{"id":84949,"date":"2026-08-24T05:00:19","date_gmt":"2026-08-24T03:00:19","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/?p=84949"},"modified":"2026-08-23T22:32:41","modified_gmt":"2026-08-23T20:32:41","slug":"nachbarschaft-verpflichtet-das-berghaus-in-kreisau-mehr-als-eine-neue-ausstellung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/nachbarschaft-verpflichtet-das-berghaus-in-kreisau-mehr-als-eine-neue-ausstellung\/","title":{"rendered":"Das Berghaus in Kreisau \u2013 mehr als eine neue Ausstellung"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Helvetica Neue, serif;\"><b>Das Berghaus in Kreisau blickt auf eine bewegte Geschichte zur\u00fcck \u2013 vom Witwenhaus der Familie von Moltke \u00fcber einen Treffpunkt des Kreisauer Kreises bis hin zum Zentrum internationaler Begegnungen. Nach dreij\u00e4hriger Renovierung er\u00f6ffnet die neue Ausstellung Perspektiven auf diesen besonderen Ort und zeigt, wie sich seine Geschichte auch nach 1945 fortsetzte.<\/b><\/span><\/span><!--more--><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Helvetica Neue, serif;\">Auf dem Hof des Schlosskomplexes in Kreisau herrschte reger Betrieb. Hochsommer, strahlender Sonnenschein&#8230; Auf dem Rasen spielten junge Leute Fu\u00dfball, andere probten f\u00fcr das Abendkonzert. Von verschiedenen Seiten drangen Gespr\u00e4chsfetzen in mehreren Sprachen her\u00fcber. Mein Ziel war jedoch nicht der einstige repr\u00e4sentative Sitz der Familie von Moltke, sondern das Berghaus, das ich seit dem Abschluss seiner Renovierung zum ersten Mal besuchen wollte&#8230;<\/span><\/span><\/p>\n<h2><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Helvetica Neue, serif;\">Ein Ort mit vielen Geschichten<\/span><\/span><\/h2>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Helvetica Neue, serif;\">Es ist ein Geb\u00e4ude mit einer au\u00dfergew<span lang=\"sv-SE\">\u00f6<\/span>hnlichen Geschichte. Es entstand im 19. Jahrhundert als Witwenhaus der Familie von Moltke. In den zwanziger und drei\u00dfiger Jahren, als das Gut in finanzielle Schwierigkeiten geriet, zog die Familie, um die Unterhaltskosten zu senken, aus dem Schloss dorthin um. W\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs wurde es zum Treffpunkt des \u201eKreisauer Kreises \u201c \u2013 einer der bedeutendsten Gruppen des deutschen Widerstands gegen den Nationalsozialismus. Hier wurde \u00fcber die Zukunft Deutschlands nach dem Untergang des Dritten Reiches gesprochen, \u00fcber die neue Staatsordnung, die Verantwortung der B\u00fcrger und den Platz Deutschlands im Nachkriegseuropa. F\u00fcr die Geschichte des deutschen Widerstands gegen den Totalitarismus ist dieser Ort einzigartig.<\/span><\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_85022\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-85022\" class=\"size-large wp-image-85022\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Krzyzowa_K-Ruchniewicz_04-1024x576.png\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"576\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Krzyzowa_K-Ruchniewicz_04-1024x576.png 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Krzyzowa_K-Ruchniewicz_04-300x169.png 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Krzyzowa_K-Ruchniewicz_04-768x432.png 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Krzyzowa_K-Ruchniewicz_04-1536x864.png 1536w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Krzyzowa_K-Ruchniewicz_04.png 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><p id=\"caption-attachment-85022\" class=\"wp-caption-text\">Das Berghaus in Kreisau erz\u00e4hlt von den Widerstandsk\u00e4mpfern des Kreisauer Kreises und ihrer Vorstellung von Deutschlands Zukunft.<br \/>Foto: Krzysztof Ruchniewicz<\/p><\/div>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Helvetica Neue, serif;\">Nach dem Krieg wohnten im Berghaus Familien von Arbeitern des <span lang=\"sv-SE\">\u00f6<\/span>rtlichen staatlichen Landwirtschaftsbetriebs (PGR). Mit der Gr\u00fcndung der Stiftung \u201eKreisau\u201c f\u00fcr Europ\u00e4ische Verst\u00e4ndigung begann ein neues Kapitel seiner Geschichte. Bevor hier die erste dem Kreisauer Kreis gewidmete Ausstellung eingerichtet wurde, entwickelte sich das Geb\u00e4ude zum Zentrum internationaler Workcamps.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Helvetica Neue, serif;\">An diese Zeit erinnere ich mich aus eigener Erfahrung. Ich war einer der Organisatoren der ersten Workcamps zu Beginn der 1990er Jahre. Die Teilnehmer wohnten in Zelten auf der nahegelegenen Wiese, doch das Leben des gesamten Lagers konzentrierte sich im Berghaus. In seiner K\u00fcche bereiteten wir Mahlzeiten aus Produkten zu, die wir bei den Dorfbewohnern erwarben. Vormittags arbeiteten wir an der Instandsetzung der Geb\u00e4ude und der Schlossumgebung, nachmittags fanden Vortr\u00e4ge, Diskussionen und Ausfl\u00fcge zu interessanten Orten in Niederschlesien statt. Die abendlichen Gespr\u00e4che zogen sich oft bis sp\u00e4t in die Nacht hin. An einem Tisch trafen sich junge Menschen aus Polen, Deutschland, Rum\u00e4nien, der Ukraine, den Niederlanden&#8230; Eine Miniatur des vereinten Europas, das gerade vor unseren Augen und mit unserem bescheidenen Beitrag entstand.<\/span><\/span><\/p>\n    <section class=\"newsy-widget\">\r\n        \r\n                                \r\n        <a class=\"newsy-card\" href=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/nachbarschaft-verpflichtet-ein-abgehaktes-jubilaeum\/\">\r\n            <div class=\"newsy-card-thumb\">\r\n                                    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/z27208390AMPPremier-Jan-Krzysztof-Bielecki-i-kanclerz-Niemiec--150x150.jpg\" alt=\"Ein abgehaktes Jubil\u00e4um\">\r\n                            <\/div>\r\n            <div class=\"newsy-card-text\">\r\n            \t\r\n                            <span class=\"slider-subtitle\" style=\"font-size: 0.7rem !important; text-transform: uppercase !important;\">Nachbarschaft verpflichtet<\/span>\r\n                                      \t\r\n            \t\r\n                <h3 class=\"newsy-card-title\">Ein abgehaktes Jubil\u00e4um<\/h3>\r\n                <span class=\"newsy-card-more\">Mehr lesen &rarr;<\/span>\r\n            <\/div>\r\n        <\/a>\r\n            <\/section>\r\n    \n    <section class=\"newsy-widget\">\r\n        \r\n                                \r\n        <a class=\"newsy-card\" href=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/erich-koch-und-egon-bahr-oder-wie-historische-fakten-entstehen\/\">\r\n            <div class=\"newsy-card-thumb\">\r\n                                    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Egon_Bahr_Hardenberg_Fuerth_2014_4-e1785507575235-150x150.jpg\" alt=\"Erich Koch und Egon Bahr, oder: Wie historische Fakten entstehen\">\r\n                            <\/div>\r\n            <div class=\"newsy-card-text\">\r\n            \t\r\n                            <span class=\"slider-subtitle\" style=\"font-size: 0.7rem !important; text-transform: uppercase !important;\">Nachbarschaft verpflichtet<\/span>\r\n                                      \t\r\n            \t\r\n                <h3 class=\"newsy-card-title\">Erich Koch und Egon Bahr, oder: Wie historische Fakten entstehen<\/h3>\r\n                <span class=\"newsy-card-more\">Mehr lesen &rarr;<\/span>\r\n            <\/div>\r\n        <\/a>\r\n            <\/section>\r\n    \n<p><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Helvetica Neue, serif;\">Dies war im \u00dcbrigen keine zuf\u00e4llige Formel. Bewusst an die Idee der gemeinsamen Arbeit, des Lernens und der Geselligkeit kn\u00fcpften einige der Mitbegr\u00fcnder der Stiftung Kreisau an \u2013 das niederl\u00e4ndische Ehepaar Wim und Lien Leeman. \u00dcber viele Jahre leiteten sie in Haarlem das Eugen-Rosenstock-Huessy-Haus, benannt nach dem vor 1933 an der Universit\u00e4t Breslau lehrenden Professor, der nach der Macht\u00fcbernahme der Nationalsozialisten in die Vereinigten Staaten emigrierte. Eben dieser Rosenstock-Huessy initiierte 1927 die L<span lang=\"sv-SE\">\u00f6<\/span>wenberger Arbeitsgemeinschaften \u2013 eine Initiative, deren praktischer Ausdruck freiwillige Arbeitslager waren, die dem gemeinsamen Handeln, der Bildung und dem Dialog dienten.<\/span><\/span><\/p>\n<blockquote><p><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Helvetica Neue, serif;\">Die Er<span lang=\"sv-SE\">\u00f6<\/span>ffnung des Berghauses schlie\u00dft die Geschichte dieses Ortes nicht ab. Im Gegenteil \u2013 sie er<span lang=\"sv-SE\">\u00f6<\/span>ffnet neue M<span lang=\"sv-SE\">\u00f6<\/span>glichkeiten.<\/span><\/span><\/p><\/blockquote>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Helvetica Neue, serif;\">Ihr Ziel war zun\u00e4chst die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen in der Region Waldenburg, doch schon bald entwickelten sie sich zu einem Treffpunkt f\u00fcr Menschen aus verschiedenen sozialen Milieus und Konfessionen. Gemeinsame Arbeit ging Hand in Hand mit der Debatte \u00fcber soziale, wirtschaftliche und politische Probleme, an denen es im damaligen Deutschland nicht mangelte. An diese Tradition kn\u00fcpften sp\u00e4ter die Teilnehmer der Treffen des \u201eKreisauer Kreises&#8220; an, und nach 1990 auch die Urheber der ersten Projekte der Stiftung.<\/span><\/span><\/p>\n<h2>Eine Ausstellung, die die Geschichte weiterdenkt<\/h2>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Helvetica Neue, serif;\">\u00dcber die Jahre erz\u00e4hlten aufeinanderfolgende Ausstellungen verschiedene Kapitel der Geschichte dieses Ortes. Im Schloss wurde die Geschichte der Familie von Moltke dargestellt, in der Freiluftausstellung die Geschichte des Zweiten Weltkriegs, des deutsch-polnischen Vers<span lang=\"sv-SE\">\u00f6<\/span>hnungsprozesses und der Entstehung der Stiftung. Das Berghaus wurde dem Wirken des Kreisauer Kreises gewidmet. Im Schloss war zudem eine Ausstellung zu sehen, die an den Beitrag der demokratischen Oppositionsbewegungen Mittel- und Osteuropas zum Zusammenbruch des Kommunismus erinnerte.<\/span><\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_85026\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-85026\" class=\"size-large wp-image-85026\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Stuttgart-Stauffenberg-Erinnerungsstaette_K-Ruchniewicz_01-1024x576.png\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"576\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Stuttgart-Stauffenberg-Erinnerungsstaette_K-Ruchniewicz_01-1024x576.png 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Stuttgart-Stauffenberg-Erinnerungsstaette_K-Ruchniewicz_01-300x169.png 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Stuttgart-Stauffenberg-Erinnerungsstaette_K-Ruchniewicz_01-768x432.png 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Stuttgart-Stauffenberg-Erinnerungsstaette_K-Ruchniewicz_01-1536x864.png 1536w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Stuttgart-Stauffenberg-Erinnerungsstaette_K-Ruchniewicz_01.png 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><p id=\"caption-attachment-85026\" class=\"wp-caption-text\">Die Ausstellung in Stuttgart zeigt anschaulich die vielf\u00e4ltigen Verbindungen innerhalb des deutschen Widerstands gegen den Nationalsozialismus.<br \/>Foto: Krzysztof Ruchniewicz<\/p><\/div>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Helvetica Neue, serif;\">Nun, nach dreij\u00e4hriger Renovierung, wurde das Berghaus wieder f\u00fcr Besucher ge<span lang=\"sv-SE\">\u00f6<\/span>ffnet. Das bisherige Konzept wurde beibehalten, gleichzeitig aber deutlich vertieft. Besonders interessierte mich die Erweiterung der Perspektive. Neben den Mitgliedern des Kreises treten nun Personen in den Vordergrund, die die Stiftung nach 1989 mitgestalteten. Ein gutes Beispiel daf\u00fcr ist die Pr\u00e4sentation der Biografie von Dr. Ewa Unger. Anhand einer anschaulichen Karte l\u00e4sst sich ihr Weg vom Ende der 1930er Jahre aus Oberschlesien \u00fcber Sibirien nach Breslau und Kreisau verfolgen. Ihr Schicksal veranschaulicht eindr\u00fccklich die Erfahrung vieler polnischer B\u00fcrger, die von zwei Totalitarismen betroffen waren und sich trotz gro\u00dfen Leids nach dem Krieg f\u00fcr den Aufbau des deutsch-polnischen und allgemein europ\u00e4ischen Dialogs engagierten. Ewa Unger verlor w\u00e4hrend des Krieges ihren Vater (in der Verbannung) und ihren Bruder (beim \u00dcberschreiten der Weichsel im Sommer 1944) sowie einen Teil ihrer j\u00fcdischen Familie, der der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik zum Opfer fiel.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Helvetica Neue, serif;\">Ein eigener Abschnitt ist den Anf\u00e4ngen der Stiftung und den Menschen gewidmet, die ihr Gestalt gaben. Dies ist eine wichtige Erg\u00e4nzung zur Freiluftausstellung in der N\u00e4he des Schlosses. Sie zeigt n\u00e4mlich, dass die au\u00dfergew<span lang=\"sv-SE\">\u00f6<\/span>hnliche Geschichte Kreisaus auch nach 1945 fortdauerte. Nach der Wende erhielt dieser Ort dank der gemeinsamen Anstrengung von Deutschen und Polen eine neue Bedeutung als Raum des Dialogs, der Bildung, der Begegnung und des Austauschs.<\/span><\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_84954\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-84954\" class=\"size-large wp-image-84954\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/26-07-24-stuttgart-stauffenberg-erinnerungsstaette02-1024x680.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"680\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/26-07-24-stuttgart-stauffenberg-erinnerungsstaette02-1024x680.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/26-07-24-stuttgart-stauffenberg-erinnerungsstaette02-300x199.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/26-07-24-stuttgart-stauffenberg-erinnerungsstaette02-768x510.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/26-07-24-stuttgart-stauffenberg-erinnerungsstaette02-1536x1020.jpg 1536w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/26-07-24-stuttgart-stauffenberg-erinnerungsstaette02.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><p id=\"caption-attachment-84954\" class=\"wp-caption-text\">Eine interaktive Karte macht in Stuttgart das Beziehungsnetz des deutschen Widerstands sichtbar und er\u00f6ffnet neue Zug\u00e4nge zur Geschichte.<br \/>Foto: Krzysztof Ruchniewicz<\/p><\/div>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Helvetica Neue, serif;\">Die gr\u00f6\u00dften M<span lang=\"sv-SE\">\u00f6<\/span>glichkeiten und den gr\u00f6\u00dften Wert sehe ich jedoch im Bildungsraum. Mir gef\u00e4llt der Einsatz von Biografien sowie die Ermutigung der Teilnehmer zur eigenst\u00e4ndigen Arbeit mit Quellen, Fotografien und Literatur. K\u00fcnftig w\u00e4re es lohnenswert, noch einen Schritt weiterzugehen und auf digitale L<span lang=\"sv-SE\">\u00f6<\/span>sungen zur\u00fcckzugreifen. Ein gutes Beispiel bleibt die Stauffenberg-Erinnerungsst\u00e4tte in Stuttgart, wo eine interaktive Karte es erm<span lang=\"sv-SE\">\u00f6<\/span>glicht, das Beziehungsnetz des deutschen Widerstands gegen den Nationalsozialismus nachzuverfolgen. Ein \u00e4hnliches Instrument k<span lang=\"sv-SE\">\u00f6<\/span>nnte auch Kreisau bereichern, indem es nicht nur die Beziehungen zwischen den Mitgliedern des Kreises zeigt, sondern auch die Menschen, die nach 1989 die Stiftung aufbauten. Die wissenschaftliche Grundlage f\u00fcr ein solches Vorhaben ist bereits vorhanden.<\/span><\/span><\/p>\n<h2>Viele Stimmen, eine gemeinsame Erz\u00e4hlung<\/h2>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Helvetica Neue, serif;\">Die Er<span lang=\"sv-SE\">\u00f6<\/span>ffnung des Berghauses schlie\u00dft die Geschichte dieses Ortes nicht ab. Im Gegenteil \u2013 sie er<span lang=\"sv-SE\">\u00f6<\/span>ffnet neue M<span lang=\"sv-SE\">\u00f6<\/span>glichkeiten. K\u00fcnftig m<span lang=\"sv-SE\">\u00f6<\/span>chte ich noch einmal auf die Beziehungen zwischen den einzelnen Ausstellungen zur\u00fcckkommen und dar\u00fcber nachdenken, wie sie gemeinsam die Geschichte Kreisaus erz\u00e4hlen und wie man sie in den kommenden Jahren weiterentwickeln kann.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Helvetica Neue, serif;\">Als ich Kreisau verlie\u00df, probte einer der Musiker noch immer eifrig f\u00fcr das Konzert. Zun\u00e4chst h<span lang=\"sv-SE\">\u00f6<\/span>rte ich nur einzelne Kl\u00e4nge. Mit der Zeit f\u00fcgten sie sich zu einer stimmigen Melodie zusammen. Da dachte ich, dass es sich mit Kreisau \u00e4hnlich verh\u00e4lt. Seine Geschichte besteht aus vielen scheinbar getrennten Teilen und Stimmen. Doch erst alle zusammen ergeben die eigentliche Erz\u00e4hlung, in der sich Verantwortung mit Mut verbindet, Dialog mit Erinnerung, und in der die Vergangenheit nicht belastet, sondern hilft, gemeinsame Wege in die Zukunft zu weisen.<\/span><\/span><\/p>\n    <div class=\"osoba-widget\">\r\n                    <h4 class=\"osoba-naglowek\">\u00dcber den Autor<\/h4>\r\n                <div class=\"osoba-body\">\r\n            <div class=\"osoba-text\"><p>\nProf. Dr. Krzysztof Ruchniewicz ist Historiker und Professor an der Universit\u00e4t Breslau. Seit April 2026 ist er zudem als DAAD-Gastprofessor an der Ruhr-Universit\u00e4t Bochum t\u00e4tig. Bis 2024 leitete er das Willy-Brandt-Zentrum f\u00fcr Deutschland- und Europastudien der Universit\u00e4t Breslau; in den Jahren 2024\/2025 war er Beauftragter des polnischen Au\u00dfenministers f\u00fcr die deutsch-polnische Zusammenarbeit. Er ist Autor zahlreicher Publikationen zur deutschen Geschichte sowie zu den polnisch-deutschen Beziehungen mit einem Schwerpunkt auf dem 20. und fr\u00fchen 21. Jahrhundert.<br \/>\nF\u00fcr unsere Zeitung verfasst er seit Anfang 2026 regelm\u00e4\u00dfig die politische Kolumne \u201eNachbarschaft verpflichtet\u201c, in der er sich mit den deutsch-polnischen Beziehungen auseinandersetzt.<\/p>\n<\/div>\r\n                        <div class=\"osoba-image\">\r\n                <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Krzysztof-Ruchniewicz_af.png\" alt=\"\u00dcber den Autor\">\r\n                            <\/div>\r\n                    <\/div>\r\n    <\/div>\r\n    \n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Berghaus in Kreisau blickt auf eine bewegte Geschichte zur\u00fcck \u2013 vom Witwenhaus der Familie von Moltke \u00fcber einen Treffpunkt des Kreisauer Kreises bis hin zum Zentrum internationaler Begegnungen. 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