{"id":85365,"date":"2026-08-30T05:00:57","date_gmt":"2026-08-30T03:00:57","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/?p=85365"},"modified":"2026-08-28T16:30:33","modified_gmt":"2026-08-28T14:30:33","slug":"wort-zum-sonntag-von-pfarrer-dr-habil-peter-tarlinski-30-august-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wort-zum-sonntag-von-pfarrer-dr-habil-peter-tarlinski-30-august-2026\/","title":{"rendered":"Wort zum Sonntag von Pfarrer Dr. habil. Peter Tarlinski"},"content":{"rendered":"<p>1. Lesung: Jer 20,7\u20139<\/p>\n<p>2. Lesung: R\u00f6m 12,1\u20132<\/p>\n<p>Evangelium: Mt 16,21\u201327<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Alles, aber nur nicht der Tod. Alles, aber nur kein Lebensende. Alles, aber nur keine Ewigkeit und schon gar nicht eine endg\u00fcltige Rechenschaft vor einer h\u00f6heren Macht. Das Leben soll leben und das bis zur Ersch\u00f6pfung. Das Leben auszunutzen bis zur letzten M\u00f6glichkeit. Gewinnen, Auskosten, Haben, Besitzen, Prahlen, Angeben, sich hochm\u00fctig \u00fcber andere erheben, den Lebenswert aus dem Erwirtschafteten, sich erf\u00fcllt zu sehen anhand des Verm\u00f6gens \u2013 das wird zunehmend ersehnt. Ist das alles tats\u00e4chlich erstrebenswert? H\u00f6ren wir in die Lesungen des 22. Sonntags im Jahreskreis, die in den katholischen Kirchen w\u00e4hrend der Eucharistiefeier betrachtet werden.<\/p>\n<h2>Jesus m\u00fcsse nach Jerusalem gehen und dort get\u00f6tet werden<\/h2>\n<p>In der N\u00e4he von C\u00e4sarea Philippi hat Jesus den Aufbau seiner Ecclesia, seiner Gemeinschaft der Einberufenen, seiner Gemeinde der an IHN Glaubenden, angek\u00fcndigt. In der katholischen Tradition wird diese Versammlung Kirche genannt. Der Apostel Petrus wurde zum ersten Vorsteher dieser Gemeinschaft ernannt. Diesen Abschnitt aus dem Matth\u00e4usevangelium hatten wir am vergangenen Sonntag. Die Fortsetzung dieses Ereignisses bringt uns die Worte Jesu, der sagt: \u201eEr m\u00fcsse nach Jerusalem gehen und von den \u00c4ltesten und Hohepriestern und Schriftgelehrten vieles erleiden, get\u00f6tet und am dritten Tag auferweckt werden.\u201c Petrus, der frisch ernannte erste Diener der entstehenden Kirche, sieht, menschlich gedacht, das Ende dieser Gemeinschaft. Nur nicht der Tod. Jesus darf nicht sterben. Mit seinem Tod bricht alles zusammen. Diese Vorstellung bewegte Petrus dazu, auf Jesus einzureden: \u201eDas soll Gott verh\u00fcten, Herr! Das darf nicht mit dir geschehen!\u201c Zwei Sichtweisen standen sich pl\u00f6tzlich gegen\u00fcber.<\/p>\n<h2>Der Gegensatz zwischen dem Willen Gottes und dem Streben der Menschen<\/h2>\n<p>Gel\u00e4ufig ist der Spruch: \u201eDer Mensch denkt, Gott lenkt.\u201c Bekannt sind auch seine sinngem\u00e4\u00dfen Varianten: \u201eGottes Wege sind nicht immer unsere Wege\u201c; \u201eWas der Mensch will, ist nicht immer das, was Gott will\u201c; \u201eDer Mensch sucht seinen Weg \u2013 Gott zeigt den Weg\u201c; \u201eDer Mensch plant die Zukunft, Gott kennt sie\u201c. Diese Weisheiten entspringen der Bibel, besonders dem Buch der Sprichw\u00f6rter (16,9): \u201eDes Menschen Herz plant seinen Weg, doch der HERR lenkt seinen Schritt.\u201c Das konnte der Apostel Petrus direkt erfahren. Er wollte Jesus, den Messias und Sohn Gottes, umstimmen.<\/p>\n<blockquote><p>Wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, wird es finden.<\/p><\/blockquote>\n<p>Die Antwort Jesu war deutlich, entschlossen und zurechtweisend. Jesus sagte zu Petrus: \u201eTritt hinter mich, du Satan! Ein \u00c4rgernis bist du mir, denn du hast nicht das im Sinn, was Gott will, sondern was die Menschen wollen.\u201c Diese Klarstellung mag \u00fcberheblich klingen \u2013 ist sie aber nicht. Petrus wollte etwas ver\u00e4ndern, was notwendig war, um die Menschen zu erl\u00f6sen: das Leiden, den Tod und die Auferstehung danach. Unwissend und nicht absichtlich schlug Petrus etwas vor, was sich gegen die Mission Jesu, gegen sein Werk der Erl\u00f6sung und seinen Sieg \u00fcber das B\u00f6se, den Satan, richtete. Die Reihenfolge ist daher richtig: zuerst Jesus, zuerst Gott \u2013 und dann wir als diejenigen, die ihm folgen und sich von ihm leiten und f\u00fchren lassen. Das verleiht uns Sicherheit und bewahrt uns vor Fehlentscheidungen.<\/p>\n<h2>Im Denken erneuert werden<\/h2>\n<p>Das Gespr\u00e4ch zwischen Jesus und dem Apostel Petrus hat im gewissen Sinne seine Fortsetzung in den Worten des Hl. Paulus, der an die R\u00f6mer schreibt: \u201eUnd gleicht euch nicht dieser Welt an, sondern lasst euch verwandeln durch die Erneuerung des Denkens, damit ihr pr\u00fcfen und erkennen k\u00f6nnt, was der Wille Gottes ist: das Gute, Wohlgef\u00e4llige und Vollkommene!\u201c Daraus wird deutlich, wie wichtig es ist, Gottes Weisheit wahrzunehmen, sie zu verstehen und ihr im eigenen Denken den Vorrang zu geben.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Entscheidungen und die Wahlm\u00f6glichkeiten des Menschen, f\u00fcr seine F\u00e4higkeit zu erkennen, was im Leben wirklich wichtig ist, haben die Worte Jesu aus dem heutigen Evangelium eine gro\u00dfe Bedeutung. Sie sind eine Warnung f\u00fcr den Menschen, der nur auf das Irdische und Materielle ausgerichtet ist, der habgierig lebt und das Verg\u00e4ngliche hochsch\u00e4tzt. Jesus sagt: \u201eWer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, wird es finden. Was n\u00fctzt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sein Leben einb\u00fc\u00dft?\u201c<\/p>\n<h2>Auf die Taten achten<\/h2>\n<p>Diese Worte Jesu sind ein Ansto\u00df dazu, sein Leben erneut sorgf\u00e4ltig zu betrachten und zu pr\u00fcfen, was im eigenen Denken den Vorrang hat. Wichtig ist es, sich zu fragen, ob in unserem Denken Raum f\u00fcr Gottes Weisheit bleibt. Aus unserem Inneren entstehen Entscheidungen, und aus ihnen wachsen unsere Taten. Sie pr\u00e4gen uns und unser Leben \u2013 f\u00fcr die Gegenwart und weit dar\u00fcber hinaus.<\/p>\n<p>M\u00f6gen uns auch in Bezug auf unsere Werke die Worte Jesu beraten. Er sagte zu seinen J\u00fcngern: \u201eDer Menschensohn wird mit seinen Engeln in der Herrlichkeit seines Vaters kommen, und dann wird er jedem nach seinen Taten vergelten.\u201c Aus christlicher Sicht sind die vollbrachten Werke nicht im Sinne von Leistungen zu verstehen, durch die sich der Mensch das ewige Heil verdienen bzw. erkaufen kann. Die Taten sind vielmehr Ausdruck und Frucht des Glaubens, der Liebe und der angenommenen Gnade Gottes. Am Ende zeigt sich also auch an unserem Handeln, ob wir uns f\u00fcr Gott, f\u00fcr die Liebe und f\u00fcr das Gute ge\u00f6ffnet haben. Die Worte Jesu sind deshalb zugleich Warnung und Hoffnung: Unser Leben und unsere Entscheidungen haben bleibende Bedeutung. Gott aber wird jeden Menschen gerecht und in Wahrheit richten und jedem nach der Beschaffenheit seiner Werke vergelten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. Lesung: Jer 20,7\u20139 2. 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