{"id":86787,"date":"2026-09-25T11:30:16","date_gmt":"2026-09-25T09:30:16","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/?p=86787"},"modified":"2026-09-25T17:11:02","modified_gmt":"2026-09-25T15:11:02","slug":"studierende-der-universitaet-danzig-bewahren-persoenliche-erinnerungen-von-angehoerigen-der-deutschen-minderheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/studierende-der-universitaet-danzig-bewahren-persoenliche-erinnerungen-von-angehoerigen-der-deutschen-minderheit\/","title":{"rendered":"Studierende der Universit\u00e4t Danzig bewahren pers\u00f6nliche Erinnerungen von Angeh\u00f6rigen der deutschen Minderheit"},"content":{"rendered":"<p><strong>Geschichte steht nicht nur in B\u00fcchern. Sie lebt auch in den Erinnerungen von Menschen, die sie selbst erlebt haben. Genau diese pers\u00f6nlichen Erfahrungen standen im Mittelpunkt eines besonderen Projekts des Studiengangs \u201eDeutschlandstudien\u201c an der Universit\u00e4t Danzig. Studierende der Germanistik und Geschichte f\u00fchrten Interviews mit Mitgliedern des Bundes der Deutschen Bev\u00f6lkerung Gdingen und machten deren Lebensgeschichten zum Gegenstand eines rund 40-min\u00fctigen Films.<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Das Projekt entstand im Rahmen des sprachpraktischen Unterrichts im Sommersemester und wurde gemeinsam mit dem Generalkonsulat der Bundesrepublik Deutschland in Danzig durchgef\u00fchrt. Die Studierenden entwickelten die Interviews selbstst\u00e4ndig, f\u00fchrten die Gespr\u00e4che, bearbeiteten anschlie\u00dfend das Filmmaterial und entschieden auch \u00fcber die Form der Pr\u00e4sentation.<\/p>\n<p>Die Initiative ging auf eine Begegnung zwischen dem Seminarleiter Maximilian Wei\u00df, DAAD-Lektor an der Universit\u00e4t Danzig und Hannes Mundinger, dem Kulturreferenten des Generalkonsulats in Danzig, zur\u00fcck. Mundinger hatte sich bei einer Veranstaltung mit Mitgliedern des Bundes der Deutschen Bev\u00f6lkerung Gdingen unterhalten und war von deren Lebensgeschichten ber\u00fchrt. Gleichzeitig wurde deutlich, dass diese pers\u00f6nlichen Erinnerungen bald unwiederbringlich verloren gehen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>\u201eDa die Personen alle schon im fortgeschrittenen Alter sind, droht die biographische Erinnerung deutscher und pommerscher Personen in und um Danzig herum demn\u00e4chst unwiderruflich verloren zu gehen\u201c, erkl\u00e4rt Maximilian Wei\u00df den Ausgangspunkt des Projekts.<\/p>\n<div id=\"attachment_86791\" style=\"width: 2570px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-86791\" class=\"size-full wp-image-86791\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/20260505_114356-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"1182\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/20260505_114356-scaled.jpg 2560w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/20260505_114356-300x139.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/20260505_114356-1024x473.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/20260505_114356-768x355.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/20260505_114356-1536x709.jpg 1536w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/20260505_114356-2048x946.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px\" \/><p id=\"caption-attachment-86791\" class=\"wp-caption-text\">Im Rahmen des Projekts f\u00fchrten die Studierenden Gespr\u00e4che mit Angeh\u00f6rigen der deutschen Minderheit.<br \/>Foto: Maximilian Weiss<\/p><\/div>\n<p>F\u00fcr den Seminarleiter bot sich damit eine M\u00f6glichkeit, die sprachpraktische Ausbildung der Studierenden mit einem konkreten historischen und gesellschaftlichen Thema zu verbinden. \u201eDa die Studierenden sprachlich fortgeschritten und inhaltlich an historisch-gesellschaftspolitischen Themen interessiert waren, schien mir ein klassischer, eng an einem Lehrbuch orientierter Unterricht nicht zielf\u00fchrend\u201c, sagt Wei\u00df.<\/p>\n<h2>Sprache, Geschichte und Begegnung<\/h2>\n<p>Im Seminar besch\u00e4ftigten sich die Studierenden zun\u00e4chst mit Erinnerungskultur und dem Konzept des kollektiven Ged\u00e4chtnisses. Gleichzeitig setzten sie sich mit der Situation der deutschen Minderheit auseinander. Ein Treffen mit Hannes Mundinger sowie den Vorsitzenden des Bundes, Herrn Benedikt Reschke und Hilary Kohnke, gab ihnen die M\u00f6glichkeit, sich unmittelbar mit den Menschen und ihren Erfahrungen auseinanderzusetzen, die sp\u00e4ter interviewt werden sollten.<\/p>\n    <section class=\"newsy-widget\">\n        \n                                \n        <a class=\"newsy-card\" href=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/eiserne-hochzeit-von-benedykt-und-greta-reschke-2\/\">\n            <div class=\"newsy-card-thumb\">\n                                    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Reszke-150x150.jpg\" alt=\"Eiserne Hochzeit von Benedykt und Greta Reschke\">\n                            <\/div>\n            <div class=\"newsy-card-text\">\n            \t\n              \t\n            \t\n                <h3 class=\"newsy-card-title\">Eiserne Hochzeit von Benedykt und Greta Reschke<\/h3>\n                <span class=\"newsy-card-more\">Mehr lesen &rarr;<\/span>\n            <\/div>\n        <\/a>\n        \n                                \n        <a class=\"newsy-card\" href=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wachter-der-erinnerung\/\">\n            <div class=\"newsy-card-thumb\">\n                                    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Benedikt-Reschke-150x150.jpg\" alt=\"W\u00e4chter der Erinnerung\">\n                            <\/div>\n            <div class=\"newsy-card-text\">\n            \t\n              \t\n            \t\n                <h3 class=\"newsy-card-title\">W\u00e4chter der Erinnerung<\/h3>\n                <span class=\"newsy-card-more\">Mehr lesen &rarr;<\/span>\n            <\/div>\n        <\/a>\n            <\/section>\n    \n<p>Die Fragen f\u00fcr die Gespr\u00e4che wurden gemeinsam im Rahmen des Seminars vorbereitet. Im Mai kam die Gruppe der Interviewpartner an die Universit\u00e4t Danzig. Dort fanden die Aufnahmen in einer angenehmen Atmosph\u00e4re statt.<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend begann die zweite Phase des Projekts: die Bearbeitung des Materials. Die Studierenden \u00fcbernahmen die Auswahl und den Schnitt der Aufnahmen und entwickelten gemeinsam die Idee, den Film in Form eines pers\u00f6nlichen Tagebuchs zu gestalten. Auch die historischen und kritischen Einordnungen in Form von Textfolien wurden von ihnen erarbeitet. Maximilian Wei\u00df begleitete die Arbeit sprachlich und fachlich.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Beteiligten war die Arbeit jedoch nicht nur eine praktische \u00dcbung im Umgang mit der deutschen Sprache. Sie f\u00fchrte sie unmittelbar an die Geschichte ihrer Region heran.<\/p>\n<h2>\u201eDie Erinnerungen wirkten wie gestern\u201c<\/h2>\n<p>Wojciech Hinz, der an den Interviews mitwirkte und die historischen Kommentare vorbereitete, war vor allem von der unmittelbaren Begegnung mit den pers\u00f6nlichen Erfahrungen der Gespr\u00e4chspartner beeindruckt. Besonders nahe ging ihm, dass es sich um Menschen aus der Region handelte, aus der er selbst stammt.<\/p>\n<p>\u201eAm st\u00e4rksten war f\u00fcr mich, direkt die Zeugnisse \u00fcber schwierige Ereignisse aus der Region zu h\u00f6ren, aus der ich selbst komme. Geschichte konzentriert sich oft auf ber\u00fchmte Pers\u00f6nlichkeiten und die Auswirkungen ihrer Handlungen. Dabei werden die pers\u00f6nlichen Erfahrungen der ,gew\u00f6hnlichen\u2018 Menschen leicht \u00fcbersehen. Sie k\u00f6nnen aber genauso faszinierend sein und bleiben h\u00e4ufig nur als Familiengeschichten erhalten. Manche davon sind ersch\u00fctternd, wie etwa die Erinnerungen von Herrn Reschke an sowjetische Soldaten. Andere wiederum sind ber\u00fchrend, etwa die Geschichte von Herrn Labudda, der in den Wirren der Nachkriegszeit seine Familie wiederfand. Auch Frau Spirowskas Erz\u00e4hlung \u00fcber ihre Verlobung mit ihrem sp\u00e4teren Ehemann und ihr gemeinsames Engagement f\u00fcr das Gedenken an die Opfer von Kriegsverbrechen im der Spengawsken-Wald in Kociewie hat mich sehr bewegt\u201c, erz\u00e4hlt Hinz.<\/p>\n<div id=\"attachment_86793\" style=\"width: 2570px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-86793\" class=\"size-full wp-image-86793\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/20260505_114811-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"1182\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/20260505_114811-scaled.jpg 2560w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/20260505_114811-300x139.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/20260505_114811-1024x473.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/20260505_114811-768x355.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/20260505_114811-1536x709.jpg 1536w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/20260505_114811-2048x946.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px\" \/><p id=\"caption-attachment-86793\" class=\"wp-caption-text\">Studierende der Universit\u00e4t Danzig bei der Arbeit am Filmprojekt.<br \/>Foto: Maximilian Weiss<\/p><\/div>\n<p>Gerade diese unterschiedlichen pers\u00f6nlichen Perspektiven machten f\u00fcr ihn den besonderen Wert der Gespr\u00e4che aus. Sie erg\u00e4nzten die bekannte historische Darstellung um Erfahrungen, die sonst h\u00e4ufig nur innerhalb von Familien weitergegeben werden.<\/p>\n<p>Auch Mateusz Duda, der die Interviews f\u00fchrte, war von der Lebendigkeit der Erinnerungen beeindruckt. Die zeitliche Distanz zu den geschilderten Ereignissen schien in den Gespr\u00e4chen teilweise zu verschwinden.<\/p>\n<p>\u201eMich hat beeindruckt, wie lebendig die Interviewpartner ihr Leben schildern konnten. Trotz der vergangenen Zeit wirkten die Erinnerungen wie gestern. Ereignisse, die wir aus der Geschichte kennen, wurden aus der Perspektive von Menschen erz\u00e4hlt, die sie selbst erlebt haben, und dadurch auf ganz besondere Weise lebendig. Die Jahrzehnte der Geschichte, die unsere G\u00e4ste erlebt haben, waren immer pr\u00e4sent: Familie, Arbeit, Jugend, Reisen und pers\u00f6nliche Lebensentscheidungen. Gleichzeitig traten Politik und die sogenannte ,gro\u00dfe Geschichte\u2018 in den Hintergrund und machten dem Alltag Platz\u201c, sagt Duda.<\/p>\n<blockquote><p>Mateusz Duda: \u201eHinter der gro\u00dfen Geschichte stehen immer Menschen mit ihrem Alltag und ihren ganz pers\u00f6nlichen Herausforderungen.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>In den Erz\u00e4hlungen erkannte er dabei auch vieles wieder, was er aus seiner eigenen Familie kennt.<\/p>\n<p>\u201eVieles erinnerte mich an die Geschichten meiner Gro\u00dfeltern. Gerade darin lag f\u00fcr mich eine besondere Erfahrung: Die Gespr\u00e4che zeigten, dass es bei aller Unterschiedlichkeit der Herkunft, des Geburtsortes oder der Nationalit\u00e4t grundlegende Erfahrungen gibt, die Menschen miteinander verbinden. Hinter der gro\u00dfen Geschichte stehen immer Menschen mit ihrem Alltag und ihren ganz pers\u00f6nlichen Herausforderungen\u201c, f\u00fcgt Duda hinzu.<\/p>\n<h2>\u201eDie Gespr\u00e4che waren sehr emotional\u201c<\/h2>\n<p>F\u00fcr die technische und kreative Umsetzung war unter anderem Bianka Browczuk verantwortlich. Sie arbeitete als Kamerafrau, Cutterin und Tonregisseurin. Besonders beeindruckt hat sie die emotionale Seite der Gespr\u00e4che.<\/p>\n<p>\u201eMich hat ber\u00fchrt, mit wie viel Emotion die G\u00e4ste von ihren Lebenserfahrungen erz\u00e4hlt haben \u2013 von traurigen, aber manchmal auch von humorvollen Erlebnissen. Insgesamt haben wir rund vier Stunden Rohmaterial aufgenommen. Dadurch war es sp\u00e4ter nicht einfach, die wichtigsten und aussagekr\u00e4ftigsten Geschichten auszuw\u00e4hlen. Viele der Erz\u00e4hlungen waren interessant und zeigten unterschiedliche pers\u00f6nliche Erfahrungen, sodass die Auswahl f\u00fcr den fertigen Film eine gro\u00dfe Herausforderung war\u201c, erz\u00e4hlt Browczuk.<\/p>\n<blockquote><p>Bianka Browczuk: \u201eDie Gespr\u00e4che haben gezeigt, wie vielf\u00e4ltig pers\u00f6nliche Erinnerungen sein k\u00f6nnen und wie viel sich aus den einzelnen Lebensgeschichten \u00fcber die Geschichte einer Region erfahren l\u00e4sst.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>\u201eGerade beim Schnitt wurde deutlich, wie viel man \u00fcber die unterschiedlichen regionalen und individuellen Perspektiven auf den Zweiten Weltkrieg und seine Folgen erfahren kann. Die Gespr\u00e4che haben gezeigt, wie vielf\u00e4ltig pers\u00f6nliche Erinnerungen sein k\u00f6nnen und wie viel sich aus den einzelnen Lebensgeschichten \u00fcber die Geschichte einer Region erfahren l\u00e4sst.\u201c<\/p>\n<p>F\u00fcr Browczuk ist das zugleich ein Grund, solche Gespr\u00e4che m\u00f6glichst bald zu f\u00fchren.<\/p>\n<p>\u201eDie Interviews sollten m\u00f6glichst fr\u00fch gef\u00fchrt werden, denn die Zahl der Menschen, die aus eigener Erfahrung \u00fcber diese Zeit berichten k\u00f6nnen, wird immer kleiner. Das wurde auch im Gespr\u00e4ch mit Herrn Reschke deutlich. Die Zahl der wertvollen Zeitzeugen, die mit der Geschichte des Bundes der Deutschen Bev\u00f6lkerung Gdingen verbunden sind, nimmt stetig ab.\u201c<\/p>\n<h2>Lernen, indem man selbst etwas gestaltet<\/h2>\n<p>F\u00fcr Maximilian Wei\u00df liegt ein weiterer Wert des Projekts darin, dass die Studierenden ihre Sprachkenntnisse nicht nur im Unterricht einsetzten, sondern damit selbst ein konkretes Ergebnis schufen.<\/p>\n<p>\u201eDie Arbeit der Studierenden an ihren Sprachkenntnissen wird handlungs- und produktionsorientiert eingebunden, sodass sie selbst sehen, wie sie mit Sprache wirksam werden k\u00f6nnen\u201c, erkl\u00e4rt der Seminarleiter. Gleichzeitig entwickelten sie F\u00e4higkeiten in der konzeptionellen Arbeit, Kreativit\u00e4t, Zusammenarbeit und im Umgang mit den M\u00f6glichkeiten der Postproduktion.<\/p>\n<div id=\"attachment_86795\" style=\"width: 2570px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-86795\" class=\"size-full wp-image-86795\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/20260505_130247-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"1182\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/20260505_130247-scaled.jpg 2560w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/20260505_130247-300x139.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/20260505_130247-1024x473.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/20260505_130247-768x355.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/20260505_130247-1536x709.jpg 1536w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/20260505_130247-2048x946.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px\" \/><p id=\"caption-attachment-86795\" class=\"wp-caption-text\">Die Studierenden bereiten die Interviews mit den Zeitzeugen vor.<br \/>Foto: Maximilian Weiss<\/p><\/div>\n<p>Doch auch die Begegnung zwischen den Generationen war f\u00fcr ihn ein wesentlicher Bestandteil des Projekts. Die Studierenden konnten erfahren, auf welchen historischen Erfahrungen das deutsch-polnische Verh\u00e4ltnis teilweise aufbaut und welche Vermittlungsaufgaben ihnen m\u00f6glicherweise k\u00fcnftig zukommen werden.<\/p>\n<p>\u201eDie Studierenden haben eindrucksvoll und ganz authentisch erlebt, auf welchen Bedingungen das deutsch-polnische Verh\u00e4ltnis auch aufbaut und welche Vermittlungsaufgaben auf sie als zuk\u00fcnftige Kulturmittler zukommen\u201c, sagt Wei\u00df.<\/p>\n<p>Dabei lernten nicht nur die Studierenden etwas. Auch f\u00fcr den Seminarleiter selbst war die Auseinandersetzung mit der lokalen Geschichte eine wichtige Erfahrung.<\/p>\n<h2>Pers\u00f6nliche Erinnerungen bewahren<\/h2>\n<p>Besonders wichtig ist f\u00fcr Wei\u00df die Perspektive der Minderheit. Viele Angeh\u00f6rige der deutschen Minderheit im Norden Polens befinden sich bereits im letzten Lebensabschnitt und haben nur noch wenige M\u00f6glichkeiten, ihre pers\u00f6nliche Sicht auf die Geschichte weiterzugeben.<\/p>\n<p>Das Projekt sollte deshalb nicht nur ein Film f\u00fcr die Gegenwart sein. Es ging auch darum, pers\u00f6nliche Erinnerungen zu bewahren und sie f\u00fcr Menschen zug\u00e4nglich zu machen, die sich k\u00fcnftig mit der Geschichte der Region besch\u00e4ftigen werden.<\/p>\n<p>\u201eDer Wandel zum Besseren lebt durch den Austausch und das Gef\u00fchl, geh\u00f6rt und ernst genommen zu werden\u201c, betont Wei\u00df. Viele der Befragten h\u00e4tten unverschuldet gro\u00dfes Leid erfahren und schwere Identit\u00e4tskrisen \u00fcberwinden m\u00fcssen. Gerade die pers\u00f6nliche Begegnung k\u00f6nne dazu beitragen, die Folgen solcher Erfahrungen besser zu verstehen und daraus f\u00fcr kommende Generationen zu lernen.<\/p>\n<p>Den Film kann man auf der Internetseite des Germanistischen Instituts der Universit\u00e4t Danzig abrufen: <a href=\"https:\/\/fil.ug.edu.pl\/wydzial\/instytuty\/instytut-filologii-germanskiej-institut-fur-germanistik\/informacje-dla-studentow-informationen-fur-studierende\/inicjatywy-studenckie-studentische-initiativen\">https:\/\/fil.ug.edu.pl\/wydzial\/instytuty\/instytut-filologii-germanskiej-institut-fur-germanistik\/informacje-dla-studentow-informationen-fur-studierende\/inicjatywy-studenckie-studentische-initiativen<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Geschichte steht nicht nur in B\u00fcchern. Sie lebt auch in den Erinnerungen von Menschen, die sie selbst erlebt haben. 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