Stadionpolitik in Königshütte

3 März 2026 Kolumne , Politik

Karussell der Versprechen

Seit den letzten Kommunalwahlen dreht sich in Königshütte das Karussell der Positionen. Nachdem der Stadtrat den Entwurf des Haushaltsplans für 2026 abgelehnt hatte, herrschte in der Stadt eine Atmosphäre der Unsicherheit. Die Tatsache, dass der Haushalt mit den Stimmen der PiS-Ratsmitglieder abgelehnt wurde, verleiht der Sache zusätzliche Würze. Nach einem Monat stimmten die Ratsmitglieder – nach reiflicher Überlegung – in einer außerordentlichen Sitzung des Stadtrats für den Haushaltsentwurf. Angeblich im Austausch für das Amt des stellvertretenden Stadtpräsidenten.

Und hier die Überraschung: Königshütte hat nun einen neuen stellvertretenden Stadtpräsidenten, natürlich von der PiS.

Hintergrund des ganzen Haushaltsstreits ist das im Wahlkampf versprochene neue Stadion für den Verein Ruch – als Gegenleistung für die Stimmen der Fans.

Auch der vorherige Stadtpräsident hatte in seinem Wahlkampf den Schwerpunkt auf das Versprechen gelegt, ein Stadion zu bauen. Foto: Wikimedia Commons

Dieses Stadion ist mittlerweile ein fester Bestandteil des Wahlprogramms. Auch der vorherige Stadtpräsident hatte in seinem Wahlkampf den Schwerpunkt auf das Versprechen gelegt, ein Stadion zu bauen – ein Versprechen, das nicht eingehalten wurde. Schon damals wiesen die Gegner dieses Projekts darauf hin, dass es in der Stadt bereits eine große Fußballanlage gibt – das Schlesische Stadion. Sie schlugen vor, die Ligaspiele in dieser Anlage auszutragen.

In der Zwischenzeit kam es zu Ereignissen, die es praktisch unmöglich machten, Spiele im Stadion an der ul. Cicha 6 auszutragen. Die sogenannten „Kerzen”, also die Stadionbeleuchtung, die aufgrund von Korrosion eine Gefahr für die bauliche Stabilität darstellte, wurden entfernt. Vor kurzem wurde auch die historische überdachte Tribüne abgerissen.

Das Stadion von Ruch Königshütte existiert praktisch nicht mehr

Als ob das noch nicht genug wäre, wurde im Juni letzten Jahres in Königshütte die Nationalstraße im Bereich des städtischen Marktplatzes – die sogenannte Hochstraße – gesperrt. Diese Straße war praktisch seit jeher die Hauptverkehrsader, die Hindenburg und Beuthen mit Kattowitz verband. Die Wiederherstellung der Durchgängigkeit der Stadt in diesem Bereich wird über viele Jahre hinweg hohe finanzielle Aufwendungen mit sich bringen – Geld, das im Haushalt von Königshütte fehlt.

Dies führt auch dazu, dass sich die Vision eines neuen Stadions für den mehrfachen Fußballmeister des Landes in weite Ferne rückt, was sich wiederum auf die Finanzplanung des Projekts auswirkt.

Stadion von Ruch Chorzów an der ul. Cicha 6. Foto: Wikipedia

Ohne Rücksicht auf diese Probleme hat die städtische Gesellschaft AMD Königshütte einen mehrstufigen Wettbewerb für den Bau der neuen Anlage ausgeschrieben.

Nun folgt eine Phase des Wartens auf Angebote

In der ersten Phase sollen eine neue Tribüne, Parkplätze, Beleuchtung und ein Vereinsgebäude gebaut werden. In den folgenden Phasen sollen weitere Objekte entstehen. Das gesamte Projekt soll bis 2033-2034 abgeschlossen sein.

Dieses Stadion ist mittlerweile ein fester Bestandteil des Wahlprogramms. Auch der vorherige Stadtpräsident hatte in seinem Wahlkampf den Schwerpunkt auf das Versprechen gelegt, ein Stadion zu bauen – ein Versprechen, das nicht eingehalten wurde.

Sind dies realistische Termine oder eher optimistische Pläne, die von der Realität verifiziert werden?

Wie viel wird diese Investition kosten? Einige sprechen von 400 Millionen Zloty. Durch die sich verlängernde Bauzeit können sich die finanziellen Pläne erheblich erhöhen.

Die Frage ist, ob sich die Stadt dies angesichts ihrer finanziellen Lage leisten kann.

Die Geschichte des Vereins schließt sich. Dieser wurde 1920 ohne eigenes Stadion gegründet. Nach über 100 Jahren hat er wieder keines.

Wird dies lange so bleiben?

Eugeniusz Nagel


Ergänzend zum Bericht von Eugen Nagel lesen Sie hier die Analyse von Krzysztof Świerc.

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