{"id":85608,"date":"2026-09-05T11:00:33","date_gmt":"2026-09-05T09:00:33","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/?p=85608"},"modified":"2026-09-07T08:56:48","modified_gmt":"2026-09-07T06:56:48","slug":"persoenlichkeiten-aus-der-schwierigen-geschichte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/persoenlichkeiten-aus-der-schwierigen-geschichte\/","title":{"rendered":"Pers\u00f6nlichkeiten aus der schwierigen Geschichte: Guido Henckel von Donnersmarck"},"content":{"rendered":"<p><strong>Trotz der laufenden Urlaubssaison sind wir in Internetforen wie auch im \u00f6ffentlichen Raum Zeugen einer gro\u00dfen Betriebsamkeit extremistisch-nationaler Kreise, die durch die Enth\u00fcllung einer Bank-Skulptur mit der Figur des um die Stadt verdienten Guido Henckel von Donnersmarck in Schwientochlowitz ausgel\u00f6st wurde.<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Guido Henckel von Donnersmarck ist f\u00fcr die einen eine besonders verdienstvolle Pers\u00f6nlichkeit f\u00fcr die Region und die Stadt, f\u00fcr seine Gegner dagegen ein deutscher Blutsauger, der dem ewigen Vergessen anheimfallen sollte.<\/p>\n<p>Die Bank, die im Stadtzentrum in der N\u00e4he der evangelischen Kirche und des ehemaligen Verwaltungsgeb\u00e4udes der Donnersmarck\u2019schen G\u00fcter aufgestellt wurde, wurde aus dem sogenannten B\u00fcrgerhaushalt finanziert. Die Initiatorin dieser Aktion, die Schwientochlowitzer Regionalistin Monika Kassner, sagt, dass diese Bank ein Geschenk zum 196. Geburtstag des F\u00fcrsten sei und man sie ohne emotionale Aufladung und extreme ideologische Bewertungen betrachten solle.<\/p>\n<div id=\"attachment_85610\" style=\"width: 2570px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-85610\" class=\"size-full wp-image-85610\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/IMG_20260824_142557-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"1440\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/IMG_20260824_142557-scaled.jpg 2560w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/IMG_20260824_142557-300x169.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/IMG_20260824_142557-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/IMG_20260824_142557-768x432.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/IMG_20260824_142557-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/IMG_20260824_142557-2048x1152.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px\" \/><p id=\"caption-attachment-85610\" class=\"wp-caption-text\">Die Bank, die im Stadtzentrum in der N\u00e4he der evangelischen Kirche und des ehemaligen Verwaltungsgeb\u00e4udes der Donnersmarck\u2019schen G\u00fcter aufgestellt wurde, wurde aus dem sogenannten B\u00fcrgerhaushalt finanziert.<br \/>Foto: E. Nagel<\/p><\/div>\n<p>Solche B\u00e4nke gibt es in der Region bereits mehrere Dutzend, und bisher hat keine von ihnen solche Emotionen hervorgerufen wie die Bank des F\u00fcrsten mit Zylinder. K\u00fcrzlich wurden mit B\u00e4nken geehrt: der Oberb\u00fcrgermeister von Beuthen, Georg Br\u00fcning, Carl Godulla sowie der anerkannte K\u00fcnstler Fritz Bimler.<\/p>\n<p>Eine eigene Bank hat in Pless die F\u00fcrstin Maria Teresa Hochberg von Pless, allgemein bekannt als Daisy. Viele B\u00e4nke in der Umgebung hat auch Stanis\u0142aw Hadyna, und es gab auch eine Bank f\u00fcr Gerard Cie\u015blik. Nach der letzten Aufregung um die K\u00f6nigsh\u00fctter Hochstra\u00dfe wurde sie jedoch irgendwo versteckt.<\/p>\n<p>Warum ruft gerade diese Bank, die seit Kurzem Schwientochlowitz schm\u00fcckt, solche Reaktionen hervor? \u00c4hnliche Reaktionen nationalistischer Kreise hatte bereits fr\u00fcher die Aufstellung des Denkmals f\u00fcr Graf Reden in K\u00f6nigsh\u00fctte hervorgerufen, zuletzt auch das Denkmal f\u00fcr Otto G\u00fcnther in Rybnik. Die Figur des Letzteren rief ebenfalls gewisse widerspr\u00fcchliche Gef\u00fchle hervor. Otto G\u00fcnther verwaltete Rybnik in den Jahren 1891\u20131916. Damals erhielt Rybnik das Stadtrecht. W\u00e4hrend seiner Amtszeit als B\u00fcrgermeister entstand der Gro\u00dfteil der stattlichen Mietsh\u00e4user am Ring, das Stra\u00dfennetz wurde ausgebaut, an der heutigen ul. Ko\u015bciuszki, damals Kaiser-Wilhelm-Stra\u00dfe, wurde das erste Kopfsteinpflaster verlegt, und auch der Bau der monumentalen St.-Antonius-Kirche, heute Basilika, begann.<\/p>\n<p>Wie Dr. Bogdan Kloch vom Museum in Rybnik \u00fcber ihn sagt: \u201eEr war ein Mensch einer neuen Epoche. Gebildet, offen, vision\u00e4r. W\u00e4hrend seiner Amtszeit entwickelte sich Rybnik von einer kleinen Stadt zu einer modernen Stadt mit Kanalisation, Elektrizit\u00e4t und sogar einem Wasserversorgungssystem und einer Kl\u00e4ranlage. Es war G\u00fcnther, der die Grundlagen der st\u00e4dtischen Infrastruktur schuf\u201c, sagt Dr. Bogdan Kloch vom Museum in Rybnik.<\/p>\n<p>Er war Deutscher, also sind laut Nationalisten seine Verdienste unwichtig, obwohl man bis heute davon profitiert.<\/p>\n<p>Ein anonymer Diskutant schrieb nach der Enth\u00fcllung: \u201eNa also \u2013 sie haben ein Denkmal aufgestellt \u2013 f\u00fcr einen Okkupanten, einen aus Berlin aufgezwungenen Beamten, einen Vertreter Preu\u00dfens in Rybnik \u2013 B\u00fcrgermeister Otto G\u00fcnther f\u00fcr 120.000 Zloty. Die in Rybnik regierende B\u00fcrgerkoalition hielt es f\u00fcr eine gro\u00dfartige Idee, einem Preu\u00dfen ein Denkmal zu setzen, der die Politik der Teilungsmacht umsetzte. Er baute eine Schule zur Germanisierung und Entnationalisierung der Jugend, festigte die deutsche Pr\u00e4senz in Oberschlesien, und all seine T\u00e4tigkeit war Teil der Kolonisationspolitik Preu\u00dfens. Das Denkmal steht im Zentrum der Stadt, direkt neben dem B\u00fcro des EU-Abgeordneten Kohut (KO) und des Abgeordneten Krz\u0105ka\u0142a (KO).\u201c<\/p>\n<p>Wie man an diesem Beitrag sieht, ist das Wissen des Diskutanten \u00fcber schlesische Themen eher bescheiden.<\/p>\n<p>Es gibt auch Installationen, die solche Reaktionen nicht hervorgerufen haben, wie zum Beispiel das Sohrauer Denkmal f\u00fcr Stefanie Zweig. Wenige wissen, dass der Film, der nach einem Drehbuch entstand, das auf dem Roman der Autorin basiert, 2003 den Oscar gewann.<\/p>\n<h2>Woher stammt die Familie Donnersmarck?<\/h2>\n<p>Aber zur\u00fcck zur Person des F\u00fcrsten Guido von Donnersmarck. Warum sind solche Reaktionen mit dieser Person verbunden? Ohne den reichen Lebenslauf dieser Pers\u00f6nlichkeit zu bewerten \u2013 das sollen Fachleute tun \u2013, m\u00f6chte ich nur einige wenig bekannte historische Fakten im Zusammenhang mit der Familie hervorheben.<\/p>\n<p>Die schlesische Familie Donnersmarck stammt aus der Gegend um die Zips.<\/p>\n<div id=\"attachment_85612\" style=\"width: 1979px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-85612\" class=\"size-full wp-image-85612\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Guidotto_Henckel_von_Donnersmarck_1888_1959-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"1969\" height=\"2560\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Guidotto_Henckel_von_Donnersmarck_1888_1959-scaled.jpg 1969w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Guidotto_Henckel_von_Donnersmarck_1888_1959-231x300.jpg 231w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Guidotto_Henckel_von_Donnersmarck_1888_1959-788x1024.jpg 788w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Guidotto_Henckel_von_Donnersmarck_1888_1959-768x999.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Guidotto_Henckel_von_Donnersmarck_1888_1959-1181x1536.jpg 1181w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Guidotto_Henckel_von_Donnersmarck_1888_1959-1575x2048.jpg 1575w\" sizes=\"auto, (max-width: 1969px) 100vw, 1969px\" \/><p id=\"caption-attachment-85612\" class=\"wp-caption-text\">Guido Henckel von Donnersmarck (1888\u20131959)<br \/>Foto: Wikipedia<\/p><\/div>\n<p>Aus einer Familie von H\u00e4ndlern und Kaufleuten entwickelte sie sich zu einem der bedeutendsten Geschlechter. Seit dem 17. Jahrhundert geh\u00f6rte dieses zu den wichtigsten Besitzergeschlechtern in Oberschlesien, die G\u00fcter und Besitzungen von Oderberg bis Tarnowitz besa\u00dfen. Im 17. Jahrhundert erhielten die Henckel den Freiherren- und Grafenstand des Heiligen R\u00f6mischen Reiches, und 1901 wurde Guido Henckel von Donnersmarck von Kaiser Wilhelm II. in den erblichen preu\u00dfischen F\u00fcrstenstand erhoben.<\/p>\n<p>Der Name des Geschlechts leitet sich vom deutschen Namen des Ortes in der Zips ab \u2013 Donnersmarkt, also Spi\u0161sk\u00fd \u0160tvrtok, \u201eDonnerstagsmarkt\u201c.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der T\u00fcrkenkriege gew\u00e4hrten sie den Habsburgern bedeutende Kredite. Angesichts der Schwierigkeiten bei der R\u00fcckzahlung der Verbindlichkeiten \u00fcbergaben ihnen die Kaiser als Pfandsicherheit G\u00fcter und Rechte in Schlesien. Das Geschlecht hat also auch seine Verdienste im Kampf gegen die t\u00fcrkische Bedrohung.<\/p>\n<h2>Die Donnersmarck und das industrielle Schlesien<\/h2>\n<p>Als Besitzer von Industriebetrieben und G\u00fctern in Oberschlesien waren sie verpflichtet, ihren Arbeitern f\u00fcr damalige Verh\u00e4ltnisse angemessene Lebensbedingungen zu gew\u00e4hrleisten. Ihre Arbeiter konnten von ihnen gebaute Dreizimmerwohnungen zur Nutzung erhalten.<\/p>\n<p>Dank ihnen entstand zu Beginn des 20. Jahrhunderts (1901\u20131911) in Hindenburg, nach dem Vorbild des Kattowitzer Nikischschachts (Nikiszowiec), zwischen den Stra\u00dfen Mikulczy\u0144ska und Hutnicza die Werkssiedlung der H\u00fctte \u201eDonnersmarck\u201c, die neben Wohnh\u00e4usern auch einen Park, ein Kasino (heute Teatr Nowy), eine Bibliothek (heute Sitz der Hindenburger Philharmonie), ein \u00fcberdachtes Schwimmbad, ein Wohnheim, Schulen und einen Kindergarten umfasste. Das heutige Hindenburg verdankt den Donnersmarck auch das heutige Feuerwehrgeb\u00e4ude, das einst zur Direktion der ehemaligen H\u00fctte geh\u00f6rte.<\/p>\n<p>Die T\u00e4tigkeit der Donnersmarck ist bis heute an vielen Orten der Region sichtbar. Denn sie stifteten sowohl evangelische als auch katholische Kirchen, bauten Schulen und Krankenh\u00e4user und finanzierten bzw. er\u00f6ffneten Feuerwehren.<\/p>\n<p>Zum Beispiel schenkten sie f\u00fcr den Bau der evangelischen Kirche in Schwientochlowitz ein gro\u00dfes Grundst\u00fcck und spendeten zudem eine betr\u00e4chtliche Summe in damaligen Reichsmark.<\/p>\n<p>Der Raum zwischen der im Bau befindlichen Kirche und dem Geb\u00e4ude der Direktion ihrer Bergwerke und H\u00fctten sollte in Zukunft den Ring von Schwientochlowitz bilden. Leider wird es dazu nicht mehr kommen, da dieser Raum entgegen dem Willen des Stifters bebaut wurde.<\/p>\n<p>Der Magnat baute in Schlesien auch seine Residenzen. In den Jahren 1868\u20131875 errichtete Guido Henckel von Donnersmarck f\u00fcr seine Gemahlin Blanka de Pa\u00efva das neue Schloss in Neudeck, das sp\u00e4ter \u201eKlein-Versailles\u201c genannt wurde.<\/p>\n<p>Ein weiteres Schloss der Donnersmarck in Repten wurde zum Stammsitz des j\u00fcngeren Sohnes Guidos, Kraft. Beide Schl\u00f6sser \u00fcberlebten das Jahr 1945 nicht. Erhalten blieben nur die Parks und die Nebengeb\u00e4ude.<\/p>\n<p>In den \u00dcberresten der Residenz in Repten befindet sich heute eine katholische Schule, und im Park wurde das bekannte Oberschlesische Rehabilitationszentrum erbaut. Leider tr\u00e4gt es nicht den Namen Guidos, sondern den von Jerzy Zi\u0119tek. Die Erinnerung hat also nur unter den Bewohnern von Repten \u00fcberlebt.<\/p>\n<p>Zu Zeiten Donnersmarcks wurde auch der Park in Neudeck gestaltet, die Gutswirtschaft ausgebaut und die Schlossg\u00e4rtnerei angelegt. Diese Anlagen haben ebenso wie das Kavaliershaus bis heute \u00fcberdauert. Und das von den Kommunisten geraubte historische Tor wurde nach K\u00f6nigsh\u00fctte gebracht, wo es heute das Eingangstor des K\u00f6nigsh\u00fctter Zoos bildet.<\/p>\n<h2>Stiftungen und soziales Engagement<\/h2>\n<p>1898, anl\u00e4sslich des f\u00fcnfzigj\u00e4hrigen Jubil\u00e4ums der Verm\u00f6gensverwaltung, gr\u00fcndete er die Guido-Stiftung, eine Stiftung f\u00fcr Beamte, Angestellte und ihre Familien. Er \u00fcberwies daf\u00fcr \u00fcber zwei Millionen damalige Mark. Die Mittel wurden f\u00fcr soziale Hilfe, die Ausbildung der Arbeiterkinder, Beihilfen und die Unterst\u00fctzung von Menschen in Not verwendet. Die Stiftung verband soziale Hilfe zugleich mit dem Aufbau einer dauerhaften Bindung der Arbeiter an die Betriebe.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend des Ersten Weltkriegs richtete Donnersmarck in Frohnau bei Berlin ein Milit\u00e4rkrankenhaus f\u00fcr verwundete Soldaten ein, das aus seinen privaten Mitteln unterhalten wurde.<\/p>\n<p>Mit der Zeit erkannte er, dass die medizinische Versorgung allein nicht ausreichte und dass auch die Entwicklung von Rehabilitation, Therapie und beruflicher Ausbildung notwendig war. In Zusammenarbeit mit dem Arzt Max Berg und dem Leiter des preu\u00dfischen milit\u00e4r\u00e4rztlichen Dienstes, Otto von Schjerning, erarbeitete er ein Projekt und gr\u00fcndete seine Rehabilitationsstiftung.<\/p>\n<div id=\"attachment_85615\" style=\"width: 910px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-85615\" class=\"size-full wp-image-85615\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/image000000003.jpg\" alt=\"\" width=\"900\" height=\"1600\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/image000000003.jpg 900w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/image000000003-169x300.jpg 169w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/image000000003-576x1024.jpg 576w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/image000000003-768x1365.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/image000000003-864x1536.jpg 864w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><p id=\"caption-attachment-85615\" class=\"wp-caption-text\">Solche B\u00e4nke gibt es in der Region bereits mehrere Dutzend, und bisher hat keine von ihnen solche Emotionen hervorgerufen wie die Bank des F\u00fcrsten mit Zylinder.<br \/>Foto: E. Nagel<\/p><\/div>\n<p>Am 8. Mai 1916 errichtete er notariell das F\u00fcrst Donnersmarck-Institut zu Berlin. Er \u00fcbergab der Stiftung etwa 250 Hektar Grundst\u00fccke in Frohnau sowie ein Kapital von \u00fcber vier Millionen Goldmark. Ziel der Einrichtung sollte der Betrieb eines Sanatoriums, eines Genesungsheims und eines wissenschaftlichen Instituts zur Behandlung von Kriegsverletzungen sein. Die Stiftung nahm ihre volle T\u00e4tigkeit erst nach dem Zweiten Weltkrieg auf. Heute betreibt sie Rehabilitationszentren, Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen zur Unterst\u00fctzung von Menschen mit k\u00f6rperlichen und geistigen Behinderungen sowie zahlreiche Orte der Erholung, sozialen Interaktion und Integration.<\/p>\n<p>Diese Stiftung f\u00fchrt ihre Mission bis heute fort und hat ihre T\u00e4tigkeit sogar nach 1970 noch ausgeweitet. Derzeit betreibt sie verschiedene Rehabilitationseinrichtungen und Einrichtungen zur Unterst\u00fctzung von Menschen mit k\u00f6rperlichen und geistigen Behinderungen sowie zahlreiche Orte der Erholung, sozialen Interaktion und Integration.<\/p>\n<h2>Guido und sein letzter Weg<\/h2>\n<p>Guido selbst starb Ende 1916 in Berlin, aber seine Beerdigung fand in Neudeck im Familienbesitz statt. Nach mehreren Jahren wurde dort auch seine zweite Frau Katharine, geb. Slepzow, beigesetzt. Katharina von Donnersmarck bet\u00e4tigte sich w\u00e4hrend des Ersten Weltkriegs ebenfalls humanit\u00e4r als Ehrenmitglied des Deutschen Frauenvereins zur Pflege und Hilfe f\u00fcr Verwundete im Kriege, des Frauenvereins aus Frohnau bei Berlin, der viele Einrichtungen in ganz Deutschland hatte. Eine der ersten Einrichtungen des Vereins befand sich in Oldenburg.<\/p>\n<p>Sie selbst \u00fcbte ab 1914 die Aufsicht \u00fcber mehrere Krankenschwestern im Krankenhaus des Vereins in Frohnau aus, das im selben Jahr von ihrem Mann gegr\u00fcndet worden war.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eDas Gedenken an historische Pers\u00f6nlichkeiten sollte nicht zur Geisel von Emotionen und extremen Ideologien werden.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Nach ihrem Tod wurde sie neben ihrem Mann im Mausoleum in Neudeck beigesetzt. 1945 wurde das Grabmal gepl\u00fcndert und verw\u00fcstet, die Leichen gesch\u00e4ndet. Angeblich sollen Soldaten der sogenannten Befreiungsarmee auf die Leichen geschossen haben, und das Mausoleum wurde schwer verw\u00fcstet. Es stellt sich die Frage, ob ein so verdientes Geschlecht, nicht nur f\u00fcr Schlesien, eine solche Behandlung verdient hat. Hatten diese Soldaten das Wissen, dass Guido Donnersmarcks zweite Frau aus Russland stammte?<\/p>\n<p>Donnersmarck hatte ein bewegtes irdisches Leben, aber auch ein bewegtes Leben im Grab. An der Stelle des zerst\u00f6rten Mausoleums und der Kirche war der Bau eines Schwimmbads geplant. Zum Gl\u00fcck konnte dieser Plan nicht verwirklicht werden. Nach der \u00dcbergabe der Geb\u00e4ude an die \u00f6rtliche Pfarrei begann man mit der Renovierung der Anlagen, und im Sommer 1983 wurde die renovierte Kirche erneut geweiht, diesmal von dem Kattowitzer Bischof Herbert Bednorz, der ihr den Namen Guter Hirte gab. Dies geschah, obwohl die Gemeindemitglieder sich daf\u00fcr eingesetzt hatten, dass die Schwarze Madonna von Tschenstochau die Schutzpatronin sein sollte.<\/p>\n<p>Dies w\u00e4re ein weiterer Schlag gegen Guido gewesen, der dem evangelischen Fl\u00fcgel des Geschlechts entstammte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Trotz der laufenden Urlaubssaison sind wir in Internetforen wie auch im \u00f6ffentlichen Raum Zeugen einer gro\u00dfen Betriebsamkeit extremistisch-nationaler Kreise, die durch die Enth\u00fcllung einer Bank-Skulptur mit der Figur des um die Stadt verdienten Guido Henckel von Donnersmarck in Schwientochlowitz ausgel\u00f6st wurde.<\/p>\n","protected":false},"author":261,"featured_media":85610,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[4224],"tags":[10040,6801,6478,10039],"redaktor":[6573],"class_list":["post-85608","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-geschichte-de","tag-bank","tag-eugeniusz-nagel-de","tag-geschichte-de","tag-guido-henckel-von-donnersmarck","redaktor-eugeniusz-nagel-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/85608","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/261"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=85608"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/85608\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":85734,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/85608\/revisions\/85734"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/85610"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=85608"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=85608"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=85608"},{"taxonomy":"redaktor","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/redaktor?post=85608"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}