{"id":86775,"date":"2026-09-25T05:00:57","date_gmt":"2026-09-25T03:00:57","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/?p=86775"},"modified":"2026-09-25T09:10:28","modified_gmt":"2026-09-25T07:10:28","slug":"oppelner-germanistikstudenten-entdecken-familiengeschichten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/oppelner-germanistikstudenten-entdecken-familiengeschichten\/","title":{"rendered":"Oppelner Germanistikstudenten entdecken Familiengeschichten"},"content":{"rendered":"<p><strong>Eine alte Puppe, Porzellangef\u00e4\u00dfe, B\u00fccher, Dokumente und gestrickte Socken: Was auf den ersten Blick unscheinbar wirkt, erz\u00e4hlt in der Sonderausstellung \u201eAus der Erinnerungskiste meiner Gro\u00dfeltern\u201c von pers\u00f6nlichen Erinnerungen und Familiengeschichte. Erarbeitet wurde sie von Studierenden der Germanistik an der Universit\u00e4t Oppeln im Rahmen des Seminars \u201eManagement und F\u00fchrung von Kulturprojekten\u201c.<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>Auf der Suche nach vergessenen Dingen<\/h2>\n<p>Die Idee entstand in Ankn\u00fcpfung an ein gro\u00dfes Identit\u00e4tsprojekt des Dokumentations- und Ausstellungszentrums der Deutschen in Polen. Professorin Gabriela Jelitto-Piechulik, Dozentin an der Universit\u00e4t Oppeln, entwickelte die Ausstellung gemeinsam mit den Studierenden im Rahmen des Seminars: \u201eWir haben uns mit den Studenten entschlossen, etwas f\u00fcr uns, also f\u00fcr unsere Region, auch f\u00fcr die Geschichte unserer Region zu machen\u201c, erz\u00e4hlt sie.<\/p>\n<p>\u201eDas Wichtigste war, dass es sich um originale historische Gegenst\u00e4nde handeln sollte. Manche St\u00fccke lagen auf dem Dachboden: etwa Porzellangef\u00e4\u00dfe aus den 1920er- und 1930er-Jahren oder eine alte Puppe, f\u00fcr die eine Studentin neue Kleidung gen\u00e4ht hat. Auch alte B\u00fccher und Dokumente haben wir in die Ausstellung aufgenommen\u201c, sagt Jelitto-Piechulik. Andere Objekte sind auf Fotografien dokumentiert, darunter alte Familienh\u00e4user aus der Gegend von Kandrzin-Cosel oder Kreuzburg.<\/p>\n<h2>Wenn Gegenst\u00e4nde Geschichten erz\u00e4hlen<\/h2>\n<p>Hinter den Gegenst\u00e4nden stehen Geschichten. Die Studierenden sprachen mit \u00e4lteren Menschen und f\u00fchrten Interviews. So wurde aus der Suche nach historischen Dingen auch eine Suche nach der eigenen Familiengeschichte. Professorin Gabriela Jelitto-Piechulik spricht von einer \u201ementalen, emotionalen Sph\u00e4re\u201c, die die Studierenden dabei neu entdecken konnten: \u201eIch glaube, das war auch eine zus\u00e4tzliche Bereicherung f\u00fcr die Studenten, weil sie eben diesen Weg zu sich selbst gefunden haben, zu den eigenen Wurzeln.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_86780\" style=\"width: 2570px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-86780\" class=\"size-full wp-image-86780\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Bild-1--scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"1928\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Bild-1--scaled.jpg 2560w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Bild-1--300x226.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Bild-1--1024x771.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Bild-1--768x578.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Bild-1--1536x1157.jpg 1536w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Bild-1--2048x1542.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px\" \/><p id=\"caption-attachment-86780\" class=\"wp-caption-text\">Prof. Gabriela Jelitto-Piechulik erz\u00e4hlt bei einem Treffen im Dokumentations- und Ausstellungszentrum der Deutschen in Polen \u00fcber die Entstehung der Ausstellung \u201eAus der Erinnerungskiste meiner Gro\u00dfeltern\u201c.<br \/>Foto: Mika Ballhausen<\/p><\/div>\n<p>Eine solche Geschichte steckt etwa hinter einem Paar alter Socken. Eine alleinstehende Tante hatte sie f\u00fcr den Vater einer Studentin gestrickt \u2013 als Geburtstagsgeschenk: \u201eWeil man in den 40er- und 50er-Jahren eigentlich nichts anderes zum Geburtstag schenken konnte\u201c, erz\u00e4hlt Jelitto-Piechulik. F\u00fcr die Studierenden wurden solche Fundst\u00fccke zu Ausgangspunkten f\u00fcr pers\u00f6nliche Nachfragen. Sie f\u00fchrten Interviews und fragten \u00e4ltere Menschen nach der Geschichte ihrer Familien.<\/p>\n<p>Die Geschichten hinter den Gegenst\u00e4nden stellten die Studierenden auch bei einer Veranstaltung vor. Dabei wurde deutlich, wie intensiv sie sich mit den Erinnerungen auseinandergesetzt hatten: \u201eDas waren manchmal wirklich ber\u00fchrende Erz\u00e4hlungen. Man konnte sehen, wie emotional diese Erfahrung f\u00fcr sie war.\u201c<\/p>\n<h2>Ausstellung als praktische Erfahrung<\/h2>\n<p>F\u00fcr die Studierenden des Instituts f\u00fcr Literaturwissenschaft der Universit\u00e4t Oppeln war das Projekt zugleich eine praktische Erfahrung. Sie konnten eine Ausstellung vorbereiten, sich bei der Er\u00f6ffnung pr\u00e4sentieren und erste Erfahrungen in einem m\u00f6glichen Berufsfeld sammeln. Auch das war ein Ziel des Seminars.<\/p>\n<div id=\"attachment_86782\" style=\"width: 931px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-86782\" class=\"size-full wp-image-86782\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/bild-2.jpeg\" alt=\"\" width=\"921\" height=\"1481\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/bild-2.jpeg 921w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/bild-2-187x300.jpeg 187w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/bild-2-637x1024.jpeg 637w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/bild-2-768x1235.jpeg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 921px) 100vw, 921px\" \/><p id=\"caption-attachment-86782\" class=\"wp-caption-text\">Einblick in die Sonderausstellung \u201eAus der Erinnerungskiste meiner Gro\u00dfeltern\u201c im Dokumentations- und Ausstellungszentrum der Deutschen in Polen in Oppeln.<br \/>Foto: Mika Ballhausen<\/p><\/div>\n<p>Jelitto-Piechulik verweist auf Walter Benjamin und dessen Gedanken zu \u201eSpur und Aura\u201c. Die historischen Gegenst\u00e4nde sind f\u00fcr sie Spuren, die die Frage aufwerfen, wie Erinnerungen lebendig gehalten werden k\u00f6nnen. Die Studierenden haben diese Spuren in ihrer Umgebung gesucht \u2013 und dabei auch ihre eigenen Familiengeschichten neu betrachtet.<\/p>\n<p>\u201eAus der Erinnerungskiste meiner Gro\u00dfeltern\u201c ist noch bis Ende September im Dokumentations- und Ausstellungszentrum der Deutschen in Polen, einer Au\u00dfenstelle der \u00d6ffentlichen Woiwodschaftsbibliothek E. Smo\u0142ka in Oppeln, ul. Szpitalna 11, zu sehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Lust auf ein Studium am Institut f\u00fcr Literaturwissenschaft der Universit\u00e4t Oppeln?<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Bachelor- und Masterstudium mit Schwerpunkt auf deutscher Sprache, Kultur und Kommunikation.<\/li>\n<li>Kleine Studiengruppen erm\u00f6glichen einen direkten Kontakt zu den Lehrenden.<\/li>\n<li>Praxisnah: Beteiligung an wissenschaftlichen und kulturellen Projekten sowie Zusammenarbeit mit Unternehmen, Schulen und Kultureinrichtungen der Region.<\/li>\n<li>Berufsperspektiven unter anderem in <strong>\u00dcbersetzung, Wirtschaft, Medien, Bildung, Business Services und Kulturmanagement<\/strong>.<\/li>\n<li>Im Studium gibt es M\u00f6glichkeiten f\u00fcr <strong>Auslandsstipendien, Sprachkurse und Studienaufenthalte an Partnerhochschulen<\/strong>.<\/li>\n<li>Verschiedene Schwerpunkte erm\u00f6glichen eine individuelle Ausrichtung, etwa auf <strong>Translatorik, Recht und Wirtschaft, Medien, Kommunikation oder interkulturelle Themen<\/strong>.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Mehr Informationen:<\/strong> <a href=\"https:\/\/wfil.uni.opole.pl\/germanistik\/\">Germanistik an der Universit\u00e4t Oppeln<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine alte Puppe, Porzellangef\u00e4\u00dfe, B\u00fccher, Dokumente und gestrickte Socken: Was auf den ersten Blick unscheinbar wirkt, erz\u00e4hlt in der Sonderausstellung \u201eAus der Erinnerungskiste meiner Gro\u00dfeltern\u201c von pers\u00f6nlichen Erinnerungen und Familiengeschichte. 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