„Protestantischer Glaube in Schlesien – gestern und heute“
Das diesjährige traditionelle Bayreuther Fastenessen der Stiftung Verbundenheit mit den Deutschen im Ausland und des Alexander von Humboldt-Kulturforums Franken e. V. fand im Arvena Kongress Hotel in Bayreuth statt. Ehrengast war in diesem Jahr der Bischof der Evangelisch-Augsburgischen Diözese Kattowitz/Katowice in Polen, Wojciech Pracki.
Der Vorsitzende des Humboldt-Kulturforums sowie des Stiftungsrates der Stiftung Verbundenheit, Hartmut Koschyk, freute sich, mit Bischof Pracki eine Persönlichkeit begrüßen zu können, die sich seit Jahrzehnten nachhaltig für eine gelebte Ökumene und ein gutes Miteinander von deutscher Minderheit und polnischer Mehrheitsbevölkerung in Polen einsetzt.

Foto: Stiftung Verbundenheit mit den Deutschen im Ausland
Musikalisch begrüßt wurden die Besucher des diesjährigen „Bayreuther Fastenessens“ von der Formation „Saaser Blech“ unter der Leitung von Carl Boxberger – einer Gruppe junger Musizierender, die es verstand, die Veranstaltung würdig und abwechslungsreich musikalisch zu gestalten.
Weiterer Ehrengast war die evang.-luth. Regionalbischöfin des Kirchenkreises Bayreuth, Berthild Sachs. Das Evangelische Bildungswerk Oberfranken-Mitte als Kooperationspartner des „Fastenessens“ war durch Nasim Konietzny vertreten. Die katholische Kirche repräsentierte der langjährige Bamberger Domkapitular und Bayreuther Regionaldekan Dr. Josef Zerndl.
Grußworte und ökumenische Begegnung
Regionalbischöfin Berthild Sachs, seit einem Jahr im Amt, wandte sich in ihrem Grußwort an die Besucher des Fastenessens und betonte, dass ihr die Verbindung zu den evangelischen Gemeinden in Mittel- und Osteuropa sehr am Herzen liege. An ihrem früheren Wirkungsort Schwabach habe sie eine Gemeindepartnerschaft mit der evangelischen Kirchengemeinde in Teschen/Cieszyn gepflegt – jenem Ort, an dem Bischof Pracki vier Jahre lang als Vikar tätig war.

Bischof der Evangelisch-Augsburgischen Diözese Kattowitz/Katowice, Wojciech Pracki
Foto: Stiftung Verbundenheit mit den Deutschen im Ausland
Bevor Bischof Pracki mit seinem Vortrag zum Thema „Protestantischer Glaube in Schlesien – gestern und heute“ begann, ließen die Musiker von „Saaser Blech“ die Vertonung des Bonhoeffer-Textes „Von guten Mächten wunderbar geborgen“ erklingen.
Bischof Pracki, seit 2014 Pfarrer an seinem Dienstort in Oppeln/Opole, hatte zum Einstieg einen Film mitgebracht, der das evangelische Leben im heutigen Schlesien beleuchtete. Die Katastrophe des Zweiten Weltkrieges mit den Verbrechen des Nationalsozialismus, die anschließende Vertreibung, Lagerhaft und Repressionen gegen die deutsche Bevölkerung, der aufkommende Kommunismus, aber auch Naturkatastrophen und die Corona-Pandemie hätten das evangelische Leben in Schlesien geprägt und beeinflusst. Trotz der Situation als religiöse Minderheit im mehrheitlich katholischen Polen habe sich die Evangelisch-Augsburgische Kirche behauptet und pflege zu den katholischen Geschwistern gute ökumenische Beziehungen.

Foto: Stiftung Verbundenheit mit den Deutschen im Ausland
Bischof Pracki, der durch Veranstaltungen und Medienbeiträge Teil der ökumenischen Minderheitenseelsorge im Oppelner Schlesien ist, würdigte in diesem Zusammenhang den langjährigen katholischen Erzbischof der Diözese Oppeln/Opole, Alfons Nossol.
Unterstützung für die Jugendarbeit
Die Stärkung der Jugendarbeit ist Bischof Pracki ein besonderes Anliegen. Umso mehr freute es ihn, dass der Erlös des diesjährigen „Bayreuther Fastenessens“ für die Jugendarbeit in seiner Diözese bestimmt ist.
Zu dem gemeinsamen Mittagessen, für das Bischof Pracki, Regionalbischöfin Sachs und Monsignore Dr. Zerndl ein Segensgebet sprachen, wurde eine vom Küchenteam des Arvena-Kongress-Hotels zubereitete schmackhafte Gemüsesuppe gereicht. Die anschließend gesammelte Kollekte ergab einen Betrag von 1.000 Euro für eine geplante Konfirmandenfahrt aus der Diözese Kattowitz/Katowice in die Lutherstadt Wittenberg und nach Eisenach.
Die Stärkung der Jugendarbeit ist Bischof Pracki ein besonderes Anliegen. Umso mehr freute es ihn, dass der Erlös des diesjährigen „Bayreuther Fastenessens“ für die Jugendarbeit in seiner Diözese bestimmt ist.
Zum Dank für seine Teilnahme am diesjährigen „Bayreuther Fastenessen“ überreichte Hartmut Koschyk Bischof Pracki ein Bücherpaket, darunter ein Buch über die Markgrafenkirchen im Bayreuther-Kulmbacher Land. Regionalbischöfin Berthild Sachs überreichte Koschyk ein Buch über die KOSMOS-Vorlesungen Alexander von Humboldts in Berlin.
Zum Abschluss des diesjährigen „Bayreuther Fastenessens“ dankte Hartmut Koschyk dem Bayreuther Arvena Kongress Hotel mit Direktor Marc Jungk und seinem Team für die gewährte Gastfreundschaft und die köstliche Bewirtung. Weitere Unterstützer des „Bayreuther Fastenessens“ waren auch in diesem Jahr die Brauerei Maisel, Bad Brambacher Mineralwasser, die Buchauer Holzofenbäckerei, die Edeka-Schneider-Märkte in Bayreuth, die Gärtnerei Übelhack in Goldkronach sowie das Reha-Team Nordbayern. Sein weiterer Dank galt den Mitarbeitern der Stiftung Verbundenheit, Sebastian Machnitzke und Dominik Duda, sowie Dagmar Bauer vom Kulturforum für die Vorbereitung und Durchführung der Veranstaltung, ebenso Philipp Kolodziej und seinem Team für die filmische Dokumentation.

Foto: Stiftung Verbundenheit mit den Deutschen im Ausland
Zum Abschluss erteilten Bischof Pracki und Monsignore Dr. Zerndl den Teilnehmern des Fastenessens den Segen, und das Ensemble „Saaser Blech“ verabschiedete die Gäste mit einer modernen Interpretation eines geistlichen Liedes.