{"id":87357,"date":"2026-10-03T17:00:08","date_gmt":"2026-10-03T15:00:08","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/?p=87357"},"modified":"2026-10-02T15:35:23","modified_gmt":"2026-10-02T13:35:23","slug":"tag-der-deutschen-einheit-9-november-1989-bis-3-oktober-1990-zehn-monate-bis-zur-einheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/tag-der-deutschen-einheit-9-november-1989-bis-3-oktober-1990-zehn-monate-bis-zur-einheit\/","title":{"rendered":"9. November 1989 bis 3. Oktober 1990 \u2013 Zehn Monate bis zur Einheit"},"content":{"rendered":"<p><strong>Vom Fall der Berliner Mauer bis zur deutschen Einheit vergingen nicht einmal elf Monate. Doch wann wurde aus der lange abstrakten Idee der Wiedervereinigung ein konkreter politischer Plan \u2013 und wann stand fest, dass Deutschland am 3. Oktober 1990 wiedervereinigt sein w\u00fcrde?<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>In der Nacht zum 10. November 1989 fiel die Berliner Mauer. Nicht einmal elf Monate sp\u00e4ter war Deutschland wiedervereinigt. Am 3. Oktober 1990 trat die DDR dem Geltungsbereich des Grundgesetzes bei. Die f\u00fcnf neu gebildeten L\u00e4nder Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Th\u00fcringen wurden Teil der Bundesrepublik.<\/p>\n<p>Wie aber konnte sich in so kurzer Zeit aus einer jahrzehntelang kaum realisierbaren politischen Vision ein konkreter Plan entwickeln? Und wann war eigentlich klar, dass die deutsche Einheit tats\u00e4chlich kommen w\u00fcrde?<\/p>\n<p>Ein Blick in die Tageb\u00fccher von Horst Teltschik, dem au\u00dfen- und sicherheitspolitischen Berater von Bundeskanzler Helmut Kohl, zeigt, wie offen die Entwicklung zun\u00e4chst war. Zugleich wird deutlich, wie schnell sich die politischen M\u00f6glichkeiten im Herbst 1989 und im Fr\u00fchjahr 1990 ver\u00e4nderten.<\/p>\n<h2>Mauerfall, Fluchtbewegung und der Zerfall des Ostblocks<\/h2>\n<p>Die Voraussetzungen f\u00fcr die dramatischen Ver\u00e4nderungen des Jahres 1989 hatten sich bereits zuvor entwickelt. In Polen begann im Februar 1989 der Runde Tisch zwischen der kommunistischen Regierung und der oppositionellen Solidarno\u015b\u0107. Im Juni fanden die ersten teilweise freien Wahlen statt. In Ungarn begann die Regierung im Mai mit dem Abbau der Grenzanlagen zu \u00d6sterreich. Tausende DDR-B\u00fcrger nutzten im Sommer die M\u00f6glichkeit, \u00fcber Ungarn und andere osteurop\u00e4ische Staaten in den Westen auszureisen.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eDas Rad der Geschichte dreht sich schneller.\u201c<br \/>\n<em>Helmut Kohl<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Auch in der DDR geriet die politische F\u00fchrung zunehmend unter Druck. W\u00e4hrend die Staats- und Parteif\u00fchrung im Oktober noch den 40. Jahrestag der DDR feierte, gingen immer mehr Menschen auf die Stra\u00dfe. Erich Honecker trat am 18. Oktober zur\u00fcck. Am 4. November demonstrierten auf dem Berliner Alexanderplatz Hunderttausende f\u00fcr politische Ver\u00e4nderungen.<\/p>\n<p>Dann kam der 9. November.<\/p>\n<p>Nach einer missverst\u00e4ndlichen \u00c4u\u00dferung des SED-Politikers G\u00fcnter Schabowski zu einer neuen Reiseregelung \u00f6ffneten die DDR-Grenzposten noch am selben Abend die \u00dcberg\u00e4nge nach West-Berlin. Der Fall der Mauer wurde zum Symbol f\u00fcr den Zusammenbruch der deutschen Teilung.<\/p>\n<p>Damit ver\u00e4nderte sich auch die Frage nach der deutschen Einheit. Was w\u00e4hrend des Kalten Krieges h\u00e4ufig wie ein fernes politisches Ziel gewirkt hatte, wurde pl\u00f6tzlich zu einer konkreten M\u00f6glichkeit.<\/p>\n<h2>Hoffnung \u2013 und Sorge in Bonn<\/h2>\n<p>Die Reaktionen in der Bundesregierung waren allerdings nicht nur von Euphorie gepr\u00e4gt. Bundeskanzler Helmut Kohl befand sich am Abend des 9. November zu einem Staatsbesuch in Polen. Sein au\u00dfen- und sicherheitspolitischer Berater Horst Teltschik beschreibt in seinen Tageb\u00fcchern die Stimmung zwischen Hoffnung und Sorge: Hoffnung, dass nun das Ende des SED-Regimes begonnen habe \u2013 aber auch die Bef\u00fcrchtung, dass eine neue Massenflucht die Bundesrepublik vor erhebliche Probleme stellen k\u00f6nnte. Noch am Vortag waren mehr als 11.000 DDR-B\u00fcrger in die Bundesrepublik gekommen.<\/p>\n<div id=\"attachment_87362\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-87362\" class=\"size-large wp-image-87362\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Vietinghoff-Berlin-Mauerfall-2-10-November-1989-1024x684.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"684\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Vietinghoff-Berlin-Mauerfall-2-10-November-1989-1024x684.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Vietinghoff-Berlin-Mauerfall-2-10-November-1989-300x200.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Vietinghoff-Berlin-Mauerfall-2-10-November-1989-768x513.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Vietinghoff-Berlin-Mauerfall-2-10-November-1989-1536x1026.jpg 1536w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Vietinghoff-Berlin-Mauerfall-2-10-November-1989.jpg 1988w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><p id=\"caption-attachment-87362\" class=\"wp-caption-text\">Der Fall der Berliner Mauer im November 1989 machte die deutsche Einheit innerhalb weniger Monate zu einem konkreten politischen Projekt. Im Bild: Menschen klettern am 10. November 1989 auf die Berliner Mauer.<br \/>Foto: Vietinghoff\/Wikimedia Commons<\/p><\/div>\n<p>Kohl selbst deutete in Warschau bereits an, dass die Entwicklung eine neue Dynamik bekommen hatte. \u00dcber die deutsche Einheit, so Teltschik in seinem Tagebuch, k\u00f6nne zwar niemand einen Zeitpunkt nennen. Aber: \u201eDas Rad der Geschichte dreht sich schneller.\u201c<\/p>\n<p>Es war eine treffende Beobachtung. Denn die Geschwindigkeit der Ereignisse sollte noch erheblich zunehmen.<\/p>\n<h2>Von der M\u00f6glichkeit zum politischen Projekt<\/h2>\n<p>Im M\u00e4rz 1990 fanden in der DDR die ersten freien Volkskammerwahlen statt. Die neue Regierung unter Ministerpr\u00e4sident Lothar de Maizi\u00e8re setzte auf eine m\u00f6glichst schnelle wirtschaftliche und politische Ann\u00e4herung an die Bundesrepublik.<\/p>\n<p>Am 1. Juli 1990 trat die W\u00e4hrungs-, Wirtschafts- und Sozialunion in Kraft. Die D-Mark wurde zum Zahlungsmittel in der DDR, wesentliche Elemente des westdeutschen Wirtschafts- und Sozialsystems wurden \u00fcbernommen. Damit war die wirtschaftliche Trennung der beiden deutschen Staaten weitgehend \u00fcberwunden.<\/p>\n<p>Doch die staatliche Einheit war damit noch nicht erreicht. Daf\u00fcr mussten nicht nur Bonn und Ost-Berlin miteinander verhandeln. Die deutsche Frage war auch eine internationale Frage.<\/p>\n<h2>Die gro\u00dfe H\u00fcrde: die Au\u00dfenpolitik<\/h2>\n<p>Besonders schwierig war die Frage nach der k\u00fcnftigen B\u00fcndniszugeh\u00f6rigkeit Deutschlands. Die Bundesrepublik war Mitglied der NATO, die DDR geh\u00f6rte zum Warschauer Pakt. Ein vereintes Deutschland innerhalb der NATO war f\u00fcr die Sowjetunion zun\u00e4chst schwer vorstellbar.<\/p>\n<p>Auch Polen verlangte Klarheit \u00fcber die deutsch-polnische Grenze. Hintergrund war die Sorge, ein vereintes Deutschland k\u00f6nnte die nach dem Zweiten Weltkrieg entstandene Grenze erneut infrage stellen.<\/p>\n<p>Am 21. Juni 1990 verabschiedeten Bundestag und Volkskammer gleichlautende Erkl\u00e4rungen, in denen sie die endg\u00fcltige Anerkennung der Oder-Nei\u00dfe-Grenze zusicherten. Bundeskanzler Kohl erkl\u00e4rte im Bundestag, ein k\u00fcnftiges vereintes Deutschland werde diese Grenze in einem v\u00f6lkerrechtlichen Vertrag mit Polen best\u00e4tigen.<\/p>\n<div id=\"attachment_87364\" style=\"width: 809px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-87364\" class=\"size-full wp-image-87364\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Bundesarchiv_B_145_Bild-F083821-0005_Bonn_Auswaertiges_Amt_2-4_Verhandlungen-e1790947020403.jpg\" alt=\"\" width=\"799\" height=\"449\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Bundesarchiv_B_145_Bild-F083821-0005_Bonn_Auswaertiges_Amt_2-4_Verhandlungen-e1790947020403.jpg 799w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Bundesarchiv_B_145_Bild-F083821-0005_Bonn_Auswaertiges_Amt_2-4_Verhandlungen-e1790947020403-300x169.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Bundesarchiv_B_145_Bild-F083821-0005_Bonn_Auswaertiges_Amt_2-4_Verhandlungen-e1790947020403-768x432.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 799px) 100vw, 799px\" \/><p id=\"caption-attachment-87364\" class=\"wp-caption-text\">Zwischen Bonn, Ost-Berlin und den vier Siegerm\u00e4chten wurden 1990 die politischen und au\u00dfenpolitischen Voraussetzungen f\u00fcr die deutsche Einheit ausgehandelt. Im Bild: Zusammenkunft der ersten Gespr\u00e4chsrunde nach der Formel &#8222;2+4&#8220; zu den \u00e4u\u00dferen Aspekten der deutschen Vereinigung auf Beamtenebene in Bonn am 14. M\u00e4rz 1990 im Ausw\u00e4rtigen Amt.<br \/>Foto: Bundesarchiv\/Arne Schambeck\/CC-BY-SA 3.0<\/p><\/div>\n<p>Der eigentliche Grenzvertrag wurde dann am 14. November 1990 \u2013 gut sechs Wochen nach der Wiedervereinigung \u2013 in Warschau unterzeichnet. Der deutsch-polnische Vertrag best\u00e4tigte die bestehende Grenze endg\u00fcltig.<\/p>\n<p>Im Format der Zwei-plus-Vier-Gespr\u00e4che \u2013 zwischen den beiden deutschen Staaten und den vier Siegerm\u00e4chten USA, Sowjetunion, Gro\u00dfbritannien und Frankreich \u2013 wurden die au\u00dfenpolitischen Voraussetzungen der Einheit ausgehandelt. Die Gespr\u00e4che hatten bereits am 14. M\u00e4rz 1990 begonnen und wurden in mehreren Runden auf Beamten- und Ministerebene realisiert.<\/p>\n<p>Die entscheidende Wende in den Verhandlungen mit der Sowjetunion kam im Juli 1990. Bei den Gespr\u00e4chen zwischen Helmut Kohl und Michail Gorbatschow am 15. und 16. Juli in Moskau und im Kaukasus erkl\u00e4rte sich die sowjetische F\u00fchrung grunds\u00e4tzlich damit einverstanden, dass ein vereintes Deutschland selbst \u00fcber seine B\u00fcndniszugeh\u00f6rigkeit entscheiden k\u00f6nne. Zugleich wurden besondere Regelungen f\u00fcr das Gebiet der ehemaligen DDR vereinbart, unter anderem hinsichtlich ausl\u00e4ndischer Truppen und Nuklearwaffen.\u00a0 Damit war eine der gr\u00f6\u00dften au\u00dfenpolitischen H\u00fcrden auf dem Weg zur Einheit beseitigt.<\/p>\n    <section class=\"newsy-widget\">\n        \n                                \n        <a class=\"newsy-card\" href=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/ein-politischer-kompass\/\">\n            <div class=\"newsy-card-thumb\">\n                                    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Premier-Jan-Krzysztof-Bielecki-i-kanclerz-Niemiec-Foto-East-News-150x150.jpg\" alt=\"Ein politischer Kompass\">\n                            <\/div>\n            <div class=\"newsy-card-text\">\n            \t\n                            <span class=\"slider-subtitle\" style=\"font-size: 0.7rem !important; text-transform: uppercase !important;\">35. Jahrestag des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrags Vertrags<\/span>\n                                      \t\n            \t\n                <h3 class=\"newsy-card-title\">Ein politischer Kompass<\/h3>\n                <span class=\"newsy-card-more\">Mehr lesen &rarr;<\/span>\n            <\/div>\n        <\/a>\n            <\/section>\n    \n    <section class=\"newsy-widget\">\n        \n                                \n        <a class=\"newsy-card\" href=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/aus-unserer-geschichte-dazwischen\/\">\n            <div class=\"newsy-card-thumb\">\n                                    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Brandenburger_Tor_2005_006-scaled-e1782810037472-150x150.jpg\" alt=\"Dazwischen\">\n                            <\/div>\n            <div class=\"newsy-card-text\">\n            \t\n                            <span class=\"slider-subtitle\" style=\"font-size: 0.7rem !important; text-transform: uppercase !important;\">Aus unserer Geschichte<\/span>\n                                      \t\n            \t\n                <h3 class=\"newsy-card-title\">Dazwischen<\/h3>\n                <span class=\"newsy-card-more\">Mehr lesen &rarr;<\/span>\n            <\/div>\n        <\/a>\n            <\/section>\n    \n<p>Am 12. September 1990 wurde in Moskau der \u201eVertrag \u00fcber die abschlie\u00dfende Regelung in Bezug auf Deutschland\u201c unterzeichnet. Er regelte unter anderem die \u00e4u\u00dferen Aspekte der deutschen Einheit und f\u00fchrte zur Wiederherstellung der vollen deutschen Souver\u00e4nit\u00e4t.<\/p>\n<p>Und wann stand der 3. Oktober fest? Die Antwort ist \u00fcberraschend konkret: Am 23. August 1990. In der Nacht zuvor hatte DDR-Ministerpr\u00e4sident Lothar de Maizi\u00e8re eine Sondersitzung der Volkskammer einberufen. Die Abgeordneten sollten \u00fcber den Termin des Beitritts der DDR zur Bundesrepublik entscheiden.<\/p>\n<h2>Volkskammer legt das Datum des Beitritts fest<\/h2>\n<p>\u00dcber das Datum wurde bis in die fr\u00fchen Morgenstunden diskutiert. Erst w\u00e4hrend dieser Sitzung einigten sich die Abgeordneten auf den 3. Oktober. Kurz vor drei Uhr stimmte die Volkskammer dem Beitritt zum Geltungsbereich des Grundgesetzes mit Wirkung vom 3. Oktober zu. 294 Abgeordnete stimmten daf\u00fcr, 62 dagegen, sieben enthielten sich. Damit war das Datum der deutschen Einheit politisch festgelegt.<\/p>\n<p>Eine Woche sp\u00e4ter, am 31. August, unterzeichneten Wolfgang Sch\u00e4uble und G\u00fcnther Krause den Einigungsvertrag. Er regelte die Einzelheiten des Beitritts und bestimmte den 3. Oktober 1990 zugleich zum gesetzlichen Feiertag. \u00a0Der Deutsche Bundestag und die Volkskammer verabschiedeten das Gesetz zum Einigungsvertrag am 20. September. Am 21. September stimmte der Bundesrat zu. Der Vertrag trat schlie\u00dflich am 3. Oktober in Kraft. Vom Fall der Mauer bis zum festgelegten Datum der deutschen Einheit waren damit gerade einmal knapp zehneinhalb Monate vergangen.<\/p>\n<div id=\"attachment_87358\" style=\"width: 810px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-87358\" class=\"size-full wp-image-87358\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Bundesarchiv_Bild_183-1990-1003-010_Berlin_Reichstag_Hannelore_und_Helmut_Kohl.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"634\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Bundesarchiv_Bild_183-1990-1003-010_Berlin_Reichstag_Hannelore_und_Helmut_Kohl.jpg 800w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Bundesarchiv_Bild_183-1990-1003-010_Berlin_Reichstag_Hannelore_und_Helmut_Kohl-300x238.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Bundesarchiv_Bild_183-1990-1003-010_Berlin_Reichstag_Hannelore_und_Helmut_Kohl-768x609.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><p id=\"caption-attachment-87358\" class=\"wp-caption-text\">Bundeskanzler Helmut Kohl pr\u00e4gte den politischen Weg zur deutschen Einheit, die am 3. Oktober 1990 Wirklichkeit wurde. Im Bild: Hannelore und Helmut Kohl vor dem Reichstag am 3. Oktober 1990.<br \/>Foto: Bundesarchiv\/Peer Grimm\/CC-BY-SA 3.0<\/p><\/div>\n<h2>\u201eDeutschland ist geeint\u201c<\/h2>\n<p>Am 3. Oktober 1990 war es schlie\u00dflich so weit. Um Mitternacht trat die DDR dem Geltungsbereich des Grundgesetzes bei. Die staatliche Teilung Deutschlands war beendet.<\/p>\n<p>Horst Teltschik hielt den Augenblick in seinem Tagebuch fest. Kurz vor Mitternacht versammelten sich Bundespr\u00e4sident Richard von Weizs\u00e4cker, Bundeskanzler Helmut Kohl, Au\u00dfenminister Hans-Dietrich Genscher, Willy Brandt, Oskar Lafontaine und weitere Politiker vor dem Reichstagsgeb\u00e4ude. Hunderttausende Menschen feierten auf den Stra\u00dfen Berlins. Dann wurde um Mitternacht die Bundesflagge gehisst. Teltschik notierte: \u201eDeutschland ist geeint.\u201c<\/p>\n<p>Weniger als ein Jahr zuvor hatte kaum jemand mit einem solchen Tempo gerechnet. Der Mauerfall hatte die deutsche Einheit m\u00f6glich gemacht. Doch zwischen dem 9. November 1989 und dem 3. Oktober 1990 lagen Monate intensiver Verhandlungen: zwischen Bonn und Ost-Berlin, zwischen Deutschland und den Siegerm\u00e4chten \u2013 und innerhalb der DDR selbst. Und selbst das Datum, das heute selbstverst\u00e4ndlich erscheint, war zun\u00e4chst keineswegs selbstverst\u00e4ndlich. Es wurde erst am 23. August 1990, wenige Wochen vor der Einheit, endg\u00fcltig beschlossen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vom Fall der Berliner Mauer bis zur deutschen Einheit vergingen nicht einmal elf Monate. Doch wann wurde aus der lange abstrakten Idee der Wiedervereinigung ein konkreter politischer Plan \u2013 und wann stand fest, dass Deutschland am 3. Oktober 1990 wiedervereinigt sein w\u00fcrde?<\/p>\n","protected":false},"author":295,"featured_media":87360,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[4224],"tags":[10557,8933,10558,10556,6270,7152],"redaktor":[6098],"class_list":["post-87357","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-geschichte-de","tag-berliner-mauer","tag-helmut-kohl-de","tag-horst-teltschik","tag-mauerfall","tag-nato-de","tag-tag-der-deutschen-einheit-de","redaktor-mauro-oliveira-de"],"acf":[],"nwb_translations":{"current":"de","available":["de","pl"],"translations":{"pl":{"id":87370,"available":true,"link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/dzien-jednosci-niemiec-9-listopada-1989-3-pazdziernika-1990-dziesiec-miesiecy-do-jednosci\/","title":"9 listopada 1989 \u2013 3 pa\u017adziernika 1990: dziesi\u0119\u0107 miesi\u0119cy do jedno\u015bci"}}},"nwb_fields":{"acf":{"post_podtytul":"Tag der Deutschen Einheit"},"featured_image":{"id":87360,"caption":"Am 3. Oktober 1990 trat die DDR dem Geltungsbereich des Grundgesetzes bei und die deutsche Einheit wurde Wirklichkeit. Im Bild: Die Bundesfahne wird vor dem Reichstag gehisst.\nFoto: Bundesarchiv\/Peer Grimm\/CC-BY-SA 3.0","alt":"","source":"Bundesarchiv\/Peer Grimm\/CC-BY-SA 3.0","sizes":{"thumbnail":{"url":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Bundesarchiv_Bild_183-1990-1003-400_Berlin_deutsche_Vereinigung_vor_dem_Reichstag-e1790946695571-150x150.jpg","width":150,"height":150},"medium":{"url":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Bundesarchiv_Bild_183-1990-1003-400_Berlin_deutsche_Vereinigung_vor_dem_Reichstag-e1790946695571-300x169.jpg","width":300,"height":169},"large":{"url":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Bundesarchiv_Bild_183-1990-1003-400_Berlin_deutsche_Vereinigung_vor_dem_Reichstag-e1790946695571.jpg","width":735,"height":413},"full":{"url":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Bundesarchiv_Bild_183-1990-1003-400_Berlin_deutsche_Vereinigung_vor_dem_Reichstag-e1790946695571.jpg","width":735,"height":413}},"caption_text":"Am 3. Oktober 1990 trat die DDR dem Geltungsbereich des Grundgesetzes bei und die deutsche Einheit wurde Wirklichkeit. Im Bild: Die Bundesfahne wird vor dem Reichstag gehisst."}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/87357","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/295"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=87357"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/87357\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":87369,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/87357\/revisions\/87369"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/87360"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=87357"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=87357"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=87357"},{"taxonomy":"redaktor","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/redaktor?post=87357"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}