{"id":84984,"date":"2026-08-23T05:00:02","date_gmt":"2026-08-23T03:00:02","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/?p=84984"},"modified":"2026-08-21T14:24:53","modified_gmt":"2026-08-21T12:24:53","slug":"wort-zum-sonntag-von-pfarrer-dr-habil-peter-tarlinski-23-august-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wort-zum-sonntag-von-pfarrer-dr-habil-peter-tarlinski-23-august-2026\/","title":{"rendered":"Wort zum Sonntag von Pfarrer Dr. habil. Peter Tarlinski"},"content":{"rendered":"<p><strong>21. Sonntag im Jahreskreis \u2013 A<\/strong><\/p>\n<p><strong>1. Lesung: Jes 22, 19\u201323<\/strong><\/p>\n<p><strong>2. Lesung: R\u00f6m 11, 33\u201336<\/strong><\/p>\n<p><strong>Evangelium: Mt 16,\u00a013\u201320<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>Jesus mit seinen J\u00fcngern in C\u00e4sarea Philippi \u2013 ein mobilisierendes Ereignis<\/h2>\n<h3>1. Eine Frage, die man nicht anderen \u00fcberlassen kann<\/h3>\n<p>Jesus befindet sich mit seinen J\u00fcngern in der Gegend von C\u00e4sarea Philippi. Dieser Ort lag au\u00dferhalb des eigentlichen j\u00fcdischen Kernlandes und war von verschiedenen Religionen und Kulten gepr\u00e4gt. Gerade dort fragt Jesus: \u201eF\u00fcr wen halten die Menschen den Menschensohn?\u201c Die Antworten sind unterschiedlich: Johannes der T\u00e4ufer, Elija, Jeremia oder einer der Propheten. Die Menschen sehen in Jesus einen gro\u00dfen Menschen, erkennen aber noch nicht, wer er wirklich ist.<\/p>\n<p>Dann ver\u00e4ndert sich die Frage: \u201eIhr aber, f\u00fcr wen haltet ihr mich?\u201c Jetzt geht es nicht mehr um die Meinung der anderen. Jesus f\u00fchrt die J\u00fcnger von dem, was andere sagen, zu einem pers\u00f6nlichen Bekenntnis. Der Glaube kann nicht nur Wissen \u00fcber Jesus bleiben. Irgendwann muss jeder Mensch selbst darauf antworten, wer Christus f\u00fcr ihn ist. Diese Frage bleibt auch heute offen. Man kann das Evangelium, die Tradition und die Lehre der Kirche kennen und dennoch immer noch auf dem Weg sein, Christus pers\u00f6nlich zu erkennen.<\/p>\n<h3>2. \u201eDu bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes\u201c<\/h3>\n<p>Petrus antwortet im Namen der J\u00fcnger: \u201eDu bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes.\u201c Das ist eines der wichtigsten Glaubensbekenntnisse im Matth\u00e4usevangelium. Jesus ist nicht nur ein Prophet oder Lehrer. Er ist der Messias \u2013 der von Gott Gesandte \u2013 und der Sohn des lebendigen Gottes.<\/p>\n<blockquote><p>Der Glaube kann nicht nur Wissen \u00fcber Jesus bleiben. Irgendwann muss jeder Mensch selbst darauf antworten, wer Christus f\u00fcr ihn ist.<\/p><\/blockquote>\n<p>Jesus weist jedoch noch auf etwas anderes hin: Petrus ist nicht allein durch seine eigene Einsicht zu dieser Wahrheit gekommen. \u201eNicht Fleisch und Blut haben dir das offenbart, sondern mein Vater im Himmel.\u201c Der Glaube ist also eine Antwort des Menschen, aber zuvor ist er ein Geschenk. Gott l\u00e4sst den Menschen in Jesus mehr erkennen, als man nur mit menschlichen Augen sehen kann.<\/p>\n<p>Petrus erkennt Christus, obwohl er noch nicht alles versteht. Schon wenige Verse sp\u00e4ter wird er sich gegen die Ank\u00fcndigung des Kreuzes stellen. Sein Glaube ist echt, muss aber noch reifen. Auch ein Glaubensbekenntnis bedeutet nicht, dass alle Fragen gel\u00f6st sind. Es ist vielmehr der Anfang eines immer tieferen Erkennens Christi.<\/p>\n<h3>3. Der Fels, auf dem Christus die Kirche baut<\/h3>\n<p>Jesus antwortet: \u201eDu bist Petrus \u2013 der Fels \u2013 und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen.\u201c Matth\u00e4us stellt bewusst den Namen Petrus \u2013 <em>Petros<\/em> \u2013 neben das Wort f\u00fcr Fels \u2013 <em>petra<\/em>. Simon erh\u00e4lt einen neuen Namen und eine neue Aufgabe. Am wichtigsten bleibt jedoch der Satz: \u201eIch werde meine Kirche bauen.\u201c Die Kirche geh\u00f6rt Christus. Er ist es, der sie baut. Petrus erh\u00e4lt eine besondere Verantwortung in der Gemeinschaft der J\u00fcnger. Die katholische Tradition sieht in diesen Worten einen der grundlegenden Texte \u00fcber den Dienst des Petrus und seiner Nachfolger.<\/p>\n<p>Bemerkenswert ist, dass Christus einem schwachen Menschen eine so gro\u00dfe Verantwortung anvertraut. Petrus wird Angst haben. Er wird sich irren. Er wird Jesus verleugnen. Zum Felsen wird er nicht deshalb, weil er ein fehlerloser Mensch w\u00e4re. Sein Halt bleiben Christus und die Gnade Gottes. So tr\u00e4gt die Kirche von Anfang an die geheimnisvolle Verbindung von menschlicher Zerbrechlichkeit und g\u00f6ttlicher Treue in sich.<\/p>\n<h3>4. Schl\u00fcssel, die zum \u00d6ffnen und Schlie\u00dfen dienen<\/h3>\n<p>Das Bild von den \u201eSchl\u00fcsseln des Himmelreichs\u201c erinnert an das biblische Zeichen einer Vollmacht, die dem Verwalter eines Hauses anvertraut wird. Petrus erh\u00e4lt Verantwortung f\u00fcr die Gemeinschaft Christi. Die Ausdr\u00fccke \u201ebinden\u201c und \u201el\u00f6sen\u201c geh\u00f6rten zur j\u00fcdisch-rabbinischen Sprache. Sie konnten verschiedene Formen religi\u00f6ser Autorit\u00e4t bezeichnen, besonders:<\/p>\n<ul>\n<li>verbindlich entscheiden, was erlaubt und was verboten ist;<\/li>\n<li>die Lehre auslegen und konkrete Entscheidungen treffen;<\/li>\n<li>jemanden aus der Gemeinschaft ausschlie\u00dfen oder wieder in sie aufnehmen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Deshalb versteht die katholische Tradition diese Worte als \u00dcbertragung einer wirklichen kirchlichen Lehr- und Leitungsautorit\u00e4t. Die Entscheidungen des Petrus werden nicht als rein private Entscheidungen verstanden; die Formulierung \u201eauf Erden \u2013 im Himmel\u201c gibt ihnen einen besonderen Bezug zur Autorit\u00e4t Gottes.<\/p>\n<p>Der Dienst des Petrus besteht f\u00fcr das Evangelium, f\u00fcr die Einheit der Kirche, f\u00fcr den Schutz ihrer Lehre und Tradition sowie f\u00fcr die Offenheit gegen\u00fcber anderen, wenn sie sich Christus in der Gemeinschaft der Getauften anschlie\u00dfen m\u00f6chten.<\/p>\n<p>Vielleicht lohnt es sich, auf der Grundlage des Textes aus dem Matth\u00e4usevangelium die eigene Beziehung zu Jesus und zu seiner Kirche neu zu bedenken.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>21. Sonntag im Jahreskreis \u2013 A 1. Lesung: Jes 22, 19\u201323 2. 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