{"id":85048,"date":"2026-08-25T05:00:55","date_gmt":"2026-08-25T03:00:55","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/?p=85048"},"modified":"2026-08-24T16:57:59","modified_gmt":"2026-08-24T14:57:59","slug":"deutsche-minderheiten-in-europa-faustball-em-in-daenemark-reise-nach-kirgisistan-und-spurensuche-in-russland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/deutsche-minderheiten-in-europa-faustball-em-in-daenemark-reise-nach-kirgisistan-und-spurensuche-in-russland\/","title":{"rendered":"Faustball-EM in D\u00e4nemark, Reise nach Kirgisistan und Spurensuche in Russland"},"content":{"rendered":"<p><strong>Von Kirgisistan \u00fcber D\u00e4nemark bis nach Tschechien: Die deutschen Minderheiten stehen in vielen L\u00e4ndern f\u00fcr gelebte Tradition, kulturellen Austausch und neue Projekte. In unserer Reihe \u201eDeutsche Minderheiten in Europa\u201c blicken wir \u00fcber Grenzen hinaus und zeigen, was die deutschen Minderheiten in Europa bewegt.<\/strong><!--more--><\/p>\n<h2><strong>Bundestagsabgeordnete treffen Kirgisistandeutsche<\/strong><\/h2>\n<p>Eine prominente Delegation traf unl\u00e4ngst die deutsche Minderheit in der Kirgisischen Republik. Mit dabei waren verschiedene Parlamentarier. Die Delegation des Bundestages unter der Leitung von Christian G\u00f6rke suchte in Zentralasien gezielt das Gespr\u00e4ch mit den dort verbliebenen rund 8.000 Kirgisistandeutschen.<\/p>\n<p>Im geschichtstr\u00e4chtigen Dorf Rot-Front wurden die Abgeordneten von einer einheimischen Familie sogar direkt am K\u00fcchentisch empfangen. Neben diesen kulturellen Begegnungen stand die wirtschaftliche und politische Ann\u00e4herung an die rohstoffreiche Region im Fokus. Die Delegation besuchte moderne Fabriken mit deutscher Technik und forderte verl\u00e4ssliche Rahmenbedingungen und ein entschlossenes Vorgehen gegen Korruption.<\/p>\n<p>G\u00f6rke kritisierte, dass die Bundesregierung die Entwicklungshilfe f\u00fcr diese besuchten L\u00e4nder stark gek\u00fcrzt oder komplett eingestellt hat. Wenn Deutschland nicht aktiver werde, w\u00fcrden andere Nationen die wirtschaftlichen Chancen nutzen. Auch b\u00fcrokratische H\u00fcrden wie die sehr langsame Vergabe deutscher Visa m\u00fcssten dringend gel\u00f6st werden, um den Austausch von jungen Fachkr\u00e4ften und den Frieden in der Region zu sichern.<\/p>\n<p>Quelle: bundestag.de.<\/p>\n<div id=\"attachment_85049\" style=\"width: 900px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-85049\" class=\"size-large wp-image-85049\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Foto1-17lb-Minderheiten-890x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"890\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Foto1-17lb-Minderheiten-890x1024.jpg 890w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Foto1-17lb-Minderheiten-261x300.jpg 261w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Foto1-17lb-Minderheiten-768x883.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Foto1-17lb-Minderheiten-1336x1536.jpg 1336w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Foto1-17lb-Minderheiten-1781x2048.jpg 1781w\" sizes=\"auto, (max-width: 890px) 100vw, 890px\" \/><p id=\"caption-attachment-85049\" class=\"wp-caption-text\">Tobias Winkler vertrat die CDU in der Bundestags-Delegation.<br \/>Foto: OSCE Parliamentary Assembly \/ Wikimedia Commons.<\/p><\/div>\n<h2><strong>Neue Gesichter f\u00fcr D\u00e4nemarks deutsche Schulen<\/strong><\/h2>\n<p>Das Schuljahr in D\u00e4nemark l\u00e4uft schon auf Hochtouren, auch f\u00fcr die deutsche Minderheit. 21 Kinder beginnen 2026 ihr Abenteuer mit der deutschen Sprache. An der Deutschen Schule in Hadersleben wurden die Erstkl\u00e4ssler schon feierlich willkommen gehei\u00dfen. Die Turnhalle war rappelvoll mit Familienmitgliedern, die flei\u00dfig Fotos machten.<\/p>\n<p>Um den Neulingen den Einstieg zu vers\u00fc\u00dfen, hatte die dritte Klasse ein buntes Willkommensprogramm vorbereitet. Obwohl der neue Alltag nun etwas strukturierter abl\u00e4uft als im Kindergarten, nahm die Schulleiterin Heike Henn-Winkels den Kindern gleich die Angst vor dem vermeintlich strengen Schulalltag.<\/p>\n<p>Nicht nur unter den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern, sondern auch beim Lehrpersonal war die Aufregung in den Tagen zuvor riesig. Viele der Kinder kennen sich gl\u00fccklicherweise schon aus der Kita nebenan, was den Start erleichtert. Dennoch flossen bei dem einen oder anderen Kind vor Nervosit\u00e4t kleine Tr\u00e4nen, die die Klassenlehrerin jedoch schnell trocknen konnte.<\/p>\n<p>Zum Schluss ging es in den geschm\u00fcckten Raum, wo auch der neue Leiter des Schulfreizeitprogramms (Schulfreizeitordnung SFO) die internationale Gruppe herzlich mit einem High-Five begr\u00fc\u00dfte.<\/p>\n<p>Quelle: nordschleswiger.dk.<\/p>\n<h2><strong>S\u00fcdwestrundfunk stellt Rum\u00e4niendeutsche vor<\/strong><\/h2>\n<p>Im Fernsehformat \u201eSWR Heimat\u201c wurde unl\u00e4ngst die Rum\u00e4niendeutsche B\u00e4rbel portr\u00e4tiert. Sie ist unter schwierigen Bedingungen nach Deutschland ausgewandert. Die heute 58-j\u00e4hrige B\u00e4rbel geh\u00f6rt zu den Siebenb\u00fcrger Sachsen, deren Vorfahren schon vor Jahrhunderten nach Rum\u00e4nien kamen. Sie wuchs dort ganz selbstverst\u00e4ndlich mit der deutschen Sprache, Kita und Schule auf. Doch unter der damaligen kommunistischen Diktatur wurde das Leben im Land immer unertr\u00e4glicher. Von der Bundesrepublik hatte die junge Frau damals traumhafte Vorstellungen, weshalb sie unbedingt dorthin fl\u00fcchten wollte. Im Alter von 21 Jahren klappte es schlie\u00dflich mit den Papieren f\u00fcr die Ausreise. Die Reise mit der Eisenbahn ins Ungewisse war emotional und von Angst gepr\u00e4gt. Inzwischen hat sich die zweifache Mutter in Mainz ein komplett neues Leben aufgebaut. Eine dauerhafte R\u00fcckkehr in ihre alte Heimat kommt f\u00fcr sie heute nicht mehr infrage, auch wenn sie die alte Region immer noch gerne f\u00fcr Reisen besucht.<\/p>\n<p>Quelle: swr.de.<\/p>\n<h2><strong>Russlanddeutsche auf den Spuren ihrer Vorfahren<\/strong><\/h2>\n<p>Ein neues Projekt sorgt derzeit in den Reihen der Russlanddeutschen f\u00fcr Aufmerksamkeit. In dessen Rahmen entdecken junge Russlanddeutsche die Wurzeln ihrer Vorfahren neu. Bei der Aktion \u201eNationales Dorf\u201c reisten Jugendliche im Sommer ins geschichtstr\u00e4chtige Wolgagebiet. An Orten wie Saratow und Engels erkundeten sie alte deutsche Bauten und lutherische Kirchen.<\/p>\n<p>Ein emotionaler H\u00f6hepunkt war der Besuch eines kleinen Dorfes, in dem nur noch wenige Menschen leben. Die Teilnehmer unterhielten sich dort intensiv mit den \u00e4lteren Einwohnern \u00fcber Familientraditionen und alte Br\u00e4uche. Zudem wurden sie mit traditionellen Speisen wie Riewelkuchen und Strudel bekocht und schrieben flei\u00dfig Rezepte auf.<\/p>\n<p>Die Jugendlichen brachten eine Lochkamera an, mit deren Hilfe im Verlauf von mehreren Monaten ein Bild der Kirche aufgenommen werden soll. Geplant ist, dieses dann in der Kirche auszustellen. Ein weiterer wichtiger Programmpunkt war der Besuch des historischen Staatsarchivs. Hier konnten viele der Jugendlichen zum ersten Mal tiefer in ihre eigene Familiengeschichte eintauchen und nach Dokumenten ihrer Vorfahren forschen. Praktische Workshops im traditionellen Strohflechten rundeten die gemeinsame Entdeckungsreise ab.<\/p>\n<p>Quelle: rusdeutsch.ru.<\/p>\n<h2><strong>Volksgruppe bringt Faustball ins Rampenlicht<\/strong><\/h2>\n<p>Der Faustball geh\u00f6rt zu den eher exotischen Sportarten. Umso interessanter ist es, dass gerade eine deutsche Minderheit derzeit f\u00fcr mehr Aufmerksamkeit f\u00fcr den Sport sorgt. Gemeint ist hier die Europameisterschaft im d\u00e4nischen Tondern, bei der die Nationalmannschaft des Gastgebers mit einer ganz besonderen Truppe aufl\u00e4uft: Ein Gro\u00dfteil der Spieler stammt aus der deutschst\u00e4mmigen Gemeinschaft in Nordschleswig.<\/p>\n<p>Im \u00fcbrigen Teil D\u00e4nemarks wei\u00df kaum jemand, was Faustball \u00fcberhaupt ist. Auf dem Feld geht es bunt zu, denn das Team nutzt abwechselnd Deutsch, D\u00e4nisch und regionalen Dialekt. Die Sportler kennen sich oft schon von klein auf \u00fcber ihre Familien, was f\u00fcr einen riesigen Zusammenhalt sorgt. In den Jugend- und Erwachsenenligen spielen sie in Deutschland mit, doch bei gro\u00dfen Turnieren tragen sie stolz das d\u00e4nische Trikot.<\/p>\n<p>Die Tradition wurde vor einigen Jahren von deutschen Verb\u00e4nden in der Region neu belebt. Heute wird gezielt in deutschen Schulen und Sportvereinen nach Nachwuchs gesucht, sodass es sogar Teenager in die Auswahl geschafft haben. Durch die Heim-EM hoffen die Verantwortlichen nun, das Ballspiel endlich im ganzen Land bekannter zu machen.<\/p>\n<p>Quelle: ndr.de.<\/p>\n<div id=\"attachment_85051\" style=\"width: 704px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-85051\" class=\"size-large wp-image-85051\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Foto2-17lb-Minderheiten-694x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"694\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Foto2-17lb-Minderheiten-694x1024.jpg 694w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Foto2-17lb-Minderheiten-203x300.jpg 203w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Foto2-17lb-Minderheiten-768x1133.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Foto2-17lb-Minderheiten-1041x1536.jpg 1041w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Foto2-17lb-Minderheiten-1389x2048.jpg 1389w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Foto2-17lb-Minderheiten-scaled.jpg 1736w\" sizes=\"auto, (max-width: 694px) 100vw, 694px\" \/><p id=\"caption-attachment-85051\" class=\"wp-caption-text\">Die deutsche Minderheit in Nordschleswig steht bei der Faustball-Europameisterschaft in D\u00e4nemark besonders im Rampenlicht.<br \/>Foto: Rouven Sch\u00f6nwandt \/ Wikimedia Commons.<\/p><\/div>\n<h2><strong>Deutsche Gr\u00e4ber als Kunstwerke vorgestellt<\/strong><\/h2>\n<p>Eine besondere Ausstellung ist derzeit in Tschechien zu sehen. Dabei werden Fotografien deutscher Gr\u00e4ber gezeigt. Die Fotoschau mit dem Titel \u201eDeutsche Gr\u00e4ber in Tschechien\u201c ist den gesamten August \u00fcber im Regionalamt der Karlsbader Region f\u00fcr Besucher ge\u00f6ffnet.<\/p>\n<p>Organisiert wurde die Ausstellung vom Ausschuss f\u00fcr nationale Minderheiten der Karlsbader Region zusammen mit dem Dachverband der deutschen Vereine vor Ort. Die Aufnahmen zeigen historische Ruhest\u00e4tten im tschechischen Grenzgebiet, die als stumme Zeugen von der langen, gemeinsamen Vergangenheit der beiden V\u00f6lker berichten. Das Ziel der Macher ist es, diese oft vergessenen Flecken Erde wieder mehr ins Bewusstsein der Menschen zu r\u00fccken und als sch\u00fctzenswertes Kulturgut anzuerkennen.<\/p>\n<p>Die Idee dazu stammt urspr\u00fcnglich von einer Jugend- und Kulturorganisation der deutschen Minderheit, die die Grabst\u00e4tten vor drei Jahren im Rahmen eines Projekts erfasst hat. Mit den Bildern m\u00f6chten die Initiatoren die gesellschaftliche Bedeutung dieser Orte aufzeigen und gleichzeitig den Dialog sowie das Verst\u00e4ndnis zwischen Tschechen und Deutschen verbessern. Wer sich die Aufnahmen ansehen m\u00f6chte, kann dies unter der Woche w\u00e4hrend der normalen B\u00fcrozeiten des Amtes kostenlos tun.<\/p>\n<p>Quelle: landesecho.cz.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Kirgisistan \u00fcber D\u00e4nemark bis nach Tschechien: Die deutschen Minderheiten stehen in vielen L\u00e4ndern f\u00fcr gelebte Tradition, kulturellen Austausch und neue Projekte. 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