Letzte Versammlung in Hohenstein – Die Friedhöfe bleiben erhalten

5 März 2026

Es ist das Ende: Die Emil-von-Behring-Gesellschaft zur Pflege deutschen Kulturguts hört auf zu existieren. Dieser Beschluss wurde von den 14 Mitgliedern in der Generalversammlung am 28. Februar einstimmig gefasst. Warum haben sie ihre Organisation aufgelöst?
Der Grund ist derselbe wie bei anderen deutschen Vereinen in unserer Region, die aufgelöst wurden: Niemand war bereit, den Vorsitz zu übernehmen.

„Ich kann unseren Verein aus Zeitmangel nicht mehr leiten. Ich arbeite im Baugewerbe, und das lässt mir keine Zeit für anderes. Ich dachte, ich könnte es irgendwie schaffen, aber ich sehe, dass ich mir die Zeit nicht nehmen kann. Es tut mir leid, aber ich kann meine Arbeit nicht für ehrenamtliche Tätigkeiten opfern, da ich davon nicht leben kann“, erklärt Jacek Cieśla, der letzte Vorsitzende der Behring-Gesellschaft.

Das Vereinsvermögen will man nun dem Blutspendezentrum in Gilgenau spenden, das von einem der Vereinsmitglieder geleitet wird. Und was wird aus den Mitgliedern? Sie können sich deutschen Vereinen in Allenstein oder Osterode anschließen.

„Ich bedauere die Auflösung des Vereins in Hohenstein. Ich habe sie eindringlich gebeten, dies nicht zu tun, aber ein Verein ohne Führung kann nicht bestehen. Wir werden sie unter unsere Fittiche nehmen, wenn sie sich an uns wenden. Hohenstein und Osterode liegen ja nicht weit voneinander entfernt. Obendrein lagen beide Städte einst im selben Kreis – Osterode – und werden von derselben Kreisgemeinschaft Osterode Ostpreußen e. V. betreut“, sagt Henryk Hoch, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft „Tannen“ in Osterode und Vorsitzender des Verbandes der deutschen Gesellschaften in Ermland und Masuren.

Die Emil-von-Behring-Gesellschaft zur Pflege deutschen Kulturguts wurde vor 35 Jahren gegründet. In ihrer Blütezeit im Jahr 2000 zählte sie 260 Mitglieder. Aktuell sind es noch 42. Die Organisation betrieb viele Jahre lang die Johanniter-Sozialstation und bewahrte das Andenken an ihren Namenspatron – den ersten Medizin-Nobelpreisträger, der in Hohenstein das Gymnasium besuchte. In der Stadt ist eine Straße nach ihm benannt, und an seiner ehemaligen Schule erinnert eine Gedenktafel an ihn. Darüber hinaus pflegte die Organisation auch Friedhöfe aus dem Ersten Weltkrieg, von denen sich einige in ihrem Wirkungsbereich befinden. Jacek Cieśla hat angekündigt, dass er und seine Freunde diese Pflege fortführen werden.

Lech Kryszałowicz

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