Junge Talente der deutschen Minderheit

101 Stipendien aus dem Johann-Kroll-Stipendienfonds

10 Oktober 2026, 11:00 Jugend , Kultur

Begabte Schülerinnen und Schüler sowie Studierende aus der deutschen Minderheit erhielten erneut Unterstützung im Rahmen des Johann-Kroll-Stipendienfonds, der von der Stiftung für die Entwicklung Schlesiens verwaltet wird. In der diesjährigen Ausgabe wurden 101 Stipendien im Gesamtwert von 80.200 Złoty an begabte und sozial engagierte junge Menschen aus ganz Polen vergeben.

Wie verlief die diesjährige Bewerbungsphase?

Der Fonds richtet sich an Kinder und Jugendliche bis zum Alter von 26 Jahren, die in Polen leben und der deutschen Minderheit angehören. Unter den diesjährigen Stipendiaten befinden sich sowohl Personen, die bereits zum wiederholten Mal ausgezeichnet wurden, als auch neue Stipendiaten.

Im Rahmen der Bewerbungsphase, die vom 1. April bis zum 30. Juni lief, gingen insgesamt 109 Bewerbungen von Schülerinnen und Schülern sowie Studierenden aus verschiedenen Regionen Polens ein. Die meisten Bewerbungen kamen aus der Woiwodschaft Oppeln (91 Bewerbungen) und der Woiwodschaft Schlesien (12 Bewerbungen), die übrigen aus den Woiwodschaften Niederschlesien, Kleinpolen, Masowien, Pommern und Kujawien-Pommern (6 Bewerbungen).

Auf Grundlage der Anfang September ausgesprochenen Empfehlungen der Stipendienkommission wählte der Vorstand der Stiftung die Stipendiaten im Alter von 8 bis 25 Jahren aus. Die finanzielle Unterstützung wurde für herausragende individuelle Leistungen in vier Bereichen vergeben: Wissenschaft (37 Stipendien), Sport (28 Stipendien), Kunst (24 Stipendien) und gesellschaftliches Engagement (12 Stipendien).

Die Stiftung für die Entwicklung Schlesiens verwaltet den Johann-Kroll-Stipendienfonds.
Quelle: Stiftung für die Entwicklung Schlesiens

Ryszard Galla, Vorsitzender des Stiftungsrates der Stiftung für die Entwicklung Schlesiens und der Stipendienkommission, äußert sich anerkennend über die Stipendiaten.

„Von Jahr zu Jahr beobachten wir eine deutliche Steigerung der Qualität der eingereichten Bewerbungen sowie ein immer höheres Niveau der Leistungen selbst“, sagt Galla. „Im wissenschaftlichen Bereich sind die Jugendlichen in den Naturwissenschaften wie Mathematik oder Chemie erfolgreich. Im Sport freut uns die große Vielfalt der Disziplinen, und im künstlerischen Bereich haben wir es mit Personen zu tun, die ein sehr hohes Niveau repräsentieren, darunter auch Erfolge auf internationaler Ebene“, berichtet der Vorsitzende der Kommission.

„Unsere Bemühungen werden wahrgenommen und belohnt“

Einer der diesjährigen Stipendiaten ist Adrian Piechulik, der in diesem Jahr sein Abitur am I. Allgemeinbildenden Lyzeum namens Henryk Sienkiewicz in Kandrzin-Cosel abgeschlossen hat.

„Die Verleihung des Johann-Kroll-Stipendiums ist für mich vor allem eine Art Anerkennung meiner Arbeit und meines Engagements“, sagt Piechulik. „Im weiteren Sinne sehe ich darin auch ein Signal an junge Menschen aus der deutschen Minderheit, dass unsere Bemühungen nicht unbeachtet bleiben, sondern wahrgenommen und belohnt werden“, fügt er hinzu.

Einer der diesjährigen Stipendiaten des Johann-Kroll-Stipendienfonds ist Adrian Piechulik.
Foto: I. Allgemeinbildendes Lyzeum namens Henryk Sienkiewicz in Kandrzin-Cosel.

Adrian Piechulik erhielt das Stipendium aufgrund seiner wissenschaftlichen Leistungen. Als besonders wichtig hebt er den Titel eines Preisträgers bei der 49. Deutscholympiade hervor. Wie er selbst sagt, werden ihm die Mittel aus dem Stipendienfonds dabei helfen, sich im neuen Studienalltag zurechtzufinden. Zu seinen wissenschaftlichen Aktivitäten nach Beginn seines Studiums in Krakau äußert er sich optimistisch: „Ich denke, dass die neue Situation, die mit dem Studium einhergeht, meine bisherigen Aktivitäten in diesem Bereich verändern wird, aber ich habe sicherlich nicht vor, sie gänzlich aufzugeben.“

„Im weiteren Sinne sehe ich darin auch ein Signal an junge Menschen aus der deutschen Minderheit, dass unsere Bemühungen nicht unbeachtet bleiben, sondern wahrgenommen und belohnt werden.“
Adrian Piechulik

Die Stipendien des Johann-Kroll-Fonds fördern seit Jahren junge Talente der deutschen Minderheit. In diesem Jahr werden sich die Stipendiaten aufgrund einer Änderung des Formats der Preisverleihung in den sozialen Medien präsentieren – es lohnt sich also, die Aktivitäten der Stiftung für die Entwicklung Schlesiens zu verfolgen und darauf zu hoffen, dass die Zahl der Preisträger dieser besonderen Auszeichnung im nächsten Jahr steigt.

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