{"id":86885,"date":"2026-09-29T05:00:54","date_gmt":"2026-09-29T03:00:54","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/?p=86885"},"modified":"2026-09-28T08:40:14","modified_gmt":"2026-09-28T06:40:14","slug":"nationalpark-unteres-odertal-trocknet-aus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/nationalpark-unteres-odertal-trocknet-aus\/","title":{"rendered":"Nationalpark Unteres Odertal trocknet aus"},"content":{"rendered":"<p><strong>Der Nationalpark Unteres Odertal liegt unmittelbar an der Grenze zu Polen und ist Deutschlands einziger Auen-Nationalpark. Der sehr trockene vergangene Sommer hat der dortigen Natur besonders zugesetzt. Dar\u00fcber berichtete Nationalparkleiter Dirk Treichel gegen\u00fcber der taz.<\/strong><!--more--><\/p>\n<p>\u201eMit einer Situation wie in diesem Jahr waren wir noch nie konfrontiert. Nat\u00fcrlich gab es auch fr\u00fcher Phasen mit niedrigem Wasserstand, doch bei einem Fluss ist das ein normales Ph\u00e4nomen. Nach dem vergangenen Sommer sind jedoch die Gew\u00e4sser, Wasserwege und Gr\u00e4ben im Nationalpark nahezu vollst\u00e4ndig verschwunden. Zu sehen ist nur noch ausgetrockneter Schlamm\u201c, berichtet Dirk Treichel.<\/p>\n<h2>Traurige und ernste Folgen<\/h2>\n<p>Die Folgen sind traurig und ernst. Nach Einsch\u00e4tzung von Dirk Treichel droht einigen besonders wertvollen Pflanzen- und Tierarten das Aussterben, weil sie eine l\u00e4nger anhaltende D\u00fcrre nicht \u00fcberleben k\u00f6nnen. Dies ist umso wahrscheinlicher, als der Klimawandel immer schneller voranschreitet. Dabei ist hervorzuheben, dass der Nationalpark Unteres Odertal seit Jahren verschiedene Projekte zur Verbesserung der Wasserr\u00fcckhaltung umsetzt.<br \/>\n    <section class=\"newsy-widget\">\n        \n                                \n        <a class=\"newsy-card\" href=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/duerre-teurere-lebensmittel-bernard-dembczak-im-interview\/\">\n            <div class=\"newsy-card-thumb\">\n                                    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Zboze-Foto-ML-najlepsze-150x150.jpg\" alt=\"D\u00fcrre = teurere Lebensmittel?\">\n                            <\/div>\n            <div class=\"newsy-card-text\">\n            \t\n                            <span class=\"slider-subtitle\" style=\"font-size: 0.7rem !important; text-transform: uppercase !important;\">Bernard Dembczak im Interview<\/span>\n                                      \t\n            \t\n                <h3 class=\"newsy-card-title\">D\u00fcrre = teurere Lebensmittel?<\/h3>\n                <span class=\"newsy-card-more\">Mehr lesen &rarr;<\/span>\n            <\/div>\n        <\/a>\n            <\/section>\n    <br \/>\nIm Gespr\u00e4ch mit der taz \u00e4u\u00dferte Dirk Treichel die Hoffnung, dass es \u201etrotz allem gelingen wird, im Nationalpark auf einer Fl\u00e4che von 10.000 Hektar eine Art \u201eArche Noah\u201c zu schaffen und zu erhalten\u201c. Zugleich f\u00fcgte er hinzu: \u201eMan muss jedoch klar sagen, dass selbst wir uns nicht vollst\u00e4ndig von den brutalen Auswirkungen des Klimawandels abschotten k\u00f6nnen.\u201c Es zeigt sich allerdings, dass nicht allein die Klimaerw\u00e4rmung den Zustand des Nationalparks Unteres Odertal negativ beeinflusst.<\/p>\n<blockquote><p><em>Einigen besonders wertvollen Pflanzen- und Tierarten droht das Aussterben, weil sie eine l\u00e4nger anhaltende D\u00fcrre nicht \u00fcberleben k\u00f6nnen.<\/em><\/p><\/blockquote>\n<h2>Bauarbeiten als Gefahr<\/h2>\n<p>Nach Auffassung von Dirk Treichel k\u00f6nnten auch die geplanten Arbeiten an der Oder \u2013 falls sie tats\u00e4chlich durchgef\u00fchrt werden \u2013 den Zustand der Auen erheblich verschlechtern. \u201eUnter anderem wird der Bau von Buhnen zu einer Verengung des Flusses f\u00fchren. Was bedeutet das? Das Wasser wird schneller flie\u00dfen und mehr Sedimente transportieren. Infolge eines solchen Prozesses wird sich der Fluss selbst vertiefen. Und wenn das Flussbett immer tiefer wird, flie\u00dft aus den Auen nat\u00fcrlich noch mehr Wasser ab\u201c, erkl\u00e4rt der Leiter des Nationalparks Unteres Odertal in der taz.<\/p>\n<div id=\"attachment_86888\" style=\"width: 650px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-86888\" class=\"size-full wp-image-86888\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/62e7ac1e15092_o_medium.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"426\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/62e7ac1e15092_o_medium.jpg 640w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/62e7ac1e15092_o_medium-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><p id=\"caption-attachment-86888\" class=\"wp-caption-text\">Niedriger Wasserstand in den Oderauen im Sommer 2026.<br \/>Quelle: nowasol.naszemiasto.pl<\/p><\/div>\n<p>An dieser Stelle sei betont, dass die Arbeiten an der Oder derzeit ausgesetzt sind. Die taz erinnert daran, dass dies die Folge eines Erfolgs vor einem Gericht in Warschau in einem Verfahren gegen die grenz\u00fcberschreitende Umweltvertr\u00e4glichkeitspr\u00fcfung ist. Die Klage in dieser Angelegenheit wurde von Naturschutzverb\u00e4nden und dem Land Brandenburg eingereicht.<\/p>\n<h2>Ausbaupl\u00e4ne<\/h2>\n<p>Das Problem ist jedoch nicht endg\u00fcltig gel\u00f6st, denn die grenz\u00fcberschreitende Umweltvertr\u00e4glichkeitspr\u00fcfung wird derzeit \u00fcberarbeitet. \u201eDer Grund ist, dass Polen den Fluss ausbauen m\u00f6chte, weil an der M\u00fcndung der Oder in die Ostsee ein gro\u00dfer Containerhafen gebaut wird\u201c, berichtete Nationalparkleiter Dirk Treichel in der taz. Er fuhr fort: \u201eHinzu kommt, dass auch das Bundesverkehrsministerium diesen Ausbau auf Grundlage eines deutsch-polnischen Abkommens aus dem Jahr 2015 unterst\u00fctzt.\u201c Damit zeichnet sich ein schwarzes Szenario ab: Deutschlands einziger Auen-Nationalpark k\u00f6nnte zerst\u00f6rt werden. \u201eDie Ausbauprojekte stammen aus einer Zeit, in der die Auswirkungen des Klimawandels noch nicht in ihrer ganzen St\u00e4rke sichtbar waren. Die Zeiten, in denen wirtschaftliche Erw\u00e4gungen Vorrang vor dem Naturschutz hatten, m\u00fcssen der Vergangenheit angeh\u00f6ren \u2013 andernfalls wird das Ende traurig sein\u201c, schlie\u00dft Dirk Treichel.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Nationalpark Unteres Odertal liegt unmittelbar an der Grenze zu Polen und ist Deutschlands einziger Auen-Nationalpark. Der sehr trockene vergangene Sommer hat der dortigen Natur besonders zugesetzt. 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