{"id":88830,"date":"2026-10-30T13:30:57","date_gmt":"2026-10-30T12:30:57","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/?p=88830"},"modified":"2026-10-30T10:52:41","modified_gmt":"2026-10-30T09:52:41","slug":"slammen-im-zentrum-neue-perspektiven-gewinnen-wie-ein-ausstellungsbesuchen-zum-starpunkt-fuer-sprachkunst-wird","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/slammen-im-zentrum-neue-perspektiven-gewinnen-wie-ein-ausstellungsbesuchen-zum-starpunkt-fuer-sprachkunst-wird\/","title":{"rendered":"Neue Perspektiven gewinnen: Wie ein Ausstellungsbesuchen zum Starpunkt f\u00fcr Sprachkunst wird"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ein Poetry-Slam-Workshop im Dokumentations- und Ausstellungszentrum der Deutschen in Polen verbindet kreative Sprachpraxis mit Geschichte, pers\u00f6nlichen Erfahrungen und Mehrsprachigkeit.<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>\u201eWenn wir unsere Eindr\u00fccke ausdr\u00fccken,<\/p>\n<p>dann wenden wir uns in Wendungen.<\/p>\n<p>Wir wenden uns an Windungen in unserem Gehirn.<\/p>\n<p>Wenn Dinge dank Gedanken aus dem Nichts entstehen,<\/p>\n<p>ist das Plansoll erf\u00fcllt: eine eigene Welt aus Ideen.\u201c<\/p>\n<p>Mit diesen Zeilen er\u00f6ffnete Bas B\u00f6ttcher die \u00f6ffentliche Pr\u00e4sentation der Ergebnisse eines Poetry-Slam-Workshops im Dokumentations- und Ausstellungszentrum der Deutschen in Polen in Oppeln. Am 23. und 24. Oktober leitete der deutsche Poetry-Slam-Poet einen Workshop, in dem junge Erwachsene eigene deutschsprachige Texte entwickelten und anschlie\u00dfend vor Publikum pr\u00e4sentierten.<\/p>\n<div id=\"attachment_88837\" style=\"width: 2570px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-88837\" class=\"size-full wp-image-88837\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/2026-10-24-Poetry-Slam-wystep-7-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"1705\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/2026-10-24-Poetry-Slam-wystep-7-scaled.jpg 2560w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/2026-10-24-Poetry-Slam-wystep-7-300x200.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/2026-10-24-Poetry-Slam-wystep-7-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/2026-10-24-Poetry-Slam-wystep-7-768x511.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/2026-10-24-Poetry-Slam-wystep-7-1536x1023.jpg 1536w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/2026-10-24-Poetry-Slam-wystep-7-2048x1364.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px\" \/><p id=\"caption-attachment-88837\" class=\"wp-caption-text\">Aus Begriffen und Eindr\u00fccken der Dauerausstellung entwickeln die Teilnehmerinnen eigene Texte und pers\u00f6nliche Perspektiven.<br \/>Foto: Micha\u0142 Grocholski<\/p><\/div>\n<p>Ausgangspunkt f\u00fcr die Texte war die Dauerausstellung des Zentrums. Die Teilnehmerinnen lie\u00dfen sich von Begriffen und Eindr\u00fccken aus der Ausstellung sowie von pers\u00f6nlichen Assoziationen inspirieren. Dabei ging es unter anderem um Sprache, Gerechtigkeit, Vers\u00f6hnung und die Frage, wie sich historische Erfahrungen und die eigenen Gedanken dazu in Texte \u00fcbersetzen lassen.<\/p>\n<h2>Von der Ausstellung zum eigenen Text<\/h2>\n<p>Jessica Nuss, ifa-Kulturmanagerin am Dokumentations- und Ausstellungszentrum, erl\u00e4utert, wie aus einem Ausstellungsbesuch ein literarischer Text entstehen kann. Sie hat das Projekt initiiert und umgesetzt. Die Teilnehmerinnen h\u00e4tten zun\u00e4chst W\u00f6rter notiert, die ihnen in der Ausstellung auffielen oder sie emotional ber\u00fchrten. Anschlie\u00dfend h\u00e4tten sie mithilfe verschiedener Kreativtechniken mit diesen Begriffen gespielt und erste Textfragmente entwickelt.<\/p>\n<p>\u201eEs ging vor allem darum, sich von unserer Dauerausstellung inspirieren zu lassen und anhand dessen und anhand eigener Erfahrungen und Assoziationen einen Text zu schreiben\u201c, erkl\u00e4rt Nuss.<\/p>\n<p>Darin sieht sie den zentralen Mehrwert des Projekts. Die vertiefte kreative Auseinandersetzung mit der Ausstellung k\u00f6nne einen neuen Blick auf die Ausstellung er\u00f6ffnen. Indem die Teilnehmerinnen des Workshops eigene Assoziationen fanden und sich eigene Gedanken zur Ausstellung machten, sei es auch darum gegangen zu zeigen, dass sich durch die Ausstellung \u201eWelten er\u00f6ffnen, die so auf den ersten Blick nicht sichtbar sind.\u201c<\/p>\n<blockquote><p>\u201eDurch den Ausstellungsbesuch konnten wir schon ganz viele Kristallisationspunkte f\u00fcr Ideen finden.\u201c<br \/>\n<em>Bas B\u00f6ttcher<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Auch Bas B\u00f6ttcher sieht im Ausstellungsbesuch eine wichtige Grundlage f\u00fcr die Textarbeit des Workshops. \u201eWenn wir die drei Elemente haben, also Idee, Text und Show, dann gibt es in all diesen drei Bereichen kleine Tricks\u201c, erkl\u00e4rt er. Die Ideenfindung sei der erste Schritt. Der Besuch der Ausstellung habe dabei geholfen: \u201eDadurch konnten wir schon ganz viele Kristallisationspunkte f\u00fcr Ideen finden.\u201c<\/p>\n<h2>Neue Perspektiven auf vertraute Dinge<\/h2>\n<p>Michalina Olejnik war f\u00fcr den Workshop aus Breslau angereist. Sie tritt seit etwa einem Jahr bei Poetry Slams auf und wollte im Workshop zugleich ihre Deutschkenntnisse auffrischen und die Sprache praktisch anwenden. Besonders interessant fand sie die konkreten \u00dcbungen zur Ideenfindung.<\/p>\n<p>Eine \u00dcbung habe dazu angeregt, Dinge aus einer ungewohnten Sichtweise zu betrachten. Von dieser \u00dcbung ausgehend bildeten die Tramsitze, die in der Ausstellung zu sehen sind, den Ausgangspunkt f\u00fcr ihren Text. Das Gedicht, das sie zum Abschluss pr\u00e4sentieren konnte, setzt sich mit dem Vergehen der Zeit auseinander. Michalina Olejnik beschreibt ihre Ausgangsidee: \u201eDie Zeit, die l\u00e4uft, also ein L\u00e4ufer der Zeit und wie er sich f\u00fchlt, welche Gedanken er haben kann, welche Fragen ich habe.\u201c<\/p>\n<p>Die Arbeit mit solchen Assoziationen habe ihr gezeigt, wie sich aus zun\u00e4chst ungew\u00f6hnlichen Gedanken neue Texte entwickeln lassen. Auch die im Workshop kennengelernten Kreativtechniken m\u00f6chte sie k\u00fcnftig nutzen. Sie habe die Methode teilweise bereits gekannt, aber davor noch nicht beim Schreiben angewandt, erkl\u00e4rt Olejnik.<\/p>\n<h2>Schreiben, sprechen und pr\u00e4sentieren<\/h2>\n<p>F\u00fcr B\u00f6ttcher besteht Poetry Slam nicht allein aus dem Verfassen eines Textes. Ebenso wichtig sind die sprachliche Gestaltung und die Pr\u00e4sentation. Neben der Ideenfindung und dem Schreiben gehe es deshalb auch darum, wie ein Text vorgetragen wird und welche Wirkung Sprache durch Rhythmus, Laute und den k\u00f6rperlichen Einsatz entfalten kann.<\/p>\n<div id=\"attachment_88831\" style=\"width: 2570px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-88831\" class=\"size-full wp-image-88831\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/2026-10-24-Poetry-Slam-wystep-2-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"1705\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/2026-10-24-Poetry-Slam-wystep-2-scaled.jpg 2560w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/2026-10-24-Poetry-Slam-wystep-2-300x200.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/2026-10-24-Poetry-Slam-wystep-2-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/2026-10-24-Poetry-Slam-wystep-2-768x511.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/2026-10-24-Poetry-Slam-wystep-2-1536x1023.jpg 1536w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/2026-10-24-Poetry-Slam-wystep-2-2048x1364.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px\" \/><p id=\"caption-attachment-88831\" class=\"wp-caption-text\">Bei der Abschlusspr\u00e4sentation brachten die Teilnehmenden ihre Texte auf die B\u00fchne.<br \/>Foto: Micha\u0142 Grocholski<\/p><\/div>\n<p>\u201eUnd Poetry Slam hat ja immer auch was Situatives, das hei\u00dft, die Gedichte werden f\u00fcr den Moment geschrieben\u201c, sagt B\u00f6ttcher w\u00e4hrend der Abschlusspr\u00e4sentation.<\/p>\n<p>F\u00fcr den Workshop bedeutete das, die entstandenen Texte nicht nur schriftlich auszuarbeiten, sondern auch eine geeignete Form f\u00fcr ihre Vorstellung vor Publikum zu finden. Dabei spielte die Mehrsprachigkeit der Region eine besondere Rolle. Die Texte wurden auf Deutsch verfasst und eingesprochen, w\u00e4hrend bestimmte Schlagworte bei der Pr\u00e4sentation auf Polnisch eingeblendet wurden.<\/p>\n<p>Jessica Nuss erkl\u00e4rt, dass die visuelle Umsetzung dazu beitragen sollte, auch Menschen ohne Deutschkenntnisse einen Zugang zu den Inhalten zu erm\u00f6glichen. Die Visualisierung wurde mit einem von B\u00f6ttcher entwickelten Programm erstellt.<\/p>\n<p>Die im Workshop entstandenen Videoclips sollen nach einer finalen \u00dcberarbeitung auch online zug\u00e4nglich gemacht werden.<\/p>\n<h2>Ein gemeinsamer Abschluss vor Publikum<\/h2>\n<p>Die \u00f6ffentliche Pr\u00e4sentation bildete den Abschluss der beiden Workshoptage. Neben den neu entstandenen Texten trugen Bas B\u00f6ttcher und Teilnehmerinnen des Workshops weitere eigene Gedichte vor, die sie bereits vor dem Workshop verfasst hatten. So erhielten die Zuschauerinnen und Zuschauer nicht nur Einblicke in die Ergebnisse der gemeinsamen Arbeit, sondern auch die Gelegenheit, unterschiedliche Texte und Zug\u00e4nge zum Poetry Slam kennenzulernen.<\/p>\n<p>Nuss zieht eine positive Bilanz. Die Zusammenarbeit mit B\u00f6ttcher sei sehr gut gewesen. Besonders interessant sei f\u00fcr sie gewesen, wie sich aus wenigen Stichw\u00f6rtern der Ausstellung pers\u00f6nliche und emotionale Texte entwickeln konnten. Sie k\u00f6nnte sich auch vorstellen, das Format mit einigen Anpassungen zu wiederholen. \u201eDas Format ist in Zukunft, vielleicht mit leichten Modifikationen und vielleicht auch in Zusammenarbeit mit polnischen Poetry-Slammern, auf jeden Fall wiederholbar\u201c, res\u00fcmiert Jessica Nuss.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Poetry-Slam-Workshop im Dokumentations- und Ausstellungszentrum der Deutschen in Polen verbindet kreative Sprachpraxis mit Geschichte, pers\u00f6nlichen Erfahrungen und Mehrsprachigkeit.<\/p>\n","protected":false},"author":261,"featured_media":88833,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[5625],"tags":[5914,11012,10133,6216,7085,11011,6217],"redaktor":[6098],"class_list":["post-88830","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-kultur-de","tag-ausstellung-de","tag-bas-boettcher","tag-centrum-dokumentacyjno-wystawiennicze-niemcow-w-polsce-de","tag-daz-de","tag-dokumentations-und-austellungszentrum-der-deutschen-in-polen-de","tag-poetry-slam","tag-workshop-de","redaktor-mauro-oliveira-de"],"acf":[],"nwb_translations":{"current":"de","available":["de","pl"],"translations":{"pl":{"id":88842,"available":true,"link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/slam-w-centrum-nowe-perspektywy-od-wystawy-do-sztuki-slowa\/","title":"Nowe perspektywy: od wystawy do sztuki s\u0142owa"}}},"nwb_fields":{"acf":{"post_podtytul":"Slammen im Zentrum"},"featured_image":{"id":88833,"caption":"Aus Begriffen und Eindr\u00fccken der Dauerausstellung entwickeln die Teilnehmerinnen eigene Texte und pers\u00f6nliche Perspektiven.\nFoto: Micha\u0142 Grocholski","alt":"","source":"Micha\u0142 Grocholski","sizes":{"thumbnail":{"url":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/2026-10-24-Poetry-Slam-wystep-1-150x150.jpg","width":150,"height":150},"medium":{"url":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/2026-10-24-Poetry-Slam-wystep-1-300x200.jpg","width":300,"height":200},"large":{"url":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/2026-10-24-Poetry-Slam-wystep-1-1024x682.jpg","width":1024,"height":682},"full":{"url":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/2026-10-24-Poetry-Slam-wystep-1-scaled.jpg","width":2560,"height":1705}},"caption_text":"Aus Begriffen und Eindr\u00fccken der Dauerausstellung entwickeln die Teilnehmerinnen eigene Texte und pers\u00f6nliche Perspektiven."}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/88830","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/261"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=88830"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/88830\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":88866,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/88830\/revisions\/88866"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/88833"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=88830"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=88830"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=88830"},{"taxonomy":"redaktor","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/redaktor?post=88830"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}