{"id":86548,"date":"2026-09-27T17:00:45","date_gmt":"2026-09-27T15:00:45","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/?p=86548"},"modified":"2026-09-25T16:04:51","modified_gmt":"2026-09-25T14:04:51","slug":"zwei-fuer-die-geschichte-schlesiens-wichtige-daten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/zwei-fuer-die-geschichte-schlesiens-wichtige-daten\/","title":{"rendered":"Zwei f\u00fcr die Geschichte Schlesiens wichtige Daten"},"content":{"rendered":"<p><strong>Schlesien hat eine recht komplizierte Geschichte, denn es stand \u00fcber viele Jahre unter dem Einfluss verschiedener Staaten und war h\u00e4ufig Schauplatz von Konflikten. Im September und Anfang Oktober fallen zwei f\u00fcr die Geschichte Schlesiens sehr wichtige Daten. Die Rede ist vom Ende des Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieges im Jahr 1648 sowie von den Entscheidungen \u00fcber die Teilung Oberschlesiens nach dem Plebiszit von 1921. Obwohl fast 300 Jahre zwischen ihnen liegen, hatten beide Ereignisse gro\u00dfe Bedeutung f\u00fcr Schlesien und seine Bewohner.<\/strong><!--more--><\/p>\n<p>Der Drei\u00dfigj\u00e4hrige Krieg dauerte von 1618 bis 1648. Zu Beginn war er vor allem ein religi\u00f6ser Konflikt zwischen Katholiken und Protestanten in B\u00f6hmen, sp\u00e4ter im gesamten Reich, doch mit der Zeit wurde er auch zu einem Machtkampf der Staaten um Einfluss in Europa. Schlesien stand damals unter habsburgischer Herrschaft und bekam die Folgen dieses Krieges deutlich zu sp\u00fcren. Truppen zogen durch die Region, es kam zu Pl\u00fcnderungen und zur Zerst\u00f6rung von St\u00e4dten und D\u00f6rfern. Auch Hunger und Krankheiten stellten ein Problem dar.<\/p>\n<blockquote><p>Ereignisse von vor Jahrhunderten sind in Schlesien noch immer sichtbar.<\/p><\/blockquote>\n<p>1648 wurde in M\u00fcnster und Osnabr\u00fcck der Westf\u00e4lische Frieden unterzeichnet, der den Krieg beendete. F\u00fcr Schlesien bedeutete das vor allem das Ende der K\u00e4mpfe und die M\u00f6glichkeit des Wiederaufbaus. Die religi\u00f6sen Probleme verschwanden jedoch nicht. Die Habsburger waren katholisch, w\u00e4hrend in Schlesien viele Protestanten lebten. Der Frieden brachte gewisse Regelungen zu ihrer religi\u00f6sen Lage mit sich, doch in der Praxis verschlechterte sich die Situation der Protestanten in den unmittelbar von den Habsburgern kontrollierten Gebieten nach Kriegsende erheblich. Gleichzeitig entstanden infolge der Bestimmungen des Westf\u00e4lischen Friedens die Friedenskirchen, unter anderem in Jauer und Schweidnitz, die bis heute bestehen und 2001 in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen wurden. Sie sind ein Beispiel daf\u00fcr, wie Ereignisse von vor Jahrhunderten in Schlesien noch immer sichtbar sind.<\/p>\n<div id=\"attachment_86549\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-86549\" class=\"size-large wp-image-86549\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Westfaelischer_Friede_in_Muenster_Gerard_Terborch_1648-wikipedia-1024x793.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"793\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Westfaelischer_Friede_in_Muenster_Gerard_Terborch_1648-wikipedia-1024x793.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Westfaelischer_Friede_in_Muenster_Gerard_Terborch_1648-wikipedia-300x232.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Westfaelischer_Friede_in_Muenster_Gerard_Terborch_1648-wikipedia-768x595.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Westfaelischer_Friede_in_Muenster_Gerard_Terborch_1648-wikipedia-1536x1190.jpg 1536w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Westfaelischer_Friede_in_Muenster_Gerard_Terborch_1648-wikipedia-2048x1587.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><p id=\"caption-attachment-86549\" class=\"wp-caption-text\">Gerard ter Borch, \u201eDie Beeidigung des Friedensvertrags in M\u00fcnster\u201c, 1648. Szene im Zusammenhang mit dem Westf\u00e4lischen Frieden, der den Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieg beendete.<br \/>Quelle: Wikipedia<\/p><\/div>\n<p>Das zweite wichtige Ereignis war das Plebiszit in Oberschlesien am 20. M\u00e4rz 1921. Nach der Wiedererlangung der Unabh\u00e4ngigkeit wollten sowohl Polen als auch Deutschland die Region f\u00fcr sich beanspruchen. Oberschlesien war wirtschaftlich sehr bedeutend wegen seiner Bergwerke, H\u00fctten und seiner entwickelten Industrie. Beim Plebiszit stimmten mehr Menschen f\u00fcr Deutschland, doch die Ergebnisse fielen je nach Ort unterschiedlich aus. Aus Unzufriedenheit mit den Ergebnissen und dem Streit um die Zukunft der Region kam es zum Dritten Schlesischen Aufstand. Schlie\u00dflich befasste sich der V\u00f6lkerbund mit der Angelegenheit. Sein Rat legte einen Vorschlag zur Teilung Oberschlesiens vor, und am 20. Oktober 1921 machte sich die Pariser Botschafterkonferenz diesen Vorschlag zu eigen und teilte die Entscheidung \u00fcber die Teilung der Region mit. Der endg\u00fcltige Vollzug der Teilung erfolgte 1922. Polen erhielt den kleineren Teil des Gebiets, doch ein bedeutender Teil der wichtigsten Industriegebiete und Bergwerke lag nunmehr auf seinem Territorium. Das war f\u00fcr die Wirtschaft des jungen polnischen Staates von gro\u00dfer Bedeutung, w\u00e4hrend der Verlust eines Teils der oberschlesischen Industrie und der Kohlevorkommen auch f\u00fcr die deutsche Wirtschaftslage und die Reparationsfrage bedeutsam war.<\/p>\n<div id=\"attachment_86553\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-86553\" class=\"size-large wp-image-86553\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/huta-bobrek-bytom-1024x636.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"636\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/huta-bobrek-bytom-1024x636.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/huta-bobrek-bytom-300x186.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/huta-bobrek-bytom-768x477.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/huta-bobrek-bytom.jpg 1080w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><p id=\"caption-attachment-86553\" class=\"wp-caption-text\">Die Bobrek-H\u00fctte in Beuthen.<br \/>Foto: Schlesische Digitalbibliothek<\/p><\/div>\n<p>F\u00fcr die Bewohner war die Teilung jedoch keine einfache Angelegenheit. Die neue Grenze zerschnitt Ortschaften und Arbeitspl\u00e4tze und verlief sogar unter der Erde, durch die Stollen der Bergwerke. Manchmal stand das Haus auf der einen Seite der Grenze, w\u00e4hrend das Gartentor bereits auf die andere Seite f\u00fchrte. Schlesien war eine Region, in der seit langem verschiedene Sprachen und Kulturen nebeneinander existierten, weshalb sich nicht immer leicht sagen lie\u00df, was wem geh\u00f6rte.<\/p>\n<p>Meiner Meinung nach zeigen beide Ereignisse, dass die Lage und der Reichtum Schlesiens gro\u00dfen Einfluss auf seine Geschichte hatten. Verschiedene Staaten wollten diese Region kontrollieren, und die Folgen ihrer Entscheidungen bekamen die einfachen Bewohner zu sp\u00fcren. Das hat auch heute noch Bedeutung. In Schlesien sind nach wie vor polnische, deutsche, tschechische und \u00f6sterreichische Einfl\u00fcsse sichtbar, manchmal in anderer Reihenfolge, und das gilt es sowohl zu bewahren als auch zu respektieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schlesien hat eine recht komplizierte Geschichte, denn es stand \u00fcber viele Jahre unter dem Einfluss verschiedener Staaten und war h\u00e4ufig Schauplatz von Konflikten. Im September und Anfang Oktober fallen zwei f\u00fcr die Geschichte Schlesiens sehr wichtige Daten. Die Rede ist vom Ende des Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieges im Jahr 1648 sowie von den Entscheidungen \u00fcber die Teilung [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":318,"featured_media":86551,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[4224,4580],"tags":[8422,6478,8457,10328,6815],"redaktor":[6048],"class_list":["post-86548","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-geschichte-de","category-kolumne-de","tag-dreissigjaehriger-krieg-de","tag-geschichte-de","tag-krzysztof-wysdak-de","tag-plebiszit","tag-schlesien-de","redaktor-krzysztof-wysdak-de"],"acf":[],"nwb_translations":{"current":"de","available":["de","pl"],"translations":{"pl":{"id":86557,"available":true,"link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/dwie-daty-wazne-dla-historii-slaska\/","title":"Dwie daty wa\u017cne dla historii \u015al\u0105ska"}}},"nwb_fields":{"acf":{"post_podtytul":"Schlesien zwischen den Grenzen"},"featured_image":{"id":86551,"caption":"Stra\u00dfenbahn nach Kattowitz am Grenz\u00fcbergang in Hohenlinde, unweit von Beuthen, auf deutscher Seite.\nQuelle: Wikipedia","alt":"","source":"Wikipedia","sizes":{"thumbnail":{"url":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/na-granicy-150x150.jpg","width":150,"height":150},"medium":{"url":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/na-granicy-300x191.jpg","width":300,"height":191},"large":{"url":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/na-granicy-1024x650.jpg","width":1024,"height":650},"full":{"url":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/na-granicy.jpg","width":1181,"height":750}},"caption_text":"Stra\u00dfenbahn nach Kattowitz am Grenz\u00fcbergang in Hohenlinde, unweit von Beuthen, auf deutscher Seite."}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/86548","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/318"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=86548"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/86548\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":86865,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/86548\/revisions\/86865"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/86551"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=86548"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=86548"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=86548"},{"taxonomy":"redaktor","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/redaktor?post=86548"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}