{"id":87456,"date":"2026-10-07T10:00:48","date_gmt":"2026-10-07T08:00:48","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/?p=87456"},"modified":"2026-10-07T09:49:31","modified_gmt":"2026-10-07T07:49:31","slug":"von-nena-bis-jelinek-deutschland-und-oesterreich-in-oppeln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/von-nena-bis-jelinek-deutschland-und-oesterreich-in-oppeln\/","title":{"rendered":"Von Nena bis Jelinek: Deutschland und \u00d6sterreich in Oppeln"},"content":{"rendered":"<p><strong>Zu den 23. Deutschen Kulturtagen im Oppelner Schlesien zeigt die \u00d6sterreich-Bibliothek Deutschland von weniger bekannten Seiten. Auf dem Programm stehen Workshops f\u00fcr Schulklassen, Vortr\u00e4ge und ein Symposium \u00fcber die Schriftstellerin Elfriede Jelinek.<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Wo wurde Wolfgang Amadeus Mozart geboren? Wer ist der aktuelle Bundespr\u00e4sident \u00d6sterreichs? Und welche Spezialit\u00e4ten sind typisch f\u00fcr Wien? Mit diesen Fragen besch\u00e4ftigte sich am Donnerstag, dem 1. Oktober, eine Schulklasse aus Breslau in der \u00d6sterreich-Bibliothek in Oppeln.<\/p>\n<p>Die Sch\u00fcler f\u00fcllten einen \u201e\u00d6sterreich-Pass\u201c aus, der Wissenswertes \u00fcber das Alpenland zusammenfasst. Anschlie\u00dfend konnten die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler Fragen stellen. Dabei zeigte sich: Einige der Jugendlichen waren bereits in \u00d6sterreich \u2013 vor allem zum Skifahren.<\/p>\n<p>Der Workshop ist Teil des Programms, mit dem sich die \u00d6sterreich-Bibliothek an den 23. Deutschen Kulturtagen im Oppelner Schlesien beteiligt. Die Veranstaltungen finden den gesamten Oktober \u00fcber statt. Bier, Autos, Oktoberfest: Das sind Stichworte, die viele Menschen auch in Polen mit Deutschland verbinden. Monika W\u00f3jcik-Bednarz, Leiterin der \u00d6sterreich-Bibliothek, m\u00f6chte dieses Bild mit Angeboten f\u00fcr Schulklassen und Erwachsene erweitern.<\/p>\n<p>Veranstalter der Kulturtage ist die Sozial-Kulturelle Gesellschaft der Deutschen im Oppelner Schlesien (SKGD) gemeinsam mit zahlreichen Partnern aus Kultur, Bildung und Wirtschaft. Gef\u00f6rdert werden die Kulturtage unter anderem vom Bundesministerium des Innern, der Regionalverwaltung und der Stadt Oppeln sowie vom Partnerland Rheinland-Pfalz.<\/p>\n<div id=\"attachment_87462\" style=\"width: 2570px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-87462\" class=\"size-full wp-image-87462\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Bild-2-1-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"1928\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Bild-2-1-scaled.jpg 2560w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Bild-2-1-300x226.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Bild-2-1-1024x771.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Bild-2-1-768x578.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Bild-2-1-1536x1157.jpg 1536w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Bild-2-1-2048x1542.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px\" \/><p id=\"caption-attachment-87462\" class=\"wp-caption-text\">Die Sch\u00fcler lernten, wie \u00d6sterreich aufgebaut ist und welche Sehensw\u00fcrdigkeiten es gibt.<br \/>Foto: Mika Ballhausen<\/p><\/div>\n<h2>Deutschland jenseits der Stereotype<\/h2>\n<p>Dass die \u00d6sterreich-Bibliothek auch Deutschland vorstellt, hat Tradition. Zum Auftakt der Kulturtage biete die Bibliothek stets eine Veranstaltung an, die an den Tag der Deutschen Einheit ankn\u00fcpft, sagt W\u00f3jcik-Bednarz. In diesem Jahr ist es der Vortrag \u201eMehr als Oktoberfest \u2013 Deutschland entdecken\u201c am 2. Oktober, der auf Polnisch gehalten wird.<\/p>\n<p>\u201eWir wollen Deutschland ein bisschen pr\u00e4sentieren, f\u00fcr junge Leute, aber auch f\u00fcr Erwachsene, damit sie sich ein Bild machen k\u00f6nnen, das \u00fcber die \u00fcblichen Stereotype hinausgeht\u201c, erkl\u00e4rt die Bibliotheksleiterin. \u201eDeutschland ist ein Nachbarland, das viele nicht kennen, aber viele behaupten, viel davon zu wissen\u201c, sagt sie lachend.<\/p>\n<p>Bei einem Vortrag mit dem Titel \u201eTypisch deutsch?\u201c im vergangenen Jahr habe sie festgestellt, dass sich die Vorstellungen von Deutschland bei Jugendlichen und Erwachsenen vielfach \u00e4hnelten. Auf die Frage, was sie mit Deutschland verb\u00e4nden, k\u00e4men h\u00e4ufig dieselben Antworten: Bier, Oktoberfest und Autos. \u201eIch denke, das Bild revidiert sich, wenn man mal in das Land kommt\u201c, sagt W\u00f3jcik-Bednarz.<\/p>\n<p>F\u00fcr Schulklassen bietet die Bibliothek den gesamten Oktober \u00fcber zweisprachige Literatur- und Sprachworkshops an, die nach Vereinbarung stattfinden. Zur Auswahl stehen M\u00e4rchen im Kamishibai-Erz\u00e4hltheater, etwa \u201eDie Bremer Stadtmusikanten\u201c und \u201eDer Froschk\u00f6nig\u201c, sowie Workshops zu Michael Endes \u201eTranquilla Trampeltreu\u201c, Marcus Pfisters \u201eDer Regenbogenfisch in Gefahr\u201c und \u201eRumpelstilzchen\u201c der Gebr\u00fcder Grimm.<\/p>\n<p>Dazu gibt es Aufgaben und Arbeitsbl\u00e4tter, Quizze und Memory-Spiele. \u201eDie Schulen k\u00f6nnen das Thema und den Termin selbst w\u00e4hlen\u201c, erl\u00e4utert W\u00f3jcik-Bednarz. Bereits vor dem Start seien zahlreiche Anmeldungen eingegangen. Die Bibliothek bietet viele der Themen-Workshops au\u00dferdem als Online-Webinare an. Die Schulen k\u00f6nnen sich dabei direkt aus dem Klassenraum zuschalten.<\/p>\n<h2>Deutsch als Pluspunkt<\/h2>\n<p>Die Klasse aus Breslau kam mit ihren Deutschlehrerinnen Lucyna Seredy\u0144ska und Joanna Walcerz von der Szko\u0142a Podstawowa \u201eParnas\u201c nach Oppeln. Seredy\u0144ska engagiert sich im Polnischen Deutschlehrerverband, kennt die Bibliotheksleiterin W\u00f3jcik-Bednarz aus Fortbildungen und war bereits mehrfach mit Sch\u00fclern in der Oppelner \u00d6sterreich-Bibliothek.<\/p>\n<p>Der Besuch verbindet den Workshop mit einem Ausflug. Dabei steht das Mietshaus im Museum des Oppelner Schlesiens auf dem Programm, in dem Wohnungen aus verschiedenen Epochen eingerichtet sind. F\u00fcr die Lehrkr\u00e4fte sei der Tag \u201eauch eine Abwechslung\u201c, erz\u00e4hlt Seredy\u0144ska. Besonders die Wohnung aus der Zeit der Volksrepublik Polen begeistere junge Leute, sagt auch W\u00f3jcik-Bednarz. Das M\u00f6beldesign jener Jahre sei bei Jugendlichen derzeit \u201eein Supertrend\u201c.<\/p>\n<p>\u201eAuch in Breslau ist Deutsch schon wichtig, auch historisch und kulturell. In unserer Schule lernen die Sch\u00fcler gerne Deutsch, obwohl Englisch nat\u00fcrlich immer noch die erste Fremdsprache ist. Bei uns haben die Sch\u00fcler drei Stunden Deutschunterricht pro Woche\u201c, erz\u00e4hlt Seredy\u0144ska.<\/p>\n<div id=\"attachment_87460\" style=\"width: 2570px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-87460\" class=\"wp-image-87460 size-full\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Bild-1-4-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"1928\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Bild-1-4-scaled.jpg 2560w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Bild-1-4-300x226.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Bild-1-4-1024x771.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Bild-1-4-768x578.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Bild-1-4-1536x1157.jpg 1536w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Bild-1-4-2048x1542.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px\" \/><p id=\"caption-attachment-87460\" class=\"wp-caption-text\">Die Lehrerinnen aus Breslau mit der Bibliotheksleiterin (v. li.: Lucyna Seredy\u0144ska, Joanna Walcerz, Monika W\u00f3jcik-Bednarz) Foto: Mika Ballhausen<\/p><\/div>\n<p>Den praktischen Nutzen versucht Joanna Walcerz auch ihren Sch\u00fclern zu vermitteln. Viele Unternehmen der IT-Branche seien deutsche oder Schweizer Firmen. Gearbeitet werde dort meist auf Englisch, doch bei der Einstellung k\u00f6nne Deutsch ein zus\u00e4tzlicher Vorteil sein: \u201eEnglisch ist ein Muss, und Deutsch ist ein Plus. Wenn ihr euch f\u00fcr Informatik interessiert, dann lernt bitte Deutsch, dann werdet ihr sofort angestellt\u201c, sage sie ihren Sch\u00fclern immer.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eEnglisch ist ein Muss und Deutsch ist ein Plus\u201c<\/p><\/blockquote>\n<h2>Sprache durch Kultur erleben<\/h2>\n<p>Bibliotheksleiterin W\u00f3jcik-Bednarz sieht in der Kultur auch einen Zugang zur Sprache. \u201eWenn man die Sprache lernt, muss man auch die Kultur kennen\u201c, sagt sie. Literatur und Traditionen k\u00f6nnten ein Land in seiner Vielfalt zeigen. \u201eDas motiviert die Leute auch, vielleicht mal hinzufahren und sich das Land anzusehen.\u201c<\/p>\n<p>Dabei h\u00e4tten sich die Voraussetzungen f\u00fcr das Deutschlernen ver\u00e4ndert. \u201eVor 25 bis 30 Jahren war das Bed\u00fcrfnis, die deutsche Sprache zu lernen, noch viel gr\u00f6\u00dfer als jetzt\u201c, sagt W\u00f3jcik-Bednarz. Fr\u00fcher habe man sich bereits \u00fcber deutsches Fernsehen gefreut, heute gebe es Apps, Internet und g\u00fcnstige Reisem\u00f6glichkeiten. Apps seien zwar ein Hilfsmittel, beim Sprachenlernen komme es aber weiterhin auf den pers\u00f6nlichen Austausch an: \u201eDa muss man produktiv mit jemandem sprechen\u201c, meint die Bibliotheksleiterin. Genau darum geht es am 7. Oktober um 17 Uhr beim Vortrag \u201eVon der App bis zum Gespr\u00e4ch \u2013 wie lassen sich neue Technologien und bew\u00e4hrte alte Methoden zum Deutschlernen nutzen?\u201c.<\/p>\n<p>Am 15. Oktober um 10 Uhr stehen Sprache und Musik im Mittelpunkt. Unter dem Titel \u201e99 Luftballons \u2013 Musik made in Germany\u201c soll der Vortrag Wendepunkte der deutschen Musik nachzeichnen und zeigen, welchen Einfluss sie auf die Sprache hatten.<\/p>\n<p>\u00dcber Lieder k\u00f6nne man nebenbei auch Vokabeln lernen. \u201eDas ist super, wenn man in ein Land kommt und schon die Lieder mitsingen kann\u201c, meint W\u00f3jcik-Bednarz. Bereits zu kommunistischer Zeit seien Songs aus dem Westen in Polen \u00fcber verschiedene Schlagerlisten bekannt gewesen. \u201eNena ist bis heute in vielen Medien zu h\u00f6ren.\u201c<\/p>\n<h2>Jelinek und die deutschsprachige Literatur<\/h2>\n<p>Den \u00f6sterreichischen Akzent setzt am 20. Oktober ein Symposium \u00fcber die Schriftstellerin Elfriede Jelinek, die an diesem Tag 80 Jahre alt wird. \u201eJelinek heute \u2013 Aktualit\u00e4t einer unbequemen Stimme\u201c findet von 11 bis 14 Uhr im Veranstaltungssaal der Woiwodschaftsbibliothek (ul. Piastowska 18) statt.<\/p>\n<p>Die Veranstaltung geh\u00f6rt zur internationalen Reihe \u201eWelt.Autorin.Jelinek\u201c und wird von der \u00d6sterreich-Bibliothek gemeinsam mit der Universit\u00e4t Oppeln organisiert. Vorgestellt werden ein Projekt und ein Film von Germanistikstudenten der Universit\u00e4t. Au\u00dferdem gibt es ein Gespr\u00e4ch mit Markus Schnabl vom POLENTE VERLAG \u00fcber zeitgen\u00f6ssische polnische Literatur im deutschsprachigen Raum. Es sind au\u00dferdem Literaturwissenschaftler aus mehreren St\u00e4dten eingeladen, um \u00fcber die Rezeption von Jelineks Werken in Polen zu sprechen.<\/p>\n<h2>Hedwig als Bindeglied zwischen Polen und Deutschland<\/h2>\n<p>Die Heilige Hedwig von Schlesien steht am 27. Oktober um 16 Uhr im Mittelpunkt eines weiteren Vortrags. Seniorbischof Jan Kopiec spricht in der Woiwodschaftsbibliothek \u00fcber \u201eeine reife Christin und eine vollkommene Herrscherin\u201c. In die Veranstaltung einf\u00fchren und sie moderieren wird die Germanistikprofessorin Gabriela Jelitto-Piechulik von der Universit\u00e4t Oppeln.<\/p>\n<p>\u201eHedwig ist eine Art Bindeglied zwischen Deutschland und Polen, in positivem Sinne\u201c, sagt W\u00f3jcik-Bednarz. Hedwig stammte aus einem bayerischen Adelsgeschlecht und heiratete den schlesischen Piasten Heinrich I. den B\u00e4rtigen. \u201eDer Einfluss auf Schlesien war nicht allein durch Konflikte, sondern auch durch den Austausch von Technologien und kulturellen Impulsen gepr\u00e4gt\u201c, erkl\u00e4rt W\u00f3jcik-Bednarz.<\/p>\n<div id=\"attachment_87464\" style=\"width: 1764px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-87464\" class=\"size-full wp-image-87464\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Programmuebersicht.jpg\" alt=\"\" width=\"1754\" height=\"708\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Programmuebersicht.jpg 1754w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Programmuebersicht-300x121.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Programmuebersicht-1024x413.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Programmuebersicht-768x310.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Programmuebersicht-1536x620.jpg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 1754px) 100vw, 1754px\" \/><p id=\"caption-attachment-87464\" class=\"wp-caption-text\">Das Programm der \u00d6sterreich-Bibliothek anl\u00e4sslich der Deutschen Kulturtage.<br \/>Grafik: Mika Ballhausen<\/p><\/div>\n<p>Alle Veranstaltungen der Bibliothek sind kostenlos, eine Anmeldung ist erforderlich: unter Tel. +48 77 40 66 404 oder per E-Mail an ba@wbp.opole.pl.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zu den 23. 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