{"id":87573,"date":"2026-10-08T11:15:00","date_gmt":"2026-10-08T09:15:00","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/?p=87573"},"modified":"2026-10-08T12:31:33","modified_gmt":"2026-10-08T10:31:33","slug":"termin-fuer-die-naechste-sitzung-des-deutsch-polnischen-runden-tisches-steht-fest","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/termin-fuer-die-naechste-sitzung-des-deutsch-polnischen-runden-tisches-steht-fest\/","title":{"rendered":"Termin f\u00fcr die n\u00e4chste Sitzung des deutsch-polnischen Runden Tisches steht fest"},"content":{"rendered":"<p><strong>Der deutsch-polnische Runde Tisch soll am 20. Januar 2027 in Warschau wieder zusammenkommen. Das vereinbarten die Co-Vorsitzenden des Formats bei einem Treffen in Berlin. Es w\u00e4re die erste Sitzung seit mehr als sieben Jahren.<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>In Berlin kamen vergangene Woche die Co-Vorsitzenden des deutsch-polnischen Runden Tisches zusammen. Dabei wurde der Termin f\u00fcr das n\u00e4chste offizielle Treffen festgelegt, wie der Aussiedler- und Minderheitenbeauftragte der Bundesregierung, Bernd Fabritius, mitteilte.<\/p>\n<p>Neben Fabritius nahmen auf deutscher Seite der Parlamentarische Staatssekret\u00e4r beim Bundesminister des Innern, Christoph de Vries, sowie der deutsche Botschafter in Warschau, Miguel Berger, an dem Treffen teil. Die polnische Seite war durch den Staatssekret\u00e4r im Au\u00dfenministerium, W\u0142adys\u0142aw Teofil Bartoszewski, und den Staatssekret\u00e4r im Ministerium f\u00fcr Inneres und Verwaltung, Tomasz Szyma\u0144ski, vertreten. Auch der Gesch\u00e4ftstr\u00e4ger ad interim der Republik Polen in Deutschland, Jan Tombi\u0144ski, war anwesend. Die Atmosph\u00e4re wurde als freundschaftlich und konstruktiv beschrieben.<\/p>\n<p>Mit der Ank\u00fcndigung des neuen Sitzungstermins endet eine l\u00e4ngere Phase der Unsicherheit \u00fcber die Zukunft des Formats. Zuletzt war der Runde Tisch 2019 zur Zeit der damaligen PiS-Regierung zusammengekommen. Der Verband der Deutschen sozial-kulturellen Gesellschaften in Polen (VdG) hatte dieses Treffen in einer <a href=\"https:\/\/vdg.pl\/de\/35-jahrestag-der-unterzeichnung-des-deutsch-polnischen-vertrags-ueber-gute-nachbarschaft-und-freundschaftliche-zusammenarbeit-resolution-zur-wiederaufnahme-der-arbeit-des-deutsch-polnischen-runden\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Resolution<\/a> im vergangenen Jahr als \u201eh\u00f6chst unbefriedigend\u201c bezeichnet.<\/p>\n<h2>Neustart nach jahrelanger Pause<\/h2>\n<p>Bereits bei den deutsch-polnischen Regierungskonsultationen 2024 wurde eine Wiederbelebung des Runden Tisches angesto\u00dfen. Dass es zwei Jahre dauerte, bis ein Datum f\u00fcr die n\u00e4chste Sitzung feststand, d\u00fcrfte auch mit dem Anspruch zusammenh\u00e4ngen, die Voraussetzungen f\u00fcr einen konstruktiven Dialog sorgf\u00e4ltig vorzubereiten.<\/p>\n<blockquote><p>Der deutsch-polnische Runde Tisch soll am 20. Januar 2027 in Warschau wieder zusammenkommen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Knut Abraham, der Polenbeauftragte der Bundesregierung, betonte im VdG-Podcastformat <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=Pw5tfR3WsZE\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">LAUT GEDACHT<\/a> im Juni die Bedeutung einer gr\u00fcndlichen Vorbereitung. Mit Blick auf die konfrontative Atmosph\u00e4re der letzten Sitzung im Jahr 2019 sagte er: \u201eUnd das darf sich auf keinen Fall wiederholen. Sondern die Belastbarkeit der Atmosph\u00e4re muss vorher ausgetestet werden.\u201c Aus seiner Sicht soll damit sichergestellt werden, dass die Gespr\u00e4che zu positiven Ergebnissen f\u00fchren.<\/p>\n<p>Vor diesem Hintergrund kann der nun vereinbarte Termin als Zeichen gewertet werden, dass die Gespr\u00e4che zwischen der deutschen und der polnischen Seite vorankommen. Bereits Ende August hatte sich Fabritius in Warschau mit Tomasz Szyma\u0144ski getroffen. Dabei betonte der Aussiedler- und Minderheitenbeauftragte die verbindende Rolle der deutschen Minderheit in Polen und der Polonia in Deutschland: \u201eSie sind die Br\u00fcckenbauer zwischen unseren Gesellschaften. Die F\u00f6rderung dieser Br\u00fccke ist im Interesse beider L\u00e4nder.\u201c<\/p>\n<p>Grundlage f\u00fcr die Beratungen im Januar sollen die Anliegen sein, die die deutsche Minderheit in Polen sowie Organisationen der polnischst\u00e4mmigen Bev\u00f6lkerung und der Polen in Deutschland im Vorfeld eingebracht haben.<\/p>\n<h2>Runder Tisch seit 2010<\/h2>\n<p>Der deutsch-polnische Runde Tisch wurde 2010 ins Leben gerufen. Ziel war es, die Umsetzung der Bestimmungen des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrags voranzubringen, die die deutsche Minderheit in Polen und die Polonia in Deutschland betreffen.<\/p>\n<p>Die Verhandlungen der Jahre 2010 und 2011 unter Leitung von Christoph Bergner und Tomasz Siemoniak m\u00fcndeten 2011 in die Gemeinsame Erkl\u00e4rung des Runden Tisches. Sie konkretisierte insbesondere die allgemein gehaltenen Artikel 20 und 21 des Nachbarschaftsvertrags. Zu den Ergebnissen geh\u00f6rten unter anderem die Gr\u00fcndung des Dokumentations- und Ausstellungszentrums der Deutschen in Polen sowie des Forschungszentrums der deutschen Minderheit (CBMN).<\/p>\n<div id=\"attachment_87578\" style=\"width: 2570px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-87578\" class=\"size-full wp-image-87578\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/runder-tisch-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"1707\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/runder-tisch-scaled.jpg 2560w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/runder-tisch-300x200.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/runder-tisch-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/runder-tisch-768x512.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/runder-tisch-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/runder-tisch-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px\" \/><p id=\"caption-attachment-87578\" class=\"wp-caption-text\">Im Jahr 2011 unterzeichneten Vertreter beider Regierungen sowie der deutschen Minderheit und der Polonia in Deutschland eine gemeinsame Erkl\u00e4rung.<br \/>Foto: Archiv<\/p><\/div>\n<p>Nach der Ver\u00f6ffentlichung der Gemeinsamen Erkl\u00e4rung wurde der Dialog im Rahmen des Runden Tisches fortgesetzt. Die weiteren Treffen dienten unter anderem dazu, die Umsetzung der darin vereinbarten Ma\u00dfnahmen zu \u00fcberpr\u00fcfen. Im Vergleich zur ersten Verhandlungsphase von 2010 und 2011 entwickelte das Format in den folgenden Jahren jedoch weniger Dynamik. F\u00fcr ihr besonderes Engagement bei den Verhandlungen von 2010 und 2011, die in der Gemeinsamen Erkl\u00e4rung des Runden Tisches m\u00fcndeten, wurden Christoph Bergner und Tomasz Siemoniak in diesem Jahr mit der <a href=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/goldene-bruecken-des-dialogs-fuer-bergner-und-siemoniak\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Goldenen Br\u00fccke des Dialogs<\/a> ausgezeichnet.<\/p>\n<p>Als bei den deutsch-polnischen Regierungskonsultationen im Juli 2024 die Wiederbelebung des Runden Tisches angesto\u00dfen wurde, war dies auch mit der Hoffnung verbunden, die n\u00e4chste Sitzung noch im 35. Jubil\u00e4umsjahr des Nachbarschaftsvertrages abhalten zu k\u00f6nnen. Nun soll es im Januar 2027 so weit sein. Entscheidend d\u00fcrfte aber vor allem sein, dass der Dialog nach der langen Unterbrechung wieder aufgenommen wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der deutsch-polnische Runde Tisch soll am 20. Januar 2027 in Warschau wieder zusammenkommen. Das vereinbarten die Co-Vorsitzenden des Formats bei einem Treffen in Berlin. 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