Sprache, Jugend, Dialog: Wie das Haus der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit 2026 gestalten will

24 Februar 2026 Kultur , Kultur/Bildung

Das Haus der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit blickt auf ein arbeitsreiches Jahr zurück und richtet den Fokus zugleich auf ein besonderes Jubiläum. Generaldirektor Lucjan Dzumla zieht Bilanz für 2025 und skizziert die Vorhaben für das kommende Jahr.

Rückblick auf ein intensives Jahr

„Das Jahr 2025 war sehr intensiv und sicher nicht einfach, weil wir eine Vielzahl an Projekten realisiert haben“, sagt Dzumla. Trotz der hohen Arbeitsdichte falle sein Fazit positiv aus: „Es war ein gutes und erfolgreiches Jahr. Viele Veranstaltungen und Projekte sind uns gelungen.“ Besonders hebt er zwei große Konferenzen zum Jahresende hervor, darunter das Schlesien-Seminar, das erneut auf großes Interesse gestoßen sei. Auch die Mitwirkung am Kongress der Minderheiten bezeichnet er als bedeutend, „eine äußerst wichtige Veranstaltung, auch auf europäischer Ebene“.

Projekte für Jugendliche stehen beim HDPZ auch dieses Jahr ein Fokus.
Foto: HDPZ

Bereits der Jahresauftakt 2025 setzte ein sichtbares Zeichen. „Begonnen haben wir das Jahr im polnischen Sejm mit einer Ausstellung zu nationalen und ethnischen Minderheiten“, so Dzumla. Hinzu kamen zahlreiche Jugend- und Sprachprojekte. „Ich denke, es war für viele Zielgruppen etwas dabei, und wir haben sehr viele Menschen erreicht, mit durchweg positiver Resonanz.“

2026 als Jahr der guten Nachbarschaft

Für 2026 setzt das Haus auf Kontinuität und einen besonderen thematischen Akzent. „Im Mittelpunkt stehen weiterhin unsere bewährten Kernthemen: Sprache, insbesondere die deutsche Sprache, Jugendarbeit sowie Kultur und regionale Geschichte“, erklärt der Generaldirektor. Zugleich rückt ein historisches Datum in den Vordergrund: das Jubiläum des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrags (35 Jahre).

Für 2026 setzt das Haus auf Kontinuität und einen besonderen thematischen Akzent. „Im Mittelpunkt stehen weiterhin unsere bewährten Kernthemen: Sprache, insbesondere die deutsche Sprache, Jugendarbeit sowie Kultur und regionale Geschichte“, erklärt der Generaldirektor. Zugleich rückt ein historisches Datum in den Vordergrund: das Jubiläum des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrags (35 Jahre).

Intern habe man das kommende Jahr als „Jahr der guten Nachbarschaft“ ausgerufen. Ziel sei es, das Jubiläum über viele Formate hinweg sichtbar zu machen. Den zentralen Höhepunkt bildet das Schlesien-Seminar Ende Oktober. Dort will das HDPZ nicht nur auf die vergangenen 35 Jahre zurückblicken, sondern vor allem die aktuelle Lage der deutsch-polnischen Beziehungen und ihre Perspektiven diskutieren.

Lucjan Dzumla.
Foto: privat

Begleitend sind neue mediale und kulturelle Projekte geplant. Gemeinsam mit Studierenden der Universität Oppeln entsteht eine Podcast-Reihe zum Nachbarschaftsvertrag, zudem ist eine Debatte Anfang Juni vorgesehen. Auch kulturelle Begegnungen spielen eine Rolle: ein deutsch-polnischer Jazz-Workshop mit Konzert, das inzwischen traditionelle Straßenfest sowie eine Wanderausstellung, die die Entwicklung der Beziehungen der letzten 35 Jahre nachzeichnet. „Ausdrücklich auch aus der Perspektive der deutschen Minderheit“, wie Dzumla hervorhebt.

Gerade aus dieser Perspektive bewertet er das Jubiläum als „sehr positiv“. Der Nachbarschaftsvertrag habe die deutsche Minderheit explizit benannt und damit eine wesentliche Grundlage für die Entwicklung ihrer Organisationen geschaffen. „Wer sich die Situation vor 35 Jahren vor Augen führt, erkennt die enorme Veränderung“, sagt Dzumla. Die Beziehungen hätten sich seit der Wende „in vielfacher Hinsicht positiv entwickelt, wirtschaftlich, gesellschaftlich und kulturell“. Trotz bestehender Meinungsunterschiede sei das Gesamtbild eindeutig: Die vergangenen 35 Jahre waren eine klar positive Entwicklung.

Jugend und Sprache als tragende Säulen

Ein zentrales Standbein der Arbeit des Hauses bleibt die Jugendarbeit. 2026 steht die 10. Edition des ELOM-Programms, der Gruppenleiterschulung, an. „Zehn Jahre ELOM bedeuten fast 200 Jugendliche, die diese Ausbildung bereits durchlaufen haben“, berichtet der Generaldirektor. Man hoffe auf ein großes Wiedersehen der Absolventinnen und Absolventen. Gleichzeitig entstehen neue Formate wie ein Ideenlabor für Jugendliche, ergänzt durch Musikprojekte, darunter eine klassische Musikwoche in Lubowitz und ein Jazz-Workshop in Oppeln. Auch das Stipendienprogramm wird fortgesetzt.

Jugendgipfel des Weimarer Dreiecks.
Foto: HDPZ

Im Sprachbereich setzt das Haus auf die Projekte „Bilingua“ und „Lernraum“. Während „Bilingua“ vor allem Schülerinnen und Schüler sowie Eltern und Lehrkräfte anspricht, liegt der Fokus bei „Lernraum“ auf Sprachkursen online und in Präsenz sowie auf Vorträgen zu regional bedeutsamen Themen aus Geschichte und Kultur.

Nicht zuletzt bleibt die internationale Zusammenarbeit ein wichtiges Feld. „Fest eingeplant ist erneut ein Poetry-Slam-Format“, kündigt Dzumla an. Partner aus Deutschland, Tschechien und möglicherweise der Ukraine sollen eingebunden werden. Darüber hinaus wird ein Projekt zur Jugendarbeit den Austausch mit Organisationen der deutschen Minderheit in Rumänien und Serbien stärken.

Für Dzumla steht fest: Grenzüberschreitende Begegnungen, Sprache und Jugendarbeit bleiben die tragenden Säulen der Arbeit. Oder, wie er es selbst formuliert: „Grenzüberschreitende Zusammenarbeit bleibt ein wesentlicher Bestandteil unserer Arbeit.“

Andrea Polanski

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