Adelsfamilien, die Schlesien prägten

27 März 2026, 13:00 Geschichte 291

Zwei Perspektiven auf die Geschichte der Region am 28. März

Die Geschichte Schlesiens ist zu einem großen Teil die Geschichte von Adelsfamilien und ihren herausragenden Vertretern – Menschen, die nicht nur Güter verwalteten, sondern auch die Entwicklung ganzer Regionen maßgeblich beeinflussten. Ihr Wirken hat dauerhafte Spuren in Wirtschaft, Kultur und Landschaft hinterlassen. Genau ihnen sind zwei Ausstellungen gewidmet, die am Samstag, dem 28. März, in Oppeln besucht werden können – beide werden von Begleitveranstaltungen ergänzt, die ihr Erbe näherbringen.

Die Familie von Reden – eine Partnerschaft, die Schlesien veränderte

Die erste Veranstaltung ist eine gemeinsame Führung durch die Ausstellung „Friederike und Friedrich Wilhelm von Reden – Mutter des Hirschberger Tals und Vater der oberschlesischen Industrie“, die um 11:00 Uhr im Dokumentations- und Ausstellungszentrum der Deutschen in Polen – einer Einrichtung der Öffentlichen Woiwodschaftsbibliothek „E. Smołka“ in Oppeln (ul. Szpitalna 11) – stattfindet.

Der 28. März ist eine gute Gelegenheit, die Geschichte Schlesiens durch die Perspektive zweier bedeutender Adelsfamilien zu betrachten – und zu erkennen, wie viel die Gegenwart ihnen verdankt.

Die Ausstellung stellt eines der bedeutendsten Paare der schlesischen Geschichte vor. Friedrich Wilhelm von Reden gilt als Pionier der industriellen Entwicklung in Oberschlesien, während seine Ehefrau Friederike – bekannt als „Mutter des Hirschberger Tals“ – durch ihr umfangreiches soziales, kulturelles und bildungsbezogenes Engagement hervortrat. Seit 1815 leitete sie die Bibelgesellschaft in Buchwald und setzte sich aktiv für die lokale Gemeinschaft ein.

Bogna Piter vom Dokumentations- und Ausstellungszentrum der Deutschen in Polen präsentiert einen Teil der Ausstellung über das Ehepaar von Reden.
Foto: Centrum Dokumentacyjno-Wystawiennicze Niemców w Polsce – oddział Wojewódzkiej Biblioteki Publicznej im. E. Smołki w Opolu

Die Präsentation zeigt nicht nur ihre individuellen Leistungen, sondern auch ihre für die damalige Zeit außergewöhnliche partnerschaftliche Beziehung, die auf gegenseitiger Inspiration und Zusammenarbeit beruhte. Sie erzählt davon, wie das gemeinsame Wirken eines Ehepaares die Entwicklung von Wirtschaft, Kultur, Literatur und Kunst einer ganzen Region beeinflussen konnte.

Die Teilnahme an der Führung ist kostenlos, die Veranstalter bitten jedoch um vorherige Anmeldung (telefonisch unter +48 77 407 50 12 oder per E-Mail: cdwbp@cdwbp.opole.pl).

Die Württemberger und ihre Vision der Landschaft

Am selben Tag besteht zudem die Möglichkeit, die Geschichte einer weiteren bedeutenden Adelsfamilie kennenzulernen – der Württemberger – und zwar bei einem Besuch der Ausstellung „Der fürstliche Garten der Künste in Carlsruhe. Die Württemberger in Carlsruhe (Pokój)“, die im Museum des Oppelner Schlesiens präsentiert wird (die Ausstellung ist bis Ende Mai zugänglich).

Iwona Solisz, Leiterin des Museums des Oppelner Schlesiens führt durch die Ausstellung über die Würtemberger in Carlsruhe.
Foto: A. Durecka

Gezeigt wird die neueste Sammlung des Museums – einzigartige Werke und Erinnerungsstücke, die mit der Geschichte des ehemaligen Carlsruhe (heute Pokój) verbunden sind, einer fürstlichen Residenz, die zu den interessantesten Garten- und Stadtanlagen in Schlesien zählte.

Ein integraler Bestandteil des Begleitprogramms ist der Vortrag „Oppelner Tiergärten – vergessene Formen historischer Gartenanlagen“, der am 28. März um 16:00 Uhr beginnt. Referentin ist Dr.-Ing. Anna Steuer-Jurek von der Technischen Universität Krakau, Landschaftsarchitektin und Expertin für historische Grünanlagen mit besonderem Schwerpunkt auf Schlesien.

Im Vortrag erfahren die Teilnehmenden unter anderem, zu welchem Zweck Tiergärten angelegt wurden und wie die Gründung eines solchen Areals im Jahr 1748 durch Carl Christian Erdmann von Württemberg die Entwicklung und Raumstruktur von Carlsruhe beeinflusste. Tiergärten – heute oft vergessen – waren nicht nur Orte der Jagd, sondern auch wichtige Elemente der Landschafts- und Kulturgeschichte ihrer Zeit.

Der Eintritt zum Vortrag ist frei.

Gemeinsame Geschichte in Biografien erzählt

Beide Ausstellungen, obwohl unterschiedlichen Adelsfamilien gewidmet, ergeben zusammen eine stimmige Erzählung über Schlesien als einen Raum, der von Menschen mit Visionen geprägt wurde. Die Familien von Reden und von Württemberg haben – durch Industrie, gesellschaftliches Engagement und städtebauliche Konzepte – ein Erbe hinterlassen, das bis heute das Gesicht der Region bestimmt.

Der 28. März bietet eine gute Gelegenheit, die Geschichte Schlesiens aus der Perspektive dieser Persönlichkeiten zu betrachten – und zu erkennen, wie viel die Gegenwart den großen Adelsfamilien verdankt.

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