{"id":85738,"date":"2026-09-07T17:00:24","date_gmt":"2026-09-07T15:00:24","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/?p=85738"},"modified":"2026-09-07T11:35:50","modified_gmt":"2026-09-07T09:35:50","slug":"tschechen-und-deutsche-gedenken-gemeinsam","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/tschechen-und-deutsche-gedenken-gemeinsam\/","title":{"rendered":"Tschechen und Deutsche gedenken gemeinsam"},"content":{"rendered":"<p><strong>In unserer Reihe \u201eDeutsche Minderheiten in Europa\u201c blicken wir \u00fcber Grenzen hinaus und beleuchten, was die deutschen Minderheiten in ganz Europa bewegt.<\/strong><!--more--><\/p>\n<h2><strong>Deutsche Gesellschaften tragen zur Sicherheit bei<\/strong><\/h2>\n<p>Die deutschen Minderheiten engagieren sich auf vielf\u00e4ltige Weise im Leben der lokalen Gesellschaften. Die deutsche Minderheit in D\u00e4nemark tr\u00e4gt sogar zur Sicherheit bei. Dort warnt der Sozialdienst in Nordschleswig zusammen mit der Deutschen Zentralb\u00fccherei Apenrade vor perfiden Betrugsmaschen. Kriminelle versuchen immer wieder, Menschen am Telefon, im Internet oder direkt an der Haust\u00fcr zu betr\u00fcgen. Das betrifft keineswegs nur Senioren, sondern auch einsame oder psychisch kranke Personen. Die T\u00e4ter nutzen gezielt Gef\u00fchle wie Angst oder die Hoffnung auf das gro\u00dfe Geld aus. Um sich zu sch\u00fctzen, geben die Helfer einfache Tipps f\u00fcr den Alltag: Man darf ruhig unh\u00f6flich sein und ungebetene G\u00e4ste wegschicken oder den H\u00f6rer auflegen. Auch eine aufmerksame Nachbarschaft hilft, wenn Fremde um die H\u00e4user schleichen. Zudem wird betont, dass Banken oder die Polizei niemals sensible Daten an der T\u00fcr verlangen. Die B\u00fccherei bietet daf\u00fcr extra Infoveranstaltungen an, um die B\u00fcrger digital fit zu machen. Wer doch Opfer wird, sollte sich nicht sch\u00e4men. Der Sozialdienst unterst\u00fctzt Betroffene beim Gang zur Polizei oder zur Bank, st\u00f6\u00dft aber an Grenzen, wenn Betrugsopfer aus Einsamkeit nicht wahrhaben wollen, dass sie betrogen wurden.<\/p>\n<p>Quelle: nordschleswiger.dk.<\/p>\n<h2><strong>Tschechen und Deutsche gedenken gemeinsam<\/strong><\/h2>\n<p>Obwohl es kein runder Jahrestag war, handelte es sich doch um ein wichtiges Gedenkereignis. Vor allem, weil das Verbrechen von Aussig an der Elbe nicht vielen bekannt ist. Genau 81 Jahre nach den schrecklichen Ereignissen kamen Deutsche und Tschechen zusammen, um gemeinsam an die Opfer des dortigen Massakers zu erinnern. Weil eine wichtige Br\u00fccke im Ort gerade repariert wird, versammelten sich die Menschen auf einem anderen Steg und lie\u00dfen Blumen auf der Elbe treiben. Die Aktion war Teil eines besonderen Vers\u00f6hnungsjahres, das von der Kirche ins Leben gerufen wurde. Viele hochrangige G\u00e4ste, darunter der deutsche Botschafter und der B\u00fcrgermeister der Stadt, nahmen teil.<\/p>\n<p>Das Drama begann am 31. Juli 1945 mit einer gewaltigen Explosion in einem ehemaligen Zuckerwerk im Stadtteil Sch\u00f6npriesen, das damals als Munitionslager genutzt wurde. Bei der Explosion kamen 27 Menschen ums Leben. Die Ursache der Explosion ist bis heute nicht eindeutig gekl\u00e4rt. Damals kamen jedoch sofort Ger\u00fcchte \u00fcber einen deutschen Sabotageakt auf. Kurz darauf brach rohe Gewalt aus: Deutsche Einwohner wurden auf den Stra\u00dfen und Br\u00fccken verpr\u00fcgelt, erschossen oder in den Fluss geworfen. Die genaue Zahl der Opfer des Massakers ist bis heute nicht eindeutig gekl\u00e4rt. Sch\u00e4tzungen reichen von mehreren Dutzend bis zu etwa 220 Menschen. W\u00e4hrend der kommunistischen Zeit wurde \u00fcber das Massaker weitgehend geschwiegen. Erst viel sp\u00e4ter begann man, die Geschichte offen aufzuarbeiten, um Hass zu bek\u00e4mpfen und Br\u00fccken zwischen den L\u00e4ndern zu bauen.<\/p>\n<p>Quelle: landesecho.cz.<\/p>\n<h2><strong>Russlanddeutscher Illusionist macht Karriere<\/strong><\/h2>\n<p>Eine Karriere als Magier kann so manchem exotisch vorkommen, doch genau diesen Weg geht ein junger Illusionist mit russlanddeutschen Wurzeln. Andrei Gamm startete seine Laufbahn ganz bescheiden im Freien und zeigte Passanten auf der Stra\u00dfe verbl\u00fcffende Kunstst\u00fccke. Anfangs kostete ihn das viel \u00dcberwindung, doch schnell lernte er dort, sich von der Meinung Fremder freizumachen. Seinen Durchbruch feierte er im Jahr 2019, als er in Moskau die russische Meisterschaft in der Sparte Mikromagie gewann. Bei dieser Kunstform arbeitet der Magier mit kleinen Gegenst\u00e4nden direkt vor den Augen der Zuschauer. Gelernt hat er viel von seinem russisch-deutschen Lehrer Wladimir Schmidt, der seine Sicht auf die Magie stark pr\u00e4gte. Zudem studierte Gamm das Fach Produktion an einer Theaterhochschule, um die Abl\u00e4ufe hinter den Kulissen besser zu verstehen. Dem K\u00fcnstler geht es nicht nur um perfekte Technik, sondern vor allem darum, echte Gef\u00fchle zu wecken. W\u00e4hrend Erwachsene oft versuchen, die Tricks logisch zu entschl\u00fcsseln, lassen sich Kinder schneller verzaubern. Deshalb tritt er auch regelm\u00e4\u00dfig ohne Gage in Waisenh\u00e4usern und Kliniken auf, um kranken Kindern eine Freude zu machen.<\/p>\n<p>Quelle: rusdeutsch.ru.<\/p>\n<h2><strong>Tage der Verbundenheit im n\u00e4chsten Jahr<\/strong><\/h2>\n<p>Die Stiftung Verbundenheit wird n\u00e4chstes Jahr eine Gro\u00dfveranstaltung organisieren. Ein besonderer Schwerpunkt ist die junge Generation. Unter dem Namen \u201eTage der Verbundenheit 2027\u201c l\u00e4dt die Organisation vom 28. Juni bis zum 1. Juli nach Bad Kissingen ein. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie deutsche Gemeinschaften im Ausland als Br\u00fcckenbauer f\u00fcr Kultur und Sprache wirken. Das Treffen bringt Menschen aus Europa, Israel, Amerika und Afrika mit Experten aus Politik und Wissenschaft zusammen. Als prominente Schirmherrinnen unterst\u00fctzen Dorothee B\u00e4r und Ulrike Scharf das Event. Das viert\u00e4gige Programm bietet Ausstellungen und Diskussionsrunden. Ein zentrales Ziel ist es, Jugendliche aus verschiedenen L\u00e4ndern miteinander ins Gespr\u00e4ch zu bringen. Sie sollen sich \u00fcber ihre Identit\u00e4t, gemeinsame Werte und die Zukunft austauschen. Dabei wird betont, dass die Minderheiten im Ausland nicht nur alte Traditionen bewahren, sondern wichtige Partner f\u00fcr Deutschland im internationalen Austausch sind. Zum Abschluss der Woche ist ein gro\u00dfes Fest geplant, das die Gemeinschaft feiern soll.<\/p>\n<p>Quelle: stiftung-verbundenheit.de.<\/p>\n<div id=\"attachment_85741\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-85741\" class=\"size-large wp-image-85741\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Foto1-KW36lb-Minderheiten-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"683\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Foto1-KW36lb-Minderheiten-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Foto1-KW36lb-Minderheiten-300x200.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Foto1-KW36lb-Minderheiten-768x512.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Foto1-KW36lb-Minderheiten-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Foto1-KW36lb-Minderheiten.jpg 1800w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><p id=\"caption-attachment-85741\" class=\"wp-caption-text\">Bad Kissingen.<br \/>Foto: Bbb-Commons \/ Wikimedia Commons.<\/p><\/div>\n<h2><strong>Sommercamp f\u00fcr Kinder<\/strong><\/h2>\n<p>Im Sommer verbinden die Slowakeideutschen Lernen und Freizeit miteinander. Dieses Ziel sollte mit einem Sprachcamp erreicht werden. Bereits zum 16. Mal reisten Jugendliche in den Ort Schwedler, um f\u00fcnf abwechslungsreiche Tage miteinander zu verbringen. Bei dem Projekt, das vom Bundesinnenministerium finanziell unterst\u00fctzt wird, stand das \u00dcben der deutschen Sprache im Mittelpunkt. Das Angebot richtet sich gezielt an Familien aus der Region Unterzips, um deren Kultur und Sprache lebendig zu halten. Eine Besonderheit in diesem Jahr war, dass neben Hochdeutsch auch der lokale Dialekt auf dem Plan stand, da dieser im normalen Schulunterricht oft zu kurz kommt. Insgesamt 19 Kinder erlebten zusammen mit ihren sechs Betreuern eine aktive Woche. Die Lehrer vermittelten neue W\u00f6rter durch Lieder, Gedichte und R\u00e4tsel.<\/p>\n<p>Ein gro\u00dfer Schwerpunkt lag auf der Heimatkunde: Die Gruppe erkundete die umliegenden D\u00f6rfer und lernte deren alte Mundart-Namen. Neben dem Lernen im Raum gab es viel Bewegung an der frischen Luft. Die Teilnehmenden machten Ausfl\u00fcge mit der Bahn, wanderten durch die Natur, besuchten alte Bergwerke und Museen. Auch gutes Benehmen bei Tisch und regionale Br\u00e4uche wurden ge\u00fcbt. Am Ende bekamen alle Kinder Urkunden und Pr\u00e4sente.<\/p>\n<p>Quelle: karpatenblatt.sk.<\/p>\n<div id=\"attachment_85739\" style=\"width: 778px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-85739\" class=\"size-large wp-image-85739\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Foto2-KW36lb-Minderheiten-768x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"768\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Foto2-KW36lb-Minderheiten-768x1024.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Foto2-KW36lb-Minderheiten-225x300.jpg 225w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Foto2-KW36lb-Minderheiten-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Foto2-KW36lb-Minderheiten-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Foto2-KW36lb-Minderheiten.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><p id=\"caption-attachment-85739\" class=\"wp-caption-text\">Teilnehmer des Sommercamps bei der Arbeit.<br \/>Foto: Stiftung Verbundenheit.<\/p><\/div>\n<h2><strong>Mit KI zur Geschichtsarbeit<\/strong><\/h2>\n<p>Die deutschen Volksgruppen gehen mit dem Geist der Zeit und nutzen k\u00fcnstliche Intelligenz. In Rum\u00e4nien wird sie genutzt, um die schwierige Geschichte aufzuarbeiten. Anfang 2026 wurde ein multimediales und mehrsprachiges Projekt vorgestellt, das die Geschichte und das kulturelle Erbe der Siebenb\u00fcrger Sachsen digital aufbereitet und mithilfe generativer KI neue Zug\u00e4nge dazu schafft. F\u00fcr die ersten beiden abgeschlossenen Kapitel lieferte die Historikerin Hannelore Baier die wissenschaftlichen Fakten. Sie schildert darin, wie tief die kommunistische Herrschaft das Leben der deutschen Minderheit ersch\u00fcttert hat. Das gr\u00f6\u00dfte Drama begann im Januar 1945, als Tausende M\u00e4nner und Frauen pl\u00f6tzlich aus ihren Betten geholt und zur Zwangsarbeit in die Sowjetunion verschleppt wurden.<\/p>\n<p>Lange wurde die Deportation vor allem als rum\u00e4nische Vergeltungsma\u00dfnahme betrachtet. Inzwischen ist jedoch dokumentiert, dass die Verschleppung auf sowjetische Anordnungen zur\u00fcckging. Die R\u00fcckkehrer fanden eine v\u00f6llig ver\u00e4nderte Heimat vor. Das kommunistische Regime nahm den Menschen durch Reformen ihre Bauernh\u00f6fe und Firmen weg, was traditionelle D\u00f6rfer zerst\u00f6rte. Trotz harter Unterdr\u00fcckung durften die Deutschen sp\u00e4ter eigene Schulen und Zeitungen behalten. Nach dem Fall des Kommunismus 1989 begann eine intensivere Aufarbeitung dieser Zeit.<\/p>\n<p>Quelle: siebenbuerger.de.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In unserer Reihe \u201eDeutsche Minderheiten in Europa\u201c blicken wir \u00fcber Grenzen hinaus und beleuchten, was die deutschen Minderheiten in ganz Europa bewegt.<\/p>\n","protected":false},"author":318,"featured_media":85743,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[5625,4231],"tags":[7210,9846,9661,9687,10069,6753],"redaktor":[6080],"class_list":["post-85738","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-kultur-de","category-news-de","tag-karpatenblatt-de","tag-lukasz-bily-de","tag-minderheiten-de","tag-rumaenien-de","tag-stiftung-verbundenheit-de","tag-tschechien-de","redaktor-lukasz-bily-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/85738","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/318"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=85738"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/85738\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":85745,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/85738\/revisions\/85745"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/85743"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=85738"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=85738"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=85738"},{"taxonomy":"redaktor","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/redaktor?post=85738"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}