Seit April vergangenen Jahres gibt es die Wochenzeitung Wochenblatt.pl nicht mehr. Wir sind zu einem Online-Portal und zu einem monatlich erscheinenden Printmagazin geworden – dem Neuen Wochenblatt.pl. Kurz gesagt: Ein Jahr ist seit der größten Revolution in der Geschichte der Medien der deutschen Minderheit vergangen
Mir ist bewusst, dass man in einem Jahr nicht alle Probleme lösen kann, mit denen man zuvor zu tun hatte. Ebenso wenig lässt sich ein so mächtiger und komplexer Mechanismus wie unsere Medien innerhalb kurzer Zeit zur Perfektion bringen. Dennoch ist das, was im vergangenen Jahr geschehen ist, meiner Meinung nach – und nicht nur meiner – sehr gut! Wir haben eine enorme Veränderung zum Positiven vollzogen. Wir haben bewiesen, dass wir Menschen interessieren, inspirieren und erneut für unsere Inhalte begeistern können. Die Leserinnen und Leser greifen gern zu unseren neuen gedruckten Ausgaben und besuchen häufiger unsere Internetseite, was übrigens auch die Statistiken zeigen. Aber … das bedeutet nicht, dass wir den Höhepunkt unseres Potenzials bereits erreicht haben. Wir müssen weiterhin lernen, uns entwickeln und Fortschritte machen. Wir müssen nach wie vor analysieren, warum ein Artikel mehr Resonanz findet und ein anderer weniger.
Anlässlich des ersten Jahrestages dieser gelungenen Revolution lohnt es sich, an eine Aussage des VdG-Vorsitzenden Rafał Bartek zu erinnern. Er betont häufig, dass wir dank unseres neuen Medienansatzes zu Gestaltern dessen geworden sind, was in Zukunft geschehen wird. Und das – so sagte er selbst – sei das Wichtigste. Der Vorsitzende des VdG erklärte auch, dass er früher befürchtet habe, wir könnten dazu verurteilt sein, nur noch das zu verteidigen, was übriggeblieben ist. In der neuen Realität wisse er jedoch, dass wir den Ton für das angeben, was noch geschehen kann. Natürlich dürfen wir nicht der Selbstzufriedenheit verfallen. Es bleibt ein Prozess, und wir müssen weiterhin beobachten, was auf dem Medienmarkt geschieht. Dennoch ist es eine Tatsache, dass wir innerhalb von nur zwölf Monaten eine erfolgreiche, tiefgreifende Revolution vollzogen haben. Gleichzeitig haben wir uns sehr gute Perspektiven für die Zukunft erarbeitet.

Neues Wochenblatt.pl
Foto: Jonas Goddek
Sagen wir: für ein weiteres Jahr, in dem eine sehr große Herausforderung für unsere Medien die Gewinnung neuer Leser sein wird. Dass wir ein neues, hervorragendes Produkt haben, steht außer Zweifel. Dass wir in unserer bisherigen Arbeit gute, ja sogar sehr gute Beiträge hatten und haben, ist ebenfalls eine Tatsache. Aber ebenso bleibt eine Tatsache, dass der Kreis unserer Leser noch größer sein kann – und sogar größer sein sollte. Zumal wir weiterhin über ein enormes Potenzial verfügen, das noch „freigesetzt“ werden kann. Das bedeutet, dass wir den nächsten Schritt machen und uns unter anderem mit Fragen beschäftigen müssen wie: Was können wir tun, damit mehr Menschen unsere Artikel lesen möchten? Was müssen wir tun, damit ein Beitrag mehr Menschen erreicht?
Und jetzt freuen wir uns über das, was wir von März 2025 bis März 2026 erreicht haben. Feiern wir – es gibt einen Grund dazu, und es gibt vieles, worüber man sich freuen kann!
Wir müssen auch dafür sorgen, dass unter unseren Online-Artikeln noch mehr Diskussionen entstehen. Selbst wenn es kritische Diskussionen sind – sie zeigen, dass Interesse vorhanden ist, dass es Leser gibt. Vielleicht müssen wir solche Diskussionen sogar häufiger anstoßen oder provozieren? Wir sollten auch öfter zum Nachdenken anregen und mutigere, vielleicht sogar unpopuläre Thesen aufstellen, denn die Diskussion unter einer Veröffentlichung ist manchmal ebenso wichtig wie der Artikel selbst. Ich bin überzeugt, dass wir nach weiteren zwölf Monaten sagen können werden, dass uns auch das gelungen ist, und wir uns neue Ziele setzen können. Und jetzt freuen wir uns über das, was wir von März 2025 bis März 2026 erreicht haben. Feiern wir – es gibt einen Grund dazu, und es gibt vieles, worüber man sich freuen kann!