Wort zum Sonntag von Bischofsvikar Dr. Peter Tarlinski

8 März 2026 Kirche

 

Sonntag der Fastenzeit – A
Lesung: Ex 17,3–7
Lesung: Röm 5,1–2.5–8
Evangelium: Joh 4,5–42

Der Friede in der Welt braucht Gott und die Menschen

Kaum zu glauben: Statt Frieden eskalieren militärische Auseinandersetzungen in aller Welt. Der von Russland ausgelöste Krieg in der Ukraine, der bewaffnete Konflikt im Nahen Osten zwischen Israel und den USA einerseits und dem Iran andererseits, die militärische und humanitäre Krise im Gazastreifen zwischen Israel und Palästina (Hamas), Bürgerkriege und Kämpfe um politischen und wirtschaftlichen Einfluss im Sudan, in Myanmar (Birma), in der Demokratischen Republik Kongo, im Jemen, in Äthiopien, Mosambik, Mali, Burkina Faso und Nigeria, in Somalia, Kolumbien, auf den Philippinen und an vielen anderen Orten der Welt dauern an.

Die internationale Lage wirft oft gängige, immer wiederkehrende und wenig durchdachte Fragen auf: Wo ist Gott? Warum greift er nicht ein? Warum müssen unschuldige Menschen sterben?

Werfen wir einen Blick auf die Lesungen für den 3. Fastensonntag, die in der Liturgie der katholischen Kirche vorgesehen sind, um dort Hinweise in Richtung Frieden entgegenzunehmen.

1. „Ist der Herr in unserer Mitte oder nicht?“

Das auserwählte Volk Gottes – also Israel – wanderte aus der ägyptischen Knechtschaft durch die Wüste ins Gelobte Land. Es fehlte an Wasser. Das Volk lehnte sich gegen Mose im Lager Refidim auf, das zwischen der Wüste Sin und der Wüste Sinai lag.

In dieser Krisensituation stellten die Menschen Fragen wie: „Ist der Herr wirklich unter uns oder nicht?“ Dies ist Ausdruck des Zweifels an der Gegenwart Gottes und an seiner Fürsorge für das Leben und die Sicherheit des Volkes.

Gott antwortete zweimal auf diese Bedenken. Zuerst ließ er durch das Mitwirken von Mose, der mit seinem Stab auf den Felsen schlug, Wasser fließen, um den Durst der Menschen und Tiere zu stillen. Und dann, als die Amalekiter die Israeliten in Refidim angriffen, unterstützte Gott Josua und die Männer, die mit ihm kämpften, sodass sie vor Sonnenuntergang den Feind besiegten. Während des Kampfes betete Mose für die Israeliten, wobei er seine Hände bis zum endgültigen Sieg erhoben hielt.

Die alttestamentliche Perspektive zeigt, dass man Frieden schaffen und verteidigen muss, um sozialen und internationalen Frieden zu erreichen. Der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs „wird sein Volk mit Frieden segnen” (Ps 29,11), „der Herr ist der Friede” (Jahwe-Schalom; Ri 6,24).

Der älteste Segen in der Bibel ist der, den Gott durch Mose an Aaron weitergab:
„Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr wende sein Angesicht dir zu und schenke dir Frieden.” (Num 6,24–26)

2. Der Friede mit Gott – als Grundlage des Friedens unter den Menschen

Die zweite Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Rom bringt den Satz:

„Gerecht gemacht aus Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch Jesus Christus, unseren Herrn.“

Jesus Christus hat uns, die mit Sünde Belasteten, aus Liebe befreit. Das hat er uns durch seinen Tod am Kreuz geschenkt. Jeder Mensch, der an Christus glaubt, wird von der Schuld freigesprochen und kann seitdem leben, als wäre er vollkommen gerecht.

Das ist eine Gabe, die Gott uns geschenkt hat, weil er uns liebt. Damit diese Gabe in uns und für unser Umfeld fruchtbar wird, haben wir den Heiligen Geist geschenkt erhalten. Mit ihm wurde die Liebe Gottes in unsere Herzen ausgegossen. Somit haben wir die Fähigkeit, die Früchte des Heiligen Geistes zu bringen, zu denen auch der Friede gehört (Ga 5,22).

Im Brief an die Epheser wurden die Christen aufgerufen:
„Ertragt einander in Liebe und bemüht euch, die Einheit des Geistes zu wahren durch das Band des Friedens!“ (Eph 4,2–3).

Der Geist Gottes führt zum Leben und zum Frieden (Röm 8,6). Und der Brief an die Römer (15,33) bringt auch diesen Satz:
„Der Gott des Friedens aber sei mit euch allen! Amen.“

Ohne das Fundament, das Gott und seine Lebensgrundsätze bilden, werden wir keinen dauerhaften Frieden untereinander schaffen können.

3. Christus ist wirklich der Retter der Welt

Eine Begegnung Jesu mit einer Frau am Jakobsbrunnen bei Sychar in Samarien schenkt uns einige Einsichten in den Sinn des Lebens Jesu Christi.

Aus einer einfachen Bitte um Wasser an die Samariterin entwickelt sich ein Gespräch, in dem Jesus offenbart, wer er ist. Die zentrale Erkenntnis lautet: Jesus ist der Messias, auf den die Juden wie auch die Samariter warteten.

Er ist es, der alles, was im Leben wesentlich ist, verkünden und mitteilen wird. Jesus verspricht den Menschen ein lebendiges Wasser zu geben, das in jedem und in jeder zu einer Quelle wird. Aus ihr wird das Wasser ins ewige Leben fließen. Die Quelle des lebendigen Wassers im Menschen ist der Heilige Geist.

Jesus überwindet Spaltungen zwischen den Völkern und zwischen Frauen und Männern. Die Juden unterhielten keine Beziehungen zu den Samaritern, und ein jüdischer Rabbi durfte nicht öffentlich mit fremden Frauen sprechen.

Jesus weist eindeutig darauf hin, dass die wahre Verehrung Gottes, der Glaube an ihn und die Hinwendung zu ihm eine Angelegenheit des Herzens sind. Nicht die Gebets- und Opferstätten – wie der Berg Garizim oder Jerusalem – werden zum Mittelpunkt des geistlichen Lebens, sondern die spirituelle Verbundenheit mit Gott.

Schließlich endet die Begegnung am Jakobsbrunnen mit dem Satz der versammelten Samariter:
„Er ist wirklich der Retter der Welt.“

Der ersehnte Friede hat seinen Ursprung in Christus und wird von Menschen verwirklicht, die vom Geist Gottes beseelt sind.

4. Der Friede hat ein spirituelles Antlitz

In Anbetracht der biblischen Denkweise liegt es nahe: Der Friede kommt von Gott durch seinen Geist und durch die Menschen, die sich nach ihm richten.

Der Friede hat kein militärisches Gesicht, sondern ein spirituelles Antlitz. Jesus erklärt der Samariterin:

„Gott ist Geist, und alle, die ihn anbeten, müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten.“

Ohne Wahrheit und ohne spirituelle Empfindsamkeit bleiben die Kriege bestehen. Ihrer Ursache ging der Verfasser des Jakobusbriefes nach und fragte:

„Woher kommen Kriege bei euch, woher Streitigkeiten? Etwa nicht von den Leidenschaften, die in euren Gliedern streiten? Ihr begehrt und erhaltet doch nichts. Ihr mordet und seid eifersüchtig und könnt dennoch nichts erreichen. Ihr streitet und führt Krieg. Ihr erhaltet nichts, weil ihr nicht bittet. Ihr bittet und empfangt doch nichts, weil ihr in böser Absicht bittet, um es in euren Leidenschaften zu verschwenden“ (Jak 4,1–3).

Die Rettung und der Friede kommen aus dem Geist Gottes. Sich darauf einzustellen, aus der Kraft und Wahrheit des Heiligen Geistes zu leben, hat Zukunft – besonders in schwierigen

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