{"id":86343,"date":"2026-09-20T05:00:42","date_gmt":"2026-09-20T03:00:42","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/?p=86343"},"modified":"2026-09-19T11:26:17","modified_gmt":"2026-09-19T09:26:17","slug":"das-wort-zum-sonntag-20-09-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/das-wort-zum-sonntag-20-09-2026\/","title":{"rendered":"Wort zum Sonntag von Pfarrer Dr. habil. Peter Tarlinski"},"content":{"rendered":"<p>25.\u00a0 Sonntag im Jahreskreis \u2013 A<\/p>\n<p><strong>26.\u00a0 Lesung:<\/strong> Jes 55,6-9<\/p>\n<p><strong>27.\u00a0 Lesung:<\/strong> Phil 1,20-24.27a<\/p>\n<p><strong>Evangelium:<\/strong> Mt 20,1-16<\/p>\n<p><strong>Wie immer an Sonn- und Feiertagen h\u00f6ren wir in der katholischen Liturgie, in der Hl. Messe, drei Lesungen. \u00dcblicherweise sind es: die erste Lesung aus dem Alten Testament, die zweite Lesung aus den Schriften der Apostel und der fr\u00fchen Kirche. Das Evangelium wird einer der vier \u00dcberlieferungen nach Matth\u00e4us, Markus, Lukas und Johannes entnommen. Alle diese Texte sind ideenreich. Heute lasst uns in den Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Philippi hineinh\u00f6ren.<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>Die Christen in Philippi<\/h2>\n<p>Die christliche Gemeinde in Philippi entstand auf der zweiten Missionsreise des Apostels Paulus, wahrscheinlich um 49\/50 nach Christus. Zu den ersten Glaubenden geh\u00f6rte Lydia, eine Purpurh\u00e4ndlerin aus Thyatira. Ihr Haus wurde zu einem wichtigen Begegnungsort der jungen Gemeinde. Auch der Gef\u00e4ngnisaufseher von Philippi und seine Familie lie\u00dfen sich taufen. Schon diese Anf\u00e4nge zeigen die soziale Vielfalt der Gemeinde: eine wirtschaftlich selbst\u00e4ndige Frau, Hausgemeinschaften, m\u00f6glicherweise Angeh\u00f6rige der unteren und mittleren Schichten und Menschen mit r\u00f6mischem Hintergrund. Die Christen in Philippi lebten in einer Umwelt, in der r\u00f6mische Ordnung, Kaisertreue und gesellschaftliches Ansehen wichtig waren. F\u00fcr sie bedeutete der Glaube an Christus deshalb eine neue Zugeh\u00f6rigkeit: Paulus erinnert sie daran, dass \u201eunsere Heimat im Himmel ist\u201c (Phil 3,20).<\/p>\n<blockquote><p>\u201eLiebe fragt nicht zuerst nach dem eigenen Vorteil. Sie bleibt, wenn ihr Dasein f\u00fcr andere zum Segen werden kann. So wird das Leben zur Gabe.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Die Beziehung zwischen Paulus und den Philippern war besonders herzlich. Er nennt sie seine \u201eFreude und seinen Siegeskranz\u201c (Phil 4,1). Sie unterst\u00fctzten ihn wiederholt auch materiell und begleiteten seine Missionsarbeit mit gro\u00dfer Treue. Paulus spricht deshalb von ihrer \u201eGemeinschaft am Evangelium\u201c (Phil 1,5). Der Philipperbrief ist insgesamt weniger von Auseinandersetzungen gepr\u00e4gt als etwa die Briefe an Korinth oder Galatien. Er ist ein Brief gro\u00dfer N\u00e4he, Dankbarkeit und Freude.<\/p>\n<h2>Christus ist das Leben selbst<\/h2>\n<p>Paulus sagt nicht nur: Christus hilft mir zu leben. Er sagt: \u201eF\u00fcr mich ist Christus das Leben.\u201c Sein ganzes Dasein hat von Christus her Sinn, Richtung und Mitte. Leben bedeutet f\u00fcr ihn, Christus Raum zu geben, damit Er im eigenen Leib, im Handeln und im Zeugnis sichtbar wird. Christlicher Glaube ist deshalb mehr als \u00dcberzeugung. Er ist Lebensgemeinschaft mit Christus. Wer so lebt, fragt nicht nur: Was will ich aus meinem Leben machen? Er fragt tiefer: Was will Christus in meinem Leben werden lassen? Dann werden auch gew\u00f6hnliche Tage zu einem Ort seiner Gegenwart. Freude und M\u00fche, Arbeit und Ruhe k\u00f6nnen von Ihm erf\u00fcllt sein. Christus steht nicht am Rand des Lebens. Er wohnt in seiner Mitte.<\/p>\n<h2>Dank Christus verliert der Tod seine Macht<\/h2>\n<p>\u201eSterben ist Gewinn\u201c ist keine Geringsch\u00e4tzung des Lebens. Paulus liebt das Leben und seine Aufgabe. Aber er wei\u00df: Der Tod ist f\u00fcr den Glaubenden nicht das letzte Wort. Er ist der \u00dcbergang in die vollendete Gemeinschaft mit Christus. Deshalb kann Paulus ohne Verzweiflung auf den Tod schauen. Wer Christus geh\u00f6rt, verliert im Sterben nicht alles, sondern geht auf den zu, der schon jetzt sein Leben tr\u00e4gt. Der Glaube nimmt dem Tod nicht seinen Ernst. Aber er nimmt ihm seine Endg\u00fcltigkeit. Hinter der Grenze steht nicht das Nichts, sondern Christus. Darum kann christliche Hoffnung auch dort leuchten, wo menschlich alles dunkel wird. Der Tod schlie\u00dft die T\u00fcr des irdischen Lebens und \u00f6ffnet sie zugleich auf die Gemeinschaft mit dem Erl\u00f6ser.<\/p>\n<h2>Liebe h\u00e4lt, solange der andere mich braucht<\/h2>\n<p>Paulus sehnt sich danach, bei Christus zu sein. Doch zugleich erkennt er: Die Gemeinde braucht ihn noch. Darum wird sein Bleiben zum Dienst. Das ist eine sehr reife Form christlicher Liebe. Nicht das eigene Verlangen entscheidet allein, sondern die Frage: Wem kann mein Leben noch dienen? Daraus folgt sein letzter Ruf: \u201eLebt als Gemeinde so, wie es dem Evangelium Christi entspricht!\u201c Der Glaube an Christus muss Gestalt annehmen \u2013 in Gemeinschaft, Treue, Verantwortung und Liebe.<\/p>\n<p>Liebe fragt nicht zuerst nach dem eigenen Vorteil. Sie bleibt, wenn ihr Dasein f\u00fcr andere zum Segen werden kann. So wird das Leben zur Gabe. Und die christliche Gemeinde wird glaubw\u00fcrdig, wenn Christus nicht nur verk\u00fcndet, sondern miteinander gelebt wird. Wo Menschen einander tragen, vergeben und st\u00e4rken, dort bekommt das Evangelium ein Gesicht.<\/p>\n<p>Lasst uns gemeinsam zum Gesicht des Evangeliums in unserem Umfeld werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>25.\u00a0 Sonntag im Jahreskreis \u2013 A 26.\u00a0 Lesung: Jes 55,6-9 27.\u00a0 Lesung: Phil 1,20-24.27a Evangelium: Mt 20,1-16 Wie immer an Sonn- und Feiertagen h\u00f6ren wir in der katholischen Liturgie, in der Hl. 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