Gefährliche „Kumpanei“: Boris Pistorius übt Kritik an Donald Trump

26 Februar 2026 Politik

Die Haltung des US‑Präsidenten Donald Trump gegenüber Partnern in der NATO und der Europäischen Union wird zunehmend nicht mehr hingenommen. Immer häufiger gibt es Widerstand gegen seine Thesen, Meinungen und vor allem gegen sein Handeln. Sogar der sonst zurückhaltende deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius hielt es nicht mehr aus: Anlässlich des vierten Jahrestages der russischen Invasion in die Ukraine sprach er offen über sein Urteil zum Verhalten Donald Trumps gegenüber dem russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Boris Pistorius nahm kein Blatt vor den Mund. Er verurteilte das Vorgehen des US‑Präsidenten gegenüber dem Kremlchef eindeutig negativ. Er warf Donald Trump „Kumpanei“ mit Wladimir Putin vor – eine Nähe, die er als äußerst gefährlich und unmoralisch bezeichnete. Der deutsche Verteidigungsminister betonte, dass Trump bei dem denkwürdigen Gipfeltreffen in Alaska den russischen Präsidenten auf dem roten Teppich „wie einen Kumpel“ empfangen und gleichzeitig jegliche militärische Unterstützung für die Ukraine zurückgezogen habe. „Leider hat der US‑Präsident sehr früh und unnötigerweise den Beitritt der Ukraine zur NATO von der Verhandlungstafel genommen – ohne jegliche Notwendigkeit“, sagte Pistorius und fügte hinzu: „Das wäre eine wertvolle Verhandlungsmasse gewesen, etwas, das man auch in anderen Punkten hätte nutzen können.“

Der deutsche Verteidigungsminister betonte, dass Donald Trump beim Gipfel in Alaska den russischen Präsidenten auf dem roten Teppich „wie einen Kumpel“ empfangen und gleichzeitig die militärische Unterstützung für die Ukraine eingestellt habe.

Scharfe Kritik an Russland

In seiner Rede kritisierte der deutsche Politiker zudem die russischen Raketen‑ und Drohnenangriffe auf ukrainische Städte und stellte fest, dass das, was dort jede Nacht geschehe, nichts mit einer Eroberung zu tun habe: „Hier wird die Zivilbevölkerung terrorisiert – bei minus 20 °C, und kein Quadratmeter Boden wird damit gewonnen. Stattdessen soll die Moral der Ukrainer gebrochen und das Land zerstört werden“, sagte Pistorius. Trotz des vierjährigen Krieges habe die ukrainische Bevölkerung eine bemerkenswerte Widerstandskraft, Mut, Stärke und Moral gezeigt. Und wie Umfragen zeigen, wachse dieses Durchhaltevermögen sogar weiter.

Milliardenhilfe aus Deutschland

Pistorius sagte außerdem, dass Deutschland derzeit der größte Unterstützer der Ukraine sei, mit über elf Milliarden Euro Hilfe allein in diesem Jahr. In Bezug auf ein mögliches Kriegsende erklärte er: „Wahrscheinlich wird auf dem Schlachtfeld in absehbarer Zukunft keine Entscheidung fallen.“ Seiner Ansicht nach sei die Aufrechterhaltung starker Unterstützung für Verhandlungen entscheidend, da sich die wirtschaftliche Lage in Russland deutlich und schnell verschlechtere: „Moskau muss an den Punkt gelangen, an dem Krieg allmählich eine schlechtere Option als Frieden wird. Aber das erreicht man nicht durch Schwäche, sondern ausschließlich durch Stärke“, so Pistorius.

Krzysztof Świerc

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