Investition in die Zukunft oder Kampf mit Vorschriften?
Der Saal im Oppelner Marschallamt war bis auf den letzten Platz gefüllt. Schulleiter, Kommunalpolitiker und Lehrer kamen am 9. März nach Oppeln, um Antworten auf Fragen zur Zukunft des Deutschunterrichts als Minderheitensprache zu suchen. Auch wenn die Vorschriften kompliziert erscheinen, ist die Botschaft aus Oppeln klar: Zusammenarbeit und frühzeitige Planung sind der Schlüssel zum Erfolg.
Die Informationsveranstaltung wurde von Marcin Gambiec, dem Direktor der Abteilung für Bildung und Arbeitsmarkt im Marschallamt, eröffnet. Er erklärte, dass der März die letzte Gelegenheit sei, über die Organisation des neuen Schuljahres zu sprechen:
„Die Anmeldefrist für den Minderheitensprachenunterricht endet am 31. März. Wir treffen uns jetzt, damit die Schulleiter in Ruhe die Organisationspläne vorbereiten können, die im April eingereicht werden. Wir wollen Probleme gemeinsam lösen, denn Vernetzung und der Austausch von Erfahrungen sind der beste Weg zum Ziel“, betonte Direktor Gambiec und wies zudem auf die Unterstützung durch die Organisationen der deutschen Minderheit hin.

Logistyka i terminy: Marcin Gambiec wyjaśnia, dlaczego deklaracje rodziców muszą wpłynąć do końca marca.
Foto: Steffi Koprek-Golomb
Die anwesende Oppelner Bildungskuratorin, Joanna Raźniewska, hob hervor, dass dies für die Region ein grundlegendes Thema sei:
„In unserer Woiwodschaft ist diese Sprache etwas völlig Natürliches; sie betrifft Hunderte Einrichtungen und eine enorme Anzahl von Schülern. Wir wollen den Schulen bei der Planung helfen und an eine wichtige Änderung erinnern: Schüler der höheren Klassen können Deutsch als Minderheitensprache nun als zweite Fremdsprache wählen. Dies ist eine wesentliche Stärkung der Position von Deutsch im Bildungssystem“, sagte die Kuratorin und beantwortete zahlreiche Fragen aus dem Publikum.

Dialog władz regionu z nauczycielami to podstawa wypracowania najlepszych rozwiązań dla uczniów.
Foto: Stefani Koprek
Bildung ist Regionalentwicklung
Die Vizemarschallin der Woiwodschaft Oppeln, Zuzanna Donath-Kasiura, zeigte sich erfreut über die hohe Teilnehmerzahl.
„Das zeigt das enorme Interesse daran, wie man sich bestmöglich auf die sich ändernde Situation vorbereitet“, sagte sie. Sie betonte, dass der Deutschunterricht als Minderheitensprache nicht nur Identitätsbildung, sondern auch eine reale wirtschaftliche Investition sei:
„Wir geben jungen Menschen Schlüsselkompetenzen der EU und die Chance auf einen Einstieg ins Erwachsenenleben auf höchstem Niveau. Ich hoffe, dass sich das Engagement der Schulleiter in den Entscheidungen der Eltern widerspiegelt.“
Das Dilemma der Siebtklässler: Herz oder Punkte?
Die Schulrealität ist jedoch oft kompliziert. Hauptthema der Gespräche war die Wahl zwischen der Minderheitensprache und Deutsch als Fremdsprache in den Klassen VII–VIII.
Agnieszka Ścisłowska-Cegła, Lehrerin für Deutsch und Deutsch als Minderheitensprache an der Grundschule Nr. 28 in Oppeln, wies darauf hin, dass solche Treffen trotz vieler offener Fragen sehr wichtig seien: „Ich habe mich zwar schon vorher intensiv in die Rechtsvorschriften eingelesen, aber diese Konferenz hat mir sehr geholfen – ich konnte mein Wissen bestätigen und sicherstellen, dass ich die Regeln richtig interpretiere. Das gibt uns Lehrern mehr Sicherheit bei der Arbeit“, bewertete sie das Treffen positiv.

„Sieciowanie” w praktyce – konferencja była też czasem na kuluarowe rozmowy i budowanie relacji między placówkami.
Foto: Manuela Leibig
Sie betonte zudem, dass der Minderheitensprachenunterricht eine große Chance für die Schüler sei: „Es ist nicht nur das Lernen von Vokabeln, es ist persönliche Entwicklung und ein besseres Verständnis der Welt. Wir geben den Kindern ein Werkzeug an die Hand, das in unserer Region unbezahlbar ist.“
Deutschlehrer
Die Lehrerin wies jedoch auch auf ein Problem hin: den Mangel an fertigen Lehrbüchern und Materialien:
„Oft müssen wir eigene Autorenprogramme erstellen. Andererseits bietet uns das auch viele Möglichkeiten, zum Beispiel für Projektarbeit. Lehrer sind sehr kreative Menschen, wir unterstützen uns in Kollegengruppen und tauschen Materialien aus“, erklärt Agnieszka Ścisłowska-Cegła, die sich seit der Reduzierung der Stundenanzahl für Minderheitensprachen von drei auf eine Stunde umqualifiziert hat und nun auch Geografie unterrichtet.

Sala Orła Białego wypełniona po brzegi – temat nauczania języka mniejszości budzi ogromne zainteresowanie.
Foto: Manuela Leibig
Viele Deutschlehrer waren durch die zeitweise Stundenkürzung gezwungen, ihre Qualifikationen zu ändern oder verloren sogar ihre Stelle. Auch das Thema des Personalmangels, etwa wenn Lehrer in den Ruhestand gehen, wurde auf dem Treffen thematisiert.
Erfolge und Herausforderungen
Ähnliche Beobachtungen macht Anna Paluszczak von der Grundschule in Koselwitz (Kozłowice): „Bei uns haben Eltern ihre Anmeldungen zurückgezogen, damit die Kinder die Abschlussprüfung in der achten Klasse in Deutsch als Fremdsprache ablegen können. Das ist einfache Mathematik: Gute Ergebnisse bei der Prüfung bedeuten mehr Punkte für die Aufnahme in eine bessere weiterführende Schule“, sagt sie.

Koncentracja i wymiana doświadczeń – nauczyciele podkreślali wagę wzajemnego wspierania się w grupach koleżeńskich.
Foto: Manuela Leibig
Gleichzeitig betont sie, dass die Schule sehr aktiv ist und Zusatzangebote wie die Deutsch-AG oder Samstagskurse anbietet. Die Lehrerin bereitet gerade ihre Schülerin auf die Reise nach Warschau zum landesweiten Finale der Olympiade „Lust auf Deutsch“ vor. Eine mögliche Lösung ist dabei der Verzicht auf den Status als Minderheitensprache nach der 7. Klasse, was den Weg für die Deutschprüfung in der 8. Klasse ebnet.
Für alle, die noch Zweifel haben, ließ Marcin Gambiec die Tür offen. Bis zum 13. März 2026 können Fragen direkt an die Bildungsabteilung unter der E-Mail-Adresse dep@opolskie.pl gesendet werden.
Nicht überall jedoch „verliert“ die Minderheitensprache gegen die Fremdsprache. Katarzyna Filocha-Majka von der Grundschule in Lipowa (Gemeinde Neisse), die von einem Verein getragen wird, berichtet von einem Erfolg: „Bei uns hat sich die gesamte Klasse mit zwölf Schülern dafür entschieden, den Minderheitensprachenunterricht fortzusetzen. Die Eltern haben die Erklärungen abgegeben, und wir machen auf diesem Weg weiter“, erzählt sie stolz.

Foto: Manuela Leibig
Es gibt jedoch auch Orte, an denen Änderungen ohne Diskussion „von oben“ herbeigeführt werden. Eine der anwesenden Lehrerinnen gab anonym zu, dass in ihrer Schule in der sechsten Klasse automatisch der Wechsel von der Minderheitensprache zur Fremdsprache erfolgt, ohne dass die Wahlmöglichkeit überhaupt thematisiert wird.
Wie geht es weiter?
Die Konferenz hat gezeigt, dass die Deutschlehrer eine äußerst starke und integrierte Gruppe sind. Dank der fachlichen Unterstützung durch das Kuratorium und das Marschallamt haben Schulleiter und Lehrer nun Klarheit über Termine und Logistik gewonnen.
Für alle, die noch Zweifel haben, ließ Marcin Gambiec die Tür offen. Bis zum 13. März 2026 können Fragen direkt an die Bildungsabteilung unter der E-Mail-Adresse dep@opolskie.pl gesendet werden.
- Marcin Gambiec, dyrektor Departamentu Edukacji i Rynku Pracy, omawia zmiany prawne dotyczące nauczania języka niemieckiego. Foto: Stefani Koprek-Golomb
- Dialog władz regionu z nauczycielami to podstawa wypracowania najlepszych rozwiązań dla uczniów. Foto: Stefani Koprek-Golomb
- Opolska Kurator Oświaty, Joanna Raźniewska Foto: Manuela Leibig
- Foto: Stefani Koprek-Golomb
- Logistyka i terminy: Marcin Gambiec wyjaśnia, dlaczego deklaracje rodziców muszą wpłynąć do końca marca. Foto: Steffi Koprek-Golomb
- Foto: Stefani Koprek-Golomb
- „Sieciowanie” w praktyce – konferencja była też czasem na kuluarowe rozmowy i budowanie relacji między placówkami. Foto: Manuela Leibig
- Koncentracja i wymiana doświadczeń – nauczyciele podkreślali wagę wzajemnego wspierania się w grupach koleżeńskich. Foto: Manuela Leibig
- Pełna frekwencja w Urzędzie Marszałkowskim dowodzi, jak ważny dla województwa Opolskiego jest język niemiecki jako język mniejszości. Foto: Manuela Leibig
- dr Edyta Opyd, konsultant ds. oświaty w VdG, przedstawia ofertę edukacyjną Związku Niemieckich Stowarzyszeń w Polsce Foto: Manuela Leibig
- Sala Orła Białego wypełniona po brzegi – temat nauczania języka mniejszości budzi ogromne zainteresowanie. Foto: Manuela Leibig
- Ważna informacja: Pytania do Departamentu Edukacji można przesyłać do 13 marca 2026 roku. Foto: Manuela Leibig
- Foto: Manuela Leibig












