{"id":88377,"date":"2026-10-23T05:00:28","date_gmt":"2026-10-23T03:00:28","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/?p=88377"},"modified":"2026-10-22T11:22:26","modified_gmt":"2026-10-22T09:22:26","slug":"erinnern-begegnen-zukunft-gestalten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/erinnern-begegnen-zukunft-gestalten\/","title":{"rendered":"Erinnern, begegnen, Zukunft gestalten"},"content":{"rendered":"<p><strong>Von bewegenden Zeitzeugenberichten \u00fcber kulturelle Begegnungen bis hin zu politischen Herausforderungen und journalistischer Nachwuchsf\u00f6rderung: Deutsche Minderheiten in Europa und Zentralasien bewahren ihr Erbe, st\u00e4rken den Austausch und gestalten ihre Zukunft.<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>Im Dienste der Zeitzeugen<\/h2>\n<p>Die Bewahrung der Erinnerungen von Zeitzeugen ist eine der wichtigsten Aufgaben der deutschen Minderheiten. In D\u00e4nemark hat man sich nun auf die Vergangenheit von Frauen konzentriert. Die Historikerin Ilse Friis pr\u00e4sentierte in L\u00fcgumkloster die Ergebnisse einer eineinhalbj\u00e4hrigen Forschungsarbeit, f\u00fcr die sie 40 Frauen aus der deutschen Minderheit in Nordschleswig interviewt hatte. Das Publikum zeigte sich tief beeindruckt von den Berichten \u00fcber den Alltag w\u00e4hrend und nach dem Zweiten Weltkrieg. In ihrer Jugend waren fast alle Befragten in einer NS-M\u00e4dchenorganisation aktiv, was sie damals vor allem als abwechslungsreiches Freizeitprogramm mit Sport und Musik wahrnahmen. So flochten sie riesige Binsenschuhe f\u00fcr Soldaten an der Ostfront. Das b\u00f6se Erwachen kam nach Kriegsende, als rund 3000 V\u00e4ter verhaftet und in Lager gesperrt wurden. Die M\u00fctter und Kinder mussten die landwirtschaftlichen Betriebe pl\u00f6tzlich allein bewirtschaften. Auch die Berufswahl der M\u00e4dchen war damals stark eingeschr\u00e4nkt: Statt Wunschberufe wie den der Lehrerin zu ergreifen, wurden die meisten auf Bauernh\u00f6fe geschickt. Die Forscherin sucht nun nach weiteren Zeitzeuginnen, um die Sammlung zu erweitern.<\/p>\n<p>Quelle: nordschleswiger.dk.<\/p>\n<h2>Ungarndeutsche im Haus der Heimat<\/h2>\n<p>Im Zeichen von Austausch und Kultur stand der Anfang Oktober erfolgte Besuch der Ungarndeutschen im Haus der Heimat in N\u00fcrnberg. Die Stiftung Verbundenheit mit den Deutschen im Ausland hatte Anfang Oktober zu einem Begegnungsabend eingeladen, um den Menschen in Bayern das Leben dieser Gemeinschaft n\u00e4herzubringen. Fr\u00fcher trafen sich die Beteiligten nur im Internet, doch nun konnten die G\u00e4ste die Traditionen der Minderheit unmittelbar vor Ort erleben. Auf der B\u00fchne ging es passend zur Sache: Eine Tanzgruppe aus F\u00fcnfkirchen zeigte traditionelle T\u00e4nze, w\u00e4hrend die Kapelle \u201eSchnaps\u201c f\u00fcr die passende Musik sorgte. Zudem trugen mehrere junge Leute Geschichten in ihrer regionalen Mundart vor und brachten dem Publikum die ungarndeutsche Sprache auf charmante Weise n\u00e4her.<\/p>\n<p>Neben der Kunst gab es auch wichtige Informationen aus erster Hand. Ibolya Hock-Englender, Vorsitzende der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen, berichtete \u00fcber die aktuellen Aufgaben und die Zukunft der Gemeinschaft. Auch Vertreter der bayerischen Politik und von Vertriebenenverb\u00e4nden kamen zu Wort und unterstrichen, wie wichtig solche Treffen f\u00fcr das gegenseitige Verst\u00e4ndnis sind.<\/p>\n<p>Quelle: stiftung-verbundenheit.de.<\/p>\n<div id=\"attachment_88379\" style=\"width: 2210px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-88379\" class=\"size-full wp-image-88379\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/DO-grafiki-FB.jpeg\" alt=\"\" width=\"2200\" height=\"1650\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/DO-grafiki-FB.jpeg 2200w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/DO-grafiki-FB-300x225.jpeg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/DO-grafiki-FB-1024x768.jpeg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/DO-grafiki-FB-768x576.jpeg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/DO-grafiki-FB-1536x1152.jpeg 1536w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/DO-grafiki-FB-2048x1536.jpeg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 2200px) 100vw, 2200px\" \/><p id=\"caption-attachment-88379\" class=\"wp-caption-text\">Ungarndeutsche Tanzgruppe.<br \/>Foto: Stiftung Verbundenheit.<\/p><\/div>\n<h2>Deutsch-tschechische Kulturtage verbinden<\/h2>\n<p>Ein Anlass f\u00fcr Austausch und Begegnung waren die Deutsch-Tschechischen Kulturtage, die unl\u00e4ngst in M\u00e4hrisch Tr\u00fcbau stattfanden. Bei der 32. Auflage des beliebten Treffens kamen wieder viele Menschen zusammen, f\u00fcr die die Reise in den Sch\u00f6nhengstgau wie ein echtes Nachhausekommen ist. Schon am ersten Abend gab es beim Kennenlernen im gem\u00fctlichen Kreis \u00dcberraschungen, da sich selbst langj\u00e4hrige Bekannte noch einmal von einer ganz neuen Seite zeigten. Auch der B\u00fcrgermeister Pavel Charv\u00e1t hie\u00df die G\u00e4ste willkommen.<\/p>\n<p>Danach stand alles im Zeichen der Kultur: Nach einer zweij\u00e4hrigen Schlie\u00dfung wegen umfassender Modernisierungsarbeiten besichtigten die Teilnehmer das \u00f6rtliche Stadtmuseum. Neben der regionalen Geschichte bestaunten die Besucher dort ein echtes Unikat \u2013 einen alt\u00e4gyptischen Sarkophag mit Mumie. Sp\u00e4ter wurde es im Schloss musikalisch. Ch\u00f6re und Tanzgruppen pr\u00e4sentierten traditionelle Volkst\u00e4nze, aber auch feurigen Flamenco. Musik und Tanz \u00fcberwanden dabei spielend Generationen und Grenzen.<\/p>\n<p>Der Sonntag stand im Zeichen der Besinnung. Da die Franziskanerkirche in M\u00e4hrisch Tr\u00fcbau geschlossen blieb, fand der Gottesdienst im nahe gelegenen Porstendorf statt. Den Abschluss bildete die Pr\u00e4sentation eines neuen Fotobuchs. Das Besondere: Die gezeigten Bilder wurden von Liedern begleitet, die mit einer KI-generierten Stimme eingesungen worden waren.<\/p>\n<p>Quelle: landesecho.cz.<\/p>\n<h2>Rum\u00e4niendeutsche sprechen \u00fcber Finanzen<\/h2>\n<p>Mit wichtigen Themen befasste sich die j\u00fcngste Vertreterversammlung des Demokratischen Forums der Deutschen in Rum\u00e4nien (DFDR). Auf der Tagesordnung stand unter anderem die Umschichtung des Haushalts. Die derzeitige \u00dcbergangsregierung in Bukarest darf keine entsprechenden Mittelumschichtungen vornehmen, wodurch sich f\u00fcr die Organisation finanzielle Probleme ergeben. Nach Beratungen \u00fcber notwendige K\u00fcrzungen stimmten die Mitglieder einem Sparplan zu.<\/p>\n<p>Die politische Lage im Land bereitet den Verantwortlichen ohnehin Kopfzerbrechen. Sorgen macht vor allem ein Gesetzesvorhaben, das eine Verkleinerung des Parlaments vorsieht. Dadurch k\u00f6nnten die Minderheiten ihre Sitze und damit auch den Zugang zu staatlichen F\u00f6rdermitteln verlieren. F\u00fcr reichlich Diskussionsstoff sorgte zudem ein Vorschlag zur politischen Zusammenlegung der Regionalforen Bukowina und Altreich. Die Leitung des DFDR lehnte diesen ab, da er einen politischen R\u00fcckschritt bedeuten und die eigene Tradition der Buchenlanddeutschen gef\u00e4hrden w\u00fcrde. Stattdessen sollen innerhalb von 30 Tagen Wahlen f\u00fcr den Vorsitz und den stellvertretenden Vorsitz des Regionalforums Bukowina stattfinden.<\/p>\n<p>Ein erfreulicher Moment folgte zum Schluss: Beatrice Ungar, Chefredakteurin der \u201eHermannst\u00e4dter Zeitung\u201c, wurde mit der Goldenen Ehrennadel des DFDR ausgezeichnet.<\/p>\n<div id=\"attachment_88381\" style=\"width: 1450px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-88381\" class=\"size-full wp-image-88381\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Beatrice-Ungar-fotografie-1.jpg\" alt=\"\" width=\"1440\" height=\"929\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Beatrice-Ungar-fotografie-1.jpg 1440w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Beatrice-Ungar-fotografie-1-300x194.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Beatrice-Ungar-fotografie-1-1024x661.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Beatrice-Ungar-fotografie-1-768x495.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1440px) 100vw, 1440px\" \/><p id=\"caption-attachment-88381\" class=\"wp-caption-text\">Beatrice Ungar, Chefredakteurin der \u201eHermannst\u00e4dter Zeitung\u201c<br \/>Foto: https:\/\/www.observatorcultural.ro\/articol\/poeme-de-beatrice-ungar\/<\/p><\/div>\n<p>Quelle: adz.news.<\/p>\n<h2>Medienjugend bildet sich aus<\/h2>\n<p>Als Journalist zu arbeiten, ist der Traum vieler Jugendlicher. Die deutsche Minderheit in Kasachstan engagiert sich aktiv daf\u00fcr, diesen Traum Wirklichkeit werden zu lassen. Im Deutschen Haus in Almaty kamen zw\u00f6lf Sch\u00fcler zweier Gymnasien mit erweitertem Deutschunterricht zusammen. Bei der Medienwerkstatt der Deutschen Allgemeinen Zeitung (DAZ) durften die Jugendlichen in die journalistische Praxis hineinschnuppern. Das Projekt wird vom Institut f\u00fcr Auslandsbeziehungen (ifa) unterst\u00fctzt und soll fr\u00fchzeitig neue Talente f\u00fcr die Zeitung begeistern.<\/p>\n<p>Die Nachwuchsreporter lernten, wie man Videos mit Handys und professionellen Kameras dreht und worauf es bei Interviews ankommt. Als thematischer Ausgangspunkt diente eine Reise des kasachischen Pr\u00e4sidenten nach Berlin, zu der die Sch\u00fcler eigene Probeinterviews f\u00fchrten. Auch die Erstellung von Podcasts stand auf dem Programm.<\/p>\n<p>Am zweiten Tag kamen zwei Vertreterinnen des ifa aus Deutschland zu Besuch. Sie erkl\u00e4rten den Sch\u00fclern, die bereits sehr gut Deutsch sprechen, wie die F\u00f6rderung der deutschen Minderheit funktioniert. Zudem gaben sie Tipps zu Stipendien. Zum Abschluss zeigten sich die Teilnehmer begeistert von den praktischen Einblicken in die Medienwelt.<\/p>\n<p>Quelle: daz.asia.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von bewegenden Zeitzeugenberichten \u00fcber kulturelle Begegnungen bis hin zu politischen Herausforderungen und journalistischer Nachwuchsf\u00f6rderung: Deutsche Minderheiten in Europa und Zentralasien bewahren ihr Erbe, st\u00e4rken den Austausch und gestalten ihre Zukunft.<\/p>\n","protected":false},"author":261,"featured_media":88379,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[5625],"tags":[10870,10867,9024,10869,9661,7509,10868,10871],"redaktor":[6080],"class_list":["post-88377","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-kultur-de","tag-beatrice-ungar","tag-deutsch-tschechische-kulturtage","tag-deutsche-minderheiten-in-europa-de","tag-minderheit-in-kasachstan","tag-minderheiten-de","tag-minderheiten-in-europa","tag-rumaeniendeutsche","tag-ungarndeutsche-de","redaktor-lukasz-bily-de"],"acf":[],"nwb_translations":{"current":"de","available":["de","pl"],"translations":{"pl":{"id":88385,"available":true,"link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/pamietac-spotykac-sie-ksztaltowac-przyszlosc\/","title":"Pami\u0119ta\u0107, spotyka\u0107 si\u0119, kszta\u0142towa\u0107 przysz\u0142o\u015b\u0107"}}},"nwb_fields":{"acf":{"post_podtytul":"Deutsche Minderheiten in Europa"},"featured_image":{"id":88379,"caption":"Ungarndeutsche Tanzgruppe.\nFoto: Stiftung Verbundenheit.","alt":"","source":"Stiftung Verbundenheit.","sizes":{"thumbnail":{"url":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/DO-grafiki-FB-150x150.jpeg","width":150,"height":150},"medium":{"url":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/DO-grafiki-FB-300x225.jpeg","width":300,"height":225},"large":{"url":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/DO-grafiki-FB-1024x768.jpeg","width":1024,"height":768},"full":{"url":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/DO-grafiki-FB.jpeg","width":2200,"height":1650}},"caption_text":"Ungarndeutsche Tanzgruppe."}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/88377","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/261"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=88377"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/88377\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":88384,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/88377\/revisions\/88384"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/88379"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=88377"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=88377"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=88377"},{"taxonomy":"redaktor","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/redaktor?post=88377"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}