{"id":86643,"date":"2026-09-22T17:00:13","date_gmt":"2026-09-22T15:00:13","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/?p=86643"},"modified":"2026-09-22T16:52:53","modified_gmt":"2026-09-22T14:52:53","slug":"wallfahrt-nach-zuckmantel-hier-sind-wir-in-den-bergen-bisschen-hoeher-bei-gott","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wallfahrt-nach-zuckmantel-hier-sind-wir-in-den-bergen-bisschen-hoeher-bei-gott\/","title":{"rendered":"\u201eHier sind wir in den Bergen, ein bisschen n\u00e4her bei Gott\u201c"},"content":{"rendered":"<p><strong>Wenn vor dem Gottesdienst in Maria Hilf die Glocken l\u00e4uten, h\u00f6rt Martin Ott darin mehr als nur Kirchengel\u00e4ut. Eine der Glocken ist mit seiner eigenen Familiengeschichte verbunden. Ott ist der Neffe von Pfarrer Adolf Schrenk, der ma\u00dfgeblich am Wiederaufbau der Kirche bei Zlat\u00e9 Hory, dem deutschen Zuckmantel, beteiligt war.<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>\u201eUnd ich muss schon sagen, mir tut es sehr gut, wenn ich hier vor dem Gottesdienst das Gel\u00e4ut h\u00f6re\u201c, erz\u00e4hlt Ott.<\/p>\n<p>Die Geschichte dieses Ortes kennt er vor allem aus den Erz\u00e4hlungen seines Onkels. Besonders die Sprengung der alten Kirche hat ihn besch\u00e4ftigt. \u201eWie kommt ein Mensch dazu, wie kommt ein System dazu, die eigentliche Kultur und Religion buchst\u00e4blich in die Luft zu sprengen?\u201c, fragt er r\u00fcckblickend.<\/p>\n<p>Bei der traditionellen Wallfahrt der Nationen kamen am Samstag, dem 19. September, Gl\u00e4ubige aus Polen, Deutschland und Tschechien in Maria Hilf zusammen. Die Messe zelebrierten Bischof Martin David aus dem Bistum Ostrau-Troppau und Bischof Rudolf Pierska\u0142a aus Oppeln. Der Verband der deutschen sozial-kulturellen Gesellschaften in Polen (VdG) organisierte eine Busfahrt. Zwei Busse waren voll.<\/p>\n<p>F\u00fcr Ott ist der Ort eng mit der Geschichte seines Onkels verbunden. Auch in den Jahrzehnten, in denen Reisen \u00fcber die Grenze schwierig waren, blieb Adolf Schrenk seiner Heimat verbunden. Nach der politischen Wende Ende der 1980er-Jahre entstand schlie\u00dflich die M\u00f6glichkeit, aus dem Schutthaufen wieder eine Kirche zu machen. Ott berichtet, sein Onkel habe daf\u00fcr rund 800.000 Euro Spenden aus dem deutschen Raum gesammelt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_86650\" style=\"width: 2010px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-86650\" class=\"wp-image-86650 size-full\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Glaubige-1-e1790084751415.jpg\" alt=\"\" width=\"2000\" height=\"1127\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Glaubige-1-e1790084751415.jpg 2000w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Glaubige-1-e1790084751415-300x169.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Glaubige-1-e1790084751415-1024x577.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Glaubige-1-e1790084751415-768x433.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Glaubige-1-e1790084751415-1536x866.jpg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 2000px) 100vw, 2000px\" \/><p id=\"caption-attachment-86650\" class=\"wp-caption-text\">Gl\u00e4ubige aus Polen, Deutschland und Tschechien beteten und sangen bei der Wallfahrt der Nationen gemeinsam in drei Sprachen.<br \/>Foto: Stefani Koprek-Golomb<\/p><\/div>\n<p>Dann fehlte noch das Geld f\u00fcr die Glocke. Ott, der seit Jahren Benefizkonzerte zur Weihnachtszeit veranstaltete, versprach seinem Onkel, eine Glocke zu finanzieren.<\/p>\n<p>\u201eDu, pass mal auf, du bestellst eine Glocke und wir bezahlen sie\u201c, habe er ihm gesagt.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich fanden sich weitere Spender, sodass bei der Glockenweihe vier Glocken vorhanden waren.<\/p>\n<h2>Begegnungen, aus denen Br\u00fccken werden<\/h2>\n<p>Andere Teilnehmer bringen andere Geschichten mit. Bernhard Jungnitz, Vorsitzender des Heimatwerkes schlesischer Katholiken (1959 von den Katholischen Schlesiern aus dem Erzbistum Breslau gegr\u00fcndet), lebt in Holzwickede bei Dortmund. Seine Verbindung zu Schlesien f\u00fchrt \u00fcber seine Eltern. 1989 besuchte er erstmals deren Heimat. 1995 fasste er den Entschluss, \u201edort, wo die elterlichen Wurzeln sind\u201c, wieder zu Hause zu sein.<\/p>\n<p>Zur Wallfahrt nach Zuckmantel kommt er nicht zum ersten Mal. Was ihn besonders interessiert, ist die internationale Atmosph\u00e4re. In der Predigt ging es auch darum, Br\u00fccken zu bauen. Eine solche Br\u00fccke erlebte Jungnitz an diesem Tag unmittelbar: Er kam mit einem Mann ins Gespr\u00e4ch, der sich als B\u00fcrgermeister von Hindenburg vorstellte.<\/p>\n<p>\u201eUnd das ist doch interessant, wenn Menschen, die spontan sich begegnen, miteinander reden, und da ist schon eine Br\u00fccke.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_86654\" style=\"width: 2010px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-86654\" class=\"wp-image-86654 size-full\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Pfarrer-e1790084781912.jpg\" alt=\"\" width=\"2000\" height=\"1127\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Pfarrer-e1790084781912.jpg 2000w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Pfarrer-e1790084781912-300x169.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Pfarrer-e1790084781912-1024x577.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Pfarrer-e1790084781912-768x433.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Pfarrer-e1790084781912-1536x866.jpg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 2000px) 100vw, 2000px\" \/><p id=\"caption-attachment-86654\" class=\"wp-caption-text\">Gemeinsam bei der Wallfahrt der Nationen in Maria Hilf bei Zuckmantel: Geistliche aus Polen, Deutschland und Tschechien kamen zu dem Gottesdienst zusammen.<br \/>Foto: Stefani Koprek-Golomb<\/p><\/div>\n<h2>\u201eBisschen n\u00e4her bei Gott\u201c<\/h2>\n<p>Auch Wolfgang Chrobok vom DFK-Vorstand im Kreis Ratibor ist seit vielen Jahren mit Maria Hilf verbunden. \u201eIch bin seit \u00fcber 20 Jahren hier, jedes Jahr.\u201c<\/p>\n<p>Sein erster Besuch war noch keine gro\u00dfe Wallfahrt. Gemeinsam mit seiner Frau suchte er die Kirche, nachdem sie von dem Ort geh\u00f6rt hatten. In der Stadt erfuhren sie, dass Maria Hilf im Wald liegt. Sie suchten und fanden sie. Bei der Heiligen Messe waren damals nur zwei oder drei Personen.<\/p>\n<p>Heute ist der Ort f\u00fcr Chrobok l\u00e4ngst vertraut. \u201eHier sind wir in den Bergen, bisschen n\u00e4her bei Gott\u201c, sagt er.<\/p>\n<p>Gebetet wurde bei der Wallfahrt unter anderem um Gottes Segen, Gesundheit, inneren Frieden und Frieden zwischen den V\u00f6lkern. Pfarrer Dr. habil. Andrzej Anderwald, Seelsorger der Nationalen und Ethnischen Minderheiten, nennt diese Anliegen als zentrale Intention des Tages. Eingeschlossen wurden auch die Verstorbenen und jene Menschen, die wegen ihres Alters oder einer Krankheit nicht mehr selbst nach Maria Hilf kommen k\u00f6nnen.<\/p>\n<div id=\"attachment_86644\" style=\"width: 2010px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-86644\" class=\"wp-image-86644 size-full\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/815187528_2591303581328418_353609733551537649_n-e1790084813956.jpg\" alt=\"\" width=\"2000\" height=\"1127\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/815187528_2591303581328418_353609733551537649_n-e1790084813956.jpg 2000w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/815187528_2591303581328418_353609733551537649_n-e1790084813956-300x169.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/815187528_2591303581328418_353609733551537649_n-e1790084813956-1024x577.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/815187528_2591303581328418_353609733551537649_n-e1790084813956-768x433.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/815187528_2591303581328418_353609733551537649_n-e1790084813956-1536x866.jpg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 2000px) 100vw, 2000px\" \/><p id=\"caption-attachment-86644\" class=\"wp-caption-text\">Zahlreiche Pilger versammelten sich auf dem Kirchenplatz vor Maria Hilf bei Zuckmantel und feierten gemeinsam die Messe der Wallfahrt der Nationen.<br \/>Foto: Stefani Koprek-Golomb<\/p><\/div>\n<p>So treffen an diesem Ort unterschiedliche pers\u00f6nliche Geschichten aufeinander: die Erinnerung an eine zerst\u00f6rte und wiederaufgebaute Kirche, famili\u00e4re Wurzeln in Schlesien, mehr als zwei Jahrzehnte pers\u00f6nlicher Verbundenheit. Die Wallfahrt lebt dabei nicht nur von ihrer Geschichte, sondern von den Menschen, die jedes Jahr wiederkommen.<\/p>\n<h2>N\u00e4chster Halt: Trebnitz<\/h2>\n<p>F\u00fcr diejenigen, die diese Form der Begegnung fortsetzen m\u00f6chten, gibt es bereits die n\u00e4chste M\u00f6glichkeit: Der VdG organisiert auch eine Busfahrt zur Wallfahrt nach Trebnitz zur Heiligen Hedwig am 7. November 2026.<\/p>\n<p>Ein Bus ist bereits voll, f\u00fcr den zweiten Bus wird derzeit eine Liste gesammelt. Interessierte k\u00f6nnen sich unter +48 77 454 78 78 oder per E-Mail an biuro@vdg.pl melden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn vor dem Gottesdienst in Maria Hilf die Glocken l\u00e4uten, h\u00f6rt Martin Ott darin mehr als nur Kirchengel\u00e4ut. Eine der Glocken ist mit seiner eigenen Familiengeschichte verbunden. 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