{"id":87284,"date":"2026-10-02T11:00:52","date_gmt":"2026-10-02T09:00:52","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/?p=87284"},"modified":"2026-10-02T08:44:55","modified_gmt":"2026-10-02T06:44:55","slug":"in-den-baenden-der-geschichte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/in-den-baenden-der-geschichte\/","title":{"rendered":"In den B\u00e4nden der Geschichte"},"content":{"rendered":"<p><strong>\u201eWer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nicht verstehen und die Zukunft nicht gestalten\u201c, sagte der fr\u00fchere Bundeskanzler Helmut Kohl. Die eigene Familiengeschichte kennenlernen, die Herkunft entdecken und herausfinden, was unsere Identit\u00e4t pr\u00e4gt \u2013 das bedeutet sehr oft, sich in die Geheimnisse der Archivalien zu vertiefen, also einen Besuch im Staatsarchiv abzustatten. Der 30. September ist der Tag des Archivars \u2013 eine besondere Gelegenheit, um auf die Arbeit der Menschen zu blicken, die unsere Recherchen \u00fcberhaupt erst m\u00f6glich machen.<\/strong><!--more--><\/p>\n<p>Das Staatsarchiv Oppeln wurde am 1. Juni 1950 als Kreisarchiv in Oppeln, das dem Staatsarchiv Kattowitz unterstand, gegr\u00fcndet. 1953 wurde es zum Wojew\u00f3dzkie Archiwum Pa\u0144stwowe w Opolu, dem Woiwodschaftlichen Staatsarchiv in Oppeln, umgewandelt. Sein Zust\u00e4ndigkeitsbereich umfasste fortan das gesamte Gebiet der Woiwodschaft, und sein Sitz wurde \u2013 wie sich herausstellte, f\u00fcr die n\u00e4chsten 73 Jahre \u2013 das Geb\u00e4ude in der ul. Zamkowa 2. Derzeit wird es thermisch modernisiert, und die Oppelner Archivalien werden unter anderem in Krakau gelagert. Dennoch wurde Journalisten anl\u00e4sslich des Tags des Archivars erm\u00f6glicht, das renovierte Archivgeb\u00e4ude zu betreten und einen Blick auf jene Archivalien zu werfen, die noch nicht aus dem Geb\u00e4ude in der ul. Zamkowa ausgelagert wurden.<\/p>\n<div id=\"attachment_87288\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-87288\" class=\"size-large wp-image-87288\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/DSC_3256-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"683\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/DSC_3256-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/DSC_3256-300x200.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/DSC_3256-768x512.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/DSC_3256-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/DSC_3256-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><p id=\"caption-attachment-87288\" class=\"wp-caption-text\">In die archivalischen B\u00e4nde schaut die Leiterin der Abteilung V des Staatsarchivs Oppeln, Dr. Ma\u0142gorzata Blach-Margos. Foto: Micha\u0142 Florek<\/p><\/div>\n<p><em><strong>Mit Justyna Sowi\u0144ska aus der Abteilung V f\u00fcr Popularisierung des Archivbestands im Staatsarchiv Oppeln sprach Micha\u0142 Florek.<\/strong><\/em><\/p>\n<p><strong>Der 30. September ist der Tag des Archivars. Obwohl es ein wichtiges Fest ist, wird relativ wenig dar\u00fcber gesprochen. Warum verdient die Rolle der Archivare mehr Aufmerksamkeit?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Justyna Sowi\u0144ska:<\/strong> Immer noch h\u00e4lt sich die \u00dcberzeugung, unsere Arbeit sei langweilig und die gesammelten Materialien uninteressant und keine Beachtung wert. Obwohl wir unser Archiv seit vielen Jahren \u00f6ffnen und versuchen, die Besonderheiten unserer Arbeit zu zeigen, sehen wir, dass in diesem Bereich noch viel zu tun bleibt.<\/p>\n<p><strong>Womit besch\u00e4ftigt sich das Staatsarchiv Oppeln im Alltag?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Justyna Sowi\u0144ska:<\/strong> Das Staatsarchiv Oppeln erf\u00fcllt eine Reihe wichtiger Funktionen. Die grundlegendste davon ist die Aufbewahrung, Sicherung und Bereitstellung von Archivgut, das dauerhaft aufbewahrt werden muss \u2013 also von Dokumenten, die f\u00fcr die Geschichte unserer Region von zentraler Bedeutung sind und auf deren Grundlage wir ihre Vergangenheit rekonstruieren.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus befassen wir uns in der Abteilung f\u00fcr Popularisierung mit der Vermittlung unseres Archivbestands. Zusammen mit zwei Kolleginnen organisieren wir Veranstaltungen f\u00fcr Kinder, Ausstellungen und Vortr\u00e4ge, bereiten Publikationen vor und nehmen an Konferenzen teil. Unser Ziel ist es, unseren Beruf n\u00e4herzubringen und sein Image zu verbessern.<\/p>\n<p><strong>In welchen Angelegenheiten kommt der durchschnittliche B\u00fcrger ins Staatsarchiv?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Justyna Sowi\u0144ska:<\/strong> Am h\u00e4ufigsten besuchen uns Personen, die beh\u00f6rdliche Angelegenheiten regeln m\u00fcssen, etwa verm\u00f6gens- oder erbrechtliche Fragen, f\u00fcr die konkrete Dokumente ben\u00f6tigt werden. Eine weitere sehr gro\u00dfe Gruppe bilden Genealogen, die Informationen \u00fcber ihre Wurzeln suchen und wissen, dass famili\u00e4re Recherchen am besten bei uns begonnen werden sollten.<\/p>\n<blockquote><p>Der 30. September ist der Tag des Archivars \u2013 eine besondere Gelegenheit, um auf die Arbeit der Menschen zu blicken, die unsere Recherchen \u00fcberhaupt erst m\u00f6glich machen.<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Die Arbeit im Archiv erfordert konkrete Voraussetzungen. Was ist in diesem Beruf am n\u00fctzlichsten?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Justyna Sowi\u0144ska:<\/strong> Der Aufgabenbereich im Archiv ist sehr breit, sodass Menschen mit unterschiedlichen Kompetenzen und Charakteren hier etwas f\u00fcr sich finden k\u00f6nnen. Sorgf\u00e4ltige Personen, die gerne mit alten Dokumenten arbeiten, finden sich in der Bearbeitungsabteilung zurecht. Offene Menschen, die den Kontakt mit Kindern oder Erwachsenen suchen, bew\u00e4hren sich hervorragend in der Bildungs- und Popularisierungsarbeit. Wir haben auch Abteilungen, die kontrollieren, wie Materialien in den von uns betreuten Einrichtungen gelagert werden.<\/p>\n<p><strong>Wie erinnern Sie sich an Ihre bisherigen Berufserfahrungen?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Justyna Sowi\u0144ska:<\/strong> Ich blicke sehr positiv auf meine gesamte 27-j\u00e4hrige T\u00e4tigkeit zur\u00fcck. Die Arbeit in verschiedenen Abteilungen hat mir umfassende Erfahrungen erm\u00f6glicht. Ich begann mit der Bearbeitung polnischer Nachkriegsakten, die ich normalerweise nicht h\u00e4tte einsehen k\u00f6nnen. Sp\u00e4ter f\u00fchrte ich Recherchen durch, was mir erm\u00f6glichte, die unmittelbaren Bed\u00fcrfnisse unserer Nutzer kennenzulernen. Derzeit sorge ich in der Popularisierungsabteilung daf\u00fcr, unsere Best\u00e4nde bestm\u00f6glich zu pr\u00e4sentieren.<\/p>\n<p><strong>Was kann man Archivaren zu ihrem Festtag w\u00fcnschen?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Justyna Sowi\u0144ska:<\/strong> Vor allem eine unerm\u00fcdliche Faszination f\u00fcr die Arbeit \u2013 besonders beim Entdecken au\u00dfergew\u00f6hnlicher Geschichten, Ereignisse und Pers\u00f6nlichkeiten, die aus unseren Akten hervortreten.<\/p>\n<p><em>Das Staatsarchiv Oppeln bem\u00fcht sich kontinuierlich, dem Bedarf an Zugang zu Wissen gerecht zu werden. Trotz der laufenden Modernisierung und der Verteilung der Akten stehen die Mitarbeiter st\u00e4ndig hilfreich zur Verf\u00fcgung, um den Zugang zu den Materialien zu erm\u00f6glichen, unter anderem in digitalisierter Form. Es lohnt sich also, in die B\u00e4nde der Geschichte zu schauen \u2013 denn genau dort nimmt das, was wir sind, seinen Ursprung.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eWer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nicht verstehen und die Zukunft nicht gestalten\u201c, sagte der fr\u00fchere Bundeskanzler Helmut Kohl. Die eigene Familiengeschichte kennenlernen, die Herkunft entdecken und herausfinden, was unsere Identit\u00e4t pr\u00e4gt \u2013 das bedeutet sehr oft, sich in die Geheimnisse der Archivalien zu vertiefen, also einen Besuch im Staatsarchiv abzustatten. Der 30. 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