{"id":86769,"date":"2026-09-27T05:00:56","date_gmt":"2026-09-27T03:00:56","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/?p=86769"},"modified":"2026-09-25T14:40:57","modified_gmt":"2026-09-25T12:40:57","slug":"das-wort-zum-sonntag-27-09-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/das-wort-zum-sonntag-27-09-2026\/","title":{"rendered":"Das Wort zum Sonntag von Pfarrer Dr. habil. Peter Tarlinski"},"content":{"rendered":"<p><strong>Lesung:<\/strong> Ez 18,25-28<br \/>\n<strong>Lesung:<\/strong> Phil 2,1-11<br \/>\n<strong>Evangelium:<\/strong> Mt 21,28-32<\/p>\n<p>Lasst uns heute aus den Sonntagslesungen drei Gedanken entnehmen, die aus den beiden Lesungen und dem Evangelium stammen.<\/p>\n<h2>Schaut ehrlich auf eure eigenen Wege<\/h2>\n<p>Das hatten wir schon mal unter dem Gesichtspunkt: \u201eDer Mensch denkt, Gott lenkt\u201c. Menschlich gesehen neigen wir dazu, Gottes Wege zu beurteilen, wenn sie nicht unseren eigenen Erwartungen entsprechen. Was uns ungerecht erscheint, kann jedoch Ausdruck einer tieferen g\u00f6ttlichen Gerechtigkeit sein. Gott sieht nicht nur den einzelnen Augenblick, sondern den ganzen Weg eines Menschen. Er bleibt dem Guten treu und l\u00e4sst zugleich Raum f\u00fcr Umkehr und einen neuen Anfang. Darum ist sein Gericht niemals kalt, sondern von Wahrheit und Barmherzigkeit durchdrungen.<\/p>\n<p>Der Prophet Ezechiel h\u00e4lt Israel gleichsam einen Spiegel vor: Nicht Gottes Weg ist krumm, sondern oft sind es die Wege des menschlichen Herzens. Wir m\u00f6chten Gott nach unserem Ma\u00df messen, doch sein Ma\u00df ist gr\u00f6\u00dfer als unsere Berechnungen. Seine Gerechtigkeit will den Menschen nicht vernichten, sondern ihn ins Leben zur\u00fcckf\u00fchren. Gott verschlie\u00dft keine T\u00fcr vor dem, der umkehrt und neu zu gehen beginnt. So wird die Frage Gottes zu einer stillen Einladung: Pr\u00fcft nicht zuerst meinen Weg \u2013 schaut ehrlich auf eure eigenen Wege.<\/p>\n<h2>Seid in Liebe einander verbunden, eintr\u00e4chtig und dem\u00fctig<\/h2>\n<p>Christliche Gemeinschaft lebt nicht zuerst von gleichen Meinungen, sondern von der gemeinsamen N\u00e4he zu Christus. Wer zu ihm geh\u00f6rt, kann \u00fcber den anderen nicht gleichg\u00fcltig hinwegsehen. Die Liebe wird zum Band, das Verschiedenes zusammenh\u00e4lt. Eintracht bedeutet dabei nicht Uniformit\u00e4t, sondern ein gemeinsames H\u00f6ren auf Gottes Willen. Demut l\u00e4sst den Menschen vom eigenen Mittelpunkt zur\u00fccktreten und dem anderen Raum geben. So entsteht Gemeinschaft dort, wo niemand nur sich selbst sucht.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eGottes Wille geschieht dort, wo ein Mensch h\u00f6rt, umkehrt und handelt.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Der Apostel Paulus weist dabei auf Christus selbst: Er wird zum Ma\u00df unseres Denkens und Handelns. Seine Liebe beugt sich herab, ohne ihre W\u00fcrde zu verlieren. Wer sich von diesem Geist pr\u00e4gen l\u00e4sst, baut keine Mauern, sondern Br\u00fccken. So wird die Gemeinde zu einem Ort, an dem die Gesinnung Christi sichtbar und seine Liebe unter Menschen erfahrbar wird. Dann erf\u00fcllt sich das, was der Hl. Paulus an die Gemeinde in Philippi schreibt: \u201ein Demut sch\u00e4tze einer den andern h\u00f6her ein als sich selbst. Jeder achte nicht nur auf das eigene Wohl, sondern auch auf das der anderen.\u201c<\/p>\n<h2>Den Willen Gottes verwirklichen<\/h2>\n<p>Den Willen Gottes verwirklichen wir nicht nur mit Worten, sondern mit unserem Leben.<\/p>\n<p>Entscheidend ist nicht das schnelle \u201eJa\u201c, sondern der wirkliche Schritt in den Weinberg.<\/p>\n<p>Gottes Wille geschieht dort, wo ein Mensch h\u00f6rt, umkehrt und handelt. Auch ein erstes \u201eNein\u201c muss nicht das letzte Wort bleiben. Reue kann eine verschlossene T\u00fcr \u00f6ffnen und einen neuen Weg beginnen lassen.<\/p>\n<p>Der erste Sohn zeigt: Umkehr ist m\u00f6glich, selbst wenn der Anfang misslungen ist.<\/p>\n<p>Der zweite Sohn war mit den Lippen gehorsam, doch sein Leben blieb stehen.<\/p>\n<p>Jesus macht deutlich: Glaube ohne Bereitschaft zur Ver\u00e4nderung bleibt leer.<\/p>\n<p>Gottes Willen tun wir, wenn wir seiner Stimme heute Raum geben und das Erkannte in konkrete Liebe verwandeln. Der Weg zu Gott beginnt oft nicht mit Vollkommenheit, sondern mit einem ehrlichen Herzen, das sich bewegen l\u00e4sst.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lesung: Ez 18,25-28 Lesung: Phil 2,1-11 Evangelium: Mt 21,28-32 Lasst uns heute aus den Sonntagslesungen drei Gedanken entnehmen, die aus den beiden Lesungen und dem Evangelium stammen. Schaut ehrlich auf eure eigenen Wege Das hatten wir schon mal unter dem Gesichtspunkt: \u201eDer Mensch denkt, Gott lenkt\u201c. 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