{"id":86714,"date":"2026-09-24T05:00:32","date_gmt":"2026-09-24T03:00:32","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/?p=86714"},"modified":"2026-09-23T17:22:17","modified_gmt":"2026-09-23T15:22:17","slug":"vision-2100-deutsche-minderheiten-gruenden-thinktank","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/vision-2100-deutsche-minderheiten-gruenden-thinktank\/","title":{"rendered":"\u201eVision 2100&#8243;: Deutsche Minderheiten gr\u00fcnden Thinktank"},"content":{"rendered":"<p><strong>Vertreterinnen und Vertreter der deutschen Minderheiten in Europa haben beschlossen, einen Thinktank zu gr\u00fcnden. Ziel des neuen Formats ist es, Wege aufzuzeigen, wie der Fortbestand der deutschen Minderheiten bis ins Jahr 2100 gesichert werden kann.<\/strong><!--more--><\/p>\n<p>Die Vertreterinnen und Vertreter der deutschen Minderheiten, die in der AGDM vertreten sind, nutzten ihr Treffen im Rahmen des FUEN-Kongresses in Helsinki dazu, Weichenstellungen f\u00fcr die Zukunft vorzunehmen. Sie wollen zuk\u00fcnftig in einem Thinktank \u00fcber wichtige Themen diskutieren und ihre Positionen regelm\u00e4\u00dfig in Arbeitspapieren ver\u00f6ffentlichen. Wie AGDM-Sprecher Benjamin J\u00f3zsa auf Anfrage mitteilt, ist der Thinktank als \u201eGespr\u00e4chskreis unter Gleichen&#8220; geplant. Im Thinktank sollen neben den Vertreterinnen und Vertretern der deutschen Minderheiten auch wissenschaftliche Berater mitwirken. Die in der AGDM vertretenen Minderheiten k\u00f6nnen sich mit einem Vertreter am Thinktank beteiligen.<\/p>\n<p>Die AGDM (Arbeitsgemeinschaft Deutscher Minderheiten in der FUEN) bildet den Zusammenschluss der deutschen Minderheiten innerhalb der FUEN. In der FUEN (F\u00f6deralistische Union Europ\u00e4ischer Nationalit\u00e4ten) sind autochthone nationale Minderheiten, Nationalit\u00e4ten und Sprachgemeinschaften aus ganz Europa vereinigt. Die \u00fcber 100 Mitgliedsorganisationen aus 38 L\u00e4ndern treffen sich einmal im Jahr auf dem Jahreskongress. Dieser fand dieses Jahr zum 70. Mal statt. Einen Bericht vom Jahreskongress der FUEN in Helsinki lesen Sie <a href=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/sprache-als-pruefstein-europaeischer-minderheitenpolitik\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a>.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eWir wollen nicht, dass am Ende andere f\u00fcr uns denken.\u201c<br \/>\n<em><strong>Rafa\u0142 Bartek<\/strong><\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Der vollst\u00e4ndige Name des Thinktanks lautet: \u201eVision 2100 \u2013 Zukunft der deutschen Minderheiten in Europa \u2013 Selbstbestimmt.Gestalten.Weiterdenken&#8220;. Damit steht fest, dass der Zeithorizont, in dem \u00fcber Zukunftsfragen diskutiert wird, sich \u00fcber das ganze aktuelle Jahrhundert erstreckt. Die drei Schlagworte geben zudem eine Haltung und Ziele vor, die die Diskussionen leiten k\u00f6nnten.<\/p>\n<h2>Regelm\u00e4\u00dfige Positionierung<\/h2>\n<p>Vom bisherigen Austausch innerhalb der AGDM unterscheidet sich das neue Format des Thinktanks unter anderem dadurch, dass externe Experten eingebunden sein werden. Die Mitglieder dieses wissenschaftlichen Beraterkreises werden, wie Benjamin J\u00f3zsa angibt, ebenfalls gleichberechtigt an den Sitzungen teilnehmen. Die Sitzungen sollen au\u00dferdem von einem Primus inter Pares geleitet werden. In diesem Format wollen sich die Vertreterinnen und Vertreter der deutschen Minderheiten mindestens zweimal im Jahr treffen. Resultat der Treffen soll die Ver\u00f6ffentlichung von mindestens einem Arbeitspapier pro Jahr sein.<\/p>\n<p>Der Thinktank will in erster Linie Wege aufzeigen, um den Fortbestand der deutschen Minderheiten zu sichern, dabei aber auch die Unterschiede zwischen den Minderheiten ber\u00fccksichtigen. J\u00f3zsa sagt dazu: \u201eManche L\u00f6sungen werden f\u00fcr alle gelten k\u00f6nnen, manche m\u00fcssen je nach Schwerpunkt gew\u00e4hlt werden. Aber in dem Thinktank werden alle Unterschiede ber\u00fccksichtigt werden, so wie es in der AGDM schon seit Jahrzehnten passiert.&#8220;<\/p>\n<h2>Vordenken statt nachdenken<\/h2>\n<p>F\u00fcr Rafa\u0142 Bartek, Vorsitzenden des VdG und Vertreter der deutschen Minderheit in Polen in der FUEN, liegt die Bedeutung des neuen Formats darin, dass es die M\u00f6glichkeit schaffe, sich in relevanten Themenfeldern auf der politischen B\u00fchne positionieren zu k\u00f6nnen. Gegen\u00fcber dem Neuen Wochenblatt.pl sagt er: \u201eWichtig ist, dass wir ein Gremium haben, das sich Gedanken macht \u2013 zu den Entwicklungen im politischen Leben der jeweiligen L\u00e4nder, aber auch zu den Entwicklungen in unserem Mutterland, in Deutschland.\u201c Rafa\u0142 Bartek hebt insbesondere hervor, dass die deutschen Minderheiten ihre Position unabh\u00e4ngig bestimmen und vertreten wollen: \u201eMan muss ein bisschen vordenken und selbstbestimmt weiterdenken. Das steckt auch im Motto, das wir uns f\u00fcr diesen Thinktank gegeben haben. Wir planen dazu auch, Arbeitspapiere zu publizieren, weil wir nicht wollen, dass am Ende andere f\u00fcr uns denken.&#8220;<\/p>\n<div id=\"attachment_86717\" style=\"width: 778px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-86717\" class=\"size-large wp-image-86717\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/IMG_1621_AP-768x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"768\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/IMG_1621_AP-768x1024.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/IMG_1621_AP-225x300.jpg 225w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/IMG_1621_AP-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/IMG_1621_AP-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/IMG_1621_AP-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><p id=\"caption-attachment-86717\" class=\"wp-caption-text\">Mit \u201eVision 2100\u201c wollen die deutschen Minderheiten in Europa ihren Fortbestand bis ins Jahr 2100 sichern und ihre Zukunft selbstbestimmt mitgestalten. Die Gr\u00fcndung des Thinktanks wurde in Helsinki beschlossen.<br \/>Foto: Andrea Polanski<\/p><\/div>\n<p>Ein zentrales Thema aus Sicht der deutschen Minderheit in Polen ist der Spracherwerb. Der VdG hat 2026 dazu auch eine zukunftsgerichtete <a href=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/vom-wissen-zum-handeln\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Sprachstrategie<\/a> verabschiedet. Im Thinktank k\u00f6nnte dieses Thema noch einmal in einem gr\u00f6\u00dferen Zusammenhang aufgegriffen werden, denn innerhalb Europas variiert der Umgang mit Spracherwerb und Sprachf\u00f6rderung stark. \u201eDie Gesetzgebungen, wie man Minderheitensprachen in einzelnen L\u00e4ndern Europas und auch in den einzelnen L\u00e4ndern der EU unterst\u00fctzt, sind sehr unterschiedlich\u201c, erkl\u00e4rt Bartek. Er erg\u00e4nzt: \u201eMan spricht von zweisprachigen Schulen, und das bedeutet quasi in jedem einzelnen EU-Land etwas anderes.\u201c In diesem Zusammenhang zeigt sich, dass nicht nur die Politik in den jeweiligen L\u00e4ndern und in Deutschland, sondern auch die EU f\u00fcr die Themen der deutschen Minderheiten von Bedeutung ist. Wie Rafa\u0142 Bartek ausf\u00fchrt: \u201eDas sind Themen, auf die man immer wieder hinweisen muss, auf die man die Politik aufmerksam machen muss, sowohl in Deutschland als auch auf der europ\u00e4ischen Ebene und in den einzelnen L\u00e4ndern.\u201c<\/p>\n<h2>Flexible Vertretung<\/h2>\n<p>Im Thinktank vertritt Rafa\u0142 Bartek die deutsche Minderheit in Polen als AGDM-Vertreter. Die Teilnahme an den Sitzungen ist aber nicht fest an eine Person gebunden und kann je nach Thema variieren. \u201eWenn es ein spezifisches Thema gibt, bei dem ich nicht der Experte bin, aber ich der Meinung bin, dass wir in unseren Kreisen der deutschen Minderheit jemanden haben, der sich gut damit auskennt, dann werde ich vorschlagen, dass diese Person an der Sitzung teilnimmt&#8220;, erl\u00e4utert Bartek.<\/p>\n    <section class=\"newsy-widget\">\n        \n                                \n        <a class=\"newsy-card\" href=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/sprache-als-pruefstein-europaeischer-minderheitenpolitik\/\">\n            <div class=\"newsy-card-thumb\">\n                                    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/IMG_1635-150x150.jpg\" alt=\"Sprache als Pr\u00fcfstein europ\u00e4ischer Minderheitenpolitik\">\n                            <\/div>\n            <div class=\"newsy-card-text\">\n            \t\n                            <span class=\"slider-subtitle\" style=\"font-size: 0.7rem !important; text-transform: uppercase !important;\">70. FUEN-Kongress in Helsinki <\/span>\n                                      \t\n            \t\n                <h3 class=\"newsy-card-title\">Sprache als Pr\u00fcfstein europ\u00e4ischer Minderheitenpolitik<\/h3>\n                <span class=\"newsy-card-more\">Mehr lesen &rarr;<\/span>\n            <\/div>\n        <\/a>\n            <\/section>\n    \n    <section class=\"newsy-widget\">\n        \n                                \n        <a class=\"newsy-card\" href=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/vom-wissen-zum-handeln\/\">\n            <div class=\"newsy-card-thumb\">\n                                    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/534142501_1186563386845034_6508658085628622400_n-150x150.jpg\" alt=\"Vom Wissen zum Handeln\">\n                            <\/div>\n            <div class=\"newsy-card-text\">\n            \t\n                            <span class=\"slider-subtitle\" style=\"font-size: 0.7rem !important; text-transform: uppercase !important;\">Wie die Sprachstrategie der Deutschen Minderheit lebendig wird<\/span>\n                                      \t\n            \t\n                <h3 class=\"newsy-card-title\">Vom Wissen zum Handeln<\/h3>\n                <span class=\"newsy-card-more\">Mehr lesen &rarr;<\/span>\n            <\/div>\n        <\/a>\n            <\/section>\n    \n<p>Das neue Format steht noch in der Gr\u00fcndungsphase. Der Thinktank soll w\u00e4hrend der AGDM-Jahrestagung weiter konkretisiert werden, wie Bartek verr\u00e4t. So m\u00fcssen etwa noch weitere wissenschaftliche Berater bestimmt werden \u2013 bisher steht in dieser Funktion der stellvertretende Direktor des Bundesinstituts f\u00fcr Kultur und Geschichte der Deutschen im \u00f6stlichen Europa (BKGE), Dr. Dr. Gerald Volkmer, fest. AGDM-Sprecher Benjamin J\u00f3zsa plant, dass der Thinktank Anfang 2027 erstmals zusammenkommt. Dann soll auch m\u00f6glichst bald das erste Arbeitspapier erarbeitet und ver\u00f6ffentlicht werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vertreterinnen und Vertreter der deutschen Minderheiten in Europa haben beschlossen, einen Thinktank zu gr\u00fcnden. 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