mehr nur zuhört, sondern selbst mitsingt und tanzt, wird aus einem Konzert ein gemeinsames Erlebnis. Genau das gelang beim Kreiskonzert der Deutschen Minderheit in Gogolin: Klaus Markus, der Stargast des Abends, animierte die Besucher zum Mitmachen und sorgte für einen stimmungsvollen Abschluss der diesjährigen Konzertreihe.
„Das Konzert zeigt, dass unsere Kultur weiterhin lebendig ist und Unterstützung verdient, denn sie ist Teil unserer lokalen Identität.“
Anna Koschny
Die Veranstaltung im Gogoliner Kulturzentrum verband unterschiedliche musikalische Stilrichtungen mit regionaler Tradition. Zugleich bot sie Künstlern aus der Umgebung eine Bühne und brachte Menschen zusammen, für die die deutsche Sprache und Kultur ein Teil ihrer Lebenswelt sind.

Die Ligockie Wrzosy präsentierten polnische und deutsche Lieder.
Foto: SKGD
Bekannte Melodien und oberschlesische Tanztradition
Zu Beginn begrüßten die Veranstalter das Publikum. Unter den Rednern waren Ryszard Galla, Berater des Sejmmarschalls für nationale und ethnische Minderheiten sowie stellvertretender Vorsitzender des Vorstands der Sozial-Kulturellen Gesellschaft der Deutschen im Oppelner Schlesien (SKGD), und Krzysztof Reinert, Bürgermeister von Gogolin.
Das anschließende Programm spiegelte die musikalische Vielfalt der Region wider. Die Ligockie Wrzosy verbanden polnische mit deutschen Liedern. Neben der bekannten Melodie „Poszła Karolinka do Gogolina“ erklangen „Schwarze Madonna“ und „Das Lied, das die Mutter immer sang“.
Mit dem Tanzensemble Silesia kam Bewegung auf die Bühne. Die Tänzer präsentierten Polkas, darunter „Tirolerpolka“, „Schwedenpolka“ und „Lajkonikpolka“. Damit erhielt auch die traditionelle Tanzmusik ihren Platz im Programm.
Andreas Drescher setzte auf bekannte deutschsprachige Titel. Zu seinem Repertoire gehörten „Verdammt, ich lieb’ dich“, „Nur ein Wort“ und „Herz über Kopf“. Für Blasmusik sorgte die Oder Blass Band mit Konzertmärschen und Polkas.

Musik und Tanz prägten das Programm des Abends.
Foto: SKGD
Klaus Markus bringt das Publikum in Bewegung
Den Höhepunkt bildete der Auftritt von Klaus Markus. Er lud die Gäste nicht nur zum Zuhören, sondern ausdrücklich zum Mitsingen und Tanzen ein. So wurde das Publikum selbst Teil des musikalischen Geschehens.
Solche Begegnungen sind für die Kulturarbeit der Deutschen Minderheit von besonderer Bedeutung: Tradition wird nicht allein auf der Bühne präsentiert, sondern gemeinsam erlebt. Dabei kommen unterschiedliche Generationen miteinander ins Gespräch, und vertraute Lieder schaffen Verbindungen zwischen Menschen und Erinnerungen.

Klaus Markus lud die Gäste zum Mitsingen und Tanzen ein.
Foto: SKGD
„Dieses Konzert ist für uns viel mehr als nur Auftritte auf der Bühne. In Gogolin kamen Generationen zusammen, die seit Jahren die Tradition der Deutschen Minderheit pflegen. Das zeigt, dass diese Kultur weiterhin lebendig ist und Unterstützung verdient, denn sie ist Teil unserer lokalen Identität“, sagte Anna Koschny, Projektkoordinatorin.
Eine Konzertreihe als Treffpunkt der Gemeinschaft
Organisiert wurde das Konzert von der Sozial-Kulturellen Gesellschaft der Deutschen im Oppelner Schlesien. Zu den Partnern gehörten die Stadtverwaltung Gogolin, das Kulturzentrum Gogolin und der Deutsche Freundschaftskreis (DFK) Gogolin. Durch das Programm führte Julia Chrobok.

Künstler aus der Region gestalteten das Konzert mit.
Foto: SKGD
Finanziert wurde das Projekt aus Mitteln des polnischen Ministeriums für Inneres und Verwaltung sowie des deutschen Bundesministeriums des Innern. Die Mittel wurden über den Verband der deutschen sozial-kulturellen Gesellschaften in Polen (VdG) bereitgestellt.
Mit dem Konzert in Gogolin ging die diesjährige Reihe der Kreiskonzerte zu Ende. Sie bot regionalen Künstlern eine Bühne und machte zugleich sichtbar, dass deutsche Musik und Traditionen weiterhin zum kulturellen Leben Oberschlesiens gehören – nicht nur als Erinnerung an die Vergangenheit, sondern als gelebter Teil der Gegenwart.