{"id":87936,"date":"2026-10-16T05:00:16","date_gmt":"2026-10-16T03:00:16","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/?p=87936"},"modified":"2026-10-15T15:39:37","modified_gmt":"2026-10-15T13:39:37","slug":"lebendige-erinnerung-und-neue-herausforderungen-jubilaeum-der-allensteiner-gesellschaft-deutscher-minderheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/lebendige-erinnerung-und-neue-herausforderungen-jubilaeum-der-allensteiner-gesellschaft-deutscher-minderheit\/","title":{"rendered":"Lebendige Erinnerung und neue Herausforderungen \u2013 Jubil\u00e4um der Allensteiner Gesellschaft Deutscher Minderheit"},"content":{"rendered":"<p><strong>Musik, feierliche Reden, eine historische Ausstellung und ein Treffen der Generationen \u2013 mit diesem Programm begeht die Allensteiner Gesellschaft Deutscher Minderheit (AGDM) ihr 35-j\u00e4hriges Bestehen. Die Feierlichkeiten finden am 17. Oktober in der Ku\u017ania Spo\u0142eczna in der ul. Marka Kota\u0144skiego 1 in Allenstein statt. Sie bieten Gelegenheit, auf die langj\u00e4hrige Arbeit einer Organisation zur\u00fcckzublicken, die seit dreieinhalb Jahrzehnten Polen und Deutsche in Ermland und Masuren miteinander verbindet.<\/strong><!--more--><\/p>\n<p>Das 35-j\u00e4hrige Jubil\u00e4um bietet Anlass, auf den Weg zur\u00fcckzublicken, den die Gesellschaft seit ihrer Gr\u00fcndung im Jahre 1991 zur\u00fcckgelegt hat. Wie der Vorsitzende der Allensteiner Gesellschaft Deutscher Minderheit (AGDM), Piotr Dukat, betont, l\u00e4sst sich die Geschichte der Organisation in zwei wesentliche Etappen unterteilen.<\/p>\n<h2>Der Norden mit seiner reichen Geschichte<\/h2>\n<p>\u201eDie erste Phase umfasst die Jahre 1991 bis 2000. Anfangs trafen wir uns in der Privatwohnung unseres ersten Gr\u00fcnders, Herrn Walter Angrik. Sp\u00e4ter befand sich unser Sitz in der ul. Knosa\u0142y\u201c, erinnert sich Piotr Dukat.<\/p>\n<div id=\"attachment_87939\" style=\"width: 694px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-87939\" class=\"wp-image-87939 size-large\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/agdm1foto-684x1024.jpeg\" alt=\"\" width=\"684\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/agdm1foto-684x1024.jpeg 684w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/agdm1foto-200x300.jpeg 200w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/agdm1foto-768x1149.jpeg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/agdm1foto-1026x1536.jpeg 1026w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/agdm1foto.jpeg 1069w\" sizes=\"auto, (max-width: 684px) 100vw, 684px\" \/><p id=\"caption-attachment-87939\" class=\"wp-caption-text\">Offizielle Er\u00f6ffnung des ersten Sitzes in der Knosa\u0142y-Stra\u00dfe\/Gartenstra\u00dfe in Allenstein durch Gerhard Prengel; anwesend: Walter Angrik, Jan Biernatowski und Dietmar Dombrowski, 1991.<br \/>Quelle: Archiv der AGDM<\/p><\/div>\n<p>\u201eDie zweite Etappe unserer Geschichte reicht vom Jahr 2000 bis heute. Seitdem hat die Gesellschaft ihren Sitz im repr\u00e4sentativen Haus Kopernikus an der ul. Partyzant\u00f3w 3.\u201c<\/p>\n<p>Die Jubil\u00e4umsfeier in der Ku\u017ania Spo\u0142eczna wird ein abwechslungsreiches Kulturprogramm bieten. Dazu geh\u00f6ren Auftritte des erst vor zwei Jahren gegr\u00fcndeten Chors \u201eErmland Klang\u201c sowie des Streichquartetts Con Brio.<\/p>\n<p>\u201eDieses Jubil\u00e4um ist ein R\u00fcckblick auf die gesamte 35-j\u00e4hrige Geschichte unserer Gesellschaft\u201c, f\u00fcgt der Vorsitzende der Allensteiner Gesellschaft Deutscher Minderheit hinzu. \u201eDie Entwicklung einer Organisation l\u00e4sst sich mit dem Leben eines Menschen vergleichen. 35 Jahre sind eine lange Zeit. F\u00fcr unsere Gemeinschaft ist dies ein Beweis daf\u00fcr, dass der Verein stark war und weiterhin stark ist und auch schwierigere Zeiten \u00fcberstehen kann.\u201c<\/p>\n<h2>Die Wurzeln in Ermland und t\u00e4gliches Engagement<\/h2>\n<p>F\u00fcr viele Mitglieder entspringt ihr Engagement in der Arbeit der AGDM unmittelbar ihrer Identit\u00e4t und den in ihren Familien gepflegten Traditionen. Renata Ruci\u0144ska, langj\u00e4hrige Aktivistin, ehemalige B\u00fcroleiterin und Schatzmeisterin des Vereins, erinnert sich an ihre Anf\u00e4nge in der Organisation, der sie 1992 beitrat.<\/p>\n<p>\u201eIch bin in einer erml\u00e4ndischen Familie aufgewachsen, in der mehrere Generationen zusammenlebten. Bis zu meinem siebten Lebensjahr war Deutsch meine erste Sprache. Deshalb habe ich mich sehr gefreut, mich in die Arbeit des Vereins einbringen zu k\u00f6nnen\u201c, erz\u00e4hlt Renata Ruci\u0144ska. \u201eIch kannte die Mentalit\u00e4t der Menschen vor Ort und konnte konkrete Hilfe leisten, insbesondere f\u00fcr \u00e4ltere Menschen.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_87941\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-87941\" class=\"wp-image-87941 size-large\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/agdm3foto-1024x730.jpeg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"730\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/agdm3foto-1024x730.jpeg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/agdm3foto-300x214.jpeg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/agdm3foto-768x548.jpeg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/agdm3foto-1536x1095.jpeg 1536w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/agdm3foto-rotated.jpeg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><p id=\"caption-attachment-87941\" class=\"wp-caption-text\">Treffen der AGDM-Mitglieder im Vereinssitz in der Knosa\u0142y-Stra\u00dfe.<br \/>Quelle: Archiv der AGDM<\/p><\/div>\n<p>Eine besondere Rolle bei der Integration der Gemeinschaft spielten und spielen bis heute kulturelle und religi\u00f6se Initiativen wie die deutschsprachigen Sonntagsmessen in der Herz-Jesu-Kirche in Allenstein sowie das allj\u00e4hrlich stattfindende Kartoffelfest.<\/p>\n<p>\u201eUnser diesj\u00e4hriges Treffen fand am zweiten Sonntag des Monats statt und wurde mit einer deutschsprachigen Messe verbunden. Alle brachten selbst zubereitete Speisen mit, von denen die besten ausgezeichnet wurden. Nach dem Gottesdienst gingen wir gemeinsam ins Haus Kopernikus, wo wir bei Kaffee und Kuchen zusammensa\u00dfen. Es war eine rundum gelungene Veranstaltung\u201c, berichtet Renata Ruci\u0144ska.<\/p>\n<h2>Beitrag zur Kultur der Region<\/h2>\n<p>Die Bedeutung der Allensteiner Gesellschaft f\u00fcr das multikulturelle Erbe Ermlands und Masurens sch\u00e4tzt Joanna Wa\u0144kowska-Sobiesiak sehr hoch ein. Sie war 16 Jahre lang Beauftragte des Woiwoden f\u00fcr nationale und ethnische Minderheiten.<\/p>\n<p>\u201eDer Verein hat einen \u00e4u\u00dferst bedeutenden Beitrag zum Leben der Region geleistet. Er gab eine Zeitung heraus, gr\u00fcndete eine Tanzgruppe und ver\u00f6ffentlichte zahlreiche wertvolle B\u00fccher, die auf gro\u00dfes Interesse stie\u00dfen\u201c, betont Joanna Wa\u0144kowska-Sobiesiak.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eIch sage oft, dass wir eine Organisation sind, die Br\u00fccken zwischen zwei Nationen baut \u2013 der polnischen und der deutschen. Das ist von Anfang an das wichtigste Ziel unserer Arbeit.\u201c<br \/>\n<em>Piotr Dukat, Vorsitzender der Allensteiner Gesellschaft Deutscher Minderheit (AGDM)<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>\u201eErmland und Masuren sind eine multikulturelle Region, und die deutsche Minderheit ist hier seit jeher verwurzelt. Die nachfolgenden Generationen, die in dieser Region geboren wurden, profitierten vom Sprachunterricht und den kulturellen Veranstaltungen.&#8220; &#8211; sagte Wa\u0144kowska-Sobiesiak. &#8222;Mit der Zeit begannen sie selbst, f\u00fcr ihre Gemeinschaft zu schreiben und sich kreativ zu engagieren.\u201c<\/p>\n<p>Auf die Frage nach dem Generationenwechsel und der zunehmenden Auseinandersetzung mit der eigenen Identit\u00e4t verweist die ehemalige Beauftragte auf einen universellen Mechanismus.<\/p>\n<div id=\"attachment_87943\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-87943\" class=\"wp-image-87943 size-large\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/agdm4foto-1024x683.jpeg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"683\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/agdm4foto-1024x683.jpeg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/agdm4foto-300x200.jpeg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/agdm4foto-768x512.jpeg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/agdm4foto-1536x1024.jpeg 1536w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/agdm4foto-rotated.jpeg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><p id=\"caption-attachment-87943\" class=\"wp-caption-text\">Tag der nationalen Trauer auf dem Feldfriedhof an der Wojska-Polskiego-Stra\u00dfe, Anfang der 1990er Jahre.<br \/>Quelle: Archiv der AGDM<\/p><\/div>\n<p>\u201eErst wenn man vierzig wird, beginnt man sich wirklich f\u00fcr die eigenen Wurzeln zu interessieren. Man f\u00e4ngt an, \u00fcber die eigene Identit\u00e4t und die Familiengeschichte nachzudenken. Das ist ein ganz nat\u00fcrlicher Impuls, der uns alle betrifft \u2013 vorher fehlt uns daf\u00fcr schlichtweg die Zeit\u201c, stellt Joanna Wa\u0144kowska-Sobiesiak fest.<\/p>\n<h2>Immer in die Zukunft blicken<\/h2>\n<p>Die wichtigste Aufgabe, vor der die Gesellschaft in den kommenden Jahren steht, bleibt der Bau von Br\u00fccken zwischen den Generationen sowie die Bewahrung der Erinnerungen und Erfahrungen der \u00e4ltesten Bewohner der Region.<\/p>\n<p>\u201eEs leben noch Zeitzeugen, deren Wissen unbedingt genutzt werden sollte, um vergangene Ereignisse f\u00fcr die Nachwelt festzuhalten\u201c, appelliert Joanna Wa\u0144kowska-Sobiesiak. \u201eEs ist die letzte Gelegenheit, solange es noch nicht um Archivdokumente, sondern um lebendige Erz\u00e4hlungen von Menschen geht. Ich w\u00fcnsche dem Verein, dass er weiterhin B\u00fccher ver\u00f6ffentlicht, denn sie bleiben f\u00fcr immer als kulturelles Erbe des ganzen Landes erhalten.\u201c<\/p>\n<p>Diesen Worten schlie\u00dft sich der Wunsch von Renata Ruci\u0144ska an, den sie an den neuen Vorstand des Vereins richtet: \u201eIch w\u00fcnsche der Gesellschaft, dass sie noch m\u00f6glichst lange besteht und viele neue Projekte verwirklicht, die auch die j\u00fcngere Generation ansprechen. Der Vorstand ist inzwischen j\u00fcnger geworden, und es gibt neue, frische Ideen \u2013 so soll es weitergehen\u201c, fasst die ehemalige B\u00fcroleiterin der AGDM zusammen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Musik, feierliche Reden, eine historische Ausstellung und ein Treffen der Generationen \u2013 mit diesem Programm begeht die Allensteiner Gesellschaft Deutscher Minderheit (AGDM) ihr 35-j\u00e4hriges Bestehen. Die Feierlichkeiten finden am 17. Oktober in der Ku\u017ania Spo\u0142eczna in der ul. 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