Von Zukunftstechnologien bis zur Solidarität in der Krise
Am Montag, dem 30. März, wurde Oppeln zum Zentrum von Gesprächen über die strategische Zukunft der polnischen Wirtschaft. Der Besuch von Michał Jaros, Staatssekretär im Ministerium für Entwicklung und Technologie, hatte zwei Gesichter: eines mit Blick auf den globalen technologischen Wettbewerb, das andere – tief in lokalen Anliegen und der Hilfe nach der verheerenden Flut verankert.
Polnischer Batteriecluster: Oppeln im Zentrum der Revolution
Der wichtigste Punkt des Besuchs von Minister Michał Jaros in Oppeln war eine Konferenz im Wissenschafts- und Technologiepark, die die Tätigkeit des Polnischen Batterieclusters einleitete. Diese Initiative, die vom Minister selbst ausgeht, soll die Position Polens als weltweit zweitgrößter Produzent von Batterien stärken.

Minister Michał Jaros bei der Einweihung des Polnischen Batterieclusters im Oppelner Wissenschafts- und Technologiepark. Die Initiative soll Polens Position als Weltmarktführer in der Batterieproduktion stärken.
Foto: Facebook/Arkadiusz Wiśniewski
– Der Wettbewerb um Rohstoffe ist heute eine neue Dimension der globalen Geopolitik. Dank der Investition des Unternehmens Ascend Elements im Wert von bis zu 7 Milliarden Złoty werden gerade in Oppeln strategische Ressourcen für die Weltwirtschaft verarbeitet – schrieb der Oppelner Stadtpräsident Arkadiusz Wiśniewski auf seinem Facebook-Profil. Der Cluster soll eine Antwort auf die chinesische Dominanz sein, indem er Wissenschaft, Wirtschaft und Politik an einem Ort bündelt, um die europäische industrielle Unabhängigkeit zu stärken.
Stiftung für die Entwicklung Schlesiens – bewährter Partner in schwierigen Zeiten
Trotz eines engen Zeitplans konnte sich Minister Jaros einen Besuch in der Woiwodschaftshauptstadt ohne einen Abstecher zum Sitz der Stiftung für die Entwicklung Schlesiens (SES) nicht vorstellen. An den Gesprächen nahmen teil: die Direktorin der Stiftung Helena Lellek, der Präsident der SES Henryk Wróbel sowie der Vorsitzende des Stiftungsrates Ryszard Galla.
Als stellvertretender Vorsitzender des Sonderausschusses für Hochwasserschutzmaßnahmen kennt Michał Jaros die Hintergründe der Hilfsaktionen für Unternehmen sehr genau.
– Die Stiftung für die Entwicklung Schlesiens war neben der Riesengebirgsagentur für regionale Entwicklung unser natürlicher Partner und hat die Regierung bei der Verteilung der Mittel unterstützt. Das sind Institutionen mit einem „Blutkreislauf“, der eng mit dem lokalen Sektor der kleinen und mittleren Unternehmen verbunden ist – sagte der Minister im Gespräch mit der Redaktion von Neues Wochenblatt.pl.
160 Millionen Złoty zur Rettung von Unternehmen
Während des Besuchs zog der Minister Bilanz der konkreten Unterstützung, die dank der Effizienz der Stiftung den Betroffenen zugutekam:
- 60 Millionen Złoty für kleinere Darlehen (bis zu 200.000 Złoty) für Kleinstunternehmen.
- 100 Millionen Złoty für größere Unterstützung (bis zu 5 Millionen Złoty) für mittlere Unternehmen.
– Ich danke den Mitarbeitern und der Leitung der Stiftung. Sie waren nahezu rund um die Uhr erreichbar, damit die Hilfe für die Flutopfer schnell ankommt. Dank ihres Professionalismus sind polnische Unternehmen, die oft seit den 1990er Jahren aufgebaut wurden, nicht unter dem Druck der Naturkatastrophe zusammengebrochen – betonte Michał Jaros.
Kleine Unternehmen, große Ambitionen
Minister Jaros, der seit fast zwei Jahrzehnten mit der Kommunalpolitik und dem Parlament verbunden ist, sieht in der Stiftung für die Entwicklung Schlesiens ein Fundament des polnischen wirtschaftlichen Erfolgs. Er unterstrich, dass über 99 % der polnischen Unternehmen dem KMU-Sektor angehören, der nicht selten in den 1980er Jahren in Garagen begann und heute mutig über den Markt der Europäischen Union hinausgeht.

Treffen im Sitz der Stiftung für die Entwicklung Schlesiens (SES) in der ul. Wrocławska in Oppeln. Von links: Henryk Wróbel – Präsident der SES, Michał Jaros – Staatssekretär im Ministerium für Entwicklung und Technologie, Helena Lellek – Direktorin der SES sowie Ryszard Galla – Vorsitzender des Stiftungsrates.
Foto: Manuela Leibig
– Wir sind die 20. Volkswirtschaft der Welt. Unser Ziel ist es, dass polnische Ingenieure und Innovatoren hier durch industrielle Produktion Stärke aufbauen. Wir wollen, dass aus diesen Kleinstunternehmen kleine, aus kleinen mittlere und aus mittleren große Unternehmen werden, die sich auf dem internationalen Markt behaupten können – resümierte der Minister.
Der Besuch endete mit einer persönlichen Note – Minister Jaros erinnerte sich mit Wärme an die Jahre der Zusammenarbeit mit regionalen Führungspersönlichkeiten: – Wir trafen uns anlässlich des Batterieclusters, aber ich verhehle nicht, dass ich die Gelegenheit genutzt habe, die Stiftung für die Entwicklung Schlesiens zu besuchen. Sie ist unsere Stiftung, die mit dem Ministerium für Entwicklung und Technologie zusammenarbeitet, ein Partner, auf den wir uns immer verlassen können – sagte er und betonte, dass über Jahrzehnte aufgebautes Vertrauen in Krisenzeiten wie der Flut 2024 von entscheidender Bedeutung ist.
Michał Jaros – seit 2024 Staatssekretär im Ministerium für Entwicklung und Technologie. Abgeordneter des polnischen Sejm seit 2007 (VI–X Wahlperiode). Experte für öffentliche Finanzen und Wirtschaft, seit Jahren mit Breslau und Niederschlesien verbunden, derzeit Vorsitzender der niederschlesischen Region der Bürgerplattform (PO).
Manuela Leibig