Das Dokumentations- und Ausstellungszentrum der Deutschen in Polen lädt zum kulturellen Winterausklang ein
Geschichtsinteressierte können im Februar und März Schlesien (historisch: Schlesien / oberschlesische und niederschlesische Regionen) durch Film, Ausstellung und pädagogische Workshops entdecken, die im Dokumentations- und Ausstellungszentrum der Deutschen in Polen in Oppeln angeboten werden.
Dies ist eine besondere Gelegenheit, sowohl die Schicksale der historischen Schlösser in Orten wie Groß Stein (Kamień Śląski), Groß Strehlitz (Strzelce Opolskie), Dambrau (Dąbrowa) und Endersdorf (Jędrzejów) als auch die Lebenswege herausragender Persönlichkeiten der Region kennenzulernen – und gleichzeitig an kreativen Aktivitäten teilzunehmen, die historisches Wissen mit praktischen Erfahrungen verbinden.
Oppelner Schlösser auf der Leinwand – Filmvorführung
Am 18. Februar 2026 um 17:00 Uhr findet eine Filmvorführung aus der Reihe „Schlösser und Herrenhäuser in der Region Oppeln“ statt, produziert von der Oppelner Filmstiftung OFFilm. Der Film stellt die Geschichte der historischen Bauwerke in Groß Stein, Groß Strehlitz, Dambrau und Endersdorf vor, zeigt nicht nur Architektur und mit der Zeit verbundene Ereignisse, sondern auch lokale Akteurinnen und Expertinnen für Denkmalschutz. Die Vorführung wird von Wiesław Duda, dem Vorsitzenden der Stiftung, kommentiert. Der Eintritt ist frei; eine vorherige Anmeldung telefonisch (77 407 50 12) oder per E‑Mail (cdwbp@cdwbp.opole.pl) wird erbeten.

Die partnerschaftliche Geschichte der Redens – Sonderausstellung
Zeitgleich wird im Zentrum die Sonderausstellung „Friederike und Friedrich Wilhelm von Reden – die Mutter des Hirschberger Tales und der Vater der oberschlesischen Industrie“ gezeigt. Die Ausstellung beleuchtet die partnerschaftliche Beziehung des Ehepaars, ihre gegenseitigen Inspirationen und ihre Leistungen in Wirtschaft, Industrie, Kultur, Literatur und Kunst.
Am 18. Februar 2026 um 17:00 Uhr findet die Filmvorführung aus der Reihe „Schlösser und Herrenhäuser in der Region Oppeln“ statt, produziert von der Oppelner Filmstiftung OFFilm. Der Film stellt die Geschichte der Bauwerke in Groß Stein, Groß Strehlitz, Dambrau und Endersdorf vor.
Friedrich Wilhelm von Reden (1752–1815), als Direktor des Oberbergamts Breslau und später Minister für Bergbau und Hüttenwesen in der preußischen Regierung, spielte eine zentrale Rolle bei der Industrialisierung Schlesiens und wurde als „Vater der oberschlesischen Industrie“ bekannt. Seine Ehefrau Friederike (1774–1854), Vorsitzende der Bibelgesellschaft in Buchwald (Bukowiec), erhielt den Beinamen „Mutter des Hirschberger Tales“ aufgrund ihres umfassenden kulturellen und sozialen Engagements .

Die Ausstellung zeigt unter anderem Entwurfszeichnungen des Schlosses und der Pavillons im englischen Garten von Buchwald sowie Spuren der Aktivitäten der Redens in der schlesischen Kulturlandschaft – von Industrieanlagen bis zu kulturellen Zeugnissen. Eine kuratierte Führung findet am Samstagvormittag, 28. März 2026 um 11:00 Uhr statt. Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Forum für Kultur in Mittel‑ und Osteuropa, dem Museum der Universität Breslau und dem Verband der Gemeinden des Riesengebirges und ist bis zum 31. März 2026 zu sehen.
Bildungsangebot – Lernen durch Entdecken und Kreativität
Das Zentrum bietet ein umfassendes Bildungsprogramm für organisierte Gruppen, das auf den Inhalten der Dauerausstellung „Deutsche in Polen – Geschichte und Gegenwart“ basiert. Die Workshops gliedern sich in zwei Phasen: zunächst besichtigen die Teilnehmenden einen ausgewählten Abschnitt der Ausstellung mit einer Führerin oder einem Führer; anschließend folgt im Workshopraum der kreative Teil der Veranstaltung.

Das DAZ bietet im Februar und März Filme, Ausstellungen und pädagogische Workshops an.
Foto: DAZ
Zur Auswahl stehen fünf thematische Programme:
- Die erstaunliche Druckkunst – Besuch in Gutenbergs Druckerei – Entdeckung der Geschichte einer Erfindung, die Kultur und Bildung revolutionierte.
- Der herausragende Gärtner und seine Leidenschaft – Geheimnisse des Pflanzenanbaus – Lernen durch Beobachtung und praktische Erfahrung in Botanik und Gartenkunst.
- Der besondere Geschmack von Schokolade – Besuch in der Fabrik E. Wedel – Geschichte der Schokolade und ihrer Herstellung im lokalen und europäischen Kontext.
- Der sprechende Koffer und die Truhe – Geschichten von Reisen mit historischem Hintergrund – kreative Workshops, die Migrationserzählungen und Reisen mit Regionalgeschichte verbinden.
- Geschichte in Chroniken – Chroniken der DFK‑Kreise und erste Vereine – Analyse von Quellenmaterial und Methoden zur Dokumentation der Geschichte der deutschen Minderheit in Polen.
Die Bildungsaktivitäten im DAZ verbinden historisches Wissen mit praktischen Erfahrungen, fördern Kreativität und Neugier bei Jung und Alt und ermöglichen ein modernes, engagiertes Entdecken des lokalen Kulturerbes. Weitere Informationen zum aktuellen Programm und zu bevorstehenden Veranstaltungen finden Sie auf der Website www.cdwbp.opole.pl sowie in den sozialen Medien des DAZ.
Anna Durecka