{"id":87729,"date":"2026-10-10T18:25:39","date_gmt":"2026-10-10T16:25:39","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/?p=87729"},"modified":"2026-10-12T09:06:01","modified_gmt":"2026-10-12T07:06:01","slug":"deutsche-minderheit-beim-pilzesammeln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/deutsche-minderheit-beim-pilzesammeln\/","title":{"rendered":"Deutsche Minderheit beim Pilzesammeln"},"content":{"rendered":"<p><strong>Herbst, Regen und Sonne. Das ist die ideale Voraussetzung daf\u00fcr, dass die Pilze im Wald sprie\u00dfen. Und in diesem Jahr, 2026, gibt es wirklich besonders viele davon. Wir haben Menschen aus dem Umfeld der Deutschen Minderheit gefragt, wie es bei ihnen mit den Pilzen aussieht. Hier sind einige pers\u00f6nliche Geschichten.<\/strong><\/p>\n<h2><!--more--><br \/>\nRiesenschirmpilzschnitzel und gemeinsames Heiligabendessen<\/h2>\n<h4>Brygida Labisz \u2013 Vorsitzende des DFK Deschowitz und des Seniorenclubs Deschowitz<\/h4>\n<p>\u201eDieses Jahr war ich leider nicht Pilze sammeln, um ehrlich zu sein. Fr\u00fcher bin ich oft gegangen, letztes Jahr auch, aber jetzt habe ich mir das Schienbein gebrochen und trage seit drei Monaten eine Orthese. Ich w\u00fcrde sehr gerne hingehen, aber ich bin ans Haus gefesselt.<\/p>\n<div id=\"attachment_87732\" style=\"width: 640px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-87732\" class=\"size-large wp-image-87732\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Brygida-Labisz-\u2013-Vorsitzende-des-DFK-Deschowitz-und-des-Seniorenclubs-Deschowitz-630x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"630\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Brygida-Labisz-\u2013-Vorsitzende-des-DFK-Deschowitz-und-des-Seniorenclubs-Deschowitz-630x1024.jpg 630w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Brygida-Labisz-\u2013-Vorsitzende-des-DFK-Deschowitz-und-des-Seniorenclubs-Deschowitz-184x300.jpg 184w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Brygida-Labisz-\u2013-Vorsitzende-des-DFK-Deschowitz-und-des-Seniorenclubs-Deschowitz-768x1249.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Brygida-Labisz-\u2013-Vorsitzende-des-DFK-Deschowitz-und-des-Seniorenclubs-Deschowitz-944x1536.jpg 944w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Brygida-Labisz-\u2013-Vorsitzende-des-DFK-Deschowitz-und-des-Seniorenclubs-Deschowitz.jpg 1259w\" sizes=\"auto, (max-width: 630px) 100vw, 630px\" \/><p id=\"caption-attachment-87732\" class=\"wp-caption-text\">Brygida Labisz \u2013 Vorsitzende des DFK Deschowitz und des Seniorenclubs Deschowitz<br \/>Foto: DFK Deschowitz\/Facebook<\/p><\/div>\n<p>Letztes Jahr haben wir im Rahmen des Seniorenclubs einen Ausflug in die Gegend von Zawadzki unternommen. Wir waren 17 Personen, und es war wundersch\u00f6n. Meistens fahren wir genau dorthin, weil es dort die meisten Pilze gibt. Wir haben ganze K\u00f6rbe voll gesammelt: Schmierr\u00f6hrlinge, Filzr\u00f6hrlinge und Riesenschirmpilze.<\/p>\n<div id=\"attachment_87734\" style=\"width: 813px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-87734\" class=\"size-large wp-image-87734\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/561529137_1111480924530075_4156239477340253889_n-803x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"803\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/561529137_1111480924530075_4156239477340253889_n-803x1024.jpg 803w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/561529137_1111480924530075_4156239477340253889_n-235x300.jpg 235w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/561529137_1111480924530075_4156239477340253889_n-768x980.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/561529137_1111480924530075_4156239477340253889_n-1204x1536.jpg 1204w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/561529137_1111480924530075_4156239477340253889_n.jpg 1605w\" sizes=\"auto, (max-width: 803px) 100vw, 803px\" \/><p id=\"caption-attachment-87734\" class=\"wp-caption-text\">Seniorenclub Deschowitz beim Pilzesammeln 2025.<br \/>Foto: DFK Deschowitz\/Facebook<\/p><\/div>\n<p>Aus den Riesenschirmpilzen haben wir gleich nach unserer R\u00fcckkehr Schnitzel gemacht, und das war unser Festmahl. Die Senioren haben au\u00dferdem gemeinsam eine Pilzsuppe gekocht. Den Rest der Pilze haben wir getrocknet und eingefroren. Die getrockneten Pilze waren f\u00fcr Heiligabend gedacht, denn im Rahmen des Seniorenclubs feiern wir immer gemeinsam Heiligabend.\u201c<\/p>\n<h2>Pilze vom Familienausflug<\/h2>\n<h4>Edyta Gola \u2013 Mitglied des Sejmik der Woiwodschaft Oppeln, Fraktionsvorsitzende der Schlesischen Regionalpolitiker.<\/h4>\n<p>\u201eIch gehe eigentlich nicht Pilze sammeln, aber meine Tochter hat mich \u00fcberredet, also sind wir am Samstag in den Wald irgendwo in der N\u00e4he von Brosch\u00fctz gefahren. Es war eine sehr sch\u00f6ne Zeit f\u00fcr mich, die ich haupts\u00e4chlich mit meiner Tochter und meinem Enkel verbracht habe.<\/p>\n<div id=\"attachment_87736\" style=\"width: 778px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-87736\" class=\"wp-image-87736 size-large\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Edyta-Gola-\u2013-Mitglied-des-Sejmik-der-Woiwodschaft-Oppeln-Fraktionsvorsitzende-der-Schlesischen-Regionalpolitiker-768x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"768\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Edyta-Gola-\u2013-Mitglied-des-Sejmik-der-Woiwodschaft-Oppeln-Fraktionsvorsitzende-der-Schlesischen-Regionalpolitiker-768x1024.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Edyta-Gola-\u2013-Mitglied-des-Sejmik-der-Woiwodschaft-Oppeln-Fraktionsvorsitzende-der-Schlesischen-Regionalpolitiker-225x300.jpg 225w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Edyta-Gola-\u2013-Mitglied-des-Sejmik-der-Woiwodschaft-Oppeln-Fraktionsvorsitzende-der-Schlesischen-Regionalpolitiker-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Edyta-Gola-\u2013-Mitglied-des-Sejmik-der-Woiwodschaft-Oppeln-Fraktionsvorsitzende-der-Schlesischen-Regionalpolitiker.jpg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><p id=\"caption-attachment-87736\" class=\"wp-caption-text\">Edyta Gola \u2013 Mitglied des Sejmik der Woiwodschaft Oppeln, Fraktionsvorsitzende der Schlesischen Regionalpolitiker.<br \/>Foto: privat<\/p><\/div>\n<p>Wir haben nicht alles gesammelt. Manche Menschen nehmen jeden Pilz mit, den sie im Wald entdecken. Wir hingegen haben nur diejenigen gepfl\u00fcckt, die wirklich sch\u00f6n waren. Pilze, die angefressen oder unansehnlich waren, lie\u00dfen wir im Wald zur\u00fcck \u2013 als Nahrung f\u00fcr die Tiere. Wir haben Edelpilze und Filzr\u00f6hrlinge gesammelt, wobei ich mir nicht ganz sicher bin, ob diese Bezeichnungen zutreffend sind. Deshalb haben wir unsere Pilze einer Person zur Kontrolle gegeben, die sich ihrer Bestimmung zu hundert Prozent sicher ist. Denn bei Pilzen ist nicht zu spa\u00dfen.<\/p>\n<div id=\"attachment_87738\" style=\"width: 778px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-87738\" class=\"wp-image-87738 size-large\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Pilze-von-Edyta-Gola-768x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"768\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Pilze-von-Edyta-Gola-768x1024.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Pilze-von-Edyta-Gola-225x300.jpg 225w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Pilze-von-Edyta-Gola-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Pilze-von-Edyta-Gola.jpg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><p id=\"caption-attachment-87738\" class=\"wp-caption-text\">Korb mit Pilzen von Edyta Gola.<br \/>Foto: privat<\/p><\/div>\n<p>Ich habe sie im Backofen getrocknet. Wie das geht, habe ich im Internet nachgeschlagen. Am Montag gab es zum Mittagessen eine Pilzso\u00dfe, die sehr lecker war. Der Rest liegt jetzt in eingemachten Gl\u00e4sern und wartet darauf, verwendet zu werden. Das reicht sicher f\u00fcr drei Pilzsuppen.<\/p>\n<p>Vor ein paar Tagen war meine Tochter zum zweiten Mal im Wald. Sie sind erst am Nachmittag losgefahren, gegen 17 Uhr. \u201eDie sind verr\u00fcckt\u201c, dachte ich, also habe ich ihnen gesagt, sie sollen Taschenlampen mitnehmen, weil es schon sehr sp\u00e4t war. Aber meine Tochter hat einen gro\u00dfen, sehr gesunden Pilz gefunden, was selten vorkommt. Sie sind damit zu einem Bekannten gefahren, um ihn pr\u00fcfen zu lassen, und alles, was im Korb war, hat sich als gut erwiesen. Der Bekannte hat kein Problem damit, die Pilze zu pr\u00fcfen.\u201c<\/p>\n<h2>Im Wald z\u00e4hlt nicht nur ein voller Korb.<\/h2>\n<h4>Georg Jerzy Kuchnia \u2013 lokaler Sozialaktivist, Unternehmer, langj\u00e4hriger Vorsitzender des Ortsverbands DFK Vogtsdorf \u2013 Sczepanowitz in Oppeln<\/h4>\n<p>\u201eIch komme aus einem Dorf. Dort gab es keinen gro\u00dfen Wald, aber wenn man wollte, fand man immer ein bisschen Wald. Es fing mit Champignons auf einer Wiese an, auf der K\u00fche weideten. Richtig begeistert davon wurde ich vor etwa zw\u00f6lf Jahren, weil ich viel in Deutschland gearbeitet habe. Dort hatte man sonntagnachmittags frei und keine Hausarbeit, also fing es genau sonntags an. In Deutschland lie\u00df es sich besser sammeln, weil man im Wald nicht anderen Pilzsammlern auf den Fersen war. Und so ist es mir geblieben.<\/p>\n<div id=\"attachment_87740\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-87740\" class=\"size-large wp-image-87740\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Georg-1024x461.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"461\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Georg-1024x461.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Georg-300x135.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Georg-768x346.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Georg-1536x692.jpg 1536w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Georg.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><p id=\"caption-attachment-87740\" class=\"wp-caption-text\">Bei Georg Jerzy Kuchnia beginnt nach dem Sammeln die n\u00e4chste Arbeit: Pilze putzen, trocknen und f\u00fcr die kommenden Monate haltbar machen.<br \/>Foto: privat<\/p><\/div>\n<p>Ich halte mich nicht f\u00fcr einen Experten, aber ich bilde mich gerne weiter. Ich habe viele B\u00fccher \u00fcber Pilze gekauft und kenne mich damit recht gut aus. Au\u00dferdem verfolge ich das Geschehen im Internet und in Gruppen in den sozialen Medien. Es ist bei mir schon fast eine Sucht, aber ich gehe eher in den Wald, um mich zu entspannen. Es ist mir nicht wichtig, so viele Pilze wie m\u00f6glich zu sammeln. Ich freue mich, wenn ich etwas Sch\u00f6nes finde, aber manchmal komme ich auch nur mit f\u00fcnf Pilzen zur\u00fcck und bin trotzdem sehr zufrieden, weil ich 3 km gelaufen bin und frische Luft getankt habe.<\/p>\n<p>Nicht immer ist Zeit daf\u00fcr, aber ich versuche, zwei- bis dreimal im Jahr zu gehen. Ich bin selbstst\u00e4ndig, deshalb kann ich mir meine Zeit selbst einteilen. Ich fahre nicht gerne am Wochenende, wenn der Wald voller Menschen ist, deshalb w\u00e4hle ich den Mittwoch oder Donnerstag. Morgens fahre ich los, wenn es hell wird, damit ich den Rest des Tages habe, um die Pilze vorzubereiten.<\/p>\n<div id=\"attachment_87742\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-87742\" class=\"size-large wp-image-87742\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/georg-2-1024x461.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"461\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/georg-2-1024x461.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/georg-2-300x135.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/georg-2-768x346.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/georg-2-1536x692.jpg 1536w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/georg-2.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><p id=\"caption-attachment-87742\" class=\"wp-caption-text\">Ein seltener Fund im eigenen Garten: Georg Jerzy Kuchnia entdeckte einen Schwefelporling an seinem Kirschbaum \u2013 f\u00fcr ihn ein besonderer Pilz, den er auch kulinarisch zu sch\u00e4tzen wei\u00df.<br \/>Foto: privat<\/p><\/div>\n<p>Da ich am Stadrand von Oppeln wohne, und es in der N\u00e4he keinen Wald gibt, fahre ich mit dem Auto. Feste Orte habe ich nicht. Meistens fahre ich in die W\u00e4lder bei Proskau, manchmal in die Gegend von Turawa, Szczedrzik und Salzforst, gelegentlich auch nach Murow. Vom Parkplatz aus gehe ich nicht direkt in den Wald, sondern folge einem Weg 2 km weiter und betrete den Wald erst dort. Ich fahre nicht gerne allein, sondern schlage es immer jemandem vor, mitzukommen. Ein guter Freund von mir hat zwar schon Probleme beim Gehen, f\u00e4hrt aber immer gerne mit.<\/p>\n<div id=\"attachment_87744\" style=\"width: 471px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-87744\" class=\"size-large wp-image-87744\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/georg-3-461x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"461\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/georg-3-461x1024.jpg 461w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/georg-3-135x300.jpg 135w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/georg-3-768x1706.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/georg-3-692x1536.jpg 692w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/georg-3.jpg 922w\" sizes=\"auto, (max-width: 461px) 100vw, 461px\" \/><p id=\"caption-attachment-87744\" class=\"wp-caption-text\">Ein Prachtexemplar: Der Gemeine Schwefelporling aus Georg Kuchnias Garten bringt 663 Gramm auf die Waage.<br \/>Foto: privat<\/p><\/div>\n<p>Mein Lieblingspilz? Der Filzr\u00f6hrling, denn er ist in unserer Region am beliebtesten und w\u00e4chst hier am h\u00e4ufigsten. Ich freue mich riesig, wenn ich einen Edelpilz finde. Einmal in meinem Leben habe ich einen Edel-Reizker gefunden, den ich in Butter gebraten habe. Ich habe auch einen Gemeinen Schwefelporling zubereitet, der bei mir im Garten auf einem Kirschbaum gewachsen ist. Man nennt ihn \u201eHuhn aus dem Wald\u201c, und man bereitet ihn wie Kutteln zu. Ein Laie w\u00fcrde sagen, dass es sich um einen Porling handelt, aber es ist ein sehr leckerer Pilz.<\/p>\n<div id=\"attachment_87746\" style=\"width: 471px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-87746\" class=\"size-large wp-image-87746\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Georg-4-461x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"461\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Georg-4-461x1024.jpg 461w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Georg-4-135x300.jpg 135w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Georg-4-768x1706.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Georg-4-692x1536.jpg 692w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Georg-4.jpg 922w\" sizes=\"auto, (max-width: 461px) 100vw, 461px\" \/><p id=\"caption-attachment-87746\" class=\"wp-caption-text\">Zubereitet wie Kutteln: Der Gemeine Schwefelporling, im Volksmund \u201eHuhn aus dem Wald\u201c, k\u00f6chelt im Topf.<br \/>Foto: privat<\/p><\/div>\n<p>Die gesammelten Pilze muss man entweder trocknen oder einlegen. Meistens trockne ich sie, weil das am wenigsten Arbeit macht. Zweimal habe ich sie nach einem Rezept aus dem Internet eingelegt. Das ist nicht schwierig, erfordert aber mehr Zeit. Ein eigenes bew\u00e4hrtes Rezept habe ich nicht, diese Rezepte sind praktisch alle gleich.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eIch gehe eher in den Wald, um mich zu entspannen. Es ist mir nicht wichtig, so viele Pilze wie m\u00f6glich zu sammeln\u201d<\/p><\/blockquote>\n<p>Ich habe zwei Trockner gekauft, f\u00fcr den Fall, dass es viele Pilze geben sollte. Letzte Woche habe ich einen vollen Korb mitgebracht \u2013 viele Butterpilze und Maronenpilze \u2013, und beide Trockner waren voll. Ich stelle sie in die Werkstatt, und dort duftet es herrlich. Im Backofen m\u00fcsste ich sie langsam trocknen, und dann w\u00fcrde es eine Woche lang in der K\u00fcche nach Pilzen riechen.<\/p>\n<p>Ich bin der gr\u00f6\u00dfte Pilzliebhaber in der Familie, deshalb freue ich mich am meisten auf die Feiertage, um sie zu verarbeiten. Wir verwenden sie aber auch au\u00dferhalb der Feiertage, f\u00fcr Suppen, So\u00dfen und zu Fleischgerichten.\u201d<\/p>\n<h2>Die Buschterapie von Generation zu Generation weitergegeben<\/h2>\n<h4>Kryspin Cieplik \u2013 Lehrer, Trainer an der Miro Deutschen Fu\u00dfballschule, DFK Bodland-Aktivist; Vorsitzender der Deutschen Minderheit in der Gemeinde und im Landkreis Kreuzburg, Mitglied des Vorstands des SKGD auf Woiwodschaftsebene, Vorsitzender der Ratsfraktion im Stadtrat von Kreuzburg<\/h4>\n<p>\u201eMeine Leidenschaft f\u00fcr Pilze habe ich von meinem Vater geerbt. Als Kind sind wir immer als Familie Pilze sammeln gegangen \u2013 mit meinem Vater und meinen Br\u00fcdern \u2013, daher bin ich schon seit meiner Kindheit mit dem Wald verbunden. In meiner Familie gibt es viele J\u00e4ger, daher war das Pilzesammeln etwas ganz Selbstverst\u00e4ndliches. Niemand musste uns dazu zwingen. Wir sind im Wald aufgewachsen, deshalb m\u00f6gen wir ihn, und ich fahre in den Wald, um mich zu erholen. Ich nenne das Buschtherapie.<\/p>\n<div id=\"attachment_87748\" style=\"width: 778px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-87748\" class=\"wp-image-87748 size-large\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/WhatsApp-Image-2026-10-07-at-11.23.15-768x1024.jpeg\" alt=\"\" width=\"768\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/WhatsApp-Image-2026-10-07-at-11.23.15-768x1024.jpeg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/WhatsApp-Image-2026-10-07-at-11.23.15-225x300.jpeg 225w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/WhatsApp-Image-2026-10-07-at-11.23.15-1152x1536.jpeg 1152w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/WhatsApp-Image-2026-10-07-at-11.23.15.jpeg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><p id=\"caption-attachment-87748\" class=\"wp-caption-text\">&#8222;Buschtherapie\u201c: Kryspin Cieplik gibt sein Waldwissen an seine Kinder weiter.<br \/>Foto: privat<\/p><\/div>\n<p>Alles, was ich \u00fcber Pilze wei\u00df, habe ich von meinem Vater gelernt, der mir sein Wissen zu hundert Prozent weitergegeben hat. Jetzt gebe ich es an meine Kinder weiter. Ich benutze weder Bestimmungsb\u00fccher noch das Internet. Wenn jemand nicht wei\u00df, welche Pilze er sammeln soll, kann er zu mir kommen und fragen. Ich kann auch den Korb meiner Freunde \u00fcberpr\u00fcfen.<\/p>\n<p>Heute gehe ich haupts\u00e4chlich mit den Kindern Pilze sammeln. Manchmal fahren wir sogar zu dritt, drei Generationen zusammen. Mein Vater wohnt mitten im Wald, er hat ein F\u00f6rsterhaus. Dieses ganze Waldwissen wird an die n\u00e4chste Generation weitergegeben. Wir alle lieben den Wald.<\/p>\n<p>Ich habe eher feste Pl\u00e4tze, tief im Wald. Ich halte nicht am Stra\u00dfenrand an, sondern fahre weit in den Wald hinein. Anderen Pilzsammlern begegne ich nicht.<\/p>\n<div id=\"attachment_87750\" style=\"width: 472px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-87750\" class=\"size-large wp-image-87750\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/WhatsApp-Image-2026-10-07-at-11.29.19-462x1024.jpeg\" alt=\"\" width=\"462\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/WhatsApp-Image-2026-10-07-at-11.29.19-462x1024.jpeg 462w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/WhatsApp-Image-2026-10-07-at-11.29.19-135x300.jpeg 135w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/WhatsApp-Image-2026-10-07-at-11.29.19-768x1703.jpeg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/WhatsApp-Image-2026-10-07-at-11.29.19-693x1536.jpeg 693w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/WhatsApp-Image-2026-10-07-at-11.29.19.jpeg 920w\" sizes=\"auto, (max-width: 462px) 100vw, 462px\" \/><p id=\"caption-attachment-87750\" class=\"wp-caption-text\">Tief im Wald, wo keine anderen Pilzsammler hinkommen: Kryspin Cieplik tankt hier seine \u201eBuschtherapie\u201c.<br \/>Foto: privat<\/p><\/div>\n<p>Das l\u00e4sst sich nur schwer mit dem Alltag vereinbaren. Unter der Woche ist das unm\u00f6glich, denn von morgens bis abends bin ich besch\u00e4ftigt: in der Schule, im Stadtrat, bei Miro, beim DFK. Meistens bleibt nur der Sonntag \u00fcbrig. Morgens fahre ich selten hin, weil ich in die Kirche gehe. Daher fahre ich meistens nachmittags. Ich habe solche Stellen, an denen die Uhrzeit keine Rolle spielt. Theoretisch fahren morgens andere hin und sammeln alles ab, aber bei mir gibt es dieses Problem nicht. Sobald Zeit ist, fahren wir los.<\/p>\n<p>Meine Lieblingspilze sind Maronen-R\u00f6hrlinge, Edelpilze, Raufu\u00dfr\u00f6hrlinge und Schmierr\u00f6hrlinge, das h\u00e4ngt aber auch vom Wald ab. Und was dann? Meistens essen wir sie sofort, heute gibt es zum Mittagessen Pilzsuppe. Nach unserem Ausflug am Sonntag hatten wir einen ganzen Korb voll, sodass allein das Putzen und Sch\u00e4len 2,5 Stunden gedauert hat.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Herbst, Regen und Sonne. Das ist die ideale Voraussetzung daf\u00fcr, dass die Pilze im Wald sprie\u00dfen. Und in diesem Jahr, 2026, gibt es wirklich besonders viele davon. Wir haben Menschen aus dem Umfeld der Deutschen Minderheit gefragt, wie es bei ihnen mit den Pilzen aussieht. Hier sind einige pers\u00f6nliche Geschichten.<\/p>\n","protected":false},"author":12,"featured_media":87730,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[5625],"tags":[10660,10663,10662,10661,10658,10508,10659,10657],"redaktor":[6054],"class_list":["post-87729","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-kultur-de","tag-brygida-labisz","tag-edyta-gola-de","tag-jerzy-georg-kuchnia","tag-kryspin-cieplik","tag-nahrung","tag-pilze-de","tag-tiere","tag-wald","redaktor-manuela-leibig-de"],"acf":[],"nwb_translations":{"current":"de","available":["de","pl"],"translations":{"pl":{"id":87754,"available":true,"link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/mniejszosc-niemiecka-na-grzybobraniu\/","title":"Mniejszo\u015b\u0107 niemiecka na grzybobraniu"}}},"nwb_fields":{"acf":{"post_podtytul":"Waldtherapie, das hei\u00dft\u2026"},"featured_image":{"id":87730,"caption":"Ein gro\u00dfer Pilz ragt aus dem trockenen Herbstgras \u2013 ein sch\u00f6ner Fund und ein Sinnbild f\u00fcr die Freude am Pilzesammeln.\nFoto: privat","alt":"","source":"privat","sizes":{"thumbnail":{"url":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/IMG_6865-scaled-e1791788736243-150x150.jpeg","width":150,"height":150},"medium":{"url":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/IMG_6865-scaled-e1791788736243-300x169.jpeg","width":300,"height":169},"large":{"url":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/IMG_6865-scaled-e1791788736243-1024x578.jpeg","width":1024,"height":578},"full":{"url":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/IMG_6865-scaled-e1791788736243.jpeg","width":1920,"height":1084}},"caption_text":"Ein gro\u00dfer Pilz ragt aus dem trockenen Herbstgras \u2013 ein sch\u00f6ner Fund und ein Sinnbild f\u00fcr die Freude am Pilzesammeln."}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/87729","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/12"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=87729"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/87729\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":87761,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/87729\/revisions\/87761"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/87730"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=87729"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=87729"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=87729"},{"taxonomy":"redaktor","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/redaktor?post=87729"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}