{"id":85504,"date":"2026-09-02T13:00:16","date_gmt":"2026-09-02T11:00:16","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/?p=85504"},"modified":"2026-09-02T14:28:35","modified_gmt":"2026-09-02T12:28:35","slug":"aufzeichnung-einer-vergangenen-welt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/aufzeichnung-einer-vergangenen-welt\/","title":{"rendered":"Aufzeichnung einer vergangenen Welt"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die Villa Wiesenstein, das ehemalige Haus des Literaturnobelpreistr\u00e4gers Gerhart Hauptmann, wird am 5. September zum Ort einer au\u00dfergew\u00f6hnlichen Zeitreise. Das St\u00e4dtische Museum in Agnetendorf er\u00f6ffnet die Ausstellung \u201eErich Fuchs. Ethnograf des Riesengebirges\u201c \u2013 eine einmalige Gelegenheit, einzigartige Werke zu sehen, die das Leben der einstigen Bewohner der Sudeten dokumentieren.<\/strong><!--more--><\/p>\n<p>Die Villa Wiesenstein, der historische Wohnsitz des Nobelpreistr\u00e4gers Gerhart Hauptmann, wird im September zum Zentrum regionalen Gedenkens. Die Wahl des Ortes ist kein Zufall \u2013 Erich Fuchs (1890\u20131983) war nicht nur der Nachbar des Nobelpreistr\u00e4gers im benachbarten Hain, sondern auch ein K\u00fcnstler, der Hauptmanns literarische Vision bildlich erg\u00e4nzte.<\/p>\n<div id=\"attachment_85513\" style=\"width: 966px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-85513\" class=\"size-full wp-image-85513\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Foto-Aleksandra-Kania.jpg\" alt=\"\" width=\"956\" height=\"721\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Foto-Aleksandra-Kania.jpg 956w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Foto-Aleksandra-Kania-300x226.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Foto-Aleksandra-Kania-768x579.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 956px) 100vw, 956px\" \/><p id=\"caption-attachment-85513\" class=\"wp-caption-text\">Villa Wiesenstein in Agnetendorf. Foto: Aleksandra Kania<\/p><\/div>\n<h2><strong>Gemeinsame Sensibilit\u00e4t: Fuchs und \u201eDie Weber\u201c<\/strong><\/h2>\n<p>\u201eErich Fuchs war eine Person, die das Leben dokumentierte \u2013 das damalige Leben der Menschen am Fu\u00dfe des Riesengebirges, also der Weber, H\u00fcttenarbeiter und Handwerker, ihre Arbeiten und ihren Alltag\u201c, erkl\u00e4rt Katarzyna Nadzieja Soboczy\u0144ska, Direktorin des St\u00e4dtischen Museums \u201eGerhart-Hauptmann-Haus\u201c. \u201e\u00c4hnlich wie Hauptmann in seinen Werken konzentrierte sich Fuchs auf das, was hier, in unserer N\u00e4he, geschah. Man kann sagen, dass beide dieselbe ethnografische Leidenschaft f\u00fcr die Verewigung einer Welt teilten, die vor ihren Augen langsam der Vergangenheit angeh\u00f6rte.\u201c<\/p>\n<p>Eine besondere Stellung in der Beziehung der beiden K\u00fcnstler nimmt das Drama \u201eDie Weber\u201c ein. Gerade Fuchs wurde dank seiner Kenntnis der regionalen Gegebenheiten zu einem seiner bedeutendsten Illustratoren. Wie Direktorin Soboczy\u0144ska betont: \u201eEr war ein K\u00fcnstler, der direkt nebenan in Hain lebte \u2013 einen gro\u00dfen Teil seines Lebens verbrachte er ganz in der N\u00e4he von Agnetendorf. Er war stark mit der Riesengebirgsregion verbunden, aber das Wichtigste f\u00fcr uns ist die Tatsache, dass er es war, der in den 1920er Jahren Hauptmanns \u201eWeber\u201c illustrierte. Seine Grafiken bilden das visuelle Fundament f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis der Dramen des Nobelpreistr\u00e4gers.\u201c<\/p>\n<h2><strong>Sch\u00e4tze aus privaten Familienarchiven<\/strong><\/h2>\n<p>In der Ausstellung werden fast 100 Arbeiten gezeigt, darunter Grafiken, Aquarelle und Zeichnungen. Die Ausstellung ist einzigartig, da ein Gro\u00dfteil der Exponate und pers\u00f6nlichen Erinnerungsst\u00fccke direkt von den Erben des K\u00fcnstlers stammt und bisher nie einer breiten \u00d6ffentlichkeit zug\u00e4nglich war.<\/p>\n<div id=\"attachment_85507\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-85507\" class=\"size-large wp-image-85507\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/01-1024x881.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"881\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/01-1024x881.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/01-300x258.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/01-768x661.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/01-1536x1322.jpg 1536w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/01-2048x1763.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><p id=\"caption-attachment-85507\" class=\"wp-caption-text\">Quelle: Aus den Sammlungen des St\u00e4dtischen Museums \u201eGerhart-Hauptmann-Haus\u201c in Hirschberg, Foto: Aleksandra Kania<\/p><\/div>\n<p>\u201eDie Ausstellung hat den Anspruch, das Schaffen des K\u00fcnstlers in gr\u00f6\u00dftm\u00f6glichem Umfang zu zeigen\u201c, so die Museumsdirektorin. \u201eDass diese Arbeiten \u2013 oft von der Familie des K\u00fcnstlers ausgeliehen \u2013 f\u00fcr einen Moment nach Agnetendorf zur\u00fcckkehren, ist ein gro\u00dfes Ereignis. Es ist die einzige Chance, diese au\u00dfergew\u00f6hnliche Sammlung an dem Ort zu sehen, an dem sich diese beiden gro\u00dfen K\u00fcnstler treffen konnten.\u201c<\/p>\n<p>Die Bereicherung der Ausstellung wurde auch durch Ank\u00e4ufe erm\u00f6glicht, die das St\u00e4dtische Museum selbst im Rahmen des Programms \u201eAusbau der Museumsbest\u00e4nde\u201c des Nationalen Museumsinstituts get\u00e4tigt hat. Partner des Projekts ist die Stiftung Kulturwerk Schlesien aus W\u00fcrzburg.<\/p>\n<h2><strong>Kurze Zeit f\u00fcr eine Begegnung mit der Geschichte<\/strong><\/h2>\n<p>\u201eDies ist die einzige Chance, diese Grafiken in dieser Zusammenstellung zu sehen\u201c, betont Direktorin Soboczy\u0144ska. \u201eAufgrund konservatorischer Auflagen und der Tatsache, dass die wertvollen Erinnerungsst\u00fccke nach der Ausstellung an die Familie zur\u00fcckgegeben werden, k\u00f6nnen diese Arbeiten nicht \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum ausgestellt werden. Es ist ein einzigartiger Moment, um Geschichte zu ber\u00fchren, die im Alltag in privaten H\u00e4nden bleibt.\u201c<\/p>\n<blockquote><p>\u201eErich Fuchs war eine Person, die das Leben dokumentierte \u2013 das damalige Leben der Menschen am Fu\u00dfe des Riesengebirges, also der Weber, H\u00fcttenarbeiter und Handwerker, ihre Arbeiten und ihren Alltag.\u201c<\/p>\n<p>Katarzyna Nadzieja Soboczy\u0144ska, Direktorin des St\u00e4dtischen Museums \u201eGerhart-Hauptmann-Haus\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>F\u00fcr diejenigen, die nicht pers\u00f6nlich nach Agnetendorf kommen k\u00f6nnen oder die Erinnerung an Fuchs\u2019 Werke bewahren m\u00f6chten, hat das Museum einen umfangreichen, zweisprachigen Katalog (Polnisch\u2013Deutsch) vorbereitet. Die Publikation enth\u00e4lt Reproduktionen von \u00fcber 200 Arbeiten und eine ausf\u00fchrliche Biografie des K\u00fcnstlers. \u201eDie au\u00dfergew\u00f6hnliche Sammlung wird nur f\u00fcr diesen kurzen Moment entstehen. Nach der Schlie\u00dfung der Ausstellung bleibt dieser Katalog die wichtigste dauerhafte Spur unseres Projekts\u201c, f\u00fcgt Katarzyna Nadzieja Soboczy\u0144ska abschlie\u00dfend hinzu.<\/p>\n<p>Die Vernissage der Ausstellung findet am 5. September 2026 (Samstag) um 12:00 Uhr statt.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-85511\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/plakat-Fuchs-scaled-1-704x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"704\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/plakat-Fuchs-scaled-1-704x1024.jpg 704w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/plakat-Fuchs-scaled-1-206x300.jpg 206w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/plakat-Fuchs-scaled-1-768x1117.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/plakat-Fuchs-scaled-1-1056x1536.jpg 1056w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/plakat-Fuchs-scaled-1-1408x2048.jpg 1408w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/plakat-Fuchs-scaled-1.jpg 1760w\" sizes=\"auto, (max-width: 704px) 100vw, 704px\" \/><\/p>\n<p><strong>Informationen:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Vernissage: 5. September 2026, 12:00 Uhr<\/li>\n<li>Technische Daten: 100 Exponate (Grafiken, Aquarelle, Zeichnungen, Archivmaterialien, Memorabilien)<\/li>\n<li>Ausstellungsautoren: Karolina Matusewicz-G\u00f3rniak, Cezary Romaczyk<\/li>\n<li>Best\u00e4nde: eigene Werke sowie Leihgaben der Erben von Erich Fuchs, privater Sammler und der Stiftung Kulturwerk Schlesien<\/li>\n<li>Ort: St\u00e4dtisches Museum \u201eGerhart-Hauptmann-Haus\u201c in Hirschberg, ul. Micha\u0142owicka 32, Hirschberg-Agnetendorf<\/li>\n<li>Finanzierung: Das Projekt \u201eRiesengebirge des Erich Fuchs\u201c wird aus Mitteln der Stiftung f\u00fcr Deutsch-Polnische Zusammenarbeit kofinanziert.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Ausstellung ist bis zum 25.10.2026 ge\u00f6ffnet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Villa Wiesenstein, das ehemalige Haus des Literaturnobelpreistr\u00e4gers Gerhart Hauptmann, wird am 5. September zum Ort einer au\u00dfergew\u00f6hnlichen Zeitreise. Das St\u00e4dtische Museum in Agnetendorf er\u00f6ffnet die Ausstellung \u201eErich Fuchs. 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